Erinnerungen an mein Leben – Gaddafis Testament

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Erinnerungen an mein Leben – Gaddafis Testament

Beitragvon oegeat » 25.10.2011 09:57

Die Aufständischen in Libyen und die sie unterstützenden Weltmächte haben nun also ihr Ziel erreicht: Muammar al-Gaddafi ist tot und damit wohl der letzte Widerstand seiner Getreuen gebrochen. Die recht merkwürdige Koalition seiner Gegner kann sich nun daran machen, Macht (und Geld?) im Staat neu aufzuteilen. Überraschend schnell wurde ausgerechnet, dass Gaddafi ein Privatvermögen von mehr als 200 Milliarden Dollar angehäuft haben soll, was ihn zum „habgierigsten Machthaber der Welt“ machen würde. Trotzdem ging es den libyschen Bürgern unter seiner Regentschaft so gut wie nirgendwo sonst in Afrika – ein Umstand, den der Revolutionsführer auch in seinem politischen Testament besonders betont.

**************************
Oberst Muammar Gaddafi, der Führer der Revolution. – 5. April 2011.
Im Namen Allahs, des Wohltätigen, des Barmherzigen.

Während 40 Jahren, oder waren es mehr, ich erinnere mich nicht, tat ich alles, um den Leuten Behausungen, Spitäler, Schulen und, wenn sie hungrig waren, Nahrung zu geben. In Benghazi machte ich sogar Agrarland aus der Wüste, ich setzte mich gegen die Angriffe von diesem Cowboy Reagan durch, als er meine adoptierte verwaiste Tochter tötete. Er hatte versucht, mich zu töten. Stattdessen tötete er dieses arme unschuldige Kind. Dann half ich meinen Brüdern und Schwestern in Afrika mit Geld für die Afrikanische Union.

Ich tat alles was ich konnte, um den Leuten zu helfen, das Konzept wahrer Demokratie zu verstehen, in der Volksausschüsse unser Land führen. Aber, wie mir gesagt wurde, war dies alles nicht genug. Sogar Menschen, die Häuser mit zehn Zimmern hatten, neue Anzüge und neue Möbel, waren niemals zufrieden. Selbstsüchtig wie sie waren, wollten sie mehr. Amerikanern und anderen Besuchern erzählten sie, dass sie „Demokratie“ und „Freiheit“ bräuchten, ohne zu erkennen, dass es sich dabei um ein Halsabschneider-System handelt, in dem der größte Hund den Rest auffrisst. Doch sie waren von diesen Worten verzaubert, ohne zu erkennen, dass es in Amerika keine kostenlose Medizin gab, keine kostenlosen Spitäler, keine kostenlosen Häuser, keine kostenlose Ausbildung und keine kostenlose Nahrung, von Leuten die bettelten abgesehen oder den langen Schlangen für einen Teller Suppe.

Nein, was immer ich auch tat, für Einige war es nie genug. Doch Andere, die wussten, dass ich der Sohn von Gamal Abdel Nasser war, der einzige wahre arabische und muslimische Führer, den wir seit Saladin hatten. Als er den Suez-Kanal für sein Volk beanspruchte, so wie ich Libyen für mein Volk beanspruchte, waren es seine Fußspuren, denen ich zu folgen versuchte, um mein Volk vor Kolonialherrschaft zu schützen – vor Dieben, die von uns stehlen würden.

Nun stehe ich unter dem Angriff der größten Macht in der Militärgeschichte. Mein kleiner afrikanischer Sohn Obama möchte mich töten, um unserem Land die Freiheit zu nehmen, um uns unsere kostenlosen Behausungen zu nehmen, unsere kostenlose Medizin, kostenlose Ausbildung, kostenlose Nahrung, um es durch Diebstahl im amerikanischen Stil zu ersetzen, der „Kapitalismus“ genannt wird. Doch alle von uns in der Dritten Welt wissen, was das bedeutet. Es bedeutet, dass Konzerne das Land führen, die Welt führen, und dass die Menschen leiden. Somit gibt es keine Alternative für mich. Ich muss meinen Platz einnehmen. Und wenn Allah es wünscht, werde ich sterben, indem ich seinem Pfad folge, jenen Pfad, der unser Land reich an Agrarland sowie mit Nahrung und Gesundheit gemacht hat, und uns sogar erlaubt, unseren afrikanischen und arabischen Brüdern zu helfen, indem sie hier mit uns arbeiteten, in der libyschen Volksrepublik.

Es ist nicht mein Wunsch, zu sterben. Doch wenn es so weit kommen sollte, um dieses Land zu retten, mein Volk, all die Tausende, die meine Kinder sind, dann möge es geschehen.

