Branchenfonds-Problematik

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Branchenfonds-Problematik

Beitragvon schneller euro » 10.07.2005 09:31

Meiner Einschätzung nach verliert die Mehrheit der Anleger mit der Investition in gerade aktuell "heiße" Branchen-, Themen- oder Regionenfonds wesentlich mehr Geld, als daß Sie damit gewinnt.
Zu diesem Thema habe ich gerade einen hochinteressanten Artikel bei Morningstar gefunden (s.u.).
Im Vornhinein kurz die beiden wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:
1) Geduld: wenn es wirklich ein Megatrend ist, dann sollte der Anlagehorizont einige Jahre betragen und nicht der Fonds bereits nach den ersten Kursrückgängen gleich wieder verkauft werden.
2) Nicht Fonds mit den aktuellen Modethemen kaufen, sondern Branchen und Regionen mit langfristigen Perspektiven, die gerade nicht "in" sind
In diesem Sinne z.B.: je 3% Depotanteil investieren in Biotech, New Energy, Internet, Nanotech, BRIC. Dann ca. einmal im Jahr nachschauen, ob der jeweilige Fonds noch gut plaziert ist im Vgl. zu seiner Peergroup, ansonsten auswechseln. Und nach ca. 10 Jahren dann die (guten) Gewinne mitnehmen!? :D

"In Branchenfonds investieren
Russel Kinnel | 2005-05-11
Nichts einfacher als in Branchenfonds zu investieren – könnte man meinen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich Anleger mit dieser Art Fonds schwer tun: Angefangen vom schlechtem Timing bis zur konkreten Auswahl, die meist zu Wünschen übrig ließ.
Was ist der Grund dafür? Um dies zu verstehen, muss man sich überlegen, warum Fondsgesellschaften Branchenfonds auflegen und wieso diese von Anlegern gekauft werden. Allzu oft ist die kurzfristige Performancejagd der gemeinsame Nenner, und weniger das langfristige Kapitalwachstum.
Auf der einen Seite findet man Anleger, die all die positiven Nachrichten aus einer Branche aufsaugen. Sie sehen ein boomendes Geschäft und langfristige gesamtwirtschaftliche Trends, die dieses Wachstum unterstützen sollen. Die Erfolgsgeschichte scheint somit weitergehen zu können. Parallel dazu fahren Aktien und Fonds aus dieser Branche hohe Renditen ein. Sehr verlockend für diejenigen, die nicht dabei waren, aber hoffen, auch noch ein Stück vom Kuchen abzubekommen, wenn sie noch schnell auf den Zug aufspringen. Tatsächlich steigen die Zuflüsse in entsprechende Branchenfonds umso stärker, je länger der positive Kurstrend anhält.
Der Haken an der Sache ist, dass der Markt die guten Nachrichten auch schon bemerkt hat, diese somit im Aktienkurs bereits enthalten sind. Wahrscheinlich schon bevor die meisten Privatanleger davon erfuhren. Nehmen wir zum Beispiel an, dass die Bevölkerungsalterung in den USA zu einem Wachstum der Medikamentenausgaben von 50% in den nächsten fünf Jahren führen soll, so dass für die Pharmaunternehmen ein Gewinnwachstum von 100% erwartet wird (rein hypothetische Zahlen). Diese guten Nachrichten wären im heutigen Aktienkurs bereits berücksichtigt. Der Kurs würde nur nochmals steigen, falls die Gewinne um mehr als 100% zunähmen.
Auch den Fondsgesellschaften ist dieser Zusammenhang bewusst. Sie wissen allerdings auch, dass sie am Verkauf „heißer“ Branchenfonds gut verdienen können. Kurzfristig orientierte Fondsanbieter werden mit trendigen Branchenprodukten nicht lange auf sich warten lassen. Verantwortungsbewusste KAGs werden sich dies verkneifen, da sie wissen, dass viele Anleger sich daran die Finger verbrennen werden.
Wie erwähnt, das Interesse am schnell verdienten Geld haben manche Fondsanbieter und Anleger gemeinsam. Wohin das führt und dass die Ergebnisse schmerzhaft sein können, hat die Vergangenheit gezeigt. Wir haben uns in einer Studie angeschaut, wann Branchenfonds aufgelegt wurden und stellten fest, dass sie ein Kontraindikator für die Aussichten der jeweiligen Branchen waren. Weshalb? Weil sie zu spät aufgelegt wurden, so dass Anleger zu teuer einstiegen. Erinnert man sich an die Fülle von Internetfonds, die 1999 oder 2000 auf den Markt kamen, so braucht man die Studie für diese Schlussfolgerung nicht. Und damit nicht genug, viele Anleger verkauften ihre Anteile zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt wieder.
Wie kann man Branchenfonds trotzdem einsetzen?
Nun, da ich beschrieben habe, was alles schief gehen kann, möchte ich auch darauf eingehen, worauf man bei Brancheninvestments achten sollte. Es gibt gute Gründe, sich einen Sektorfonds ins Depot zu legen: Zur Diversifizierung oder weil man von einem Branchenexperten profitieren möchte. Damit dies gut geht, sollten Anleger aber vermeiden, wie die oben beschriebenen Lemminge vorzugehen.
Lassen Sie sich nicht von Schlagzeilen leiten.
Wenn Sie in Ihrer Zeitung einen Artikel über eine „heiße“ Branche finden, und über diejenigen, die damit eine Menge Geld gemacht haben, ist es wahrscheinlich bereits zu spät. Dies lässt sich auch an der Kursentwicklung ablesen. Hat sich eine Branche über zwei oder drei Jahre besser entwickelt als der breite Markt, ist der Zug vermutlich abgefahren.

