Sharpe-Ratio, Mar-Ratio, Sortino-Ratio, Fonds-Ratings

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Sharpe-Ratio, Mar-Ratio, Sortino-Ratio, Fonds-Ratings

Beitragvon Papstfan » 14.03.2006 10:49

" Topfonds: Risikojustierung verändert alles

14. Februar 2006 Mit Investmentfonds ist es irgendwie so ein wenig wie mit der Goldsuche am Klondike - außer daß man nicht selbst buddelt. Man sucht sich einen Fonds aus und dann läßt man den Manager erst einmal schuften. Meistens findet man ein wenig Gold, oft genug nur Steine und eher selten stößt man auf die ganz große Goldader.

Wer seinen Claim im Jahr 2001 in Osteuropa absteckte, auf Aktien setzte und sich fünf Jahre Zeit gab, der hatte eine ziemlich große Chance, jetzt einen großen Topf Gold sein eigen zu nennen.

Osteuropa: Verluste praktisch unmöglich
Unter den 30 in Euro denominierten und in Deutschland zugelassenen Investmentfonds (siehe Infografik) mit der besten Wertentwicklung finden sich nicht weniger als 22, die in osteuropäische Aktien investiert haben. Das ist fast die Hälfte der in diesem Zeitraum zugelassenen Investmentfonds, die in dieser Region anlegen.

Praktisch war es unmöglich in dieser Zeit, keine Gewinne zu machen. Selbst der schwächste Fonds, der Lip Euopean Front Equity brachte es in dieser Zeit auf ein Plus von 12,7 Prozent pro Jahr.

Vier dieser Fonds stehen an der Spitze - allesamt sind es keine deutschen Fondsgesellschaften, die die besten Anlageergebnisse erzielt haben. Die vier Spitzenreiter brachten es auf einen durchschnittlichen Wertzuwachs von über 30 Prozent pro Jahr.

Wie sehr Osteuropa das europäische Klondike des 21. Jahrhunderts war, zeigt sich auch an der zweiten stark vertretenen Anlagekategorie - Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Österreich. Immerhin fünf Fonds dieser Anlagekategorie haben es unter die besten 30 geschafft. Pikanterweise ist der beste Fonds dieser Kategorie ein deutsches Produkt der ADIG. Zwei Fonds konnten den Rohstoffboom für eine gute Wertentwicklung nutzen und ritten auf dem Goldpreis unter die Top 30.

Risiko verändert alles
So weit, so gut. Wenn man indes die Liste der glorreichen 30 um die Risikokomponente erweitert und entsprechend adjustiert, verändert sich das Bild stark. Der österreichische Branchendienst e-fundresearch hat unlängst alle 4.731 in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds untersucht, die über eine entsprechende Historie verfügen.

Gemessen an der risikoadjustierten Rendite schlugen Schwellenländer-Rentenfonds und offene Immobilienfonds dabei die Aktienprodukte deutlich. Unter den 17 in Deutschland zugelassenen Top-Investmentfonds nach risikoadjustierter Rendite finden sich sechs Renten-, sieben Aktien- und vier offene Immobilienfonds.

Gemessen wurde dabei die sogenannte Sharpe Ratio, die risikoadjustierte Wertentwicklung. Diese mißt die Überschußrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Im Zähler steht die sogenannte Überschußrendite als derjenige Teil der annualisierten Wertentwicklung, der über die sichere Geldmarktanlage hinausgeht. Diese wird ins Verhältnis gesetzt zum Risiko, ausgedrückt als Volatilität.

Eine Sharpe-Ratio größer eins, zeigt an, daß gegenüber der risikolosen Geldmarktanlage eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde. Je größer die Sharpe-Ratio ist, desto besser war das Verhältnis der Mehrrendite zum eingegangenen Risiko.

Renten- und Immobilienfonds liegen vorne
Die Reihenfolge der Anlagekategorien ist bunt gemischt. Geht der Topplatz an den Thames River High Income-Rentenfonds, so folgt ihm auf Platz Zwei mit dem Euroreal der Credit Suisse ein offener Immobilienfonds und auf Drei ein Osteuropa-Aktienfonds. Doch der ist eigentlich ein Ausreißer, denn der nächste Aktienfonds findet sich erst wieder auf Platz Zwölf.

Das Ergebnis-Spektrum ist ziemlich breit: Während der Thames River High Incomes auf eine annualisierte Sharpe Ratio von 2,9 bringt, brachte es der schlechteste Fonds, der Invesco Euro Reserve auf immerhin eine Sharpe-Ration von -5,89.

Die Nummer eins mit klarem Abstand, der Thames River High Income ist ein global anlegender Schwellenländer-Anleihenfonds, der von Michael Mabbutt und Bernt Tallaksen verwaltet wird. Diese arbeiten seit 1998 für die britische Investment-Boutique und wurden im vergangenen Jahr von Sauren Fonds-Research als zweitbeste Rentenfondsmanager in der Kategorie „Hochzinsanleihen” ausgezeichnet.

Mabbutt führt den Erfolg zum einen auf eine noch stärkere Diversifikation als bei gängigen Schwellenländerfonds zurück. Zum anderen unterscheide man zwischen den Anlegergruppen, die typischerweise in bestimmte Papiere oder Sektoren investierten. Diese wiesen jeweils ein typisches sehr unterschiedliches Anlegerverhalten auf, dessen Analyse eine weitere Risikostreuung ermögliche und Chancen zur Ausnutzung vorhersehbarer Verhaltensmuster gebe. Diese Allokation habe Vorrang gegenüber der Aufteilung nach Regionen, Ländern und Einzeltiteln.

Dahinter folgt bereits der Credit Suisse Euroreal als bester offener Immobilienfonds mit einer risikoadjustierten Rendite von 2,27. Der von Karl-Heinz Heuss (Immobilienteil) und Werner Bals (Liquidität) in Frankfurt verwaltete Fonds investiert gewerblich genutzte Immobilien in den Ländern der EU (derzeit großteils in Deutschland, Frankreich und Großbritannien).

Mit einer jährlichen Rendite von 4,5 Prozent - dafür aber nur einer Standardabweichung von 0,7 Prozent - schlägt der Euroreal im Risiko-Ertrag-Verhältnis alle anderen offenen Immobilienfonds wie den SEB Immoinvest (Sharpe Ratio 2,1, Platz sechs) und Westinvest Interselect (mit 1,7 auf Platz 14).

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Text: @mho mit Material von e-fundresearch.com
Bildmaterial: FAZ.NET "


[img]http://www.faz.net/m/{29F0D5D2-2A5D-48EB-A12D-5910535C8A3E}picture.gif[/img]

[img]http://www.faz.net/m/{3E270658-D8DA-4B10-9484-4E9B9670493E}picture.gif[/img]

Quellen-Angabe: http://www.faz.net
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Beitragvon Drew Bledsoe » 15.03.2006 08:47

Ein Diskussionbeitrag aus einem andren Board :

" 1. Das Sharpe-Ratio ist im negativen Bereich nicht aussagekräftig, da hier ein höheres Risiko zu einem besseren Sharpe-Ratio führt.
2. Das Risiko ist zu stark gewichtet, außer in wirklich guten Börsenphasen schlagen die defensiven Anlagen eingentlich grundsätzlich die offensiven.
Ein Beispiel: Fonds A, ein Mischfonds zwischen Immobilien und Geldmarkt bringt 3% Rendite bei einer Volatilität von 0,1%. Fonds B, ein Aktienfonds bringt durchschnittlich 15% Rendite bei 10% Volatilität. Der risikolos Zins wird mit 2% angenommen. Das Sharpe Ratio von Fonds A beträgt 10, von B hingegen 1,3.
Es gibt andere Kennzahlen wie das Treynor Ratio oder Jensens Alpha. Ein Ansatz das Sharpe-Ratio zu verbessern ist zum Beispiel die Modifikation des Risikos im Nenner.
Im positiven Bereich ist das Sharpe-Ratio eine nützliche Kennzahl und innerhalb einer Anlageklasse auch gut geeignet Fonds miteinander zu vergleichen.

