GRIECHENLAND + und der Euro - Bankenrettung 2.0

Alles was "Off-Topic" ist oder die Märkte ganz allgemein betrifft. Hier findet Ihr Gelegenheit, euch in Form von Grundsatzdiskussionen, Glückwünschen, Streitereien oder Flirts auszutauschen.

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Beitragvon kaalexs » 25.06.2010 12:18

Griechenland Haircut | Drucken |
25. 06 2010
Singapurs Premier erwartet Umschuldungen in europäischen Staaten. „Allein die Schulden zu bedienen kostet Griechenland zehn Prozent seiner Wirtschaftsleistung.“ Staatsverschuldung wohl nur mit einem „haircut“ zu lösen.



Der Ministerpräsident von Singapur, Lee Hsien Loong, rechnet in den hochverschuldeten südeuropäischen Staaten mit weiteren schmerzlichen Einschnitten. „Noch weiß man nicht, ob die anfälligen Staaten ihre Schulden wirklich begleichen können oder ob sie zu Umschuldungen gezwungen sind“, sagte der Premier im Handelsblatt-Interview (Freitagausgabe).

Im Fall Griechenland zeigte sich Lee Hsien Loong sogar überzeugt, dass das Problem der Staatsverschuldung wohl nur mit einem „haircut“ zu lösen sei. „Allein die Schulden zu bedienen kostet Griechenland zehn Prozent seiner Wirtschaftsleistung. Das ist nicht tragbar.“ Insgesamt empfiehlt Singapurs Regierungschef den Europäern eine besser abgestimmte Wirtschaftspolitik.
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Beitragvon martinsgarten » 25.06.2010 19:23

Eigentlich passiert, was passieren mußte, wenn man ein Land totsparen will.
Es sind eben nicht alle Ländermichels so treudoff wie wir Deutschen.


Märkte pessimistisch: Griechenland kommt nicht aus der Krise
Streiks, Proteste, Bombenterror: das krisengeschüttelte Griechenland kommt nicht zur Ruhe.
Ministerpräsident Papandreou bekräftigt zwar seinen Reformwillen – ungeachtet der politischen Kosten, wie er sagt.
Aber wenn das Land die Krise meistern will, braucht es einen gesellschaftlichen Konsens.
Und der ist bisher nicht zu erkennen.
Und auch die Finanzmärkte scheinen wieder wachsende Zweifel zu hegen.
von Gerd Höhler

ATHEN. Für die Griechen war es keine gute Woche.
Erst das Aus bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika – dabei hätte das mutlose Land gerade jetzt einen sportlichen Erfolg, wie er der Elf von Otto Rehhagel 2004 mit der Europameisterschaft gelang, so gut gebrauchen können.
Tags darauf die wilden Streiks im Hafen von Piräus:
Hunderte verzweifelte Touristen, die auf ihren Koffern in der sengenden Sonne ausharren, sich als Geiseln fühlen – Bilder, die um die Welt gehen und keine Werbung sind für den ohnehin notleidenden griechischen Tourismus. Last-Minute-Gäste gewinnt man so jedenfalls nicht.

Und dann geht am Donnerstagabend auch noch eine Bombe hoch – nicht irgendwo, sondern im Vorzimmer des Ministers für Bürgerschutz, der für die Polizei zuständig ist und bisher als erfolgreicher Terroristenjäger galt. Während die Gewerkschaften für den kommenden Mittwoch zu einem weiteren Generalstreik aufrufen, bereits dem fünften in diesem Jahr, fragen sich immer mehr Griechen:
Wohin treibt das vom Staatsbankrott bedrohte Land?
Kann es überhaupt noch die Kurve kriegen?


Die Finanzmärkte scheinen nach einer Phase vorsichtiger Zuversicht daran wieder wachsende Zweifel zu hegen.
Schon die Hafenblockade in Piräus schickte die Kurse der griechischen Staatsanleihen auf Talfahrt.
Als Reaktion auf den Terroranschlag schossen die Kosten für die Kreditausfallversicherung griechischer Bonds, die Credit Default Swaps (CDS), dann auf ein neues Rekordniveau:
um Anleihen von 10 Millionen Euro zu versichern, mussten institutionelle Anleger am Freitag 1,137 Millionen Euro bezahlen.
Die Rendite der zehnjährigen griechischen Anleihen stieg auf fast 10,5%.
Neben Besorgnissen um die politische Stabilität in Griechenland lasteten auf den Kursen auch Zweifel, wie lange und in welchem Umfang die Europäische Zentralbank noch griechische Staatspapiere kauft, um die Kurse zu stützen.

Dabei schien Griechenland schon fast gerettet, als die Europäische Union (EU) und der Internationale Währungsfonds (IWF) Anfang Mai ihren Schutzschirm aufspannten.
Aber nur in den Augen von euch Journalisten !
Auch MSM (Mainstreammedien) genannt. Weil ihr Säcke keine eigene Meinung sondern nur die Eures Chefs und damit die der Politik habt.


Mit Krediten von 110 Milliarden Euro wollen sie Griechenland in den nächsten drei Jahren beistehen.
Ne ne - da wollten nur die Banken ihre Ärsche retten.

Aber an den Finanzmärkten fragt man natürlich, was danach passiert.
Kann Griechenland bis 2013 seine horrenden Haushaltsdefizite so weit abbauen, dass die Schuldenspirale gestoppt wird und sich der Athener Finanzminister Giorgos Papakonstantinou wieder zu halbwegs vertretbaren Konditionen an den Finanzmärkten Geld leihen kann?
Natürlich nicht - das war vorher klar.

Und wird das Land bis dahin jene Strukturreformen umsetzen, die seine Wirtschaft international wieder wettbewerbsfähig machen könnten?
Die Regierung von Giorgos Papandreou bekräftigt ihre Entschlossenheit. Und tatsächlich hat Finanzminister Papakonstantinou bei der Haushaltskonsolidierung in den ersten fünf Monaten Erfolge vorzuweisen, wie jetzt auch die Inspektoren der EU und des IWF bestätigten:
das Defizit konnte gegenüber dem Vorjahr um fast 39% abgebaut werden.
Im Sparprogramm, das die Athener Regierung mit EU und IWF vereinbart hat, ist für das Gesamtjahr ein Defizitabbau von 35% vorgesehen.
Bei der Rückführung der Haushaltsausgaben lag Papakonstantinou mit einem Minus von 10,5% sogar weit vor dem Plan,
der Einsparungen von 4,8% vorsieht.
Papier war und ist geduldig. Die Prozente darf man nicht so verbissen sehen :lol:

Papakonstantinou erwartet überdies, dass der wirtschaftliche Abschwung nicht ganz so steil ausfallen wird wie bisher befürchtet:
„Ich sehe Licht am Ende des Tunnels“, sagte der Minister diese Woche im Handelsblatt-Interview.
Das habe ich schon einmal von Ackermann gehört. Ist nun schon mehr als 1 Jahr her. Wie sich herausstellte waren es dann die Lichter eines entgegenkommenden ICE. :lol: :lol:

Aber noch lässt sich nicht beurteilen, wie nachhaltig diese Konsolidierung ist und ob die Sparziele der beiden kommenden Jahre erreicht werden.
Mit Haushaltsdisziplin allein ist es überdies nicht getan.
Wenn Griechenland diese Krise meistern will, muss es an den eigentlichen Ursachen arbeiten.
Wie war, wie war
Sie liegen nicht nur in chronischen Strukturschwächen, wie der Überregulierung vieler Wirtschaftsbereiche,
der grassierenden Korruption und der Vetternwirtschaft, sondern auch in einem seit Jahrzehnten kultivierten Anspruchsdenken, das die ökonomischen Realitäten ignoriert.

Das zeigt die gegenwärtig in Griechenland geführte Diskussion um die Reformen des Rentensystems und des Arbeitsmarktes.
Schon angesichts der demografischen Entwicklung, die in Griechenland sogar noch weitaus ungünstiger verläuft als im EU-Durchschnitt, ist es nicht nachhaltig finanzierbar, dass Staatsdiener mit Ende 50 in Pension gehen und Ruhegehälter beziehen, die das letzte Gehalt erreichen oder sogar übertreffen.
Doch die Gewerkschaften der Staatsbediensteten klammern sich verbissen an diese Privilegien. Auch die von der Regierung geplante Lockerung des Kündigungsschutzes, von der man sich Investitionen und neue Arbeitsplätze versprechen darf, stößt bei den Gewerkschaften auf erbitterten Widerstand.

Sowohl die Renten- wie auch die Arbeitsmarktreform werden seit Jahrzehnten von internationalen Organisationen wie der OECD, der Weltbank, dem IWF und der EU immer wieder angemahnt.
Bisher brachte keine griechische Regierung den politischen Willen auf, sie umzusetzen.
Erst unter dem Diktat der EU und des IWF will (und muss) die Regierung Papandreou jetzt innerhalb weniger Monate diese Reformen anpacken.

Für ihre Umsetzung braucht Papandreou allerdings nicht nur eine parlamentarische Mehrheit sondern auch einen gesellschaftlichen Konsens. Doch davon ist Griechenland weit entfernt.
Die oppositionellen Konservativen, die mit ihrer verantwortungslose Ausgabenpolitik und hemmungslosen Klientelwirtschaft die Krise wesentlich mitverschuldet haben, verweigern sich allen Reformvorhaben. Oppositionschef Antonis Samaras lehnt sogar die Hilfskredite von EU und IWF ab – ohne bisher allerdings erklären zu können, wie er das Land vor dem Staatsbankrott bewahren würde.

Die kommunistische Partei Griechenlands, die ideologisch noch im Korsett des Stalinismus steckt, verfolgt ohnehin eine eigene Agenda: sie sieht diese Krise als die Entscheidungsschlacht im Klassenkampf und versucht, Griechenlands kapitalistische Wirtschaft kaputt zu streiken.
Auf dem Weg zur Revolution des Proletariats brauche man sich weder an die Verfassung noch an Gesetze zu halten, ermuntert KP-Chefin Aleka Papariga ihre Anhänger.
Vielleicht muß die EU sogar aufpassen, das die Griechen ihr Heil nicht bei den Russen suchen. Die würden sich eine Annäherung sicher etwas kosten lassen.

Dass sich die Kommunisten jetzt mit ihren wilden Streiks und Blockaden vor allem auf den Tourismus konzentrieren, Griechenlands wichtigsten Wirtschaftszweig, der 15% zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert und jeden 5. Arbeitsplatz repräsentiert, ist aus ihrer Sicht folgerichtig, volkswirtschaftlich aber fatal.
Denn der Fremdenverkehr ist die einzige Branche, die dem Land schnell wieder Wachstum bescheren könnte.
Wachstum vielleicht, aber es kann die Probleme nicht lösen.
Und nur wenn die Wirtschaft wieder wächst, kann Griechenland beginnen, seinen erdrückenden Schuldenberg abzutragen.
Es darf gelacht werden. Das schafft nicht einmal Deutschland.

Doch dieses Ziel rückt mit jedem Streik, mit jeder Blockade, mit jeden Terroranschlag weiter in die Ferne.
Bei allem Respekt, den es auf der internationalen Bühne für den Reformpremier Papandreou gibt, ist es kein Wunder, dass die Finanzmärkte den Griechen misstrauen.
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Beitragvon Antagon » 01.07.2010 10:41

Ich hielt bislang Herrn Hellmeyer von der Bremer Landesbank für einen guten Analysten mit interessanten Ansichten.

Doch jetzt schreibt er allen Ernstes zum Ankaufprogramm griechischer Staatsanleihen durch die EZB:

"Vor dem Hintergrund der Reformen und der ersten überraschenden Erfolge schließen wir nicht aus, daß dieses Ankaufprogramm des Systems der EZB sich im Laufe der nächsten zwei Jahre als größter Finanzerfolg der EZB herausstellen wird."

Quelle

Auch heute noch einmal:

Die These, daß die EZB eines der besten Geschäfte mit dieser Aktion gemacht hat, steht meinerseits.

Quelle

Kommentar: Ich würde einen Totalverlust nicht gerade als "größten Finanzerfolg der EZB" bezeichnen. Was reitet ihn bloß, solch einen Schwachsinn zu verbreiten? Hat vielleicht die Bremer Landesbank selbst tonnenweise Hellas-Schrott in ihren Büchern?
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Beitragvon martinsgarten » 01.07.2010 11:06

zu Hellmeyer hab ich die gleiche Meinung:

Quelle:
--------------------------------------------------------------------------------
Dazu die heutige "Akademische Betrachtung" aus Sicht von Volker Hellmeyer. Dazu meine Aussage, der Herr sprach auch schon einmal deutlichere Worte.
Muß man aber sicher verstehen.
Er ist schließlich Angesteller bei der Landesbank Bremen.
Da kann man nicht immer wie man vielleicht möchte
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Beitragvon martinsgarten » 23.07.2010 08:59

Nicht das man denkt das Thema G ist erledigt.
Das dicke Ende kommt hier noch.
Aufgeschoben ist eben nicht aufgehoben
:lol:

Geldmarktpapiere:
Griechenland macht einen Rückzieher
Der Regierung in Athen will anders als angekündigt in dieser Woche keine Geldmarktpapiere mit zwölf Monaten Laufzeit auf den Markt bringen.
Doch die Experten bleiben erstmal gelassen, obwohl Griechenland wohl kaum mit den Hilfskrediten allein auskommen wird.
Experten sind doch immer gelassen - schon das EX im Wort :lol: :lol: von Andrea Cünnen und Gerd Höhler

FRANKFURT ATHEN. Vor wenigen Tagen gab sich Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstaninou noch selbstbewusst:
Athen werde voraussichtlich schon im Jahr 2011 an die Kapitalmärkte zurückkehren – sprich Anleihen mit Laufzeiten ab zwei Jahren begeben. Unabhängig davon werde die Regierung wie schon länger angekündigt in diesem Monat fällig werdende kurzlaufende Geldmarktpapiere über gut vier Mrd. Euro durch die Ausgabe neuer Kurzläufer refinanzieren.
Am Freitag sagte Athen aber die für morgen avisierte Platzierung von Geldmarktpapieren mit zwölf Monaten Laufzeit ab.

