Abgeltungssteuer, Finanztransaktionssteuer, Quellensteuer

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Re: Abgeltungssteuer, Finanztransaktionssteuer, Quellensteue

Beitragvon The Ghost of Elvis » 21.12.2017 19:11

"....

So funktioniert die Steuer auf Altfonds ab 2018
Die Gewinne von Altfonds, die bis 31. Dezember 2017 anfallen, bleiben steuerfrei. Um dies festzuhalten, tut der Gesetzgeber so, als würden Altfonds Ende 2017 fiktiv verkauft und wiederangeschafft. Alle Gewinne, die ab 2018 anfallen, werden dann nach der neuen Methodik versteuert: jährlich anhand einer Pauschale. Dabei greifen die jährlichen Freibeträge für Sparer.

Spannend wird es schließlich beim Verkauf des Fonds. Von der Wertsteigerung ab 1. Januar 2018 bis zum Verkaufstag gehen zunächst die bereits angesetzten Pauschalen ab. Anschließend fällt Abgeltungssteuer auf 70 Prozent des verbleibenden Gewinns an (Teilfreistellung).

Nun kommt der Freibetrag für Sparer von 100.000 Euro ins Spiel. Stand Januar 2017 ist noch nicht geklärt, ob der volle um die Pauschalen geminderte Gewinn den 100.000 Euro gegengerechnet wird oder der zusätzlich um die Teilfreistellung geminderte Gewinn. Letzterer Fall wäre für Sparer vorteilhafter. Um den Sachverhalt zu klären, braucht es gegebenenfalls noch ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums.

Beispiel: Besteuerung eines Fonds 2007 bis 2027
Angenommen, ein Anleger hätte mit einem ETF auf den MSCI World seit 2007 eine jährliche Rendite von 6 Prozent erzielt. Aus 50.000 Euro im Jahr 2007 wären Ende 2017 knapp 90.000 Euro geworden. Ende 2017 wird der Fonds nun fiktiv verkauft und der Gewinn von knapp 40.000 Euro steuerfrei fixiert.

Ab 2018 gelingt es dem Anleger, für weitere zehn Jahre 5 Prozent Rendite im Jahr zu erzielen. Ende 2028 hätte er dann weitere knapp 71.000 Euro Gewinn gemacht. Nach Anrechnung aller Pauschalen blieben ihm noch knapp 62.000 Euro als Bemessungsgrundlage für die Abgeltungssteuer, nach Teilfreistellung noch gut 43.000 Euro. Es würden gut 11.000 Euro Abgeltungssteuer anfallen.

Steuererstattung beantragen
Wer Altfonds nach 2018 verkauft, muss im Zweifel die Steuer erst einmal vorstrecken: Fondsanbieter führen die Abgeltungssteuer zunächst an das Finanzamt ab. Sparer müssen sich die Erstattung dann über die Steuererklärung zurückholen. Bislang ist noch unklar, ob und wie sie die Erstattung beantragen und ihren Freibetrag freischalten können. Klar ist bislang nur: Das Finanzamt verwaltet den Freibetrag pro Kopf.

... usw usw usw
siehe finanztip

hoffentlich gibts kein chaos und hoffentlich wirds nicht teuer :(
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The Ghost of Elvis
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Re: Abgeltungssteuer, Finanztransaktionssteuer, Quellensteue

Beitragvon lloyd bankfein » 04.01.2018 11:17

The Ghost of Elvis hat geschrieben:"....
So funktioniert die Steuer auf Altfonds ab 2018
Die Gewinne von Altfonds, die bis 31. Dezember 2017 anfallen, bleiben steuerfrei. Um dies festzuhalten, tut der Gesetzgeber so, als würden Altfonds Ende 2017 fiktiv verkauft und wiederangeschafft. Alle Gewinne, die ab 2018 anfallen, werden dann nach der neuen Methodik versteuert: jährlich anhand einer Pauschale. Dabei greifen die jährlichen Freibeträge für Sparer.


Was ist mit den Freistellungsaufrägen? Werden die durch den fiktiven Verkauf belastet? wenn ja: Die von 2017 oder die von 2018?
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GroKo ändert Zinsenbesteuerung

Beitragvon thallo » 24.02.2018 19:51

Bei Dividenden ändert sich wohl nichts, wie aber sieht es bei Kursgewinnen aus?