...

Worauf ich explizit hinweisen wollte, ist, daß es (noch) keine bessere Kennzahl als das Sharpe-Ratio gibt und man sich mit ihr notgedrungen abfinden muß. Das Treynor- Ratio hilft nicht weiter, da auch hier ein negatives Treynor-Ratio nicht interpretierbar ist, zudem setzt es eine Konstanz des Betas voraus. Das Sharpe-Ratio kann aber im Gegensatz zum Treynor-Ratio über Assetklassen hinweg vergleichen. Bei Jensens Alpha ist ein Vergleich nur bei identischem Beta möglich. Ob das Sharpe-Ratio das Risiko zu stark gewichtet, hängt von der Risikoaversion der Anleger ab. Die größte Teil der Bevölkerung ist bekanntlich risikoavers. "
Drew Bledsoe
 

Beitragvon drhc » 24.08.2006 13:03

Drew Bledsoe hat geschrieben:
" 1. Das Sharpe-Ratio ist im negativen Bereich nicht aussagekräftig, da hier ein höheres Risiko zu einem besseren Sharpe-Ratio führt.
2. Das Risiko ist zu stark gewichtet, außer in wirklich guten Börsenphasen schlagen die defensiven Anlagen eingentlich grundsätzlich die offensiven
.
Ein Beispiel: Fonds A, ein Mischfonds zwischen Immobilien und Geldmarkt bringt 3% Rendite bei einer Volatilität von 0,1%. Fonds B, ein Aktienfonds bringt durchschnittlich 15% Rendite bei 10% Volatilität. Der risikolos Zins wird mit 2% angenommen. Das Sharpe Ratio von Fonds A beträgt 10, von B hingegen 1,3.
Es gibt andere Kennzahlen wie das Treynor Ratio oder Jensens Alpha. Ein Ansatz das Sharpe-Ratio zu verbessern ist zum Beispiel die Modifikation des Risikos im Nenner.Im positiven Bereich ist das Sharpe-Ratio eine nützliche Kennzahl und innerhalb einer Anlageklasse auch gut geeignet Fonds miteinander zu vergleichen.

...

Worauf ich explizit hinweisen wollte, ist, daß es (noch) keine bessere Kennzahl als das Sharpe-Ratio gibt und man sich mit ihr notgedrungen abfinden muß. Das Treynor- Ratio hilft nicht weiter, da auch hier ein negatives Treynor-Ratio nicht interpretierbar ist, zudem setzt es eine Konstanz des Betas voraus. Das Sharpe-Ratio kann aber im Gegensatz zum Treynor-Ratio über Assetklassen hinweg vergleichen. Bei Jensens Alpha ist ein Vergleich nur bei identischem Beta möglich. Ob das Sharpe-Ratio das Risiko zu stark gewichtet, hängt von der Risikoaversion der Anleger ab. Die größte Teil der Bevölkerung ist bekanntlich risikoavers. "




Ein sehr wichtiger Hinweis!

Bedauerlich, dass man die exakten Formeln aus technischen Gründen hier im Board nicht darstellen kann. Sie findet man u.and. bei:
Formel

Der o.g. V.b.: "Ein Ansatz das Sharpe-Ratio zu verbessern ist zum Beispiel die Modifikation des Risikos im Nenner" bezöge sich damit auf die Formel unter der großen Wurzel ungef. in der Mitte der Seite (über "Bei der Berechnung des..."
drhc
 

Beitragvon Uno Credito Italiano » 25.08.2006 08:05

bei onvista werden bei Berechnung Shape Ratio als risikolose
Anlage in Abhangigkeit des Zeitraum
1 - 12 Monate: Euribor
und 2 - 10 Jahre: Bundesrenditen genommen.
Uno Credito Italiano
 

Beitragvon The Ghost of Elvis » 18.12.2006 10:37

Aus akt. Anlaß noch einmal diese Hinweise :

Papstfan hat geschrieben:@dennis78: kurzfristige Performance-Rennlisten ueber 6 oder 12 Monate bringen nur sehr wenige Erkenntnisse. Diese werden in erster Linie von dem akt. Marktumfeld beeinflusst und sagen wenig ueber die Qualitaet eines Fonds aus.
Mein Tipp: nimm lieber 1- und 3-jahres Ergebnisse und schau nicht nur auf die Performance, sondern auch auf das Risiko. Dieses kann man z.Bsp. bei http://www.onvista.de unter den Begriffen "Volatilitaet" und "Sharpe-Ratio" ablesen (Rubriken : Kennzahlen + Risikomaße). Mit Hilfe dieser Kennzahlen wuerde ich den betr. Fonds einmal mit anderen Fonds der gleichen Peergroup vergleichen. Im Fall des Templeton Abs.Ret.Bond und des BL sehen diese Werte auf 3-jahres-Basis gar nicht gut aus.




Aus der FAZ :

"Welche Fondskennzahlen Anleger kennen sollten

Mehr als 6.000 Fonds stehen dem Anleger in Deutschland mittlerweile zur Auswahl. Damit wird die Suche nach dem richtigen Fonds immer schwieriger. Nun gibt es mittlerweile in vielen Zeitschriften verschiedene Kennziffern, mit deren Hilfe der Anleger einen Eindruck von der Güte und Qualität des Fonds gewinnen soll. Und wer sich über die Qualität seines Fonds informieren will, tut gut daran, zu wissen, was die wichtigsten Kennziffern aussagen.

Kennziffer Nummer eins ist natürlich die Wertentwicklung der Vergangenheit, die aber leider für sich betrachtet relativ wenig Aussagekraft hat. Entscheidend ist vielmehr, wie sich der Fonds im Vergleich zur Konkurrenz oder zum Gesamtmarkt geschlagen hat. Oft wird diese Wertentwicklung des Fonds zu der eines Vergleichsindex ins Verhältnis gesetzt - eine beliebte Rubrik in den sogenannten "Rennlisten" von Anlegermagazinen.


Kombinierte Kennzahlen zur Wertentwicklung und dem Risiko hilfreich


Doch auch das ist noch nicht alles, denn diese Kennzahlen sagen noch nichts über das Risiko aus, das der jeweilige Fondsmanager für den Anleger eingegangen ist. In der Theorie ist die Maßzahl für das Risiko die sogenannte Volatilität, also das Ausmaß der Schwankungsbreiten der Rendite eines Portfolios. Intuitiv nachvollziehbarer für den Anleger sind eher Risikokennzahlen wie das Ausmaß der höchstmöglichen Verluste oder die Dauer und Häufigkeit von Verlustperioden.


Kombiniert man Kennzahlen zur Wertentwicklung mit Risikokennziffern, erhält man sogenannte risikoadjustierte Kennziffern, von denen die bekannteste die Sharpe-Ratio ist: Sie setzt die Risikoprämie - definiert als der Mehrertrag des Fonds gegenüber einer risikolosen Anlage wie beispielsweise dem Geldmarkt - ins Verhältnis zur Volatilität. Je höher diese Kennziffer ist - je höher also entweder die Überrendite oder je geringer die Volatilität, also das Risiko -, um so besser ist der Fonds......"
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Beitragvon Papstfan » 24.12.2006 13:09

"......
Welche Rolle spielt die Performance?
Die Performance spielt eine wichtige Rolle, vor allem wenn ein Fonds dauerhaft über dem Durchschnitt seiner Mitbewerber liegt. Die Performnace ist trotzdem nur ein Merkmal von vielen.