Dabei ist die Sachlage kompliziert.
Geldmarktpapiere sind leichter als Anleihen bei Investoren unterzubringen, weil die Risiken in der kurzen Laufzeit überschaubarer sind.
Deshalb sieht das Programm für die Hilfskredite über 110 Mrd. Euro, das die anderen Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds den hochverschuldeten Hellenen Anfang Mai bewilligt haben, eigentlich die Refinanzierung von Geldmarktpapieren nicht vor.
Diese müsste Athen angesichts der Unterstützung durch das Programm aus eigener Kraft stemmen können, heißt es dort sinngemäß.

Experten sind wegen der jetzt abgesagten Auktion nicht beunruhigt.
Das sei zwar „kein gutes Zeichen“, sagte Chris Pryce von der Ratingagentur Fitch. Ach die Experten :wink:
Griechenland habe aber die Alternative, letztlich doch auf das Hilfspaket zurückzugreifen.
Ähnlich sieht das Giuseppe Maraffino von Barclays Capital.
Er vermutet, dass Athen die Platzierung abgesagt hat, weil die staatlichen Hilfen günstiger seien.
Für Hilfskredite mit Laufzeit von drei Jahren muss Athen fünf Prozent Zinsen zahlen, die Kosten für die Platzierung von Zwölfmonatspapieren schätzt Maraffino auf sieben Prozent.

Zudem geht Maraffino davon aus, dass die Regierung angesichts der jüngsten Sparerfolge genügend Geld hat, um die Zwölfmonatspapiere über 0,9 Mrd. Euro zu tilgen.
Die restlichen Tilgungen im Juli entfallen auf Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von 26 und 13 Wochen. An der ebenfalls für morgen angesetzten Platzierung neuer 26-Wochen-Papiere über 1,25 Mrd. Euro hält Athen fest. Auch die für den 20. Juli geplante Auktion von 13-Wochen-Papieren steht nicht zur Disposition. Dabei dürften die Zinsen für Athen bei erträglichen fünf und vier Prozent liegen. Händler erwarten, dass diese Auktionen problemlos über die Bühne gehen werden.

Nachdem Griechenland im Mai eine erste Tranche der EU- und IWF-Kredite von 20 Mrd. Euro erhalten hat, erwartet Athen für Ende August oder Anfang September die Überweisung von rund neun Mrd. Euro.
Bis Mitte 2013 wollen EU und IWF in mehreren Tranchen weitere 72 Mrd. überweisen. Das wird jedoch nicht reichen, den gesamten Kreditbedarf des Landes zu decken.
Griechenland muss spätestens ab 2012 wieder in größerem Umfang Anleihen am Kapitalmarkt platzieren.
2012 gilt als besonders kritisch, weil dann Bonds und Geldmarktpapiere im Volumen von 43 Mrd. Euro refinanziert werden müssen.
Nach bisheriger Planung stehen für 2012 aber nur Hilfskredite von 24 Mrd. zur Verfügung
.
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Beitragvon martinsgarten » 30.07.2010 12:00

Man kann da schon einmal darüber nachdenken, ob damit die Schuldenproblematik besser wird.
Urlauber dürften wohl die Schn... voll haben und damit werden auch hier die Einnahmen wegbrechen.
Vielleicht hat der Euro heute schon einmal darauf reagiert.
Aus meiner Sicht ist ein Staatsbankrott hier noch lange nicht vom Tisch.
Nichts, aber auch gar nichts deutet darauf hin, das die Griechen ihre Schulden in den Griff bekommen.


Streik der Lkw-Besitzer Griechenlands: Regierung ordnet Zwangsrekrutierung an
Griechenland/Zeitung.

Zwischen der Regierung und den Besitzern von Lkw-Lizenzen finden derzeit kritische Verhandlungen über ein Ende des seit Sonntag andauernden Streiks statt.
Premierminister Jorgos Papandreou hatte am Mittwoch eine Zwangsrekrutierung angeordnet.
Der Präfekt Athens gab heute bekannt, dass er bereits ein entsprechendes Rundschreiben vom Transportministerium erhalten habe.
Der Protest der Lkw-Besitzer führt zu schweren Versorgungsproblemen. Im Großraum Athen, aber auch in Thessaloniki und in Tourismusgebieten ist vielfach kein Treibstoff mehr vorhanden.
Außerdem klagt der Handel über erhebliche Einbußen.
Eine Sitzung zwischen Vertretern des Transportministeriums und einer Delegation der Lastwagenfahrer endete am Mittwoch ergebnislos.
Der zuständige Minister Dimitris Reppas hatte schon vor dieser Sitzung die Möglichkeit einer Zwangsrekrutierung der Streikenden nicht ausgeschlossen.
„Der Staat ist nicht wehrlos, die Gesellschaft ist nicht ungeschützt“, so Reppas.
Grund für die verfahrene Situation ist ein Gesetzentwurf, der den Bereich des Transports liberalisieren soll.
Die Regierung hat deutlich gemacht, dass der Gesetzentwurf bald verabschiedet wird, auch weil man gegenüber der Europäischen Union diese Verpflichtung eingegangen sei.
Der Staatssekretär im Transportministerium Charis Tsiokas hatte heute betonte, dass man für einen Dialog offen sei, dass jedoch die Gesellschaft als Ganzes wegen des Streiks nicht in Mitleidenschaft gezogen werden dürfe.
Die Lastwagenbesitzer fordern u. a. finanzielle Kompensationen für bereits bezahlte Lizenzen sowie die Absicherung ihrer Pensionsansprüche.
Tsiokas sagte dazu, dass es in einer dreijährigen Übergangszeit für die Lkw-Besitzer weiter Unterstützungen geben werde.
Er forderte sie auf, „den Dialog in friedlicher Form fortzuführen und nicht mit dieser Art von Protest, die das griechische Volk erpresst.“
Heute kam es sowohl in Athen als auch in Thessaloniki zu Zwischenfällen. Vor dem Transportministerium setzte die Polizei gegen protestierende Lkw-Fahrer Tränengas ein. (GZdk)

Tagesthema der Griechenland Zeitung (29.07.2010)
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Beitragvon martinsgarten » 02.08.2010 18:45

Griechenland / Athen.
Der griechische Staat beschäftigt 768.009 Beamte.
Das gab am Freitag Innenminister Jannis ...mehr
Datum: 02.08.2010

Quelle

lt. Wikepeda hat G 11.260.402 Einwohner.
6,8% der Bevölkerung sind somit Beamte.
Rechnet man das auf D hoch, könnte sich D ca. 5,3 Mio Beamte "leisten".
D hat incl. Bundeswehr 4,6 Mio Beschäftigte im öffentlichen Dienst.
Da braucht man aber sehr viel Fantasie um sich vorstellen zu können, dass die griechen ihre Schulden wuppen werden :wink:


Quelle
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Beitragvon martinsgarten » 08.08.2010 14:00

Man Beachte mal den Handelssaldo -Grausam !

Krise in der Autobranche

Griechenland / Athen. Bei den Neuzulassungen von Pkw musste im Juli ein Rückgang von 64,3 % registriert werden.
Verglichen mit den entsprechenden Monaten des Zeitraums 2004 bis 2009, als im Durchschnitt 28.304 neue Autos zugelassen wurden, belief sich deren Anzahl im vergangenen Juli nur noch auf 11.539.
Das gab die Vereinigung der Autoimporteure (SEAA) am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt. Die Gründe für diese drastische Minderung sieht die SEAA in der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie in den Steuererhöhungen.
Im Allgemeinen ist ein Trend zu kleineren Autos bemerkbar.
In der griechischen Automobilbranche sind mehr als 30.000 Unternehmen mit fast 90.000 Mitarbeitern tätig.
Man geht davon aus, dass auf Basis der nun veröffentlichten Zahlen sowohl die Beschäftigung als auch die Anzahl der Unternehmer in dieser Branche um zehn Prozent abnehmen wird. (GZel)
© Griechenland Zeitung
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Beitragvon martinsgarten » 09.08.2010 14:06

glauben hat nichts mit Wissen zu tun.
Manche glauben auch an den lieben Gott - ich nicht :wink:


EZB/Orphanides lobt Griechenlands Sparanstrengungen

FRANKFURT (Dow Jones)--EZB-Ratsmitglied Athanasios Orphanides hat einem Medienbericht zufolge die Entschlossenheit der griechischen Regierung bei der Bewältigung der Schuldenkrise gelobt.
Spekulationen darüber, dass eine Restrukturierung der Staatsschulden des Landes unumgänglich ist, seien "falsch" und "simplifizierend", sagte das Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

"Ich glaube, der Mut und die Entschlossenheit, die die griechische Regierung zur Wiederherstellung der Wirtschaft seit Mai gezeigt hat, verdient Anerkennung", sagte Orphanides.
Der Eindruck, dass eine Restrukturierung unumgänglich ist, sei falsch.
"Es ist sehr stark vereinfacht, da Griechenlands langfristig starkes Wachstumspotential nicht berücksichtigt wird, dass sich aus den Strukturreformen ergeben könnte", so Orphanides, der auch Gouverneur von Zyperns Zentralbank ist.
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Beitragvon k9 » 09.08.2010 14:24

Und was lernen wir daraus ?

Totgeglaubte leben länger - wie sie das schaffen, is' wurscht !

Gruß k-9
Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
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Beitragvon martinsgarten » 12.08.2010 08:35

Griechischer Rentenkasse fehlen 15 Milliarden Euro
11.08.2010 16:50

ATHEN (awp international) - In der griechischen Rentenkasse fehlen nach Angaben der Regierung 15 Milliarden Euro von Arbeitgebern und Selbstständigen.
Die rund 800.000 Schuldner hätten bis Ende Oktober Zeit, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, teilte Arbeitsminister Andreas Loverdos am Mittwoch in Athen mit. "
Greif mal einem Nackten in die Taschen :lol: :lol:
Wir werden (bis Ende Oktober) Verständnis zeigen.
Im November werden wir aber unerbittlich sein", warnte Loverdos.
Dann könnten auch Immobilien beschlagnahmt werden.


Schwarzarbeit greife besonders in den touristischen Regionen des Landes und vor allem auf den Ägäisinseln um sich.
Greift die um sich, oder ist das nicht schon immer so gewesen - eine Art "Nationalkultur". Nicht jeder ist so "blöd" wie der Deutsche und läßt sich vom Staat z.B. für G. "nackt" ausziehen.
Andere Länder andere Sitten. Das soll es geben. :lol:
.
Rund 40 Prozent der Arbeitnehmer seien nicht versichert.
So, so - und das greift JETZT GERADE um sich. ich schätze eher, dass war immer so.
Wegen der Schwarzarbeit und fehlender Arbeitgeberbeiträge müssten die Rentenkassen immer wieder vom ohnehin defizitären Staatshaushalt subventioniert werden.
Die Kasse der griechischen Freischaffenden (OAEE) muss bis Ende des Jahres 300 Millionen Euro vom Staat bekommen, um die Renten zu zahlen, hiess es.
Sonderbar, da hab ich die Lösung - keine Beiträge - keine Rente. So einfach ist das.
Die Griechen hatten/haben ja mehr Sozialismus als wir es in der DDR je hatten. Oder ist/war das einfach nur eine Lotterwirtschaft - jeder macht was er will ?
.

Im Mai hat Griechenland zur Rettung seiner Staatsfinanzen die erste 5,5-Milliarden-Euro-Finanzspritze vom IWF und 14,5 Milliarden Euro von den Euroland-Partnern erhalten.
9 Mrd. Euro sollen bis Mitte September ausgezahlt werden.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die EU hatten ein Rettungspaket für Griechenland auf den Weg gebracht, das insgesamt 110 Milliarden Euro über drei Jahre umfasst.
Kontrolleure prüfen regelmässig die Bücher in Athen.
Das hätte man mal vor dem Beitritt zum € tun sollen.
Damit Griechenland weiter Finanzspritzen bekommt, muss Athen in den kommenden Monaten die Renten- und Pensionskassen des Landes sanieren./tt/DP/jsl
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Beitragvon martinsgarten » 18.08.2010 20:39

Das das so kommen wird, war mir nach diesem verrückten Sparszwang so klar wie das Amen in der Kirche
So spart man ein land kaputt.
Oder wurde hier ein Testballon gestartet ?
Wie weit kann man gehen - wann rastet die Bevölkerung aus ?
Dafür ist ein kleines Land doch wohl geeignet.


18. August 2010, 06:22 Uhr
Absturz der griechischen Wirtschaft
Erst Depression, dann Explosion
Von Corinna Jessen, Athen

Geschäfte machen dicht, die Arbeitslosigkeit klettert mancherorts auf bis zu 70 Prozent: In Griechenland wird erst jetzt das ganze Ausmaß der Krise sichtbar.
Das radikale Sparpaket der Regierung stürzt die Wirtschaft in eine tiefe Rezession, selbst brave Familienväter drohen mit einem Aufstand.

Das Marienfest ist in der griechisch-orthodoxen Welt der Höhepunkt des Sommers. In einer der vielen Kirchen erbitten die Gläubigen die Gnade der Mutter Gottes, nicht selten auf den Knien rutschend.
Das Gleiche empfiehlt die Zeitung "Ta Nea" der griechischen Regierung:
Sie müsse auf ein Wunder der "Gnadenreichen" hoffen, damit das Land aus seiner schweren Krise erlöst werde. Ohne dieses Wunder drohe dem Mittelmeerstaat ein "heißer Herbst".

