Flossbach von Storch: Multiple Opport.(A0M430,A1W17Y) u.a.

Anlageinstrumente, Asset Allocation, Portfoliotheorie, Diskussionen und wissenschaftliche Beiträge

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Re: DAX 13000 !?

Beitragvon k9 » 25.04.2012 18:02

Kato hat geschrieben:http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/geldanlage-check/Philipp-Vorndran-Vermoegensverwalter-article6102501.html

kato


Ich denke, schon. Aber es wird Nerven kosten.

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Beitragvon tibesti » 27.04.2012 10:17

Der Multiple Opportunities wächst und wächst...

Ich hab mir mal jetzt den FvS Global Opportunities (LU0399027290) genauer angeschaut , dessen Fondsvolumen nach wie vor bei 27 Millionen dahindümpelt.

Auch dieser Fonds wird wohl explizit von Bernd Flossbach gemanagt und unterscheidet sich vom Multiple Opportunities eigentlich nur durch das Fehlen der Edelmetall-Komponente.

Nach der anfänglichen Outperformance des Multiple Opportunities hat sich das Bild seit einem guten halben Jahr nunmehr (bdingt durch die Korrektur bei Gold und Silber ??) doch deutlich verändert.

Der Global Opportunities könnte also durchaus eine Alternative zum viel zu großen Schwesterfonds werden.
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Beitragvon k9 » 27.04.2012 10:29

Diesen Gedanken hatte ich auch schon.
Zumal ich fürchte, dass man sich bei FvS zu spät von den Edelmetall-
Investments trennen könnte, wenn das mal angesagt sein sollte.

Diese Befürchtung habe ich bei jedem Mischfonds, der einen Edelmetall-
anteil hält und dies ideologisch begründet (Verfall der Währungen usw.).
Sehr stark ausgeprägt bei Mack&Weise z.B. Und FvS sehe ich auch nicht
frei davon.
Bei einem Trendfolger mit quantitativen System hätte ich diese Befürchtung
nicht......

..... auf Anhieb will mir da aber keiner einfallen.

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Beitragvon schneller euro » 27.04.2012 16:38

tibesti hat geschrieben:Der Multiple Opportunities wächst und wächst...
Ich hab mir mal jetzt den FvS Global Opportunities (LU0399027290) genauer angeschaut , dessen Fondsvolumen nach wie vor bei 27 Millionen dahindümpelt.
Auch dieser Fonds wird wohl explizit von Bernd Flossbach gemanagt und unterscheidet sich vom Multiple Opportunities eigentlich nur durch das Fehlen der Edelmetall-Komponente.
Nach der anfänglichen Outperformance des Multiple Opportunities hat sich das Bild seit einem guten halben Jahr nunmehr (bdingt durch die Korrektur bei Gold und Silber ??) doch deutlich verändert.
Der Global Opportunities könnte also durchaus eine Alternative zum viel zu großen Schwesterfonds werden.


Factsheetdes Global Opp. (A0RCKJ)bei FVS.
Dort ist vermerkt: "...Mischfonds Welt ...Seit Auflage des Fonds wurden zwei Strategiewechsel vollzogen:
Fondsname bis 30.04.2010: FvS Aktien Deutschland
Fondsname vom 01.05.2010 bis 31.05.2011: Flossbach von Storch Europa Opportunities ..."

Chartvergleich 1 Jahraus dem Beitrag vom 22.3.12 (4 FVS-Fonds), erweitert um den o.g. FVS Global Opp. (A0RCKJ, Ebase möglich).

Der Einsatz von Zertifikaten ist beim FVS Global Opp. (A0RCKJ) lt. Factsheet erlaubt. Futures werden nicht explizit erwähnt. Wenn man den Chart 2012 mit dem des Multi-Opp vergleicht, ist aber davon auszugehen.
Von Seite 1 dieses Threads zum FVS Multi Opp.:
trutz hat geschrieben:
schneller euro hat geschrieben:[-> Perf.-Vorsprung des Multi Opp. (A0M430) aktuell ca. 50(!)% gegenüber den 3 anderen Kandidaten. Möglicherweise wird die höhere Wertentwicklung durch solche Trades (Zitat aus Factsheet 02/12 des A0M430) generiert: "...Zusätzlich halten wir eine Position im Nikkei 225 Future, der im Februar den mit Abstand höchsten Wertbeitrag beisteuerte..."
Zu dem Fazit bin ich auch gekommen.
Flossbach sieht den Fonds anscheinend ja als sein "persönliches Baby". Hier kann er sich und dem Markt jetzt beweisen, was er kann.
Ist wahrscheinlich am besten unter "Hedgefonds light" zu beschreiben mit allen Vor-und Nachteilen bspw. auch bezüglich Management Risiko.
Halt ähnlich wie der Carmignac Patrimoine mit noch mehr Freiheiten.
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Beitragvon tibesti » 07.05.2012 11:56