Welche anderen Kriterien sind von Bedeutung?
Wichtig ist, dass die überdurchschnittliche Wertentwicklung mit geringem Risiko erwirtschaftet wurde. Diese beiden Faktoren ergeben ein optimales "Sharpe-Ratio". Die Verlustphasen eines Fonds sollten möglichst kurz und gering sein.
......"

Von Uwe Leonhardt, Gecam, Quelle: DAB-Bank Profi-Depotcheck
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Sortino-Ratio + MAR-Ratio

Beitragvon The Ghost of Elvis » 27.12.2006 11:55

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Beitragvon Papstfan » 27.03.2007 12:38

„... auf die sogenannte Sharpe Ratio zu schauen. Diese zeigt die Überschussrendite eines Fonds an unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos. Unter Überschussrendite versteht man dabei die über eine risikolose Geldanlage - in der Regel Festgeld - hinausgehende Rendite. "Eine Sharpe Ratio größer null zeigt an, dass gegenüber der risikolosen Geldmarktanlage eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde" .... "Je größer die Sharpe Ratio, desto besser ist das Verhältnis der Mehrrendite zum eingegangenen Risiko."
Da die Sharpe Ratio als Gesamtrisiko im Nenner aber nur die Volatilität nutzt, ist es nicht möglich, den Grad der Diversifikation der jeweiligen zu vergleichenden Portfolios zu berücksichtigen. "Die Sharpe Ratio eignet sich deshalb nur für den Fall, dass ein Investor sein ganzes Geld in einen einzigen Fonds steckt", sagt Roland Kölsch, Fondsmanager für Sustainable and Responsible Investments bei Dexia Asset Management. Aussagekräftiger sei deshalb die sogenannte Information Ratio, so Kölsch. "Die Information Ratio zeigt die Überrendite im Vergleich zum Tracking Error, der Abweichung eines Fonds von der durchschnittlichen Entwicklung vergleichbarer Fonds. Die Kennzahl ist für einen direkten Vergleich sehr gut geeignet, da sie genau angibt, ob ein Fondsmanager für seine Abweichung gegenüber dem Index entsprechend belohnt wird." Je höher die Kennzahl ausfällt, desto erfolgreicher agiere das Management.
Allerdings birgt die Information Ratio ein Problem: Während man Angaben zur Sharpe Ratio zumindest bei einigen Datenanbietern wie etwa Morningstar und e-funddata finden kann, sucht man nach der Information Ratio auf den gängigsten Websites oft vergeblich....

quellen-Vermerk: Financial Times D.
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Beitragvon schneller euro » 09.06.2007 17:03

Gibt es inzwischen irgendwo in den Weiten des Internets eine Website, wo man Fondstabellen sortiert nach Sharpe-Ratio für kürzere Zeiträume (z.B. 1 Jahr oder 6 Monate) erhält? Meinetwegen auch MAR-Ratio, Sortino-Ratio, RAP oder ähnliches.
Bei VWD bekommt man Fondsranglisten sortiert nach S.R. nur für den längeren 3-Jahreszeitraum. Gleiches gilt für die Fondsnote bei DM/Euro. Bei Onvista findet man zwar S.R.`s für kürzere Zeiträume, muß sich diese allerdings mühsam für jeden einzelnen Fonds heraussuchen. Und diverse andere Anbieter wie z.B. Morningstar bieten nur die üblichen Performance-Ranglisten, welche das eingegangene und die DrawDowns überhaupt nicht berücksichtigen, oder auch nur anzeigen. Dies hat den großen Nachteil, daß man gute Fonds mit kürzerer Historie nur sehr umständlich identifizieren kann. Ideal wäre z.B. eine Auflistung aller in D zugelassenen Dachfonds, sortiert nach Sharpe-Ratio (o.ä.) für einen 1-Jahres-Zeitraum.
Und als Ergänzung womöglich auch noch eine Auflistung aller Zertifikate mit vermögensverwaltendem Ansatz (z.B. IDC-Flex, DJE-Struktur, ABN2BF usw, usw.) ebenfalls sortiert nach Sharpe-Ratio für diverse Zeiträume.
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Beitragvon schneller euro » 16.10.2009 07:24

Ergänzt um einen älteren Beitrag aus einem anderen Thread:
[quote="schneller euro"] vom 16.8.2005
Das Markowitz-Tool von finasearch wollte ich auch schon länger mal austesten, leider fehlte mir bisher die Zeit dazu.

fondsmeter-ranking von fondsweb
Die dort verwendete "RAP" stellt eine Art modifizierte Sharpe-Ratio dar.
Definition des fondsmeter-rankings und der RAP laut fondsweb:
"Das fondsmeter® Ranking baut auf der risikoadjustierten Rendite, der sogenannten Risk Adjusted Performance (RAP) auf. Diese zweidimensionale Kennzahl errechnet sich aus der erzielten Wertentwicklung (Performance) und dem dabei eingegangenen Risiko (Volatilität).
Werden zwei Fonds mit der selben positiven Wertentwicklung verglichen, erlangt der Fonds mit dem geringeren in Kauf genommenen Risiko eine bessere (höhere) RAP-Kennzahl.
Umgekehrt beim Vergleich von zwei Fonds mit der selben negativen Wertentwicklung: Hier erzielt der Fonds mit dem höher eingegangenen Risiko die bessere (höhere) RAP-Kennzahl.
Auszeichnungen der Fonds / fondsmeter® Ranking Deutschland
Die Auszeichnungen der Fonds im Rahmen des fondsmeter® Rankings werden monatlich zum Monatsende vorgenommen. Je höher die RAP-Kennzahl eines betrachteten Fonds ist, umso besser schneidet er innerhalb des ausgewählten Sektors ab. Zur schnelleren Orientierung erhalten die Fonds mit den besten RAP-Kennzahlen ihres Sektors eine dreifach gestaffelte Auszeichnung mit PLUS-Symbolen. Dies gilt jeweils für verschiedene Zeiträume: beim Short-Term-Ranking für ein Jahr, beim Mid-Term-Ranking für drei Jahre und beim Long-Term-Ranking für fünf Jahre. Pro Zeitraum erhalten die PLUS-Zeichen eine bestimmte Farbe (Short-Term-Ranking: ROT, Mid-Term-Ranking: BLAU, Long-Term-Ranking: GRÜN) . Daraus ergibt sich folgendes fondsmeter® Ranking Deutschland für jeden Sektor:
Short-Term-Ranking Mid-Term-Ranking Long-Term-Ranking
TRIPLE PLUS: für die ersten 10 %
DOUBLE PLUS: für die zweiten 10 %
SINGLE PLUS: für die dritten 10 %
Keine Auszeichnung: für die restlichen 70 %

Berechnung der Kennzahl RAP
Das fondsmeter® Ranking basiert auf einer zweidimensionalen Kennzahl, der Risk Adjusted Performance (RAP). Diese wird über einen Zeitraum von einem Jahr (Short-Term-Ranking), drei Jahren (Mid-Term-Ranking) oder fünf Jahren (Long-Term-Ranking) berechnet und bringt die beiden Parameter "Risiko" (Volatilität) und "Performance" (Wertentwicklung) in einer wissenschaftlich entwickelten Formel zusammen, bei deren Anwendung davon ausgegangen wird, dass der Anleger lediglich in einen Fonds investieren möchte."
Zuletzt geändert von schneller euro am 16.10.2009 07:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon schneller euro » 16.10.2009 07:29

Ergänzt um einen älteren Beitrag aus einem anderen Thread:

Abdullah hat geschrieben: vom 26.9.2006
MAR-RATIO
Performancekennzahl, die das Risiko einer Anlage mit einschließt. Hierzu wird die annualisierte Rendite durch den höchsten zwischenzeitlich erzielten Verlust geteilt. Eine MAR über 1 zeigt, dass die Rendite bei angemessenem Risiko erzielt wurde. Je höher die Kennzahl, desto besser.