Geduld (!!!!!)
Mit einem Anlagehorizont von 10 Jahren statt 12 Monaten steigen auch die Chancen für eine ordentliche Rendite.

Früh dabei sein (!!)
Dies ist die logische Konsequenz der beiden ersten Regeln. Halten Sie nach einem Sektor Ausschau, der außer Mode ist.

Suchen Sie einen Fondsmanager mit Branchenexpertise
Der Vorteil eines Branchenfonds sollte eigentlich darin liegen, dass der Branchenspezialist die Unternehmen seiner Branche besser kennt als ein breit anlegender Fondsmanager. Daher kommt es darauf an, einen Manager mit langjähriger Erfahrung in einer Branche zu finden. Viele Sektorfonds werden in mittelmäßigen Gesellschaften von drittrangigem Personal gemanagt. Suchen Sie nach den Ausnahmen, nach Fondsmanagern, die die Verwaltung von Branchenfonds als eigenständiges Karriereziel betrachten, und nicht nur als Sprungbrett.
Denken Sie an die Kosten
Boomende Branchen lassen die Fondskosten schnell in den Hintergrund treten. Sie sind aber genauso wichtig wie etwa in einem Indexfonds. Es gibt durchaus Fonds mit vertretbaren Gebühren, nicht jedes Branchenportfolio berechnet 2% jährlich.
Überprüfen Sie Ihre Gründe für ein Brancheninvestment
Falls die Überlegungen hinter Ihrer Anlageentscheidung (guter Fondsmanager oder aussichtsreiche Branche) nicht mehr gültig sind, sollten Sie sich aus diesem Investment verabschieden. Beispielsweise dachten viele Investoren vor einigen Jahren, dass Telekomausrüster angesichts der globalen Telekomrevolution quasi Gelddruckmaschinen wären. Dazu kam es nicht, übrig blieben enorme Überkapazitäten. Falls Sie also mit diesem Argument einen Telekomfonds gekauft haben, sollten Sie Ihre Anlage überdenken.
Kein Basisinvestment
Branchenfonds können Lücken im Portfolio schließen oder als spekulative Anlage dienen, doch die Basis ihres Depots sollten breit diversifizierte Fonds bilden. Falls Ihr Portfolio nur aus Branchenfonds besteht, haben Sie vermutlich viele Lücken und dürften mehr an Gebühren zahlen als erforderlich wäre.
Russel Kinnel ist Director of Mutual Fund Research bei Morningstar in den USA. Dieser Artikel erschien ursprünglich auf www.morningstar.com.
Zuletzt geändert von schneller euro am 08.06.2010 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon schneller euro » 29.12.2005 08:01