FvS Multiple Opportunities Monatskommentar April

Der Fonds hat den Monat April mit einem kleinen Minus von 0,2% abgeschlossen. Aufkommende Sorgen um Italien und Spanien und die konjunkturelle Talfahrt in der Eurozone (außer Deutschland) haben die Zweifel an einer erfolgreichen Konsolidierung der Staatsfinanzen wieder wachsen lassen und zu einem Renditeanstieg der Anleihen der Peripherieländer geführt.
Die anstehende Wahl in Frankreich sorgte ebenfalls für Verunsicherung, weil der ausgehandelte EU-Fiskalpakt dadurch in Frage gestellt werden könnte. Dies ist insofern ironisch, als gerade der Fiskalpakt mit seinen einseitigen Sparmaßnahmen (Austerität) den Sargnagel für die Volkswirtschaften der Euro-Peripherie bedeuten würde. Eine Schuldenbremse mag in Deutschland funktionieren; in der jetzigen Situation wäre sie für Spanien oder Italien Selbstmord. Die Lösung liegt in umfassenden Strukturreformen und temporär hohen Haushaltsdefiziten gepaart mit Inflation. Der Fonds litt im abgelaufenen Monat unter leichten Wertrückgängen bei Edelmetallen, deren Anteil sich von 14% auf rund 12% reduziert hat, weil wir die Mittelzuflüsse des Fonds nur unterproportional in Gold allokiert haben. Dem stehen leichte Zugewinne bei Aktien gegenüber, wobei sich die Beteiligungen an Drillisch, Freenet, Kyocera, Roche und TAG Immobilien am besten entwickelt haben und Kursverluste bei den Aktien von Daimler, Siemens oder Procter & Gamble überkompensieren konnten. Die Aktienquote ist mit 72% weitgehend unverändert geblieben. Die bislang bestehende taktische Long Position im Nikkei 225 Future haben wir ganz abgebaut und im Gegenzug die direkten Aktienengagements sukzessive erhöht. Hierbei haben wir in attraktiv bewertete Exportunternehmen, wie Canon, Kyocera, Nitto Denko oder Nissan, aber auch binnenorientierte Werte mit sehr hohen Dividendenrenditen, wie das Mobilfunkunternehmen NTT Docomo, investiert. Die meisten der insgesamt 12 japanischen Aktien im Fonds sind schuldenfrei, attraktiv bewertet und dividendenstark. Sollte sich der Yen nach seiner jüngsten Erholung erneut abschwächen, wäre dies für viele japanische Unternehmen ein Gewinnturbo, der den Aktien deutliches Kurspotenzial verleiht. Wenn nicht, sind die Titel durch ihre günstige Bewertung und/oder hohen Dividendenrenditen relativ gut nach unten abgesichert.
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Beitragvon Fondsfan » 07.05.2012 12:09

"Die Lösung liegt in umfassenden Strukturreformen und temporär hohen Haushaltsdefiziten gepaart mit Inflation."


Eine vermutlich zutreffende Analyse, wie wir aber die Politiker
vor allem in Lateieuropa kennen, sorgen sie für Haushaltsdefizite
und Inflation, aber nicht für Strukturreformen, oder zumindest nicht
ausreichend.
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Beitragvon Kato » 07.05.2012 12:36

Die Aktienquote von ueber 70% passt gut zu Oegeats Ansage:

LOOOOOOng !

Unglaublich aber wahr.

kato
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Beitragvon k9 » 09.05.2012 10:26

Mir gefällt auch auch die Reduzierung der Edelmetalle.
Mal sehen wie FvS auf die Einbrüche heute und gestern
reagiert.

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Beitragvon tibesti » 09.05.2012 22:17

Anlageprofi Bert FlossbachPrognose für die Euro-Zone: „Es bleiben nur sechs bis sieben Euro-Länder übrig“

Mittwoch, 09.05.2012, 19:23 · von FOCUS-MONEY-Redakteur Hans Sedlmaier

Flosbach von Storch Vermögensverwalter und Fondsprofi Bert Flossbach
Als unabhängiger Vermögensverwalter nimmt Bert Flossbach kein Blatt vor den Mund. Warum es im Euro-Gebälk knirscht, wieso die Börse bald krachen könnte und wie der Staat uns durch Inflation enteignen will.