Sortino-RATIO
"ist ein Maß für den risikobereinigten Gewinn einer Geldanlage. Es ist eine Modifikation des Sharpe Ratio. Während das Sharpe Ratio die übliche Volatilität der Geldanlage berücksichtigt, berücksichtigt das Sortino Ratio nur die Volatilität, die von abwärtsgerichteten Bewegungen erzeugt wird. Die aufwärts gerichteten Bewegungen gelten als günstig und werden nicht zur Berechnung der Volatilitätskomponente hinzugezogen.

Das bedeutet, dass das Sortio Ratio einem Hedge(Fonds) nicht die aufwärtsgerichtete Volatilität negativ anrechnet.

Das Ratio wird wie folgt berechnet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sortino_Ratio
dabei ist: <R> der Erwartungswert der Gewinne, Rf der Erwartungswert für Gewinne aus einer anderen "Standard" Geldanlage, z. B. Staatsanleihen und σd die Standardabweichung der Negativgewinne der Geldanlage.
Das Ratio wurde von Frank A. Sortino entwickelt. "
Von: WIKIPEDIA
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Beitragvon schneller euro » 16.10.2009 07:44

Fonds-Ratings

Pioneererläutert S&P, Morningstar, Feri, Fitch, Citywire
BVIzu Diversen
SpiegelHintergrundbericht zu S&P, Lipper, Sauren&Co
T.I.-Threadzum neuen qualitativen Rating von Morningstar
Printausgabe von "Das Investment:" In jedem Heft gibt es in der Rubrik "Der große Fondsvergleich" Erläuterungen zu den Ratings von Morningstar, S&P, Feri, Lipper, Sauren, Citywire
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Beitragvon Fondsfan » 16.10.2009 09:45

@ schneller euro

Ich finde es prima, daß Du das wieder
ausgegraben hast.
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Beitragvon The Ghost of Elvis » 31.05.2010 21:05

Fondsfan hat geschrieben:Sharpe-Ratio: Wer hat die richtige?
Die Bedeutung dieser Kennzahl wird allgemeine anerkannt,
Papstfan hat dazu vor einigen Tagen wieder etwas geschrieben.
Wer hat aber recht, wenn mir bei einer Recherche folgendes
passiert:

661702 Raiffeisen Emerging Markets
Ratio lt. ebase 2,75
Ratio lt. Infos 0,24

Und was nun?


KILLminusNEUN hat geschrieben:Bezieht sich bei ebase auf 1 Jahr,
bei INFO's auf 3 Jahre.
Ist 'ne Vermutung, aber das könnte der Grund sein.
Gruß k-9


Fondsfan hat geschrieben:Danke - das könnte wirklich die Erklärung sein.


Uno Credito Italiano hat geschrieben:bei onvista werden bei Berechnung Shape Ratio als risikolose
Anlage in Abhangigkeit des Zeitraum
1 - 12 Monate: Euribor
und 2 - 10 Jahre: Bundesrenditen genommen.
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Beitragvon Fondsfan » 01.06.2010 17:26

@ schneller euro

In Deinem Beitrag vom 9.06.2007 hast Du geäußert,
man könnte bei VWD Fondsranglisten sortiert nach der
Sharpe-Ratio für drei Jahre bekommen.

Ich habe gesucht, konnte aber diese Funktion nicht finden.

Könntest Du netterweise mal einen Hinweis hier einstellen,
wie man diese Rankings finden kann.
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Beitragvon k9 » 01.06.2010 17:48

@Fondsfan
@Schneller Euro

Da ich zufällig gerade bei VWD am rummachen bin, werde ich mir erlauben einen Entlastungsversuch
für Schneller Euro zu wagen:

Hier der Link:KlickDieMaus

Dann bei Fondstypen Doppelklick auf z.B. „Aktienfonds“

Dann Doppelklick auf die Fondgruppe, die dich interessiert, z.B. „Aktien China“

Dann auf „Risiko“ (vierter Button von links)

Dann in der Spalte „Sharp Ratio“ Doppelklick auf „3 Jahre“


…… und fertig

Gruß k-9
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Beitragvon schneller euro » 06.07.2010 11:48

schneller euro hat geschrieben: vom 16.10.2009
...
fondsmeter-ranking von fondsweb
Die dort verwendete "RAP" stellt eine Art modifizierte Sharpe-Ratio dar.


Leider hat man auch bei Fondsweb etwas verändert. Mein erster Eindruck ist der, dass das neue System eher ungenauer und unhandlicher ist, als die o.g. "RAP"
FWW-Pressemitteilungvom 10.6.2010:
"...Die FWW GmbH, Deutschlands führender Anbieter von Web-basierten Fondsinformationen, führt mit den FWW FundStars® ab sofort eine neue Entscheidungshilfe für Fondsinvestoren ein....
Die FWW FundStars® basieren auf der „Risikoadjustierten Performance“ (RAP), die bereits die Grundlage für das fondsmeter®-Ranking bildete. Diese zweidimensionale Kennzahl errechnet sich aus der erzielten Wertentwicklung (Performance) und dem dabei eingegangenem Risiko (Volatilität). Grundlage für Vergabe der neu vergebenen Sterne ist die RAP-Kennzahl für den 3-Jahres Zeitraum. Zusätzlich werden Korrekturfaktoren herangezogen, die aus den RAP-Kennzahlen für den 1-Jahres- und gegebenenfalls 5-Jahreszeitraum bei schon seit längerer Zeit aufgelegten Fonds berechnet werden. Voraussetzung für die Bewertung ist die Vertriebszulassung in Deutschland, eine mindestens dreijährige Historie des Fonds und ein Minimum von fünf Fonds in der jeweiligen Kategorie. Die Bewertung erfolgt automatisch monatlich per Monatsultimo...."

Nachteile des neuen Systems:
- statt wie bei der "RAP" Bewertungen über 1-Jahres, 3-Jahres und 5-Jahres-Zeiträume beziehen sich die "FundStars" in erster Linie nur auf den 3J-Zeitraum.
- wenn ich mir bspweise Dachfonds ausgewogen Weltanschaue, erhalte ich 20 Fonds mit 5 Sternen, alphabetisch sortiert (statt nach Ergebnissen/Kennzahlen). Danach folgen dann die 4 Sterne-Fonds usw, usw.
- unhandlich wird das Ganze auch dadurch, dass z.B. Misch- und Dachfonds in X verschiedene Unterkategorien aufgeteilt werden.
- eine Erläuterung zu den, in der Pressemitteilung genannten "Korrekturfaktoren", habe ich ad hoc auch nicht gefunden

Fazit: nach dem ersten Eindruck erscheinen mir andere System wie die Auswertungen nach Sharpe-Ratio bei Aalto und VWW oder die Onvista-FondsMap hilfreicher. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Optimal wäre es, einen Überblick über die risikoadjustierte Performance einzelner Fondsgruppen (zB Dachfonds) über verschiedene Zeiträume mit nur wenigen Mausklicks zu erhalten. Aaltokommt dem z.Z. vielleicht am nächsten, aber dort stören mich auch die (zu) vielen Unterkategorien.
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Beitragvon k9 » 06.07.2010 12:31

schneller euro hat geschrieben:Fazit: nach dem ersten Eindruck erscheinen mir andere System wie die Auswertungen nach Sharpe-Ratio bei Aalto und VWW oder die Onvista-FondsMap hilfreicher. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Optimal wäre es, einen Überblick über die risikoadjustierte Performance einzelner Fondsgruppen (zB Dachfonds) über verschiedene Zeiträume mit nur wenigen Mausklicks zu erhalten.