Soll dieses mein Testament meine Stimme an die Welt sein, dass ich mich gegen die Kreuzzugsattacken der NATO erhoben habe, erhoben gegen Brutalität, erhoben gegen Verrat, erhoben gegen den Westen mit seinen kolonialistischen Ambitionen; Und dass ich auf der Seite meiner afrikanischen Brüder stand, auf der Seite meiner arabischen und muslimischen Brüder wie eine Lichtsäule. Während andere sich Schlösser errichteten, lebte ich in einem bescheidenen Haus und in einem Zelt. Niemals habe ich meine Jugend in Sirte vergessen. Ich habe unser Volksvermögen nicht töricht verschwendet. Und so wie Saladin, unser Muslim-Führer, der Jerusalem für den Islam errettete, nahm ich wenig für mich selbst ...

Im Westen haben mich Einige als „geisteskrank“ oder „verrückt“ bezeichnet, doch sie wissen die Wahrheit und lügen trotzdem weiter. Sie wissen, unser Land ist unabhängig und frei, nicht in der Zange der Kolonialisten, dass meine Vision, mein Pfad, verständlich ist und war und im Sinne meines Volkes. Und dass ich bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen werde, um uns frei zu erhalten. Möge Allah der Allmächtige uns helfen, gläubig und frei zu bleiben.
Oberst Muammar Gaddafi, 5. April 2011


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Beitragvon martinsgarten » 21.10.2012 09:45

Das Interview mit Gerald Celente vom 10. Oktober 2012 in deutscher Übersetzung

MICHAEL: Aus diesem Grund bezeichnest du das Ganze ja auch als Präsidenten-Reality-Show. Aber, wenn wir schon über die amerikanische Präsidentschaftswahl reden, dann müssen wir auch über die andauernden Kämpfe in Syrien reden, über die Kriegstrommeln, die Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im Zusammenhang mit dem Iran in den letzten Wochen gerührt hat, was ja nun wirklich komisch so kurz vor den Wahlen ist. Und über die andauernden Kriege, an denen die USA und die NATO beteiligt sind, aber auch, um das Ganze mal abzurunden, die Ermordung des US-amerikanischen Botschafters in Libyen. Ich vermute mal, Gerald, dass du dazu eine Menge zu sagen hast, stimmt’s?

GERALD: Nun, in einem unserer früheren Trends Journals, genauer gesagt in der Frühling-Ausgabe 2011, haben wir bereits über den ersten großen Krieg des 21. Jahrhunderts geschrieben.
Krieg gibt es bereits, die Menschen warten nur darauf, dass ein Krisenherd sich zu noch etwas Größerem entwickelt.
Das ist wie wenn Schulkinder behaupten, dass der erste Weltkrieg mit der Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo begonnen hat. Damals, genau wie heute, hatte die ganze Sache schon längst begonnen, und zwar mit einem Haufen psychotischer Leute, die ihre Nationen in den Krieg geführt haben, den aussichtslosesten Krieg der neuesten Geschichte.
Und welche Rückschlüsse können wir daraus ziehen?
Es gibt Krieg in Syrien, es gibt Krieg in Libyen, ein wundervoller Krieg, den unsere wundervollen Politiker unterstützen, ihr in Deutschland übrigens auch. Sie gehen dorthin und stürzen Gadaffi.
Gadaffi hat niemandem etwas getan. Sein Land war das reichste Land in Nordafrika und die Leute, die zu den reichsten in Nordafrika gehören, leben, so wie ich informiert bin, dort in Libyen.
Aber, das Wichtigste von allem ist doch, dass uns das überhaupt nichts angeht.
Und dann kommt jemand und sagt: Ich mag nicht, wie du dein Land regierst, wir kommen jetzt rüber und ändern das, weil wir der Meinung sind, dass wir das besser können
.
Nun ja, es hatte wie immer mit Öl zu tun.
Das Gleiche ist im Irak passiert.
Kannst du dir wirklich vorstellen, dass sich irgendjemand für den Irak interessieren würde, wenn das Land nicht auf einer der größten Ölreserven der Welt sitzen würde?