Was bringt die Groko für den Sparer?

https://boerse.ard.de/anlagestrategie/steuern/was-eine-neuerliche-groko-fuer-sparer-bedeutet100.html
Mfg thallo
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Beitragvon drhc » 27.02.2018 15:16

Ausschüttung First Private Wealth, mein Freistellungsauftrag für dieses Jahr ist bereits ausgeschöpft bei Ebase. Dort rechnet man ab: 7,48 Aussch. - 5,45 Kap.steuer+Soli = 2,03 Euro Auszahlung. Dem nach ca 73 % Steuerabzug. 2 andere Abrg für Ausschüttungen haben ähnlich hohe Steuerabz. Ob das so richtig ist?
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Beitragvon drhc » 16.10.2018 11:44

Soeben bei Fundresearch gelesen:
" ... Das Jahressteuergesetz 2018 soll Ungereimtheiten bei der Besteuerung von Fonds beseitigen ...
Ein Punkt auf der Korrekturliste ist zum Beispiel die nach jetzigem Recht kaum nachvollziehbare Besteuerung von Dachfonds, die im Vergleich zu Aktienfonds stark benachteiligt werden. Hintergrund: Wenn Aktienfonds einen Aktienanteil von mindestens 51 Prozent haben, sind pauschal 30 Prozent aller Erträge für den Anleger steuerfrei. Das gilt zwar im Prinzip auch für Dachfonds. Doch dem Gesetz zufolge werden bei Ziel-Aktienfonds, die im Dachfonds enthalten sind, nur 51 Prozent ihrer Werte für die Berechnung der Kapitalbeteiligungsquote im Dachfonds berücksichtigt. Das bedeutet konkret: Wenn Ziel-Aktienfonds derzeit etwas zu viel Liquidität halten, kann der betreffende Dachfonds mit diesen Zielfonds im Portfolio die 51-Prozent-Hürde schon nicht mehr nehmen. Er wird rechnerisch zum Mischfonds. Der steuerfreie Anteil sinkt auf 15 Prozent. ...
dass das Gesetz zur gerechteren Besteuerung von Dachfonds zwar auf dem Weg ist, aber eben noch nicht gilt. ... sollten unbedingt erstens die offiziellen Anlagebedingungen der Fonds prüfen und zweitens die Veröffentlichungen der Zielfonds-Quoten regelmäßig nachhalten. Kommt es im Rahmen der Steuererklärung zur Diskussion mit dem Finanzamt, kann man dann im Nachhinein nachweisen, dass die Mindestbeteiligungsquoten von den Zielfonds tatsächlich auch eingehalten wurden. ... "
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Beitragvon lloyd bankfein » 21.12.2018 20:12

nix bleibt uns erspart. jetzt kommt noch die Vorabpauschale :x
Erklärungen: https://www.fonds-super-markt.de/vorabpauschale/
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Re: Abgeltungssteuer, Finanztransaktionssteuer, Quellensteue

Beitragvon Kato » 21.12.2018 20:46

Deutschland halt, am Ende....Steuern überall, schön die schröpfen, die was haben, und an die armen verteilen, die keine lust zum arbeiten haben, danke den linken und grünen, dank an die SPD und CDU :lol:
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Ausländische thesaurierende Fonds

Beitragvon lloyd bankfein » 30.12.2018 20:12

The Ghost of Elvis hat geschrieben: 9.12.2010
Von finanzpartner.de :
...
III:
Wenn Sie einen ausländischen thesaurierenden Fonds nach Ablauf des Geschäftsjahres (Anmerkung von mir: kann abweichend vom Kalenderjahr sein) verkaufen und die Erträge des abgelaufenen Jahres noch nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden, werden pauschal 6% des Fondswertes als ausschüttungsgleiche Erträge versteuert. Erst nachdem die Erträge veröffentlich wurden, werden die tatsächlichen Werte berücksichtigt. Sie sollten mit dem Verkauf daher sinnvollerweise immer warten, bis die Erträge veröffentlicht wurden.
Wenn Sie vorher verkaufen, wird Ihnen die zuviel gezahlte Steuer zwar bei Ihrer Steuererklärung angerechnet. Allerdings fehlt dieses Geld erst einmal in Ihrem Depot und kann sich nicht gewinnbringend vermehren.
auch kein Problem wenn man daran denkt
Nachsehen bei https://www.ebundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet


Die Steuer-Regel gilt immer noch? Ausl. Thes. erst in 2019 verkaufen, wenn die die Erträge des abgelaufenen Jahres 2018 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden?
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Re: Abgeltungssteuer, Finanztransaktionssteuer, Quellensteue

Beitragvon Fondsfan » 31.12.2018 10:55

Aus dem Gedächtnis und daher ohne Angabe einer Quelle:

Irgendwo habe ich gelesen, dass die Depotbank nach Veröffentlichung
der Werte im Bundesanzeiger automatisch eine Korrektur auf den
korrekten Wert vornimmt, so dass man sich nicht selber darum kümmern
muss.

Das soll auch gelten, wenn die Papiere in der Zwischenzeit verkauft wurden.

Ich hoffe, das ist richtig.
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