Was Dachfonds angeht, finde ich diese Seite interessant

visiofund.de:KlickDieMaus

Zwar ist das nicht genau das, was Du suchst (kein SharpeRatio) und auch
ein bißchen gewöhnungsbedürftig. Ich finde aber, dass man hier einen
guten Überblick über die Entwicklung von Dachfonds bekommt, wenn man
sich an das Handling erstmal gewöhnt hat. (Beispiel siehe unten).

Gruß k-9
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VisioHP.png
VisioHP.png (135.35 KiB) 36966-mal betrachtet
VisioDachFlex.png
VisioDachFlex.png (76.59 KiB) 36966-mal betrachtet
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Beitragvon schneller euro » 07.07.2010 07:13

KILLminusNEUN hat geschrieben:Was Dachfonds angeht, finde ich diese Seite interessant
visiofund.de:KlickDieMaus


Danke für den Hinweis.
Sieht interessant aus, werde ich bei Gelegenheit mal im Detail betrachten.
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Beitragvon drhc » 07.07.2010 20:25

Drew Bledsoe hat geschrieben:Worauf ich explizit hinweisen wollte, ist, daß es (noch) keine bessere Kennzahl als das Sharpe-Ratio gibt und man sich mit ihr notgedrungen abfinden muß. Das Treynor- Ratio hilft nicht weiter, da auch hier ein negatives Treynor-Ratio nicht interpretierbar ist, zudem setzt es eine Konstanz des Betas voraus. Das Sharpe-Ratio kann aber im Gegensatz zum Treynor-Ratio über Assetklassen hinweg vergleichen. Bei Jensens Alpha ist ein Vergleich nur bei identischem Beta möglich. Ob das Sharpe-Ratio das Risiko zu stark gewichtet, hängt von der Risikoaversion der Anleger ab. Die größte Teil der Bevölkerung ist bekanntlich risikoavers. "


Ein wichtige Anmerkung und immer noch aktuell
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Beitragvon schneller euro » 22.07.2010 09:06

Papstfan hat geschrieben: von 2007:
„... auf die sogenannte Sharpe Ratio zu schauen. Diese zeigt die Überschussrendite eines Fonds an unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos. Unter Überschussrendite versteht man dabei die über eine risikolose Geldanlage - in der Regel Festgeld - hinausgehende Rendite. "Eine Sharpe Ratio größer null zeigt an, dass gegenüber der risikolosen Geldmarktanlage eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde" .... "Je größer die Sharpe Ratio, desto besser ist das Verhältnis der Mehrrendite zum eingegangenen Risiko."
Da die Sharpe Ratio als Gesamtrisiko im Nenner aber nur die Volatilität nutzt, ist es nicht möglich, den Grad der Diversifikation der jeweiligen zu vergleichenden Portfolios zu berücksichtigen. "Die Sharpe Ratio eignet sich deshalb nur für den Fall, dass ein Investor sein ganzes Geld in einen einzigen Fonds steckt", sagt Roland Kölsch, Fondsmanager für Sustainable and Responsible Investments bei Dexia Asset Management. Aussagekräftiger sei deshalb die sogenannte Information Ratio, so Kölsch. "Die Information Ratio zeigt die Überrendite im Vergleich zum Tracking Error, der Abweichung eines Fonds von der durchschnittlichen Entwicklung vergleichbarer Fonds. Die Kennzahl ist für einen direkten Vergleich sehr gut geeignet, da sie genau angibt, ob ein Fondsmanager für seine Abweichung gegenüber dem Index entsprechend belohnt wird." Je höher die Kennzahl ausfällt, desto erfolgreicher agiere das Management.
Allerdings birgt die Information Ratio ein Problem: Während man Angaben zur Sharpe Ratio zumindest bei einigen Datenanbietern wie etwa Morningstar und e-funddata finden kann, sucht man nach der Information Ratio auf den gängigsten Websites oft vergeblich....
quellen-Vermerk: Financial Times D.


Offenbar gibt es immer noch keine Webseiten, auf welchen man Fondsranglisten, sortiert nach Information-Ratio oder MAR-Ratio, finden kann. (?)
Die Information-Ratio wird anscheinend regelmäßig von SJB für Fondsanalysen verwendet. Gem. einem Bericht bei boerse.welt.de
kann man diese kosten bestellen. Zitat. "...Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de. ..."

Währenddessen wird die eigentlich noch aussagekräftigere MAR-Ratio weiterhin nur vereinzelt von Anbietern von Hedgefonds-Produkten wie Superfund, Qbasis, Athena u.a. verwendet. (?)
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Beitragvon schneller euro » 09.08.2010 09:38

Zusammenfassung aus dem Mischfonds-Thread:

drhc hat geschrieben:Risikoadjustierte Fondsvergleiche an Stelle der bei "das Investment" & Co üblichen Performance-Rennlisten, das ist auf jeden Fall der richtige Weg


KILLminusNEUN hat geschrieben:Da es hinsichtlich der verschiedenen Ratio-Varianten differenzierte Vergleichslisten offensichtlich nicht gibt, bleibt in meinen Augen als beste
Übersicht die an anderer Stelle bereits erwähnte VWD-Übersicht.
Eine schöne Ergänzung hier sind die Spalten "Verlustperioden" und "max.
Verlust", die man ja auch aus der "FINANZTEST" kennt.
vwd: KlickDieMaus
Die Daten sind sortierbar und - wie es scheint - auch aktuell (?).
Mal abgesehen davon, dass ich das eine oder andere Mal bestimmte Fonds
dort einfach nicht finden konnte, scheint mir dies gegenwärtig die beste allgemein verfügbare Übersicht zu sein.


schneller euro hat geschrieben:Als Alternative zu VWD sehe ich Aalto, wo eine Sortierung nach Sharpe-Ratio 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre und 10 Jahre möglich ist. ZB hier


Noch eine Alternative für vermögensverwaltende Fonds:
mmd-direct-> eine Statistik sortiert nach Sharpe-Ratio, mit Vola und diversen anderen Angaben
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Beitragvon k9 » 09.08.2010 12:44

@Schneller Euro

Ein kleines Danke für deine tolle Arbeit ist mal wieder fällig.
Nicht speziell zu dem Punkt hier - ganz allgemein.
Einfach super !

Gruß k-9
Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
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Update vom 16.10.09

Beitragvon schneller euro » 03.02.2011 09:05

Fonds-Ratings

Pioneererläutert S&P, Morningstar, Feri, Fitch, Citywire
BVIzu Diversen
SpiegelHintergrundbericht zu S&P, Lipper, Sauren&Co

Telos-Ratingberichte
Morningstar

T.I.-Threadzum neuen qualitativen Rating von Morningstar
Printausgabe von "Das Investment:" In jedem Heft gibt es in der Rubrik "Der große Fondsvergleich" Erläuterungen zu den Ratings von Morningstar, S&P, Feri, Lipper, Sauren, Citywire
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Beitragvon Papstfan » 12.05.2011 10:34

Endlich auch für Europa: Active Share entlarvt die Index-Klammerer !
....haben die Yale-Professoren Martijn Cremers und Antti Petajisto 2009 die Kennzahl „Active Share“ ins Leben ­gerufen. Nun wurde die US-Studie auch auf Europa übertragen. ...
Klassischerweise wird das Maß des aktiven Tuns eines Asset ­Managers anhand des Tracking Errors gemessen. Diese Kennzahl ist als Standardabweichung der Differenz von Fondsrendite und Benchmark-Rendite definiert. Der Active Share ist die Summe der absoluten Differenzen der einzelnen Portfoliogewichte und der einzelnen Indexbestandteile geteilt durch zwei. ...
mehr bei portfolio-int .
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Beitragvon Fondsfan » 12.05.2011 11:09

@ Papstfan

Bei mir bringt der Link nur die Meldung
"Fehler auf der Seite".
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Fonds-Ratings

Beitragvon Papstfan » 18.06.2011 09:32

Aenderung bei Morningstar-Ratings:
fondsprof.
Neue Ratingskala mit 5 Stufen: AAA, AA, A, Neutral, Negativ
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Beitragvon schneller euro » 21.06.2011 07:54

Beiträge bei "Das Investment" von Jürgen Dumschat (Aecon Fondsmarketing) zur Sharpe- und Torment-Ratio und Eduardo Mollo Cunha (Eyb & Wallwitz), Zitat: "...Wir wissen auch ... dass die Sharpe-Ratio-Vergleiche lediglich bei einer sauberen Peer Group funktionieren können..."