Dabei hat sich die Regierung in Athen so sehr bemüht.
Mit drakonischen Sparmaßnahmen senkte sie das Haushaltsdefizit um schier unglaubliche 39,7 Prozent - nachdem ihre Vorgänger jahrelang Steuern verschwendet und Statistiken gefälscht hatten.
Insgesamt wurden die Staatsausgaben um 10% zurückgefahren, 4,5 Prozentpunkte mehr als von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) vorgegeben.

Das Problem: Der Sparkurs beeinflusst mittlerweile das gesamte Wirtschaftsleben.
Die Kaufkraft sinkt, der Konsum bricht ein,
die Zahl der Insolvenzen und der Arbeitslosen steigt.
Im zweiten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,5 Prozent. Die Steuereinnahmen, die für die Konsolidierung des Staatshaushalts dringend nötig wären, brechen weg. In der griechischen Gesellschaft gärt ein Gemisch aus Angst, Perspektivlosigkeit und Wut.

Die Erwerbslosenquote liegt bei bis zu 70 Prozent

Nikos Meletis ist akkurat gekleidet, sein Mittelklassewagen sauber gepflegt. Er hat einmal gut verdient im Schiffsbau von Perama, gegenüber der Insel Salamis. "Noch lebe ich von meinen Rücklagen", sagt der 54-jährige Schweißer. Er steht vor den vertäuten Schiffen, auf denen sich nichts regt. Bis zu 300 Tageslöhne im Jahr hat er früher nach Hause gebracht. In diesem Jahr hat er gerade einmal 25 Tageslöhne zusammen. Dafür gibt es 25 Versicherungsmarken. 100 braucht er, damit er sich und seine Familie krankenversichern kann, seine Frau hat Krebs. "Womit soll ich das Krankenhaus bezahlen?", fragt Meletis. Arbeitslosengeld gibt es für höchstens ein Jahr, in Höhe von maximal 460 Euro im Monat. Und das nur, wenn er für die zurückliegenden 15 Monate mindestens 150 Marken vorweisen kann.

Kaum einem Arbeiter in der Schiffbauerzone von Perama gelingt das noch. In der Stadt liegt die Erwerbslosenquote bei 60 bis 70 Prozent. Das hat eine Studie der Universität von Piräus ergeben. Zwar geben 77 Prozent der griechischen Reeder an, mit der Qualität der Arbeit in Perama zufrieden zu sein. Doch fast 50 Prozent schicken ihre Schiffe für Reparaturen in die Türkei, nach Korea und China. In Griechenland seien die Kosten zu hoch, es gebe zu viel Bürokratie und zu viele Streiks - ständige Arbeitskämpfe verzögern immer wieder die Auslieferung.

Perama ist ein Extremfall, gewiss.
Aber der Niedergang der Werften steht exemplarisch für die geringe Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft. Kaum eine Branche kann bei der Produktivität mit der internationalen Konkurrenz mithalten. Für das Gesamtjahr erwarten Experten einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um vier Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland hofft die Regierung auf ein Plus von bis zu drei Prozent.

Überall brechen die Umsätze weg

Das Sparpaket von Ministerpräsident Georgios Papandreou hat das Wirtschaftsleben regelrecht erschüttert.
Im Öffentlichen Dienst wurden die Löhne und Gehälter um bis zu 20 Prozent gekürzt, zu harten Einschnitten kam es auch bei den Renten, außerdem wurden zahlreiche Steuern erhöht. Die Folge: Die Menschen haben immer weniger Geld zur Verfügung, überall brechen die Umsätze weg. Für ein Land, in dem 70 Prozent der Wirtschaftsleistung auf den privaten Konsum entfallen, ist das eine Katastrophe.

Das Ausmaß des Niedergangs lässt sich bei einem kurzen Spaziergang durch Athens Geschäftsstraßen erkennen. In jedem vierten Schaufenster auf der Stadiou-Straße hängt das rote Schild "Enoikiazetai" - zu vermieten. 17 Prozent der Athener Geschäfte müssen Insolvenz anmelden, hat der griechische Einzelhandelsverband ESEE errechnet.

Und in der Provinz ist es nicht besser. Chalkidona war noch vor wenigen Jahren ein Knotenpunkt für den Lastwagenverkehr rund um Thessaloniki. Zwei Hauptstraßen durchziehen das triste Nest, gesäumt von Grillstuben und Ladengeschäften für die Trucker. Maria Lialiambidou hat ihr Haus direkt an der Durchfahrtstrasse. Für die Konditorei im Erdgeschoss bekam sie früher 350 Euro Miete, das hat ihre Witwenrente von 320 Euro deutlich aufgebessert. Doch nun kann Kostas, der Konditor, den alle immer "Pfennigfuchser" nannten, die Miete nicht mehr zahlen. "Enoikiazetai" heißt es jetzt auch hier auf einem riesigen Banner.

Aber niemand möchte den Laden mieten. Auch an der Fleischerei ist keiner interessiert, die ein paar Meter weiter leer steht. "Grillstube Sakis" blinkt es leuchtend auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sakis hält noch durch, ab und an ist ein Tisch bei ihm besetzt. "Eigentlich gibt es hier keine Arbeit mehr für mich", sagt seine albanische Hilfskraft, die sich in Griechenland Eleni nennt. "Viele meiner Landsleute gehen zurück nach Albanien, da ist es auch nicht schlimmer als hier. Mal sehen, wann ich fahren muss."

"Es brodelt wie in einem Dampfkessel"

Das ganze Land steckt in einer Depression.
Überall scheint es nur abwärtszugehen, die Spirale dreht sich unaufhörlich weiter, ein Ausweg ist nicht in Sicht. Das Schlimmste jedoch ist: Kaum einer hat noch Hoffnung, dass es eines Tages besser wird.

Besonders deutlich macht das die Arbeitslosenquote.
2009 lag sie bei 9,5 Prozent, in diesem Jahr dürfte sie auf 12,1 Prozent klettern, für 2011 erwarten Ökonomen einen Wert von 14,3 Prozent.
Doch das sind nur die offiziellen Zahlen, vorgelegt hat sie der Generalsekretär der OECD, Angel Gurría.
Der griechische Gewerkschaftsdachverband GSEE hält die Angaben für viel zu optimistisch. Die Arbeitnehmervertreter gehen von 20 Prozent für 2011 aus. Das würde der Erwerbslosenquote von 1960 entsprechen, als Hunderttausende Griechen auswandern mussten.
Gleichzeitig sei die Kaufkraft auf das Niveau von 1984 zurückgefallen, heißt es beim GSEE.

Menelaos Givalos ist Professor für politische Wissenschaften an der Universität Athen.
Im Fernsehen stimmt er die Zuschauer bereits darauf ein, dass die richtig schlimmen Zeiten noch bevorstehen.
Ab September, prognostiziert er, werde es eine große Entlassungswelle geben - mit "extremen sozialen Folgen".

"Alles wird teurer, ich verdiene kaum noch etwas, und dann soll ich mehr Steuern zahlen, um das Land zu retten?
Wie soll denn das gehen?", fragt Schiffsbauer Meletis.
Seine Kumpel in der kleinen Kantine an der Pier in Perama werden lauter. Sie alle sind arbeitslos, verzweifelt, aufgebracht.
Wütend auf die Politiker, die das Land in den Dreck gefahren haben.
Hier gibt es keine Sympathien für irgendeine Partei, auch nicht mehr für die Gewerkschaften.
"Die organisieren die Streiks doch nur aus Eigeninteresse", brüllt Panajiotis Peretridis, "mich interessiert nur noch mein Tagelohn, meine Partei ist der Brotlaib. Ich will meinem Land ja helfen, gib mir Arbeit, und ich zahle Steuern! Aber hier wird unsere Ehre als erstklassige Facharbeiter, als Familienväter, als Griechen in den Schmutz gezogen!"

"Wenn du meiner Familie das Brot wegnimmst, dann mache ich dich fertig, das müssen die Regierenden wissen", sagt Meletis. "
Und nennt uns dann nicht Anarchisten!
Wir sind Familienväter und verzweifelt.
Hier brodelt es wie in einem Dampfkessel. Und der wird irgendwann explodieren."
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Beitragvon martinsgarten » 23.08.2010 19:08

Es kommt, was man erahnen konnte

GR:Sommerbericht von vor Ort - der Drops ist gelutscht
verfasst von Gaby, 23.08.2010, 18:19

Moin,

nach einem langen Urlaub vor allem auf den griechischen Inseln (Kykladen) sowie der Rückkehr in die heimatlichen Gefilde, hier mal ein Bericht von vor Ort.
Ich fasse mal knapp zusammen: Der Drops GR ist gelutscht, die Zitrone ist ausgepresst, mehr geht nicht.
Der Bumerang wird uns spätestnens im Herbst erwischen - auch und gerade international. Aber da man im Gelben ja bekanntlich in der ersten Reihe sitzt, hier mal ein Bericht live und von vor Ort.

Im Einzelnen (und bestimmt vergesse ich noch viele Eindrücke und Erlebnisse, gerne mehr auf Nachfrage, wenn es sich ergibt):

Die Zwinge zwischen Lohn- und Gehaltskürzungen, Entlassungen, Sparmaßnahmen und kräftigen Steuererhöhungen kneift jetzt.
Ich habe einen - mit fast schlechtem Gewissen gestehe ich es - wunderschönen Urlaub mit dem Schiff hinter mir. Die Tour führte uns über Chalkis, Kea, die weiteren Inseln weiter südlich bis Milos, Paros, Naxos und retour.

Ergebnis (aus dem Augenschein und auch Gesprächen mit vielen vor Ort): Es sind weniger Menschen gekommen dieses Jahr (nicht vergessen: Griechen machen Urlaub im Land), und wer da ist, konsumiert kaum oder nicht. Die Tavernen sind - gemessen an griechischen Verhältnissen - leer, wer dort sitzt, der trinkt vielleicht was, speist aber nicht. Völlig ungewöhnlich für GR, habe ich so nie gesehen. Nie.

Eindrücke aus Chalkis (In-Turi-Ort, mit entsprechenden "ich-langweile-mich-also-gehe-ich-einkaufen-Geschäfte): Die Ketten wie Benetton und Co ziehen sich zurück (Benetton-Laden geschlossen), gähnende Leere überall, Juweliere kommen raus, wenn sie merken, Du guckst die Auslage an und schreien "good offer!")

Geschlossene Läden überall, bis hin zu den urtypischen "Peripteros" (das sind die Kioske, die man alle paar Meter sieht).

Mehr oder weniger "unter der Hand" werden Grundstücke und Immobilien auch in großstadtnahen Lagen für mehr als 70 Prozent "unter Preis" verkauft, es kommen mehr und mehr Menschen in arge Finanznöte, die Bank macht Druck. Beispiel: Immobilie, vor zwei Jahren noch mit mehr als 250.000 Euro bewertet (Nähe Thessaloniki) heute für 70.000 Euro.

Zwar macht der griechische Staat tatsächlich Ernst beim Steuereintreiben, ist aber auf halber Strecke machtlos: Ich habe Luxusjachten in Buchten und Häfen gesehen, auf denen zwar eine Crew ist, die aber sagen, der Besitzer sei verschwunden. Ich habe mega-super-Luxusjachten gesehen, die nicht in Marinas oder Häfen lagen, sondern in "shelter-allround-Buchten" ankerten. Warum? Weil sie nicht mit der Hafenpolizei in Kontakt kommen wollen.

Die griechischen Steuerbehörden machen Ernst. Wenn Du in einem griechischen Hafen festmachst, passiert auf einmal Folgendes: Es wird gefragt, ob das Schiff privat oder "professional" sei. Bei "privat" ist alles ok (steht im Schiffsbuch, dann zahlst Du auch entsprechend Steuern). Ich habe auch erlebt (beim Mann vor mir bei der Hafenpolizei): "Ach, ein Charterboot? Dann legen Sie uns doch mal die Hafen- und Charterbücher incl. Crewlisten der letzten drei Jahre vor. Vorher können Sie leider nicht auslaufen." Der ist ziemlich verratzt, wenn da immer nur Familiennamen auftauchen.

Hintergrund: Viele Griechen haben ihre (Luxus) Yachten als "Charter" deklariert. Steuervorteile und sogar Fördermittel aus EU-Töpfen zur Ankurbelung des Tourismus bezogen. Das wird jetzt alles - zu Recht - kontrolliert und ggf. mit Sanktionen versehen. Und so kommt es, dass jetzt auf der auch offiziellen Forderungsliste des griechischen Staates Millionen und mittlerweile (weil es auch um Immobilien geht, gleiches Strickmuster) Milliarden stehen. Diese werden aber niemals eingetrieben werden, das wette ich. Eher kommt all das unter den Hammer. Aber zu welchem Preis bitte?

Die "offiziellen" Zahlen sind entsprechend: Die griechische Regierung ist beim mit EU und IWF vereinbarten Plan auf der Einnahmen-Seite mehr als hinten dran. So erhoffte man sich, binnen sechs Monaten aus der Erhöhung aus der Mehrwertsteuer auf Alkohol, Takak und Sprit mehr als 1.3 Milliarden Euro zusätzlich einzunehmen. Daraus wurden nun im ersten Halbjahr 250 Mio.

Die Leute halten das Geld extrem zusammen, keiner konsumiert mehr als nötig (bei einer Volkswirtschaft, die mehr als 70 Prozent vom Konsum lebt).

Das griechische Finanzministerium hat der "Troika" gegenüber schon zugestehen müssen, dass man auf der Einnahmenseite rund vier Milliarden Euro hinterher ist. Und die, so meine sehr bescheidene Meinung, wird man auch nie eintreiben können. Genauso wenig, wie Forderungen an Privatleute, die man heute noch auf der Einnahmeseite verbucht, die aber nie kommen werden - weil es sich die Leute einfach nicht leisten können oder wollen. Dazu zählen vor allem extreme Steuern auf Immobilien oder Betriebe. Lieber heben die Leute die Finger.