Das ist auch der Fall in Syrien, mit seinem leichten Rohöl, eines der hochwertigsten auf dem ganzen Planeten.
Wir haben jetzt also Bürgerkrieg in Libyen und Bürgerkrieg in Syrien, und wieder einmal steht die NATO dahinter, genau wie die sogenannte ‚Arabische Liga’, oder, wie ich sie nenne ‚die kleine Arabische Liga’ mit ihren Diktatoren, die diese Länder noch zusätzlich destabilisieren. Außerdem gibt es Chaos in Ägypten, und die Probleme werden auch nicht dadurch gelöst, dass die Muslimbrüder an der Macht sind.
Eine ganze Menge Leute sagen – wir haben auch im Trends Journal darüber geschrieben – dass es sich hier nur um einen anderen Arm des Militärs handelt. Das Gleiche passiert in Tunesien. Die Menschen, die für die Revolution gekämpft haben, also, diejenigen, die die Revolutionen in beiden Ländern begonnen haben, haben weder in der Regierung des einen noch in der des anderen Landes das Sagen, die Muslimbrüder haben in beiden Ländern übernommen.
Wir haben es also mit einer Destabilisierung zu tun, es kommt immer wieder zu Aufständen. Und dann geh mal weiter, nach Europa. Schau dir doch mal an, was in Europa passiert, in Griechenland zum Beispiel, da gibt es Chaos beinahe jeden Tag. Aufstände in Spanien. Millionen von Menschen gehen auf die Straßen, es wird von Abspaltungsbewegungen geredet. Und das geht auch in Portugal jetzt so weiter. Überall, auf der ganzen Welt. Es ist immer das Gleiche, was da so passiert, nur dass es sich um unterschiedliche Variationen von ein und demselben Thema handelt. Oh, fast hätte ich vergessen den Jemen und Bahrein zu erwähnen, und natürlich den größten Teil von Afrika. Momentan haben wir es mit Streiks überall in Südafrika zu tun. Wir stehen also vor einem Zusammenbruch, der erste große Krieg des 21. Jahrhunderts hat bereits begonnen. Wir haben es mit einem Klassenkampf zu tun, das ist die wirkliche Ursache. Klassenkämpfe, aber auch Kolonialkriege, die in andere Länder vorstoßen und dort die wertvollen natürlichen Ressourcen stehlen. Wir haben über Libyen und die Ermordung des Botschafters im Konsulat geschrieben. Wenn man sich diese Angelegenheit anschaut und sie tatsächlich versteht, dann sieht man, dass diese Sache überhaupt nichts mit diesem verrückten Mohamed-Film zu tun hat. Nein, es hängt mit unserer Außenpolitik zusammen. In allen Berichten, die man dazu sehen kann, sind es die Islamisten gewesen. Es war dies oder irgendwas anderes. Kann nicht irgendjemand mal sagen, dass es vielleicht auch Gadaffi-Anhänger gewesen sein könnten, die einfach nicht damit einverstanden sind, was dort abgeht? Wir haben also ein Europa, das den Nahen Osten destabilisiert, und Israel, das jetzt davon spricht, in den Iran einmarschieren zu wollen. Wir stehen am Rande des ersten großen Kriegs dieses 21. Jahrhunderts, denn der Iran wird, wenn er angegriffen wird, der Flashpoint, also der Ausgangspunkt für den dritten Weltkrieg sein.
......................

MICHAEL: Gerald, letzte Frage. Wir haben uns letzte Woche darüber unterhalten, dass du dein Geld von MF Global immer noch nicht hast. Hat sich da was geändert?

GERALD: Nein, weil Amerika mittlerweile zu einem faschistischen Land geworden ist. Das ist die einzige Strafe, die sie für die kleinen Leute haben. Die Banker sind diejenigen, die das Land regieren.
Jon Corzine, der frühere Leiter der Goldman Sachs-Gang, der frühere Senator und frühere Gouverneur von New Jersey, wurde bisher noch nicht einmal angeklagt.
Er kann die 1,6 Milliarden Dollar einfach nicht finden.
Ich möchte mal gerne wissen, wo die sind
.
Er hat mein Geld gestohlen, wirtschaftlich getrennte Gelder [segregated funds] abgezweigt. Und ich hatte das Geld auf meinem Konto, um Gold zu kaufen, habe es aber verloren.

MICHAEL: Das ist etwas, was wir leider nur zu oft sehen. Erst war es MF Global, dann PFG Best und es sieht fast so aus, als ob man kalkuliert, wie viele Millionen Du als Strafe im Vergleich zu zahlen hast, um dir ein paar Milliarden zuvor einzuverleiben. Wahrscheinlich ist das das neue Spiel. Hoffentlich wird sich das ändern. Gerald, wir freuen uns, dich in München sehen zu dürfen und dort von dir zu hören. Ich danke dir für das heutige Interview.
Das war Gerald Celente, Direktor des Trend Research Institute und Herausgeber des Trends Journal. Vielen Dank, Gerald.

Gerald: Ich danke dir, Michael.


das gesamte Interview - hier
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Beitragvon kaalexs » 21.10.2012 15:34

Kannst du dir wirklich vorstellen, dass sich irgendjemand für den Irak interessieren würde, wenn das Land nicht auf einer der größten Ölreserven der Welt sitzen würde?

was hat afganistan zu bitten!
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Beitragvon martinsgarten » 21.10.2012 16:34

es ist sicher die geostrategische Lage !

Und diese spielt aus meiner Sicht auch eine Rolle, warum Europa Griechenland nicht fallen läßt.
Der Russe bekäme unkontrollierten Zugang zum Mittelmeer


Was will "Der Westen" in AfPak (Afghanistan+Pakistan)? Spekulationen
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Re: Erinnerungen an mein Leben – Gaddafis Testament

Beitragvon oegeat » 28.12.2016 11:48

Der große von Menschenhand geschaffene Fluss Gaddafis: Was ist damit passiert?

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