-> mir scheint nach wie vor die MAR-Ratio (MDD statt Vola wie bei der Sharpe-Ratio) am aussagekräftigsten zu sein, s.o. im Thread
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Beitragvon schneller euro » 30.09.2011 14:48

Die Mischfonds-Rangliste von Finanztest, Stand 31.07.11, veröffentlicht bei q-capital.lu

(mir ist zwar kein Copyright-Vermerk aufgefallen, trotzdem stelle ich mal sicherheitshalber nur den o.g. Link hier ein)
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Beitragvon Papstfan » 23.11.2011 15:48

portfolio-int.vermeldet:
"......Mit neuen, qualitativen Fonds-Ratings will die Rating-Agentur Fitch eine vorausschauende Einschätzung für die Wertentwicklung von Investmentfonds bieten. Einige Produkte kamen dabei bereits unters Messer. Neben Fitch besetzen allerdings auch diverse andere Unternehmen dieses Segment. ....."

eine vorausschauende Einschätzung für die Wertentwicklung von Investmentfonds bieten - > klingt gut
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FONDSWEB

Beitragvon Papstfan » 27.12.2011 11:45

schneller euro hat geschrieben:vom 06.07.2010 :
schneller euro hat geschrieben: vom 16.10.2009
...
fondsmeter-ranking von fondsweb
Die dort verwendete "RAP" stellt eine Art modifizierte Sharpe-Ratio dar.


Leider hat man auch bei Fondsweb etwas verändert. Mein erster Eindruck ist der, dass das neue System eher ungenauer und unhandlicher ist, als die o.g. "RAP"
FWW-Pressemitteilungvom 10.6.2010:
"...Die FWW GmbH, Deutschlands führender Anbieter von Web-basierten Fondsinformationen, führt mit den FWW FundStars® ab sofort eine neue Entscheidungshilfe für Fondsinvestoren ein....
Die FWW FundStars® basieren auf der „Risikoadjustierten Performance“ (RAP), die bereits die Grundlage für das fondsmeter®-Ranking bildete. Diese zweidimensionale Kennzahl errechnet sich aus der erzielten Wertentwicklung (Performance) und dem dabei eingegangenem Risiko (Volatilität). Grundlage für Vergabe der neu vergebenen Sterne ist die RAP-Kennzahl für den 3-Jahres Zeitraum. Zusätzlich werden Korrekturfaktoren herangezogen, die aus den RAP-Kennzahlen für den 1-Jahres- und gegebenenfalls 5-Jahreszeitraum bei schon seit längerer Zeit aufgelegten Fonds berechnet werden. Voraussetzung für die Bewertung ist die Vertriebszulassung in Deutschland, eine mindestens dreijährige Historie des Fonds und ein Minimum von fünf Fonds in der jeweiligen Kategorie. Die Bewertung erfolgt automatisch monatlich per Monatsultimo...."

Nachteile des neuen Systems:
- statt wie bei der "RAP" Bewertungen über 1-Jahres, 3-Jahres und 5-Jahres-Zeiträume beziehen sich die "FundStars" in erster Linie nur auf den 3J-Zeitraum.
- wenn ich mir bspweise Dachfonds ausgewogen Weltanschaue, erhalte ich 20 Fonds mit 5 Sternen, alphabetisch sortiert (statt nach Ergebnissen/Kennzahlen). Danach folgen dann die 4 Sterne-Fonds usw, usw.
- unhandlich wird das Ganze auch dadurch, dass z.B. Misch- und Dachfonds in X verschiedene Unterkategorien aufgeteilt werden.
- eine Erläuterung zu den, in der Pressemitteilung genannten "Korrekturfaktoren", habe ich ad hoc auch nicht gefunden

Fazit: nach dem ersten Eindruck erscheinen mir andere System wie die Auswertungen nach Sharpe-Ratio bei Aalto und VWW oder die Onvista-FondsMap hilfreicher. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Optimal wäre es, einen Überblick über die risikoadjustierte Performance einzelner Fondsgruppen (zB Dachfonds) über verschiedene Zeiträume mit nur wenigen Mausklicks zu erhalten. Aaltokommt dem z.Z. vielleicht am nächsten, aber dort stören mich auch die (zu) vielen Unterkategorien.


Es gibt auch noch eine Fondsmetrix bei fondsweb.de. BEISPIEL
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Beitragvon drhc » 08.04.2012 09:03

Papstfan hat geschrieben:am 12.05.2011:
Endlich auch für Europa: Active Share entlarvt die Index-Klammerer !
....haben die Yale-Professoren Martijn Cremers und Antti Petajisto 2009 die Kennzahl „Active Share“ ins Leben ­gerufen. Nun wurde die US-Studie auch auf Europa übertragen. ...
Klassischerweise wird das Maß des aktiven Tuns eines Asset ­Managers anhand des Tracking Errors gemessen. Diese Kennzahl ist als Standardabweichung der Differenz von Fondsrendite und Benchmark-Rendite definiert. Der Active Share ist die Summe der absoluten Differenzen der einzelnen Portfoliogewichte und der einzelnen Indexbestandteile geteilt durch zwei. ...
mehr bei portfolio-int .


Professor Martijn Cremers (Yale) sprach bei der europäischen Investmentkonferenz von Morningstar über seine Forschungsergebnisse
zum Active Share und warum benchmarknahe Fonds ihrer aktiveren Konkurrenz tendenziell unterlegen sind.
Prof. Cremers: " ... Active Share ist eine neue Methode, mit der das aktive Risiko eines Fondsmanagers gemessen werden kann. Dabei werden die Einzelpositionen eines Fonds mit denen seiner Benchmark verglichen.
... Wir verglichen die Wertentwicklung bestimmter Fonds immer relativ
zu ihrer Benchmark. Grundsätzlich gibt es hier zwei verschiedene Ergebnisse.
Erstens schneiden Fonds, die ähnlich zur Benchmark positioniert sind,
schwächer ab.... Die gute Nachricht ist dagegen, dass Fonds mit größeren Abweichungen zur Benchmark besser als ihre Vergleichsindizes abschnitten.
... Diese Fonds haben zwar eine etwas höhere Volatilität, sie ist aber
nicht hoch genug, um die Gewinne aufzuzehren. Wir betrachten dabei zwei
Kriterien. Auf der einen Seite nehmen wir die Wertentwicklung und
adjustieren diese um bestimmte Risikofaktoren (Marktrisiko, Marktkapitalisierung, Value, Growth und Momentum). Nach der Bereinigung um alle diese Risiken und Charakteristiken sind die Fonds immer noch besser als die Benchmark.
Desweiteren achten wir auf die Information Ratio der Outperformance,
risikoadjustiert und dividiert durch ihre Volatilität. Als Ergebnis erhalten
wir Fonds mit dem höchsten Active Shares und den höchsten Information Ratios.