Wie gesagt. Dies alles ist nur ein Blitzlicht. Und wahrscheinlich auch noch geschönt. Ich denke, bei Mr. Costas und Mrs. Despina sieht es noch viel schlimmer aus. All dies, wir sich im Herbst, wenn hier das Land nach der traditionellen Sommerpause wieder "zum normalen Leben" zurück kehrt, auch in offiziellen Zahlen niederschlagen.

Es hilft nichts: Griechenland ist pleite. Und ich meine nicht nur "den Staat". Es gibt nichts mehr zu holen, die Kehrtwende von der Kreditparty zur Sparsamkeit binnen nur weniger Monate funktioniert nicht. Die Leute ersticken an ihren Krediten, an auch ihrem gewohnten Lebensstandard (mit allen dahinter hängenden Geschäften, nicht vergessen!) und an den auf einmal mörderischen Abgaben und der mörderischen Preissteigerung.

Wie gesagt: Dies alles wird im Herbst auch augenscheinlich werden, mittels Statistik, mittels offiziellen Zahlen oder MSM-Berichten.

Gleichzeitig steigt die Kriminalität sprunghaft. Einbrüche sind nun an der Tagesordnung. Auch mein "House-Sitter" berichtete mir, dass sich neulich nachts schon jemand mal auf dem Grundstück umgesehen hätte. Tolle Aussichten.

Ich grüße mit einem wirklich schlechten Gewissen, einen wunderschönen Sommer verbracht zu haben

Gaby
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Beitragvon martinsgarten » 25.08.2010 13:23

[url=http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/25/griechenland/wie-geht-es-den-griechen-mit-unseren-milliarden.html##]Wie geht es den Griechen mit unseren Milliarden?[/url]

Von P. RONZHEIMER u. G. KALOZOIS (Fotos)
Es war ein einfacher Deal: Ihr bekommt 110 Milliarden, mahnten die Staatschefs der EU und die Banker vom Internationalen Währungsfonds die Griechen – aber im Gegenzug müsst ihr endlich von euren Milliarden-Schulden runter und sparen, sparen, sparen!

Griechenlands Ministerpräsident Papandreou verordnete das härteste Sparprogramm in der Geschichte des Landes:
20 Prozent weniger Löhne und Renten für alle!
Die durchschnittliche Steuerlast der Griechen stieg auf 41,5 Prozent! Mehrwertsteuer von 19 auf 23 Prozent rauf!
Etats aller Ministerien um 10 Prozent runter, spart 30 Milliarden!
Öffentliche Investitionen (Straßen, Schulen, Kindergärten) um 500 Millionen Euro gekürzt!
Steuerfahnder sollen Steuersünder endlich zur Kasse bitten.
Brüssel war voll des Lobes

ABER JETZT IST DIE PLEITE-ANGST ZURÜCK!

Denn Griechenland spart sich kaputt.
Die Griechen geben zu wenig Geld aus, Kaufhäuser klagen über 13 Prozent Umsatzeinbußen!
Dazu stieg die Inflation auf 5,5 Prozent – 13-Jahres-Rekord!
Geschäfte machen dicht, Baustellen liegen brach, Firmen entlassen Mitarbeiter,
20 Prozent Massenarbeitslosigkeit drohen,
schon jetzt ist jeder dritte Jugendliche arbeitslos,
griechische Unternehmen schulden der Staatskasse 12 Milliarden Euro Sozialbeiträge

und weiter im Beitrag.................
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Beitragvon martinsgarten » 25.08.2010 13:39

Wenn ich mir diesen Chart, den Euro zum sfr und zum Yen ansehe dann bin ich mir ziemlch sicher, dass es bald wieder richtig scheppern wird.
Gold erwähne ich nur am Rande ist eh Müll :wink:
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Beitragvon Antagon » 25.08.2010 13:57

martinsgarten hat geschrieben:Wenn ich mir diesen Chart, den Euro zum sfr und zum Yen ansehe dann bin ich mir ziemlch sicher, dass es bald wieder richtig scheppern wird. Gold erwähne ich nur am Rande ist eh Müll


Ja, EUR/JPY wird Richtung 95 gehen, das schreibe ich in diesem Threadschon seit Monaten - mit den entsprechenden Intermarket-Konsequenzen.

EUR/CHF sieht aus, als ob es mittelfristig auf Parität gehen wird - ebenfalls mit den entsprechenden Intermarket-Konsequenzen. Habe z.B. heute in der FTD gelesen, dass viele NRW-Städte sich noch Anfang diesen Jahres in Franken verschuldet haben. Soviel Dummheit gehört bestraft. Welcher Idiot geht mit solch einem Kredit Franken-Short voll gegen den primären Trend?

Leider rennt die Herde derzeit noch in die vermeintliche Sicherheit der Staatsanleihen und noch nicht in die eigentliche Sicherheit, nämlich Geld (G+S). Aber das wird schon. ;)
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Beitragvon martinsgarten » 25.08.2010 14:17

Hast vollkommen Recht.
Ich bin mir nicht im Klaren, wo man den Eurooptimismus her nimmt.
Man schaue auch mal auf CAN und AUD.
Da kratzt man ebenfalls am Tief.

Für mich ist der Euro mit dem 750 Mrd Rettungspaket nicht mehr die DM (darauf zielen ja alle Charts langfristig ab)
Der Euro ist eine Kreuzung aus allen Währungen in Europa.
Mehr in der Tendenz zur Lira als zur DM.
(Lira zur DM siehe Chart)
Wen man 1+1 zusammen zählt, kommt man darauf, dass Chartechnisch noch viel Luft nach unten ist.
Die Kaufkraftparität interessiert eh kaum, wenn man die Sau durchs Dorf jagen will. :lol:
Deshalb ist noch genug Platz nach unten.
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Beitragvon martinsgarten » 26.08.2010 10:23

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Beitragvon martinsgarten » 29.08.2010 10:57

Euro-Krise

Entwarnung für die Währungsunion
Samstag 28.08.2010, 18:40

Der Chef des Rettungsfonds für angeschlagene Euro-Länder, Klaus Regling,
Was es alles für Jobs gibt ?
Der Typ kassiert sicher den 20-fachen Hartz IV Satz und muß das nicht einmal beantragen

hält die Krise der Währungsunion für überwunden.
Deutschlands Haushalt profitiere von der Rettung Griechenlands. :lol: :lol:
"Ich finde, das Ergebnis der Stabilisierungsmaßnahmen spricht für sich:
Der Kurs des Euro ist gestiegen.
Auch sonst haben sich Märkte beruhigt“, sagte Klaus Regling,
Leiter der European Financial Stability Facility (EFSF), der „Welt am Sonntag“. Nur wenige spekulierten noch darauf, dass das Eurogebiet auseinanderbrechen könnte.
Der Rettungsschirm soll Euroländern in finanzieller Schieflage helfen und war nach dem drohenden Staatsbankrott Griechenlands und Problemen in anderen Staaten im Frühjahr ins Leben gerufen worden.

Regling lobte die Bemühungen Griechenlands, sich aus der Schuldenkrise zu befreien.
Bemerkenswert sei, dass die Regierung sich auf eine breite Mehrheit in der Bevölkerung stützen kann. :wink:
Das habe man nicht unbedingt erwarten können.
„Griechenland hat im vergangenen halben Jahr mehr getan als zugesagt“, sagte Regling. Die EU hatte Griechenland im März Kredite in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt. Im Gegenzug muss das Land Reformen in die Wege leiten.

Bürgende EU-Länder profitieren von der Krise

Nachdem Schwierigkeiten auch in anderen Euro-Ländern wie Spanien und Portugal eine Panik an den Finanzmärkten auszulösen drohten, wurde im Mai für den Notfall ein 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm für die gesamte Euro-Zone ins Leben gerufen.
Beteiligt ist daran auch der Internationale Währungsfonds (IWF). Regling leitet die entsprechende Behörde mit Sitz in Luxemburg seit dem 1. Juli.

Kritik, die deutschen Steuerzahler würden für die Versäumnisse der Griechen zahlen, wies Regling entschieden zurück.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bürgschaften in Anspruch genommen würden, sei äußerst gering
.

Die Wahrscheinlichkeit, das man das Geld wieder sieht ist äußerst gering

Zudem müsste ein hilfsbedürftiges Land etwa 5 % Zinsen für erhaltene Kredite zahlen, die EFSF könne sich dieses Geld derzeit aber für 2 % leihen – sie mache also Gewinn.

So einfach ist das also, mit dem Geld verdienen.
Da empfehle ich dem Herren die aktuellen noch laufenden GL-Anleihen.
Die 10-Jährige hat eine Rendite von 11,446% :lol:


Der Zinsaufschlag käme den Ländern zugute, die bürgen.
Ähnlich sei es im Fall Griechenland. „Der deutsche Haushalt profitiert von der Rettung Griechenlands“, betonte Regling
.
Der 59-Jährige sprach sich für eine Verschärfung des Stabilitätspakts und eine bessere Überwachung der Wettbewerbsfähigkeit von EU-Ländern aus, um erneute Krisen zu verhindern. Einen Europäischen Währungsfonds nach dem Vorbild des IWF lehnte er jedoch ab. „Dieser Begriff weckt hohe Erwartungen und klingt zu bürokratisch. Es ist auch nicht notwendig, so etwas Großes zu schaffen.“
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Beitragvon martinsgarten » 06.09.2010 09:17

Griechenland: Athen lockert die Steuerschraube
Die griechische Wirtschaft will und will nicht anspringen. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou reagiert nun mit einer Kurskorrektur in der Steuerpolitik. Aber viel Spielraum hat er nicht. Denn die Einnahmen liegen ohnehin unter den Erwartungen.
von Gerd Höhler

ATHEN. Griechenlands Finanzminister will auf geplante Steuererhöhungen verzichten und die Unternehmen entlasten, um die Rezession abzufedern. Die für den 1. Januar geplante Erhöhung der Mehrwerteuer wolle man noch „überdenken“, heißt es im Athener Finanzministerium.
Dabei geht es um etwa 30 Warengruppen und Dienstleistungen, die jetzt noch mit dem verminderten Satz von elf Prozent besteuert werden, ab 2011 aber mit 23 Prozent belastet werden sollen. Experten warnen vor einem weiteren Preisschub, nachdem die Inflationsrate bereits im Juli mit 5,5 Prozent den höchsten Stand seit 13 Jahren erreichte. Die Teuerung trifft viele Griechen hart.
Die fast eine Million Staatsbediensteten müssen Gehaltseinbußen von bis zu 20 Prozent verkraften, die Renten wurden gekürzt oder eingefroren. Auch in der Privatwirtschaft wird es bis 2012 keine nennenswerten Lohnerhöhungen geben.
Die geplante Mehrwertsteuererhöhung hätte die Kaufkraft der Griechen weiter geschwächt.

Im Finanzministerium gibt es auch Überlegungen, die geplante Senkung der Unternehmenssteuern zu beschleunigen.
Sie sollen nach der bisherigen Planung von derzeit 24 Prozent bis 2014 schrittweise auf 20 Prozent sinken. Jetzt erwägt man, den Steuersatz bereits 2012 oder 2013 auf 20 Prozent zu senken. Auch über Korrekturen bei der Besteuerung von Dividenden werde nachgedacht, heißt es im Ministerium. Bisher werden ausgeschüttete Gewinne in Griechenland mit 40 Prozent besteuert. In den Nachbarländern ist der Satz deutlich niedriger, weshalb einige griechische Unternehmen bereits erwägen, ihren Sitz ins Ausland zu verlagern.

Allerdings hat die Regierung wenig Spielraum für Steuersenkungen:
die Haushaltseinnahmen liegen ohnehin deutlich unter den Zielvorgaben des mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU abgestimmten Konsolidierungsprogramms.
Von seiner Umsetzung hängt die Bewilligung weiterer Tranchen des 110-Mrd.-Hilfspakets für das hoch verschuldete Griechenland ab.
In den ersten acht Monaten kamen rund 800 Mio. Euro weniger in die Kasse als erwartet.
Die Ausfälle zeigen: der Finanzminister hat die Steuerschraube in den vergangenen Monaten überdreht.
Viele Steuererhöhungen erwiesen sich als kontraproduktiv.
So wurde die Tabaksteuer in den vergangenen zehn Monaten bereits drei Mal heraufgesetzt.
Weil die Hersteller mit Preissenkungen reagierten, kamen statt der für das Gesamtjahr erwarteten 1,13 Mrd. bis Ende Juni nur 250 Mio. in die Kassen des Fiskus.
Noch krasser sieht es bei der Mehrwertsteuer aus:
2,2 Mrd. Mehreinnahmen erwartet der Finanzminister in diesem Jahr.
Im 1. Halbjahr kamen aber nur 240 Mio. zusätzlich in die Kasse.
Als Bumerang erweist sich auch die rückwirkend auf Unternehmensgewinne des Jahres 2008 erhobene Sonderabgabe.
Damit kassierte der Finanzminister zwar knapp 500 Mio. Euro.
Die Sondersteuer drückte aber viele betroffene Unternehmen im 1. Quartal in die roten Zahlen.
Ohnehin leiden die Firmen unter der wirtschaftlichen Talfahrt des Landes. Erstmals in der Geschichte der Athener Börse meldete jetzt mehr als die Hälfte der 265 börsennotierten Unternehmen im 1. Halbjahr Verluste.
Nach Berechnungen des IWF wird die griechische Wirtschaft in diesem Jahr um vier und 2011 um weitere 2,6 Prozent schrumpfen.