Morningstar, 2005-09-16:

"Wenn man durch deutsche Anlegermagazine stöbert, stößt man auf viele Anzeigen von Fondsgesellschaften.
Sofern dort spezifische Fonds angepriesen werden, handelt es sich fast immer um die heißen Produkte der Saison, also jene, die in der jüngsten Vergangenheit die beste Wertentwicklung vorweisen konnten. Gerne werden imposante kumulative Perfomancezahlen plakativ in den Vordergrund gestellt. Begleitet ist das Ganze meist von den gleichen, abgegriffenen Werbesprüchen à la "Profitieren Sie von den Chancen der boomenden Energiebranche" oder albernen Kreationen wie "Seien Sie dabei, wenn die BRIC-Länder (noch so eine alberne Wortkreation, steht für Brasilien, Russland, Indien und China) an die Spitze der Weltwirtschaft stürmen". Die Regionen und Branchen sind austauschbar, aber stets wird der Anleger dazu angehalten, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen.

Die - in Deutschland ohnehin sehr spärlichen und selten erhellenden - Briefe der Fondsmanager an die Anteilsinhaber sind meist kaum besser. Mir ist kein Fall bekannt, in dem der Fondsmanager die Anleger davor warnt, mehr Geld in seinen Fonds anzulegen. Selbst wenn er davon spricht, dass die Bewertungen ihn dazu bewegen, die Kassenquote stark anzuheben, den logischen nächsten Schritt geht kaum einer in Deutschland, nämlich ausdrücklich vor den kurzfristigen Risiken zu warnen. Lieber wird davon gefaselt, dass die Aussichten für die Assetklasse langfristig weiter hervorragend sind.

Hier in den USA gibt es zum Glück eine ganze Reihe von Fondsgesellschaften, die sich selbst als Treuhänder des Geldes ihrer Kunden sehen, anstatt ihre Aufgabe primär in der Erfüllung kurzfristiger und kurzsichtiger Vertriebsvorgaben ihrer Mutterbanken sehen, wie dies bei den deutschen Banken-Fondstöchtern noch immer weitestgehend der Fall ist. Unter diesen Fondsanbietern mit Weitsicht nimmt die renommierte und äußerst erfolgreiche Firma Vanguard zweifelsohne eine Vorreiterolle ein. Und so überrascht es denn auch hierzulande kaum jemanden, dass der Fondsgigant aus Pennsylvania jüngst mit einer Warnung bezüglich des Energiesektors und ausdrücklich auch des eigenen entsprechenden Branchenfonds an die Öffentlichkeit trat. Dabei wurden vier Argumente vorgetragen, die ich hier gerne sinngemäß wiedergeben möchte:

1. Renditejagd ist ein Spiel, das kaum zu gewinnen ist.
2. Was steigt, kann auch wieder fallen, und tut dies meist auch.
3. Die Energiebranche ist besonders volatil.
4. Sie könnten stärker in diesem Sektor engagiert sein als sie glauben.

Eine derart vorbildliche Kommunikation mit dem Anleger beschränkt sich keineswegs auf die Aktienseite. Auch der Anleihenfondsguru Bill Gross von Pimco, der einzigen Allianz-Fondstochter mit Weltruf, findet mit seinen "Outlook"-Briefen eine schon fast kultartige Fangemeinde. Das hat nicht nur mit seinem erfrischenden Humor zu tun, vielmehr wartet die Rentenfondsgemeinde stets andächtig darauf, wie Gross die Lage einschätzt. Denn der alte Hase nimmt kein Blatt vor den Mund, und sein Wort hat angesichts der von ihm verwalteten Abermilliarden großes Gewicht. In seinem jüngsten Monatsbericht malt er ein düsteres Bild für die Aussichten der amerikanischen Wirtschaft und warnt vor den gravierenden Auswirkungen, die ein seiner Ansicht bald bevorstehendes Platzen der hiesigen Immobilienblase nach sich ziehen wird. Vereinfacht gesagt rät er dazu, die Risken möglichst gering zu halten, indem man kurze Laufzeiten und hohe Bonitäten bevorzugt.