... tatsächlich gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen
Anlageklassen. Die meisten benchmarknahen Fonds sind im Standardwertebereich zu finden und messen sich gegen den S&P 500. Bei den Nebenwertefonds sieht das Bild anders aus. Diese Fonds haben grundsätzlich einen höheren Active Share. Es sehr wichtig, auf den Active Share zu achten, da ein Großteil der Anlagegelder in Standardwertefonds investiert sind.
... Für unsere internationale Auswertung haben wir 30 verschiedene
Länder untersucht. ... Wenn ich global anlegende Fonds sage, meine ich Fonds, deren Benchmark annehmen lässt, dass sie in mehr als eine Region oder einen Kontinent investieren.
... haben wir herausgefunden, dass die am aktivsten gemanagten Fonds, die am stärksten von der Benchmark abwichen, deren Benchmarks schlugen und dass benchmarknahe Fonds über alle vier Anlageklassen hinweg schwächer als ihre Vergleichsindizes abschnitten.
Die Ergebnisse sind für global anlegende Fonds am deutlichsten.
... Wir haben eine geringe negative Korrelation zwischen Active Share und Fondsvolumen gefunden. Diese spielt unserer Meinung nach aber nur eine untergeordnete Rolle. Für US-Fonds ist der Zusammenhang von Größe und Active Share vernachlässigbar, solange das Fondsvolumen unter 10 Mrd. Euro liegt. Über 10 Mrd. Euro haben wir dagegen eine relativ hohe negative Korrelation gefunden.
... Wir haben herausgefunden, dass Fonds mit dem höchsten Active Share trotz ihrer Größe die Benchmarks schlagen können.
Desweiteren zeigte sich, dass die größten Fonds etwas weniger Outperformance als kleinere Fonds erzielen. ..."

Quellenvermerk: morningstar
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Beitragvon schneller euro » 10.08.2012 10:39

Eine Erläuterung von WestLB Mellon als pdf-download bei fundresearch
zu den Kennzahlen Information Ratio, Tracking Error, Alpha, Beta, Standardabweichung usw.
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Beitragvon schneller euro » 12.11.2013 07:57

Sharpe Ratio verliert durch Zinswende an Aussagekraft
lautet ein Kommentar von YPOS
Zitat: "... nutzt die Sharpe Ratio Daten aus der Vergangenheit – sie ist also ein nachlaufender Indikator. Vorhersagen lassen sich daher nur dann ableiten,
wenn die Zukunft nach ähnlichen Mustern abläuft, wie die Vergangenheit.
... Der massive Renditeverfall führt dazu, dass – zumindest bei Anlageformen, die einen großen Teil ihres Kapitals in Anleihen investieren – die Vergangenheit rein mathematisch nicht mehr wiederholbar ist..."
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Active Share

Beitragvon drhc » 23.07.2014 10:21

Auszüge aus dem Beitrag vom 8.4.2012:
Endlich auch für Europa: Active Share entlarvt die Index-Klammerer !
....haben die Yale-Professoren Martijn Cremers und Antti Petajisto 2009 die Kennzahl „Active Share“ ins Leben ­gerufen. Nun wurde die US-Studie auch auf Europa übertragen. ... Klassischerweise wird das Maß des aktiven Tuns eines Asset ­Managers anhand des Tracking Errors gemessen. Diese Kennzahl ist als Standardabweichung der Differenz von Fondsrendite und Benchmark-Rendite definiert. Der Active Share ist die Summe der absoluten Differenzen der einzelnen Portfoliogewichte und der einzelnen Indexbestandteile geteilt durch zwei. ...
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Professor Martijn Cremers (Yale) sprach bei der europäischen Investmentkonferenz von Morningstar über seine Forschungsergebnisse
zum Active Share und warum benchmarknahe Fonds ihrer aktiveren Konkurrenz tendenziell unterlegen sind.
Prof. Cremers: " ... Active Share ist eine neue Methode, mit der das aktive Risiko eines Fondsmanagers gemessen werden kann. Dabei werden die Einzelpositionen eines Fonds mit denen seiner Benchmark verglichen.
... Wir verglichen die Wertentwicklung bestimmter Fonds immer relativ
zu ihrer Benchmark. Grundsätzlich gibt es hier zwei verschiedene Ergebnisse.
Erstens schneiden Fonds, die ähnlich zur Benchmark positioniert sind,
schwächer ab.... Die gute Nachricht ist dagegen, dass Fonds mit größeren Abweichungen zur Benchmark besser als ihre Vergleichsindizes abschnitten.
achten wir auf die Information Ratio der Outperformance,
risikoadjustiert und dividiert durch ihre Volatilität. Als Ergebnis erhalten
wir Fonds mit dem höchsten Active Shares und den höchsten Information Ratios.

... tatsächlich gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen
Anlageklassen. Die meisten benchmarknahen Fonds sind im Standardwertebereich zu finden und messen sich gegen den S&P 500. Bei den Nebenwertefonds sieht das Bild anders aus. Diese Fonds haben grundsätzlich einen höheren Active Share. Es sehr wichtig, auf den Active Share zu achten, da ein Großteil der Anlagegelder in Standardwertefonds investiert sind.
... Für unsere internationale Auswertung haben wir 30 verschiedene
Länder untersucht. ... Wenn ich global anlegende Fonds sage, meine ich Fonds, deren Benchmark annehmen lässt, dass sie in mehr als eine Region oder einen Kontinent investieren.
... haben wir herausgefunden, dass die am aktivsten gemanagten Fonds, die am stärksten von der Benchmark abwichen, deren Benchmarks schlugen und dass benchmarknahe Fonds über alle vier Anlageklassen hinweg schwächer als ihre Vergleichsindizes abschnitten.
Die Ergebnisse sind für global anlegende Fonds am deutlichsten.
... Wir haben eine geringe negative Korrelation zwischen Active Share und Fondsvolumen gefunden. Diese spielt unserer Meinung nach aber nur eine untergeordnete Rolle. Für US-Fonds ist der Zusammenhang von Größe und Active Share vernachlässigbar, solange das Fondsvolumen unter 10 Mrd. Euro liegt. Über 10 Mrd. Euro haben wir dagegen eine relativ hohe negative Korrelation gefunden.
... Wir haben herausgefunden, dass Fonds mit dem höchsten Active Share trotz ihrer Größe die Benchmarks schlagen können.
Desweiteren zeigte sich, dass die größten Fonds etwas weniger Outperformance als kleinere Fonds erzielen. ..."
Quellenvermerk: morningstar