Die Rezession schmälert die Steuereinnahmen stärker als erwartet. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou will den Rückstand unter anderem mit der Jagd auf Steuerhinterzieher aufholen.
Eine Spezialeinheit von 200 Steuerfahndern wird jetzt auf jene rund 65 000 Unternehmen angesetzt, die keine Umsatzsteuererklärungen abgegeben haben und mutmaßlich Mehrwertsteuern in Milliardenhöhe hinterziehen. Nachdem im 1. Halbjahr private Einlagen in Höhe 22 Mrd. Euro von griechischen Bankkonten abgehoben wurden, nehmen die Steuerfahnder jetzt auch die Bankkonten von Griechen im Ausland ins Visier. Steuerflüchtlinge bleiben straffrei, wenn sie bis zum 15. Oktober ihre Gelder aus dem Ausland repatriieren und mit fünf Prozent versteuern.

Angesichts der Einnahmeausfälle gibt es im Athener Finanzministerium auch Überlegungen, auf der Ausgabenseite weiter zu kürzen, etwa bei den öffentlichen Investitionen.
Davor warnt der griechische „Wirtschaftsweise“ Giannis Stournaras: „Das würde die Rezession verschärfen“. Stournaras, Direktor des unternehmernahen Wirtschaftsforschungsinstituts IOBE, rät der Regierung stattdessen, in großem Stil staatlichen Grundbesitz zu privatisieren:
„Wir sollten jetzt staatseigenes Land verkaufen, damit private Investoren darauf Ferienhäuser für Babyboomer, Kliniken und Hotels bauen, Windparks und Photovoltaikanlagen installieren können“, sagte Stournaras dem Handelsblatt. Den Wert der staatlichen Liegenschaften, die sich zur Privatisierung eignen, veranschlagt Stournaras auf rund 300 Mrd. Euro. Das entspricht immerhin fast der gesamten Staatsverschuldung Griechenlands.
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Beitragvon martinsgarten » 07.09.2010 10:13

Mal ganz ehrlich, ich verstehe die Aufregung eines Herrn Hellmeyer nicht.
Das G. ein "Finanzzwerg" im Verhältnis zu den USA ist, ist allgemein bekannt.
ABER - eine Kette reißt nun einmal an der schwächsten Stelle zuerst.
Und diese schwache Stelle ist beim Euro Griechenland.
Und wie es aussieht scheint sich dort die Lage zuzuspitzen.
Da ist es vollkommen egal, was in den USA mit dem USD los ist.
Der USD ist nun einmal NOCH die Leitwährung und der Euro ist es nicht.
Seit wann interessieren kursfristig fundamentale Fakten ?


Pimco bringt Griechenland in den Fokus … Klartext!
Veröffentlich am 07.09.2010 11:09:00 Uhr von Folker Hellmeyer
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Der Euro eröffnet heute bei 1.2800 (07.40 Uhr), nachdem im heutigen asiatischen Handel die Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.2790 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 84.10. In der Folge notiert EUR-JPY bei 107.65 während EUR-CHF bei 1.2950 oszilliert.

Herr Bosomworth, Fundmanager von Pimco, bemüht das Thema Griechenland. Wie häufig soll dieses Thema eigentlich noch diskontiert werden?
Seit November 2009 wird dieses Thema latent mißbraucht, um den Euro zu unterminieren.
Das ist nun einmal an den Finanzmärken legitim und keiner wird/kann es verhindern.

Bosomworth bezeichnet das Risiko Griechenlands zu scheitern als substantiell.
Dabei argumentiert Bosomworth mit der Phase, nachdem das Hilfsprogramm in drei Jahren ausläuft.
Ergo steht ein Scheitern erst einmal die nächsten drei Jahre nicht auf der Agenda. Aber danach, dann geht es los!
3 Jahre - Finanzmärkte schauen einfach nach vorn :wink:

Das ist schon ein starkes Stück. Herr Bosomworth verzichtet darauf, zunächst die Folgen des Reformprogramms in Griechenland zu erörtern. Das wird in "professioneller" Manier ausgeblendet.
Dabei ist es die markanteste Reform in der Geschichte der EU! So etwas zu übersehen, ist schlicht weg und ergreifend unprofessionell und darf als Ausdruck einer politischen Agenda bei Herrn Bosomworth verstanden werden.
Ich denke ein Profi handelt genau so und nicht anders.
Er tut was ihm nützt
.

"Sportlich" kapriziert sich Herr Bosomworth auf das in drei Jahren auslaufende Stützungsprogramm und spricht mit Leichtigkeit von "Default". Er thematisiert nicht, daß unter Umständen weitere Hilfsprogramme möglich sind. Die USA könnten hier als Präzedenzfall dienen. Im Zweifelsfall will die Fed laut Bernanke monetarisieren, was monetesierbar ist. Das wäre übrigens ein angemessenes Thema für Herrn Bosomworth, da es nach dem Handbuch der Zentralbanken eine der Ursünden darstellt. Da er das nicht tut, entsteht hier ein strenger Geruch einer politischen Agenda.

Wenn wir in den Rückspiegel schauen und die letzten drei Jahre Revue passieren lassen, dann wird deutlich, daß wir in einer ungewissen Welt leben, in der nur sehr wenige Protagonisten verläßliche Prognosen lieferten. Wieso spricht Herr Bosomworth nicht darüber, daß die USA ihr Defizit nicht adressieren und voraussichtlich in drei Jahren dort stehen, wo Griechenland heute steht? Ist Griechenland mit 2,6% Anteil am BIP der Eurozone so wichtig, daß man dieses Thema derartig in den Mittelpunkt rücken muß? Ist es nicht wesentlicher zu fragen, wann die USA (18% Anteil an der Weltwirtschaft) endlich ein Reformprogramm umsetzen, um Zukunftsfähigkeit zu gewinnen. Wir hören immer nur von neuen Ausgabenprogrammen, ohne daß struktureller Wandel in den USA angestoßen wird.

Das US-Geschäftsmodell, das die aktuelle globale Finanzkrise ausgelöst hat, steht unverändert als Elefant im Raum. Das Verhalten von Herrn Bosomworth ist vergleichbar mit einer Situation, in der Analysten, Volkswirte, Fundmanager und opportunistische Marktteilnehmer Finanzmäuse der Machart Griechenlands um ein Finanzlelefantenproblem (USA) herumjagen und sich dabei sehr wichtig fühlen.

Damit nicht genug. Auch Spanien (60% Staatsverschuldung), Portugal und Irland werden im Rahmen von Ansteckungseffekten gleich mit in den Topf geworfen, in dem die „Anti-Eurosuppe“ köchelt. Großbritannien wird natürlich nicht thematisiert. Es ist wohl zu weit von Irland entfernt … Das macht natürlich Stimmung, vor allen Dingen gegen den Euro.

Das gilt erst recht, wenn diese Nachrichten in liquiditätsarmen Märkten in Asien plaziert werden. In Asien gibt es fraglos die besten "Griechenlandkenner"! Alleine die Tatsache, daß diese Meldung in Asien plaziert ist, wirft mehr Fragen auf, als daß sachliche Antworten gegeben werden.

In der Folge kollabiert dann dank des "Europasachverstands" in Asien EUR-CHF schon mal zügig 150 Punkte und EUR-JPY fällt gleich hinterher, was EUR-USD dann auch circa 100 Punkte unter Druck bringt.

"Chapeau" Herr Bosomworth, Sie sind mir schon so ein Profi ….

Heute steht lediglich die Veröffentlichung des deutschen Auftragseingangs der Industrie per Juli auf der Agenda. Der letzte Stand per Juni lieferte ein Auftragsplus in Höhe von 24,5% gegenüber dem Vorjahr. Schade, daß Herr Bosomworth diem positiven Themen der Eurozone so sträflich ausläßt. Die Gedanken sind an dieser Stelle sehr frei
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Beitragvon martinsgarten » 07.09.2010 10:22

Frieden in GR - so langsam glimmt die Lunte
verfasst von Gaby, 06.09.2010, 13:21

Moin,

bislang lief hier ja alles so weit ruhig ab, wie Ihr wisst.
Jetzt aber kann es bald eng werden. Ehrlich: Die spinnen in Athen und Brüssel.
Die neuste Sau, die durch's griechische Dorf getrieben wird:
Die Heizölpreise sollen durch die "Anpassung der Mehrwersteuer" auf 1.10 Euro pro Liter angehoben werden. Von 0,55 Cent ausgehend.

Das ist absoluter Wahnsinn! Schon heute kaufen die meisten Griechen ihr Heizöl auf Kredit. Heizöl gibt es hier nur an Tankstellen zu kaufen. Diese warnen, dass sie selbst dies nicht mehr leisten können, wenn die Preise derart anzögen.

Wenn die das machen, dann kriegt der Hans-Werner Sinn doch noch Recht: "EU austerity policies risk civil war in Greece, warns top German economist Dr Sinn."

Der Sommer ist jetzt vorbei - und der Alltag kehrt zurück. Die Stimmung ist allgemein ziemlich gedrückt. Was schon mal auffällt: Die Albaner, die sonst hier immer an bestimmten Straßenecken standen (Tagelöhner), sind weg. Man sagt, sie gehen derzeit massenhaft nach Albanien zurück. Warum? Weil es auf dem Bau keine Arbeit mehr gibt (Rückgang Bautätigkeit 36 Prozent gegenüber Vorjahr) und die Griechen selbst wieder hinlangen. Was mich nur wundert: Dass die sogar noch vor der anstehenden Olivenernte gehen, wo wirklich jede Hand dringend gebraucht wird, lässt Schlimmes erahnen.

Die Arbeitslosenquote soll von offiziell derzeit 9,5 Prozent auf rund 20 Prozent im Januar steigen, nimmt man an. Satte Steigerung. Aber dafür haben wir ja wenigstens fast 6 Prozent Inflation gegenüber Vorjahr (sagen wir besser: Teuerungsrate).

Ab Januar soll die Mehrwertsteuer auf verschiedene Produkte nochmals angehoben werden. Auch wird noch immer rumort, bei den Beamten und den Rentnern solle noch mal was abgeknapst werden.

Gleichzeitig steckt Papandreou derzeit ziemlich viel Kritik ein. Sein Bonus ist verblasst. Morgen oder übermorgen soll er eine größere Kabinettsumbildung ankündigen, heißt es. Ob es dem Image hilft, das Personalkarrussell anzuwerfen, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall sagen die Griechen, er hätte seinen Schwung, seine Fähigkeit verloren, die Menschen mit zu nehmen, davon zu überzeugen, dass das, was sie derzeit durchmachen, nunmal nötig ist.

Keine gute Mischung.

Viele Grüße

Gaby
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Beitragvon martinsgarten » 08.09.2010 18:07

Der Testballon Griechenland ist wie erwartet geplatzt.
Steuern erhöhen, Löhne u.a. senken taugt nicht in einer auf Wachstum und Pump laufenden Wirtschaft.
Also für D nichht anwendbar.
Es wäre doch so schön gewesen, dass auch auf den dt. Michel anzuwenden.
Das mit dem SPAREN. :wink:
Das was hier zu sehen ist war für mich vorher klar.

WAS NUN EU ?

Griechenland doch raus aus den Euro ?


Die Welt: 07:44
Kein Aufatmen in Athen
In Griechenland verschärft sich die Wirtschaftskrise - Schon kehren Spekulationen über einen Staatsbankrott zurück
Von Florian Hassel

Berlin - Die Herbstmesse von Thessaloniki ist in Griechenland ein besonderes Ereignis: internationales Handelsforum und das Podium, auf dem führende Politiker Ideen oder Entscheidungen für den Kurs der Wirtschaft bekannt geben. Bereits vor einem Jahr war George Papandreou zu Gast. Wenige Wochen, bevor er zum neuen Regierungschef gewählt wurde, verkündete der damalige Oppositionsführer, in Griechenland sei unter seiner Regie für neue Wohltaten "das Geld vorhanden".

Doch wenn Papandreou am kommenden Freitag wieder zur Messeeröffnung in Thessaloniki spricht, muss der heutige Premier seine Landsleute stattdessen auf neue Einschnitte einschwören.
Schon in der Nacht zum Dienstag bildete Papandreou nach nicht einmal einem Jahr Regieren sein Kabinett um.
Wichtigste Neuerung:
Der als fähiger Mitorganisator der Olympischen Spiele 2004 bekannte, bisherige Polizeiminister Michalis Chrisochoides löst die glücklose Wirtschaftsministerin Louka Katseli ab.
Und Papandreous enger Vertrauter Haris Pampoukis soll künftig mehr Investitionen nach Griechenland holen. :lol:
Unerfüllt blieben indes Erwartungen, Papandreou werde sich zu einer durchgreifenden Erneuerung durchringen und etwa den hoch angesehenen Ex-Vizechef der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, zum neuen Wirtschaftszar machen.

Inhaltliche Korrekturen am wirtschaftlichen Kurs aber wird Papandreou wohl erst in Thessaloniki verkünden - wenn es sie denn in nennenswertem Umfang geben wird.
Denn hält sich die griechische Regierung an den Sanierungsvertrag, den sie im Mai als Bedingung für das im Mai vereinbarte 110-Milliarden-Euro-Kreditpaket mit den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) unterschrieben hat, ist sie bis Ende 2012 zu weiteren Einschnitten gezwungen.
Auch künftig erwarten die elf Millionen Griechen im besten Fall stagnierende Löhne und Renten, teils nochmals höhere Steuern und Abgaben.