FOCUS Online: Am Sonntag fanden in Frankreich und Griechenland Wahlen statt. Was würde passieren, wenn nun eine neue griechische Regierung den Euro-Raum verlässt und die Drachme wieder einführt?

Flossbach: Dass das passieren wird, ist eh klar. Der Schuldenschnitt hat natürlich nicht ausgereicht, weil das Land mit nun 260 statt 360 Milliarden Euro Schulden nicht beinahe pleite ist, sondern immer noch völlig bankrott. Es macht sich auch keiner die Illusion, dass Griechenland diese verbliebenen Schulden jemals zurückzahlen wird – zumal nun auch noch das Bruttoinlandsprodukt von 230 in Richtung 200 Milliarden Euro fällt. So ein Minus des BIP von 13 Prozent bei einer Schuldenquote von dann 130 Prozent haben die grotesken Rechnungen der Troika nie vorgesehen.

FOCUS Online: In der Griechenlandkrise im vergangenen Jahr ist der Dax auf 4900 Punkte heruntergekracht. Wird es nicht auch zu neuen Verwerfungen an der Börse kommen, wenn sich die Griechen vom Euro verabschieden und dann vielleicht auch noch Portugal unter Beschuss kommt?

Flossbach: Sicher, eine erneute Krise um Portugal und dann vielleicht noch Spanien könnte die Aktienmärkte noch mal richtig kräftig durchrütteln.

FOCUS Online: Kann Griechenland überhaupt im Euro überleben?

Flossbach: Nach ökonomischen Gesichtspunkten nicht. Aber der Euro ist ja eine rein politische Angelegenheit.

FOCUS Online: Deshalb dürfte es für die Zukunft des Euro erst recht nicht egal sein, wer in Paris regiert.

Flossbach: Sicher. Die Wähler in Frankreich haben auch mit darüber entschieden, ob in Europa weiterhin die von Deutschland favorisierte Austeritätspolitik betrieben wird, also eine Politik der Einsparungen und Haushaltskonsolidierungen oder ob es zu einer lockereren Finanzpolitik mit einer Aufkündigung des Stabilitätspakts kommen wird, wie sie Hollande vertritt.

FOCUS Online: Bisher vertreten Angela Merkel und Sarkozy nach außen gemeinsam diese Politik. Unter Hollande dürfte diese Achse Frankreich-Deutschland brechen?

Flossbach: Na ja, es wird nie so heiß gegessen, wie gekocht wird. Zwischen Ankündigungen und Taten liegen manchmal Welten, und die Regierungspolitik wird oft auch schlicht von Sachzwängen diktiert. Denken Sie daran: Wer hat die Agenda 2010 in Deutschland durchgesetzt? War das die CDU oder war es Rot-Grün?

FOCUS Online: Immerhin steht Hollande mit seiner Einkommensteuer von 75 Prozent für Einkommen von einer Million Euro aufwärts bei der Wählerschaft im Wort.

Flossbach: Das ist ja bisher nur eine Ankündigung, um Wählerstimmen zu gewinnen und nicht ein in Stein gemeißeltes Gesetz.

FOCUS Online: Also alles nicht so schlimm?

Flossbach: Nun, mit Herrn Hollande dürfte es schon ein paar Friktionen zwischen Deutschland und Frankreich geben, und die von Deutschland betriebene Spar- und Konsolidierungspolitik wird dann sicher auf weniger Gegenliebe stoßen.

FOCUS Online: Werden die scharf gegensätzliche Auffassung über die richtige Finanzpolitik zwischen Merkel und Schäuble auf der einen Seite und den französischen Sozialisten um François Hollande den Euro nicht sogar in eine neue Krise stürzen?

Flossbach: Wenn Hollande knallhart gegen die Austeritätspläne vorgeht und Merkels Sparkurs verweigert, wird das Euro-Gebälk schon schwerer knirschen, als wenn ein Wahlsieger Sarkozy sich zumindest bemüht, den Haushalt zu sanieren. Ich meine aber, dass das Kernproblem auf einer ganz anderen Ebene liegt.

FOCUS Online: Nämlich?

Flossbach: Dass wir komplett heterogene, sehr stark differenzierende und dabei auseinander driftende Volkswirtschaften innerhalb einer Währung haben.