In Deutschland ist natürlich weit und breit keine Immobilienblase in Sicht, und der Energiesektor spielt dort keine herausragende Rolle. Doch deutsche Fondssparer sind massiv in diesen Bereichen investiert. Man würde sich doch wünschen, dass die teutonischen Fondshäuser nicht den Fehler von 2000 wiederholen, ihre Kunden just zum falschen Zeitpunkt in die falschen Anlagevehikel zu manövrieren."
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Beitragvon Ernesto Chevantonn » 29.12.2005 09:10

Antizykl. wäre doch nun ein simples Nasdaq-Zerti angebracht:
allg. zurückgebl. Markt, Tech+Bio-tech-Branche ebenf. noch nicht hoch bewertet etc?
Ernesto Chevantonn
 

Beitragvon schneller euro » 08.06.2010 14:45

Die Problematik der Investition in Branchenfonds (gerade von unerfahrenen Anlegern), ein Thema das immer aktuell bleibt.
Zitat aus gegen-altersarmut.de;
"... Ab und zu werden wir gefragt, was wir von dem Fonds 'XY' halten. Oder jemand möchte bestimmte Fonds besparen und legt entsprechende Wertpapierkennummern vor. Bei der Überprüfung stellt sich heraus, dass es sich um Branchenfonds handelt, die gerade aktuell im Trend liegen. Da Branchenfonds einige Jahre lang teilweise überdurchschnittliche Ergebnisse abgeliefert haben, erwarten viele, mit solchen speziellen Fonds auch künftig eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass ausgewählte Märkte immer nur phasenweise geboomt haben. Bei der Auswahl eines Spartenfonds wird diese Tatsache von vielen Anlegern übersehen.
...
Höheres Risiko bedeutet nicht auch langfristig höherer Ertrag!
Die verbreitete Meinung, dass ein höheres Risiko automatisch auch einen höheren Ertrag bedeutet, trifft auf lange Sicht nicht zu. Renditen von z.B. 20% pro Jahr können zwar von Branchen-, Themen, Länderfonds etc. phasenweise erreicht werden, sind jedoch auf Dauer nicht realistisch. Irgendwann schlägt das Pendel zurück und die extremen Renditen normalisieren sich durch lang währende Rückgänge wieder.
...
Modefonds werden innerhalb kurzer Zeit gegründet und aggressiv beworben
Banken oder Fondsgesellschaften sind in der Lage innerhalb von wenigen Wochen einen neuen Fonds zu gründen. Danach werden solche 'Modefonds' vor allem durch gesponserte Medienberichte aggressiv beworben. Nach einer Studie der 'Gesellschaft für Fondsanalyse' wurden über 50% aller Technologiefonds zwischen 1999 und 2000 gegründet. Also genau zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt! Nach einer anderen Studie sollen z.B. 50% aller Neuanlagen bei Deka und DIT in neu aufgelegte Spartenfonds investiert worden sein.
Man muss sich das einmal überlegen! Die Hälfte der Neuanlagen fließt (aufgrund Werbung) in Fonds, von denen überhaupt keine Erfahrungswerte vorliegen. Bei einer Anlage in einen neu aufgelegten Fonds ist es ein wenig so, als vertraue man einem Wildfremden seine Autoschlüssel an: Theoretisch könnte es auch sein, dass man den Wagen gewaschen und poliert zurück bekommt...
...
Internationale, konservative Aktienfonds - die bessere Wahl ...."
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Beitragvon ist gegangen worden » 08.06.2010 21:38