Papandreous Mann für die Grausamkeiten, Finanzminister George Papaconstantinou, wird Griechenlands Rekorddefizit von 13,6 Prozent 2009 in diesem Jahr wohl tatsächlich auf die mit EU und IWF vereinbarten 8,1 Prozent drücken - was immer noch ein Rekordwert ist.
Doch schon das erste halbe Jahr des griechischen Sanierungsprogramms hat die Wirtschaft weiter in die Krise gestürzt.
Trotz Reformen und Steuererhöhungen steigen in Griechenland die Einnahmen nicht so, wie es die Regierung und die Sanierungsratgeber von EU und IWF als unverzichtbare Grundlage für die Gesundung der Athener Finanzen annahmen.

So sollte Griechenland die Staatseinnahmen in diesem Jahr um 13,7 Prozent steigern. Tatsächlich kletterten sie bisher nur um 2,8 Prozent, mit fallender Tendenz.
Weder die auf 23 Prozent erhöhte Mehrwertsteuer noch die dreimalige Erhöhung der Tabaksteuer, weder eine Sonderabgabe auf Unternehmensgewinne noch eine Amnestie auf Schwarzgeldzurückführung erfüllten die hohen Erwartungen auf mehr Steuern zahlende Griechen.

Die Kosten der Einschnitte für Wirtschaft und Gesellschaft sind hoch.
Schon jetzt haben griechische Haushalte nach gängigen Schätzungen rund ein Viertel ihres Einkommens eingebüßt.
Nur drei wirtschaftliche Parameter zeigen nach oben:
Inflation,
Arbeitslosigkeit und
Staatsverschuldung
.

So haben die Mehrwertsteuererhöhungen den Griechen mit 5,5 Prozent im August die höchste Inflation seit 13 Jahren beschert, was die Experten des IWF offenbar völlig überraschte.
Die Arbeitslosigkeit lag bei 12 Prozent - mit steigender Tendenz.
In Regionen wie Mazedonien oder Thrakien sollen schon jetzt knapp 16 Prozent der Menschen keine Arbeit haben.
Vertreter der Privatsektorgewerkschaft GSEE befürchten schon zum Jahresende 20 Prozent Arbeitslose. Selbst der IWF geht von einem Anstieg auf knapp 15 Prozent bis 2012 aus.

Mit anderen wirtschaftlichen Indikatoren geht es nicht auf-, sondern abwärts.
Die Immobilienpreise fallen;
die Industrieproduktion sinkt im dritten Jahr in Folge.
Auch das Einzelhandelsgeschäft bricht nun dramatisch ein
.

Dem Handelsverband ESEE zufolge sind die Athener Einzelhandelsumsätze im wichtigen Sommergeschäft im Vergleich zum ohnehin schwachen Krisenjahr 2009 nochmals um 25 bis 35 Prozent gefallen.
In den Regionen des Landes soll der Einbruch noch stärker sein - bis zu einem Umsatzrückgang von zwei Dritteln bei den Ladenbesitzern im Städtchen Serres im Norden Griechenlands.

In ganz Griechenland ist die Zahl aufgebender Geschäfte im vergangenen Jahr dem ESEE zufolge um knapp 15 Prozent nach oben geschnellt - mit weiter steigender Tendenz.
Im Zentrum von Athen haben, je nach Gegend, schon bis zu einem Viertel der Geschäfte zugemacht. Auch die Industrie- und Handelskammer der Hauptstadt ist wenig optimistisch gestimmt: Einer aktuellen Umfrage zufolge melden fast neun Zehntel aller Unternehmen Liquiditätsprobleme.

Die sich verstärkende Rezession ist umso kritischer, als das griechische Defizit und Athens Finanzbedarf in den nächsten Jahren immer noch gewaltig sind - viel höher als die 2011 und 2012 noch zur Verfügung stehenden 73 Mrd. Euro aus dem 110-Milliarden-Paket von EU und Internationalem Währungsfonds.
In einem wenig beachteten Anhang der Anfang August veröffentlichten letzten Bestandsaufnahme von EU und IWF listeten die Experten des griechischen Finanzministeriums und des IWF den Bruttokreditbedarf Athens bis Ende 2015 auf - und kamen auf knapp 260 Mrd. Euro.
Griechenlands Staatsverschuldung wird schon 2013 selbst bei optimistischen Annahmen über ein wiedereinsetzendes Wachstum auf einem Wert von 150 Prozent der Wirtschaftsleistung angelangt sein.

Investoren sind wieder zunehmend skeptisch: Griechenlands Risikoaufschlag im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen ist wieder bei 9 Prozent Mehrzinsen angelangt.

"Griechenland ist zahlungsunfähig", sagte Andrew Bosomworth, Fondsmanager bei der weltweit größten Rentenfondsgesellschaft Pimco, dem Wirtschaftsdienst Bloomberg.

Und Carl Weinberg vom einflussreichen Fachdienst High Frequency Economics hält einen griechischen Staatsbankrott nur für eine Frage der Zeit. "Wenn Griechenland sich dieses Jahr, mit einer Schuldenquote von nur 115 Prozent, kein Geld zu bezahlbaren Zinssätzen leihen kann - warum um Himmels willen sollte 2014 jemand bereit sein, Griechenland Geld zu leihen, wenn seine Schuldenquote irgendwo zwischen 149 und 180 Prozent seiner Wirtschaftsleistung liegen wird?"

Doch nicht nur ausländische Fachleute sind skeptisch. Auch Athens führende Zeitung "Kathimerini" stellte fest, dem Land drohe weiterhin der Bankrott. Premier Papandreou gab in der vergangenen Woche zu, die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit sei nicht gebannt. Und die Wochenzeitung "Athens News" spielte dieser Tage Szenarien für eine Umschuldung Griechenlands durch EU und Währungsfonds durch - etwa eine zwangsweise Verlängerung der Laufzeiten griechischer Staatsanleihen.

Um die Löcher in den Finanzen doch noch zu stopfen, ersinnt die Regierung in Athen immer neue Nothilfemaßnahmen. Schon liegt ein Gesetzentwurf im Parlament, der in Griechenland "einarmige Banditen" legalisieren wird und die Glücksspielsteuereinnahmen nach oben bringen soll. Steuerhinterziehern und Wirtschaftsverbrechern sollen allein in diesem Jahr Rekordstrafen von bis zu fünf Mrd. Euro aufgebrummt werden. Kandidaten dafür dürften etwa die Besitzer von 2500 Segeljachten sein, die ihre Schiffe als Firmentransportmittel deklarierten. Seit Montag läuft ein Wettbewerb des Finanzministers, bei dem Hobbyfilmer Ein-Minuten-Clips einreichen können, die mehr Griechen dazu bewegen sollen, Steuern zu zahlen. Und die millionenstarke griechische Diaspora in Deutschland, Kanada oder den USA soll bald die Möglichkeit bekommen, ihre Liebe zur alten Heimat mit dem Zeichen spezieller Anleihen zu beweisen. Ein schon im Frühjahr gestarteter ähnlicher Versuch blieb indes bislang ohne große Resonanz. Auf einem Solidaritätskonto, auf das Griechen Geld zur Begleichung der Staatsschulden einzahlen können, ist der Wasserstand bisher offenbar so niedrig, dass die Zentralbank sich weigert, ihn bekannt zu geben.

Auch ein Jahr nach dem Machtwechsel hat die Regierung Papandreou die Griechen nicht von ihrem Kurs überzeugt.
In einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts MRB Hellas antworteten 76 Prozent der Befragten, die griechische Wirtschaft werde sich nicht entscheidend verbessern.
69 Prozent der befragten Griechen glauben auch nicht daran, dass die Maßnahmen der Regierung für neues Wachstum sorgen. Einziger Trost für Papandreou: Die oppositionellen Konservativen kommen in den Umfragen auf noch schlechtere Vertrauenswerte.
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Beitragvon martinsgarten » 09.09.2010 18:02

Donnerstag, 9. September 2010
"Griechenland beschleunigt die Talfahrt"

Das griechische Drama zeigt die unglaubliche Inkompetenz der handelnden Akteure mit der die gravierenden Probleme angegangen werden. Die ergriffenen Maßnahmen verschlimmern die Situation und umschiffen die eigentlichen Probleme. Die Leistungsfähigkeit der griechischen Industrie ist erschreckend und die ungelösten Ungleichgewichte im Handel in der Eurozone können mit Rettungspaketen, historisch niedrigen Zinsen und einer weiter fortschreitenden Kreditfinanzierung gerade noch so übertüncht werden. Aber die realwirtschaftlichen Verwerfungen treten immer deutlicher zu Tage und der Tag der Abrechnung naht! Festzuhalten gilt auch, die griechischen Probleme stehen exemplarisch für Portugal, Irland, Spanien und Italien und sind eine ernsthafte Bedrohung für den Euro!
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Griechenland - Schuldenstand seit 2000.jpg
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Griechenland - Konsumausgaben - privat.jpg
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Beitragvon martinsgarten » 15.09.2010 08:43

Schon komisch die preise kann man nicht finden.
Habe mal gehört, das Super um die 1,60 kosten soll ?


Obergrenze bei den Benzinpreisen führt zu Protesten der Tankwarte
erschienen am 14.09.2010 um 14:02 Uhr
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Griechenland / Athen. Wegen einer Obergrenze bei den Benzinpreisen, die die Regierung am Montag zunächst für sieben Tage im Raum Attika festgelegt hat, um Wucherpreisen den Kampf anzusagen, legen einige Tankstestellenbesitzer am heutigen Dienstag ihre Arbeit nieder und lassen ihre Tankstellen geschlossen. Die Tankwarte verweisen darauf, dass der nun festgelegte Höchstpreis, für den sie ihr Benzin verkaufen dürfen, oft unter dem Preis liege, für den sie den Kraftstoff im Großhandel beziehen. Um das Problem zu lösen, beriet sich heute eine Delegation der Tankwarte mit dem Staatssekretär für Handel Stefanos Komninos. Dieser versprach, ihr Anliegen an den Minister für Wetterbewerbsfähigkeit Michalis Chrissochoidis weiterzuleiten. Voraussichtlich werden im Laufe des Tages noch weitere Gespräche stattfinden. (Griechenland Zeitung / eh)

© Griechenland Zeitung
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Beitragvon martinsgarten » 21.09.2010 18:35

Anleihen: Griechenland erhält Geld von Investoren
Erleichterung in Athen: Das hoch verschuldete Griechenland erhält weiter Kredit. Trotzdem sind Investoren misstrauisch.
Die Renditen für länger laufende Anleihen sinken zwar, befinden sich aber immer noch auf hohem Niveau.
Griechenlands Premier versichert: "Es wird keinen Zahlungsausfall geben".
Und er meint, dass liegt in seiner Hand ? :wink:

ATHEN, FRANKFURT. Das hochverschuldete Griechenland hat erneut den Markt für kurzlaufende Geldmarktpapiere getestet.
Die Hellenen begaben in 13 Wochen fällige Zinspapiere und mussten dafür erstmals weniger als vier Prozent Rendite zahlen, seit die anderen Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds dem Land Hilfskredite über 110 Mrd. Euro gewährt haben.

Misstrauisch sind Investoren aber nach wie vor bei länger laufenden griechischen Anleihen, wobei die Renditen auch dort gestern erneut sanken. Für zehnjährige griechische Anleihen liegen die Renditen aber weiter über elf Prozent.

Griechenlands Premier Giorgos Papandreou hatte am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg betont, dass er keine Gefahr eines Zahlungsausfalls seines Landes sehe.
Ähnlich hatte sich zuletzt vor Investoren auch Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantantinou geäußert.
Zum Zahlungsaufall werde es "nicht kommen", sagte Papandreou späten Montag in New York in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Da gab es mal eine Mauer, die sollte noch so ca. 100 Jahre stehen, sprach da mal einer, den meine Tochter (21 Jahre) nicht mehr kennt.

Ein Zahlungsausfall wäre eine Tragödie", meint der Premier.
"Das wäre falsch für die griechische Wirtschaft, falsch für die Wirtschaft Europas und würde am Ende alles nur noch verschlimmern."
Es gebe auch keine Überlegungen für eine Restrukturierung der griechischen Staatsschulden.
Die griechische Regierung liege bei der Haushaltskonsolidierung und den Strukturreformen im Plan.Ich hoffe der Plan ist besser als der von Egon :wink:

Egon hatte immer einen Plan

Egon ist fix + fertig

Nach Angaben des Finanzministeriums in Athen hat Griechenland in den ersten acht Monaten sein Haushaltsdefizit um 32,3 Prozent reduziert und damit die Vorgaben des Sparprogramms, das bis Ende August einen Defizitabbau um 26,5 Prozent vorsah, übertroffen. "Wenn alles gut geht, werden wir Ende 2011 wieder ein Wirtschaftswachstum sehen", sagte Papandreou in New York. In diesem Jahr wird die griechische Wirtschaft voraussichtlich um vier Prozent schrumpfen
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Beitragvon ist gegangen worden » 21.09.2010 20:41

Das ist ein schon abgehandeltes Thema,Griechenland.
Die Garantien für griechiesche Statsanleihen,das Volumen und die Laufzeiten sind doch bekannt.Das ist Teil des Hilfpacketes,das da erneut durch die Presse schwirrt.
Das ist nix neues für die Börse und spielt derzeitig keine Geige mehr.
Ich würde fast behaupten wollen,die Krise ist vorbei,weltweit.
Denn nur wenn es noch schlimmer käme,als es schon gekommen ist,wäre das,echtes Abwärtspotential.
Übrig ist hier und da noch ein Schnupfen ,wie in den USA.
75% der Weltwirtschaft brummt und das Rad wird nicht neu erfunden.
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Beitragvon martinsgarten » 21.09.2010 20:45

Mein lieber Mann - Jörg - siehst Du das locker.

siehst Du die Einschläge nicht ?