Im Juli 2014 ein Artikel bei Das Inv. welcher die Erkenntnisse der Yale-Professoren Martijn Cremers und Antti Petajisto aufgreift.
Daraus zitiert: " ... der Vergleich mit dem Tracking Error? Beide Größen messen die Aktivität eines Managers, beschreiben aber verschiedene Aspekte. Das Active Share ist ein Gradmesser für die Aktienselektion, der Tracking Error ermittelt das systematische Faktorrisiko.
„Beide haben ihre Existenzberechtigung“, erklärt Thorsten Winkelmann, Manager des Allianz Wachstum Europa (848182). „Eine der Schwächen des Tracking Error ist allerdings, dass er nicht nur von den aktiven Entscheidungen des Fondsmanagers abhängt, sondern auch von der Volatilität des Gesamtmarkts.“ ...
Auf hohe Werte bei beiden Kennzahlen kommen Stockpicker, die ein konzentriertes Portfolio haben. In der vierten Kategorie finden sich Stockpicker mit einem breit gestreuten Portfolio. Bei ihnen fallen weniger Faktorwetten an, sodass der Tracking Error gering ist.
Laut der Cremers/Petajisto-Studie weisen Letztere die höchste Outperformance auf, nämlich im Schnitt 1,39 Prozent pro Jahr. Als aktive Manager gelten solche, die auf ein langfristiges Active Share von über 60 Prozent kommen.
„Müssten sich Anleger anhand einer einzigen Kennzahl für ein Fondsinvestment entscheiden, müssten sie eigentlich das Active Share nehmen“, meint Philipp Langeheinecke, Geschäftsführer des Schweizer Analysehauses Finance-Doc.
„Keine Kennzahl ist statistisch zuverlässiger, wenn es um die Vorhersage von künftiger Performance geht.“ :!: ...
„Das größte Problem ist der hohe Aufwand, um das Active Share monatlich zu berechnen. Dafür müsste man jede Position eines Fonds gegen seinen Vergleichsindex laufen lassen“, sagt Uwe Leonhardt, Vorstand des Vermögensverwalters Gecam. Entsprechend gibt es hierzulande keine Datenbank, die das auf Knopfdruck leistet.“ :(
... Eine der auffälligsten Ausnahmen ist der Waverton European Fund (A0MMFW), der aktuell ein Active Share von über 96 Prozent aufweist. Manager Oliver Kelton erzielte in den vergangenen fünf Jahren eine annualisierte Performance von 23 Prozent. ...
Bei der Information Ratio kommt der Fonds zudem über diesen Zeitraum auf einen ebenfalls guten Wert von 1,01. Diese Kennzahl misst, wie viel Mehrrendite gegenüber der Benchmark ein Fondsmanager im Verhältnis zum Fondsrisiko erwirtschaften konnte.
Letzteres ist nichts anderes als der Tracking Error ...
Ein nahezu 100-prozentiges Active Share fährt derzeit der Manager des Fast Europe Fund (A0JDV9) von Fidelity, Anas Chakra. Da Chakra mit diesem Strategiefonds sowohl Long- als auch Short-Positionen eingehen darf, kann er theoretisch sogar auf ein höheres Active Share als 100 Prozent kommen. ..."
Auf der Seite 3 des Artikels bei Das Inv. werden die besten aktiv verwalteten Europa-Fonds vorgestellt und (für Einsteiger) noch mal alle Kennziffern wie z. Bsp. Information-, Sortino-, Sterling-Ratio, Tracking-Error etc erläutert
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Beitragvon The Ghost of Elvis » 25.06.2015 17:04

k9 hat geschrieben: von 2010:
Da ich zufällig gerade bei VWD am rummachen bin
Hier der Link:http://fondscontainer.vwd.de/vwd/
Dann bei Fondstypen Doppelklick auf z.B. [b]„Aktienfonds“

Dann Doppelklick auf die Fondgruppe, die dich interessiert, z.B. „Aktien China“
Dann auf „Risiko“ (vierter Button von links)
Dann in der Spalte „Sharp Ratio“ Doppelklick auf „3 Jahre“


Der Links fondscontainer.vwd fungsioniert nicht mehr.
Und Vwd ist in Germany inzwischen kosten-pflichtig?
Dafür bekommt man die Infos immer noch kostenfrei bei
http://www.fondscontainer.ch/vwdch/fond ... tion=profi
und
http://fonds-wblatt.customer.gatrixx.co ... ueberblick

Korrekt?
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Beitragvon lloyd bankfein » 01.04.2016 18:12

Papstfan hat geschrieben:am 12.05.2011:
Endlich auch für Europa: Active Share entlarvt die Index-Klammerer !
....haben die Yale-Professoren Martijn Cremers und Antti Petajisto 2009 die Kennzahl „Active Share“ ins Leben ­gerufen. Nun wurde die US-Studie auch auf Europa übertragen. ...
Klassischerweise wird das Maß des aktiven Tuns eines Asset ­Managers anhand des Tracking Errors gemessen. Diese Kennzahl ist als Standardabweichung der Differenz von Fondsrendite und Benchmark-Rendite definiert. Der Active Share ist die Summe der absoluten Differenzen der einzelnen Portfoliogewichte und der einzelnen Indexbestandteile geteilt durch zwei. ...
mehr bei portfolio-int .


fundres.:
"...
Was ist die Kennzahl Active-Share für Fonds wirklich wert?
...So zeigt die Morningstar-Studie „Active Share in European Equity Funds”, dass Fonds mit einem hohem Active Share nicht notwendigerweise besser performen als solche mit niedrigerem Wert. Im Gegenteil: Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit dem Active Share auch das Risiko erhöht. ...
Auffällig ist vor allem, dass unter den Fonds mit dem höchsten Active Share sowohl die besten als auch die schlechtesten Fonds sind. Mit einem höheren Active Share steigt also vor allem die Streuung der Renditen. Als Qualitätsmerkmal taugt diese Kennzahl deshalb wohl eher nicht.
Ein Verweis auf die historischen Renditen von Fonds bei gleichzeitigem Verweis auf die eingesetzte Volatilität scheint unter diesem Gesichtspunkt vermutlich nach wie vor das bessere Verkaufsargument zu sein. ... "

also vergessen wir erst mal den Active Share :roll:
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Re: Sharpe-Ratio, Mar-Ratio, Sortino-Ratio, Fonds-Ratings

Beitragvon Fondsfan » 03.04.2016 18:31

"also vergessen wir erst mal den Active Share"

Ist das wirklich die richtige Schlussfolgerung?
Ich stimme zu, dass diese Kennzahl nichts für eine Aussage über die Qualität
eines Fonds hergibt.
Aber sagt eine niedrige Zahl des Active Share nicht klar, dass es sich in
Wirklichkeit um ein völlig passives Produkt handelt? Wenn das mit schwacher
Performance zusammenfällt, heißt das doch, dass aktives Management nur
vorgetäuscht wird, oder sehe ich das falsch?
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Re: Sharpe-Ratio, Mar-Ratio, Sortino-Ratio, Fonds-Ratings

Beitragvon schneller euro » 04.04.2016 12:20

Fondsfan hat geschrieben:... sagt eine niedrige Zahl des Active Share nicht klar, dass es sich in Wirklichkeit um ein völlig passives Produkt handelt? Wenn das mit schwacher Performance zusammenfällt, heißt das doch, dass aktives Management nur vorgetäuscht wird, oder sehe ich das falsch?


Interpretiere ich auch so. Und ein hohes Active Share garantiert auch keinen besonders erfolgreichen Fonds lt. dem obigen Artikel
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Re:

Beitragvon drhc » 16.04.2016 13:38

lloyd bankfein hat geschrieben:fundres.:
"...
Was ist die Kennzahl Active-Share für Fonds wirklich wert?
...So zeigt die Morningstar-Studie „Active Share in European Equity Funds”, dass Fonds mit einem hohem Active Share nicht notwendigerweise besser performen als solche mit niedrigerem Wert. Im Gegenteil: Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit dem Active Share auch das Risiko erhöht. ...
Auffällig ist vor allem, dass unter den Fonds mit dem höchsten Active Share sowohl die besten als auch die schlechtesten Fonds sind. Mit einem höheren Active Share steigt also vor allem die Streuung der Renditen. Als Qualitätsmerkmal taugt diese Kennzahl deshalb wohl eher nicht.
Ein Verweis auf die historischen Renditen von Fonds bei gleichzeitigem Verweis auf die eingesetzte Volatilität scheint unter diesem Gesichtspunkt vermutlich nach wie vor das bessere Verkaufsargument zu sein. ... "


Das Barings Whitepaper "Hintergründe zum Active Share, Ein hilfreiches Instrument für Fondsselektoren"
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