Hi schneller Euro

Das mag ja alles einmal richtig gewesen sein.Ich bin pers. auch davon überzeugt,das sich die Börse wieder fangen wird und die derzeitigen Prolematiken bewälltigt werden.Dann könnte eine Zeit wieder kommen in welcher man eben genau nach deinen genannten Kritierien anlegen kann.
Ich habe jedoch 1999 das Buch von Kostolany gelesen,Das ist die Börse"....vieleicht würde er heute ein neues Buch schreiben: "So war einmal die Börse"....wenn man die letzten 10 Jahre nimmt war man wohl mit egal welchem Fonds,der gelackmeierte wenn man danach ging,Kaufen,eine Schlaftablette nehmen und 10 Jahre später wieder nachschauen.Der IBOVESPA bildet da die einzige Ausnahme.Ich bin vielmehr der Meinung,das in solchen Zeiten zählt,buy low sell high und dazu gehört eben das man sich auch mal von einem Investment/Fonds trennen muuss,wenn er in einem Jahr 50-70% hingelegt hat.Man sollte die derzeitige Volatilität ausnutzen.
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Beitragvon schneller euro » 09.06.2010 10:07

Harmonicdrive hat geschrieben:Das mag ja alles einmal richtig gewesen sein.


Nur "gewesen sein"?
Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang das (neue) Buch von Prof. Rogoff (Ex-Chefvolkswirt des IWF): Dieses Mal ist alles anders, 8 Jahrhunderte Finanzkrisen
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Beitragvon ist gegangen worden » 09.06.2010 17:38

Hi schneller Euro,
das Buch scheint wirklich lesenswert zu sein.Ich werde mir das wohl bestellen.Dazu bin ich noch auf der Suche nach einem Buch über Zinsen/Inlflation und Wirtschaftszyklen-oder aber nur Zinsen/Inflation möglw. 1929/Argentinien oder 1970.Hast Du da vieleicht eins zur Hand?
Bezgl. deines Buches,ja unbedingt,ich bin ja pers. auch der Meinung das sich die Börse stetig wiederholt.Allerdings gibt es m.e nach,wegen der Globalisierung und immer freieren Wirtschaftsmärkten,steigender Geldmenge und Verschuldung derzeitig extreme Verschiebungen der ehemaligen Kräteverhältnisse.Das muss man doch unbedingt,wenn auch nur temporär,berücksichtigen.Ich fühle mich auch im derzeitigen unklaren Umfeld überhaupt nicht wohl und habe keinerlei,glasklare Ansichten.Alles besteht nur aus wenn und aber was ich derzeitig orweisen kann.Normalerweise verunsichert das,aber ich habe das bislang in jeder Kriese so gehabt.Bezgl. Rohstoffonds,die gehören ja auch einer Branche an,die Hausse fing ja 2003 an,und man sagt.Rohstoffzyklen dauern zwischen 10-15 Jahre.Nun heisst es eher,die Rohstoffhausse sei vorbei.
Zu den Branchenfonds,da gibt es m.e nach niemanden dem man wirklich als berater vertrauen kann und das ist auh nix neues.2005 sagte ich zu meiner Bankberaterin das ich den Magellan Scivac kaufen würde (nicht bei meiner Hausbank versteht sich) als emerging markets.Da hieß es ,neh da wird sich auf absehbare Zeit nix tuen.Im gleichen Atemzug sagte ich das ich denke,Gold wird langfristg outperformen und ich bekam als Antwort,nein Gold ist als Anlage völlig unatraktiv,die alten zeiten seien vorbei.Ein Filialleiter der Cobra sagte mir mal,Silber....was wollen sie damit?Das wird bald als Autoblech verarbeitet,das war 2000.


Schöne Grüsse,


Jörg
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Beitragvon ist gegangen worden » 09.06.2010 21:04

Das Buch habe ich zueben bestellt.
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Beitragvon schneller euro » 11.06.2010 09:48

Harmonicdrive hat geschrieben:Dazu bin ich noch auf der Suche nach einem Buch über Zinsen/Inlflation und Wirtschaftszyklen-oder aber nur Zinsen/Inflation möglw. 1929/Argentinien oder 1970.