OK - G. ist im Moment gegessen, aber nicht vorbei
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Beitragvon ist gegangen worden » 21.09.2010 20:54

Wenn ich nur die Einschläge sehen würde und sonst alles andere vernachlässige,vernebelt mir das den Blick für alle anderen Richtungen.Z.B die,das die Indices stark abheben und gut laufen.Angeführt von diversen Rohstoffen.So geht das auch nun wieder weiter.
Ja,ich sehe das so locker wie das ist,die Welt geht gerade überhaupt nicht unter. :D
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Beitragvon ist gegangen worden » 21.09.2010 20:57

Dein Arthur Schopenhauer Zitat ist super gut. 8)
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Beitragvon martinsgarten » 21.09.2010 20:59

Ne die Welt geht nicht unter :lol:

NUR das Finanzsystem ist im Arsch

vielleicht hilft der Beitrag:


The Gold Report: Interview mit Bob Chapman


Dabei geht es mir nicht um das Gold, sondern um das darum herum.
Man tut ja was man kann, um zu helfen :wink:
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Beitragvon martinsgarten » 28.09.2010 13:30

Alles ROGER in Griechenland.
Man konsolidiert
Alles wird besser .... man muß nur warten können.
Der Spruch paßt hier wie der Ar... auf den Eimer
:lol:

Frage am Rande - hört man was davon in den Medien ?
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Griechenland - Streikauswirkungen2 27-09-2010.jpg
Griechenland - Streikauswirkungen2 27-09-2010.jpg (85.41 KiB) 35087-mal betrachtet
Griechenland - Streikauswirkungen 27-09-2010.jpg
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Beitragvon martinsgarten » 01.10.2010 08:35

Aktuelle Studie: DZ Bank hält Umschuldung in Griechenland für möglich
Nicht möglich - UNAUSWEICHLICH
Trotz des Rettungsschirms fürchten viele Anleger eine Umschuldung Griechenlands.
Eine aktuelle Untersuchung der genossenschaftlichen DZ Bank könnte der Skepsis neue Nahrung bieten.
von Yasmin Osman

FRANKFURT. Trotz des Rettungsschirms fürchten viele Anleger eine Umschuldung Griechenlands. Die genossenschaftliche DZ Bank gibt den Skeptikern in einer aktuellen Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, recht:
„Ob diese Anleihen schlussendlich zu 100 Prozent zurückgezahlt werden und dies zum vereinbarten Laufzeitende, ist aus unserer Sicht nicht sicher“, schreiben die Analysten mit Blick auf griechische Staatsanleihen.
Es ist so sicher wie das Ahmen in der Kirche, dass die Griechen NIE ihre Schulden zurückzahlen werden.
Das ist aber kein "Sonderfall" G., dass kann auch D nicht.
Auslaufende Anleihen + Zinsen müssen in allen Ländern refinanziert werden.
das + Zinsen wird früher oder später dem Kettenbrief das Genick brechen.


Zwar ist eine erfolgreiche Konsolidierung der Staatsfinanzen kombiniert mit der ordnungsgemäßen Rückzahlung aller ausstehenden Anleihen das „wahrscheinlichste Szenario“. Doch die Wahrscheinlichkeit dafür liegt nach Einschätzung der DZ Bank bei nur 50 Prozent.
Diese liegt bei NULL Prozent.
Ein halb Tot gibt es in diesem Fall nicht


Mit 45 Prozent fast ebenso wahrscheinlich sei, dass „Griechenland über eine geordnete Umschuldung von einem Teil seiner Schulden entlastet wird“. Eine solche Umschuldung könne über die Europäische Zentralbank (EZB) laufen: Die Notenbank oder eine andere EU-Institution könnte die Mehrheit der Griechen-Bonds aufkaufen und dann den Prozess vorantreiben.
Was heißt Mehrheit.
Die können nach heutigen Spielregel alles aufkaufen :lol: :lol:


Die DZ Bank geht davon aus, dass die EZB bislang etwa 40 Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen gekauft hat, was etwa 13 Prozent des Gesamtvolumens griechischer Staatsanleihen entsprechen würde. „Wir gehen davon aus, dass die Notenbank etwa 60 bis 90 Prozent der Anleihen aufkaufen könnte“, so die DZ Bank. ´
Siehe oben die können 100% aufkaufen - kein Problem. Das Problem liegt dann nur beim Vertrauen in den Euro.
Mit einer Mehrheit könnte die EZB oder eine andere EU-Institution an ihrer Stelle eine geordnete Umschuldung vorantreiben – entweder durch eine Teilentschuldung, einen sogenannten Haircut, durch eine Herabsetzung der Zinszahlungen oder eine spätere Rückzahlung.
Die machen sowieso, was sie wollen.
Das Wahlvolk hat das Maul zu halten.


Würden sich Griechenland und die EZB oder die EU auf eine Umschuldung einigen und diese für alle Gläubiger verbindlich machen, dann wäre dies aber ein Zahlungsausfall.
Ja das wäre so - na und ?
Um das zu vermeiden, zum Beispiel aus politischen Gründen, müsste sich die EU oder die EZB darauf beschränken, nur die in ihrem Besitz befindlichen Anleihen zu restrukturieren.

Einerseits würden die Lasten der Entschuldung Griechenlands dann alleine den europäischen Steuerzahlern zugemutet, andererseits gibt es auch Vorteile: „Dies sollte die Wahrscheinlichkeit eines möglichen Dominoeffektes in der Eurozone merklich verringern“, so die Analysten. Anders gesagt: die Ansteckungsgefahren für andere schwache EU-Länder und damit die Gefahr weiterer kostspieliger Rettungsaktionen wären dann geringer.
Ach ja ? :lol: :lol:
Politisch sei das zwar nur schwer durchsetzbar, aber nur so könne ein Dominoeffekt vermieden werden, der sich auf andere Euro-Länder erstreckt, so die DZ Bank.

Der richtige Zeitpunkt für eine Umschuldung ist nach Ansicht der Analysten frühestens im zweiten Halbjahr 2012 erreicht, also ein Jahr vor Auslaufen des aktuellen Rettungsschirms für das Land.
Dann werden die griechische Regierung und die Bevölkerung ihren Reformwillen unter Beweis gestellt haben.
Auf den Reformwillen der Griechen kann man sicher Wetten abschließen ?
Gibt es darauf schon Zertifikate :lol:
Also long oder short auf G.
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Beitragvon martinsgarten » 11.10.2010 18:57

Ich lache nur noch - obwohl es zum Heulen ist.
Man spielt ja im Moment wieder Friede, Freude, Eierkuchen.
Die Betreiber der Spielcasinos (vom Normalbürger auch Banken genannt),
werden das Eurobashing mit absoluter Sicherheit zu gegebener Zeit wieder für sich entdecken.
NUR SO VERDIENT MAN MIT WÄHRUNGEN GELD


Haushaltsdefizit: Griechenlands Schuldenberg größer als bisher bekannt

Die Defizitquote Griechenlands könnte nach Berechnungen von Eurostat steigen. IWF und EZB bringen längere Tilgungsfristen für Hilfskredite ins Gespräch. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sieht dennoch keine Gefahr für seine Sparziele.
von Gerd Höhler

ATHEN. Griechenland ist noch höher verschuldet als bisher offiziell bekannt und muss das Haushaltsdefizit für 2009 erneut nach oben korrigieren.
Seit Montag prüfen Experten der EU-Statistikbehörde Eurostat in Athen die Bücher.
Erneut gibt es Zweifel an der Zuverlässigkeit der von den Griechen vorgelegten Defizitdaten.
"Greek statistics" ist inzwischen in Brüssel ein geflügeltes Wort für geschönte Zahlen. Schon ein halbes Dutzend Mal hat Athen die Angaben zum Haushaltsdefizit 2009 korrigieren müssen: von 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf zuletzt 13,8 Prozent.

Aber auch das ist offenbar noch nicht die ganze Wahrheit.
Eurostat überprüft jetzt, ob die Defizite der griechischen Staatsbetriebe korrekt verbucht wurden.
Nach Informationen aus dem Ministerium könnte die Defizitquote dadurch auf 15,1 Prozent steigen.
Eine Korrektur steht auch bei der Staatsverschuldung an:
Die Brüsseler Prüfer wollen durchleuchten, ob die damalige konservative Regierung in den Jahren 2005 bis 2008 mit außerbörslichen Termingeschäften (Swaps) Schuldenkosmetik betrieben hat.
In Athener Finanzkreisen erwartet man eine Korrektur der Schuldenquote für 2009 von 115 auf 127 Prozent.

Finanzminister Papakonstantinou sagte, er könne die genannten Zahlen "weder bestätigen noch dementieren" und warte jetzt auf die Ergebnisse der Eurostat-Prüfung.
Die Finanzplanung 2010 und 2011 werde jedoch durch eine etwaige Revision "nicht aus dem Gleis geworfen".
Eine höhere Staatsverschuldung könnte aber die Kreditwürdigkeit des Landes weiter belasten. Schon jetzt ist Griechenland der am höchsten verschuldete Staat der Euro-Zone. Daraus resultieren die im Vergleich zu anderen Euro-Schuldenstaaten deutlich höheren Risikoprämien für griechische Staatsanleihen.

Vor diesem Hintergrund haben jetzt der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, und Lorenzo Bini Smaghi, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), verlängerte Tilgungspläne für die den Griechen gewährten Hilfskredite ins Spiel gebracht.
Da gibt es nichts zu tilgen - NIE UND NIMMER
Nach der im Mai zwischen Athen, dem IWF, der EZB und der EU getroffenen Vereinbarung soll Griechenland 2013 mit der Tilgung der auf fünf Jahre gewährten Kredite beginnen.
Daraus ergibt sich für die Jahre 2014 und 2015 ein Refinanzierungsbedarf von insgesamt 147 Mrd. Euro, was fast zwei Drittel des aktuellen BIP entspricht.
Eine Streckung der Tilgungen könnte diese Spitzen ausgleichen.

Konkrete Pläne für eine Laufzeitverlängerung der Hilfskredite gebe es aber zurzeit nicht, sagte eine IWF-Sprecherin in Washington.
Die Bundesregierung sprach sich gegen verlängerte Rückzahlungsfristen aus. Ein solcher Schritt sei "voreilig", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums der Agentur Bloomberg.
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Beitragvon martinsgarten » 15.10.2010 10:32

Griechenland:
Die Tücken der Tilgung
Griechenland hat sich mit den Hilfskrediten der internationalen Gemeinschaft übernommen.
Jetzt will Athen die Rückzahlungen strecken. Das weckt neue Zweifel.
von Gerd Höhler

Erst vor fünf Monaten haben EU und Internationaler Währungsfonds ihren Rettungsschirm für das hochverschuldete Griechenland aufgespannt, da gibt es bereits Kontroversen über die Konditionen der Milliardenhilfen, die das Land vor dem Staatsbankrott bewahren sollen.
IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn denkt laut über längere Tilgungsfristen der Hilfskredite nach, auch EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi kann sich eine solche Lösung vorstellen.
Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou bestätigt, es gebe "Diskussionen". Papakonstantinou habe das Thema bereits vergangenen Monat mit Strauss-Kahn, aber auch mit der französischen Finanzministerin Christine Lagarde und mit Wolfgang Schäuble erörtert, heißt es in Athen.

In Berlin scheint der Grieche allerdings auf Ablehnung gestoßen zu sein: "Wir befürworten verlängerte Rückzahlungskonditionen nicht", heißt es jetzt im Bundesfinanzministerium, die Debatte sei "voreilig".
Das ist sie in der Tat. Aber das Thema kommt jetzt nicht grundlos auf die Tagesordnung. Die Griechen haben sich nämlich mit den Hilfskrediten übernommen.

Zwischen Mai 2010 und April 2013 soll Griechenland Darlehen von insgesamt 110 Mrd. Euro erhalten, 80 Mrd. von der EU, 30 Mrd. vom IWF. Die Kredite werden in vierteljährlichen Tranchen ausgezahlt, deren Gewährung an die Umsetzung konkreter Spar- und Reformvorgaben geknüpft ist. Die Rückzahlung der Tranchen beginnt nach drei tilgungsfreien Jahren und erfolgt in acht Raten über zwei Jahre.

Dieser Tilgungsplan hat allerdings Tücken.
So müssen die Griechen im Jahre 2014 für fällige Anleihen, Geldmarktpapiere und die Rückzahlung der Hilfskredite 70,7 Mrd. Euro aufbringen.
Im Jahr 2015 müssen nach heutigem Stand sogar Schulden von 76,6 Mrd. abgelöst werden.

Damit beläuft sich der Refinanzierungsbedarf dieser beiden Jahre auf rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts. Das kann nicht gutgehen. Deshalb wird bereits seit Wochen hinter den Kulissen darüber beratschlagt, wie man die Spitzen des Tilgungsprofils in den Jahren 2014 und 2015 kappen kann. Zur Debatte stehen verschiedene Modelle. Man könnte die tilgungsfreien Jahre von drei auf fünf verlängern, die Rückzahlung über drei oder mehr Jahre strecken oder beides kombinieren.

Solche Korrekturen der Tilgungspläne sind beim IWF gängige Praxis.
Zu einem Politikum könnten sie aber im Fall Griechenland werden, weil die Tinte auf den Kreditverträgen kaum getrocknet ist und das Land trotz der Hilfsgelder noch keineswegs über den Berg ist. Man fragt sich, warum die Tilgungsprobleme niemandem aufgefallen sind, als im Frühjahr das Hilfspaket geschnürt wurde. Wurde unsauber gearbeitet? Oder hat man das Problem bewusst aufgeschoben?

Dass nun schon über Nachbesserungen beratschlagt wird, ist jedenfalls misslich. Denn in der öffentlichen Diskussion könnte der Eindruck entstehen, den Griechen stehe das Wasser bereits wieder bis zum Hals. Finanzminister Papakonstantinou hat deshalb recht, wenn er jetzt unterstreicht, eine Vereinbarung über gestreckte Tilgungsfristen müsse "zum richtigen Zeitpunkt getroffen werden, als Anerkennung unserer Bemühungen".