Vielleicht von Interesse:
"The World in Depression, 1929-1939" von Charles_P._Kindleberger
und
"The Great Inflation and Its Aftermath: The Past and Future of American Affluence" von Robert J. Samuelson (Publizist, nicht zu verwechseln mit dem Nobelpreisträger Paul A. Samuelson)
Zitat von randomhouse: "...from 1960 to 1979, inflation rose from barely more than 1 percent to nearly 14 percent. It was the greatest peacetime inflationary spike in this nation’s history, and it had massive repercussions in every area of our lives. The direct consequences included Ronald Reagan’s election to the presidency in 1980, stagnation in living standards, and a growing belief–both in America and abroad–that the great-power status of the United States was ending. The Great Inflation and Its Aftermath traces the origins and rise of double-digit inflation and its fall in the brutal 1981-82 recession, engineered by the Federal Reserve under then-chairman Paul Volcker and with the staunch backing of Reagan...."
Gruß, S.E.
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Beitragvon ist gegangen worden » 16.06.2010 16:43

Schneller euro

Ich bin schwer beeindruckt.Diese Lektüre ist das richtige "Werk" zum richtigen Zeitpunkt und lässt keine Fragen offen.


Bedankt... ich lese jetzt erst einmal.

Jörg
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Beitragvon k9 » 16.06.2010 17:00

Harmonicdrive hat geschrieben:Schneller euro

Ich bin schwer beeindruckt.Diese Lektüre ist das richtige "Werk" zum richtigen Zeitpunkt und lässt keine Fragen offen.


Bedankt... ich lese jetzt erst einmal.

Jörg


Meinst du "Rogoff" oder "Kindleberger" ?

Danke und Gruß

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Beitragvon ist gegangen worden » 16.06.2010 17:21

Rogoff ,das hier,von schneller euro ist gemeint:


Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang das (neue) Buch von Prof. Rogoff (Ex-Chefvolkswirt des IWF): Dieses Mal ist alles anders, 8 Jahrhunderte Finanzkrisen


Genau das richtige zur richtigen Zeit.Klaasse Vorstellung.
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Beitragvon k9 » 16.06.2010 19:21

Harmonicdrive hat geschrieben:Rogoff ,das hier,von schneller euro ist gemeint:


Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang das (neue) Buch von Prof. Rogoff (Ex-Chefvolkswirt des IWF): Dieses Mal ist alles anders, 8 Jahrhunderte Finanzkrisen


Genau das richtige zur richtigen Zeit.Klaasse Vorstellung.


Ja, danke, werde mir das vermutlich auch mal zu Gemüte führen.

Gruß k-9
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Beitragvon drhc » 19.06.2010 18:43

Harmonicdrive hat geschrieben:Rogoff ,das hier,von schneller euro ist gemeint:

Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang das (neue) Buch von Prof. Rogoff (Ex-Chefvolkswirt des IWF): Dieses Mal ist alles anders, 8 Jahrhunderte Finanzkrisen

Genau das richtige zur richtigen Zeit.Klaasse Vorstellung.



Ein subtile Ausarbeitung mit tiefgehender Recherche von Professor Rogoff&Coautorin
Kritikpunkte :
- teilweise schon zu detailliert (Bankpleiten in Africa im 19. Jahrhundert)
- etwas zu populärwissenschaftlich und daher für professionelle Ökonomen in Sequenzen zu seicht
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Beitragvon BOERSEN-RAMBO » 24.06.2010 14:00

Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang das (neue) Buch von Prof. Rogoff (Ex-Chefvolkswirt des IWF): Dieses Mal ist alles anders, 8 Jahrhunderte Finanzkrisen

interview mit dem schlauen Prof zu seinem noch schlaueren book bei
das inv.
Und Gott fragte die Steine : "Wollt Ihr PANZERGRENADIERE werden ?"
Aber die Steine antworteten : "Nein Herr, wir sind nicht hart genug !"
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