Zwar trägt das griechische Konsolidierungsprogramm erste Früchte. Auch die Stimmung an den Kapitalmärkten hellt sich etwas auf, wie an der erfolgreichen Kapitalerhöhung der National Bank of Greece und der ebenfalls stark überzeichneten gestrigen Auktion griechischer Geldmarktpapiere abzulesen ist. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh. Der griechischen Regierung kann deshalb nicht daran gelegen sein, jetzt eine breite Diskussion über eine Revision der Kreditkonditionen zu führen.

Diese Debatte muss zwangsläufig zu politischen Kontroversen führen, weil neben dem IWF auch die Euro-Länder involviert sind. Eine Verlängerung der Kredite müsste von den nationalen Parlamenten der Gläubigerstaaten ratifiziert werden. Das Beispiel der Slowakei, die sich nachträglich der Teilnahme an der Griechenlandhilfe entzog, lässt ahnen, dass es dabei zu Problemen kommen könnte.

Alle wären deshalb gut beraten, die Debatte über die griechischen Kreditkonditionen jetzt möglichst rasch zu beenden und erst dann wieder auf die Tagesordnung zu bringen, wenn eine Entscheidung ansteht. Vor dem Jahr 2012 ist jedenfalls kein Handlungsbedarf zu erkennen.
Bis dahin hat Griechenland die Chance, weitere Erfolge bei der Haushaltskonsolidierung und den Strukturreformen vorzuweisen.
Das wird die Entscheidung erleichtern.

Übrigens: Aus Sicht der Gläubiger spräche eigentlich nichts gegen eine spätere Rückzahlung der Kredite. Denn sie verdienen gut an den Hilfskrediten.
So braucht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble aktuell den Anlegern für fünfjährige Anleihen nur 1,75 Prozent Zinsen zu zahlen.
Das Geld kann er an die Griechen weiterreichen, die ihm dafür rund fünf Prozent Zinsen überweisen. Kein schlechtes Geschäft
.
Wieder die typische Denke - "Zinserträge" :lol: :lol:
Nur wo kommen die Zinsen her ?
Man nimmt das Geld aus D und bezahlt damit die Zinsen an D - Lächerlich.
Je höher die Zinsen, die die Griechen zahlen müssen, umso früher geht dort das Licht aus.
Die Forderungen steigen und steigen
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Beitragvon oegeat » 24.10.2010 15:04

22.10.10|EU verzweifelt am griechischen SchuldenbergKeiner weiß genau, wie hoch die Schulden Griechenlands sind. Statistiker zweifeln an den griechischen Daten. Ständig tauchen neue Löcher auf.
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Beitragvon martinsgarten » 29.10.2010 08:42

.........Die US-Ökonomen planten nicht voraus, zu einer Zeit, in der die chinesische Regierung Ersparnisse in Höhe von 2,5 Billionen $ anlegte, die mit über 800 Milliarden Dollar in US-Staatanleihen angelegt wurden.
Und plötzlich ist China ein Währungsmanipulator.
Aber die enormen, von der US-Regierung und ihrem Partner US-Fed verordneten Monetisierungsinitiativen, bei denen 1,5 Billionen $ frisch gedrucktes Geld zur Stützung von Anleihen aus den USA eingesetzt werden (die kaum ein ausländischer Gläubiger wollte) - diese Maßnahmen sind höchst manipulativ für Währungen!!

Die Wall-Street-Maestros haben Benzin ins Währungsfeuer gekippt, und was fehlt ist multilaterale Zustimmung durch die Gläubiger der USA.
Sie wurden nie konsultiert, als es um monetäre Inflation, Schuldenmonetisierung und Austeritätsmaßnahmen ging.
Die Vereinigten Staaten handeln einseitig mit großen Privilegien, und gleichzeitig behaupten sie, sie hätten eine Art bessere Mission, mit der sie die Welt übervorteilen könnten.
Die Chinesen haben allem Anschein nach den Plan, ihre US-Dollars in Euros einzuwechseln, indem sie die griechische Hintertür benutzen.
Auf sozialer Ebene haben die Griechen schon immer Hintertüren bevorzugt, ob nun zur Steuerflucht oder zur Aufrechterhaltung bestimmter Orientierungen.

Eine meiner Quellen, ein gut positionierter Banker in Europa, gab seine Meinung dazu preis. Jackass wusste von chinesischen Appetithäppchen, was die Ankäufe griechischer Staatsschulden angeht.
Hinter der Initiative stand jedoch das clevere Motiv einer weiterführenden Nutzung. Die Unterstützer des Deutschen Euros wurden auf dem falschen Fuß erwischt, zu unaufmerksam, um die Tür zu bewachen.
Als die Europäischen Zentralbank und die EU-Führer verhinderten, dass es in Südeuropa zu einem Zahlungsausfall staatlicher Schulden kommt, haben sie sich auf einen Weg der Angreifbarkeit begeben, der sich möglicherweise bald schon zu einer Autobahn ausweiten wird.

Die Bankerquelle schrieb: ´
"Nachdem sie de facto Griechenland gekauft haben, sind die Chinesen quasi Mitglieder des Eurosystems, oder Griechenland ist ein Mitglied zweier Währungssysteme, das nach Wunsch benutzt werden kann.
China wird also jetzt seine US-Staatsanleihen benutzen, um Euros zu kaufen, die wiederum benutzt werden, um griechische Staatsanleihen zu kaufen.
Für diese Anleihen garantiert Deutschland.
Das ist sehr clever, und keiner sah diese Doppelnutzung des Systems voraus, mit Ausnahme einiger sehr schlauer Menschen.
Die Politiker in Berlin und Banker in Frankfurt waren wieder einmal am Steuer eingeschlafen und werden einen hohen Preis dafür zu zahlen haben."

All das reicht noch tiefer.
Griechenland stimmte zu, sich bei der EU für die Anerkennung Chinas als volle Marktwirtschaft stark zu machen; die Chinesen stimmten zu, die Bitte Griechenlands um UN-Vermittlung im Fall Zypern zu unterstützen.
Die griechischen Rauschgiftrouten zu den US-geführten Nato-Basen werden weiterhin bestehen bleiben.

Die Chinesen haben im Grunde ein Dollar-Swap-Fenster geschaffen, ein zugegebenermaßen kleines.

Es wird mit der Zeit wachsen.

Stellen Sie sich kurz ein staatliches Programm in den USA vor, das mit bestimmten Intentionen auf den Weg gebracht wurde.
Im Verlaufe der Monate und Jahre wird das Programm gefördert, es wächst und erstreckt sich über seinen eigentlichen Auftrag hinaus.
Dann gedeiht es zu einer gewaltigen, bürokratischen Kreatur, gewissermaßen ein Monster. Versuche, es in die Schranken zu weisen, scheitern, und es erhält noch dickere Budgets und mehr Verantwortung. Jeder fragt sich, wie das passieren konnte.
Übertragen Sie jetzt diesen Ausreißergedanken auf den Entwicklungsprozess des griechischen Dollar-Swap-Fensters.

Die Europäer öffneten den Chinesen eifrig das Fenster, durch das die Chinesen Geld in griechische Staatsanleihen investieren konnten, was die europäischen Nationen nicht zugeben wollen.
China hat also jetzt eine kleine Pipeline, in die man US-Staatanleihen schaufeln kann, um sie in Euros zu verwandeln (mit voller Absegnung und Genehmigung der Europäischen Zentralbank) und um sich einen Anteil an Griechenland zu kaufen.

Peking würde sich keinen großen Drachenzeh um griechische Probleme sorgen. Sie wollten ein Fenster, um US-Dollars loszuwerden.

Beobachten Sie, was als nächstes kommt - machen Sie also etwas, das US-Ökonomen niemals ohne Zerrlinsen und verlogene Motive können.
Die Chinesen könnten möglicherweise in spanische Schulden investieren, in ein paar portugiesische Staatsschulden, später in ein paar italienische Staatsschulden und sogar in ein paar französische Staatsschulden.
Man beachte die Zinsen dieser Länder im Vergleich zu US-Anleihen !!! ... und das gepaart mit einer D-Ausfallbürgschaft :lol: :lol:

Lassen wir Irland außen vor, ein hoffnungsloser Fall - zu ungeschickt und albern auf der Grünen Insel. Sie übernahmen den selbstmörderischen Austeritätsplan des IWF und befinden sich auf dem Crashkurs in den Mülleimer. Die Rettung ihrer Großbanken wird die Nation umkippen lassen und zum systemischen Scheitern führen.

China hat also einen cleveren Hintereingang über das Dollar-Swap-Fenster gefunden. Auf dem Glas steht bisher nur ein griechischer Schriftzug und griechische Laster in den Häfen.
Bald werden die südländischen Schulden angrenzende Fenster öffnen, die dann insgesamt einen erweiterten Dollar-Swap-Fensterkomplex ergeben. Die US-Fed und das US-Finanzministerium waren bei den Planungen zu diesem Projekt nicht eingeladen.

Der springende Punkt wird in Zukunft nicht der Umfang der europäischen Staatsschulden sein, die durch China gedeckt sind (wenn auch mit Abschlag bei implizierten Abschreibungen).
Der springende Punkt ist die breitere Nutzung des Fensters.
Achten Sie darauf, wie man den Chinesen schließlich vorwerfen wird, sie würden weitaus mehr US-Staatanleihen durch dieses Fenster tauschen, als griechischen Staatsschulden (oder Staatsschulden anderer Länder) gekauft wurden. Die Chinesen werden alles daran setzen, so viele US-Staatsanleihen wie möglich loszuwerden, bevor das Fenster von Goldman Sachs...ähhm...von der US-Regierung geschlossen wird. In der Zwischenzeit stieg die europäische Währung und erreichte vor zwei Wochen 141 pro US-Spielgeldeinheit.
Das ist schon ein ziemlich beeindruckender Anstieg von 127 Anfang Dezember. Die europäischen Fundamentaldaten rechtfertigen keine solch große Bewegung von 11%.
Bei 140 ist der Wechselkurs immer noch hochfliegend.
Sollten die Chinesen die Nutzung ihres cleveren neuen Dollar-Swap-Fensters ausweiten, könnte der Euro auf 150 steigen.
Das ist der hohe Preis, den die EZB und die EU-Führer zahlen müssen, weil sie den Ausfall griechischer Staatsschulden nicht zuließen.
Die Politik der offenen Tür mit China hat den Weg zu einer Hintertür eröffnet!!!

Gesamt+Quelle
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Beitragvon oegeat » 02.11.2010 12:05

Neue Dokumente setzen Hans Eichel unter Druck

Hans Eichel (SPD) droht wegen des Euro-Beitritts Griechenlands Ärger. Der Ex-Finanzminister soll damals Kritiker mundtot gemacht haben.
Bild
Der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) gerät wegen seiner Rolle beim Euro-Beitritt Griechenlands durch bislang unbekannte Dokumente unter Druck. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf einen dem Blatt vorliegenden Brief von Eichel an den ehemaligen Bundesbankvorstand Ernst Welteke.Danach soll Eichel kurz vor dem Euro-Beitritt Griechenlands im Jahr 2000 Druck auf die Bundesbank ausgeübt haben, um Kritiker des Beitritts mundtot zu machen. Politiker................

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Beitragvon martinsgarten » 02.11.2010 12:49

Das Würsten hat die Forderungen der Großkonzerne umgesetzt.
Keiner hat so profitiert wie die


siehe Ex- und Importstatistik von hier

Nur was hat es uns gebracht ?
Exportüberschüße und Forderungen ohne Ende gegenüber Europa und den Rest der Welt, die D ABSCHREIBEN KANN.
Und wer nicht in einem Exportbetrieb arbeitet, den kommen die Tränen, wenn er seinen Lohnzettel sieht.
Gerade in unserer Wurstpresse gelesen:
Einstiegslohn Hotel + Gaststätten 1071 BOOOOH !
Da hat man ja ca. satte 850 Netto mit der Steuerklasse 5
Davon gehen dann noch die Autokosten ab - man fährt hier täglich ca. 80- 100 km zur Arbeit (Insel Rügen)
+5% nach "harten Tarifkampf" :lol: :lol:
Das Ergebnis hat man hier in McPomm - kein Personal.
Die Leute rennen weg.
Dateianhänge
Ex- und Import seit 1991.jpg
Ex- und Import seit 1991.jpg (59.12 KiB) 34882-mal betrachtet
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Beitragvon martinsgarten » 02.11.2010 18:36

man spart sich in die Hölle.
Ohne richtig Schulden machen läuft nichts mehr.
Und das gilt nicht nur für Griechenland.
Das System braucht immer mehr Schulden zum "überleben"


Steuereinnahmen bleiben hinter Erwartungen zurück
erschienen am 02.11.2010 um 14:04 Uhr
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Griechenland / Athen. Die Einnahmen der griechischen Staatskassen sind um mehr als 2 Milliarden Euro defizitär – das noch nicht veröffentlichte Defizit von 2009 ist dabei noch nicht berechnet.
Die Einnahmen des Oktobers sind nur leicht gestiegen.
Der Staat erhofft sich nun bis Ende des Jahres größere Einnahmen vor allem durch die fälligen Kraftfahrzeugsteuern.
Ein neues Gesetz, das eine einmalige Zahlung für offene Steuerfälle vorsieht, die sogenannte Peräosi, hat bisher die Erwartungen für erhoffte Einnahmen nicht erfüllt. Die Leiter der 24 Finanzämter haben deshalb heute den Auftrag erhalten, jene 100 Steuerzahler in ihren Ämtern aufzulisten, die die meisten Steuern schulden. (Griechenland Zeitung / eh)

© Griechenland Zeitung
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