FOCUS Online: Diese unterschiedliche Grundkonstellation begleitet die Euro-Zone doch nicht erst seit gestern.

Flossbach: Es ist ja nicht nur eine heterogene Wirtschaftsunion, sondern auch eine heterogene mentale Union, die der Euro da zusammenfasst. So schön es ist, dass wir dank des europäischen Integrationsprozesses keinen Pass mehr brauchen, wenn wir über die Grenze fahren und Überweisungen einfach abwickeln können, so falsch war es, diesen Prozess mit dem Euro einen Schritt zu weit zu drehen – damals, als François Mitterrand seinen Freund Helmut Kohl bat, im Gegenzug für seine Zustimmung zur Wiedervereinigung doch die D-Mark aufzugeben. Das war wie bei einem Thermostat, den man eine Stufe zu hoch dreht.

FOCUS Online: Anfangs hat es niemanden ins Schwitzen gebracht.

Flossbach: Ja, aber als dann 2003/04 die Probleme mit Griechenland bekannt wurden und auch, dass Italien geschummelt hatte, wurde klar, dass wir nicht nur sehr unterschiedliche Verschuldungsquoten und Defizite hatten, sondern offenkundig auch eine ganz andere Mentalität. Und das ist ja bis heute eines der entscheidenden Probleme mit den Ländern am Rande der Euro-Zone: dass sie anders ticken in Bezug auf Steuern, Abgaben, Korruption. Unter dem Dach einer gemeinsamen Währung werden solche Differenzen offenkundiger. Und durch einen künstlichen gemeinsamen Zins werden sie immer größer: So konnte es den Boom in Spanien im Immobilienbereich geben und den transferinduzierten Boom in Griechenland oder Portugal. Dort wuchs die Wirtschaft ja nicht, weil die Immobilienpreise so anstiegen, sondern aufgrund der hohen Transferleistungen. Dann kam die große Krise, und alles hat sich umgekehrt.

FOCUS Online: Deutschland war zu Beginn des Euro für viele ja der Buhmann gewesen . . .

Flossbach: . . . hatte in der Zwischenzeit aber seine Hausaufgaben gemacht, seine Lohnstückkosten heruntergebracht, war wettbewerbsfähiger geworden. Die anderen Länder haben das Gegenteil gemacht. Die Ungleichgewichte waren groß, und als die Finanzkrise kam, war Deutschland sehr viel besser positioniert. Die heutigen Problemländer hatten ihren Boom auch mehr oder weniger innenfinanziert. Sie hatten eben nicht durch Exporte in den Dollar-Raum oder tolle Produkte geglänzt.

FOCUS Online: Dennoch haben wir jede Menge Schulden.

Flossbach: Wir zahlen doch fast gar keine Zinsen mehr. Der Privatmann kann einen zehnjährigen Kredit auf ein Haus für gut drei Prozent finanzieren. Und der Durchschnittszins auf deutsche Staatsanleihen liegt bei gut drei Prozent. Nach unseren Berechnungen wird er bei gleichbleibenden Bedingungen bis 2018 auf zwei Prozent fallen. Bei einem unveränderten Schuldenvolumen wäre dann die jährliche Zinsbelastung des Bundes von 31,8 auf 20,8 Milliarden Euro gesunken – eine Ersparnis von elf Milliarden Euro. Hier profitiert Deutschland von der Krise!

Flossbach: Wir erleben eine Sonderkonjunktur in Deutschland, getrieben durch die gerade erst beginnende Bautätigkeit und andererseits durch den Export. Getragen auch von Produkten, die weltweit nachgefragt werden. Nehmen Sie den Erfolg der Autoindustrie in China oder den Maschinenbau. Jetzt stehen wir wirklich glänzend da, und die anderen Euro-Länder haben große Schwierigkeiten. Die Divergenzen haben sich also umgekehrt, aber mit exponentieller Dynamik: Deutschland fliegt nach oben weg, und die anderen fallen nach unten in die Rezession. Das ist wie bei unterschiedlichen Temperaturen in einer Flasche, die es zu zerreißen droht.

FOCUS Online: Was sollten wir jetzt tun, was lassen, damit die „Euro-Flasche“ nicht zerspringt?

Flossbach: Wir sollten diesen Ländern auf keinen Fall ein Sparpaket oktroyieren. Denn wir zahlen ja kaum Zinsen, im Gegensatz zu Spanien und Italien, wo die Zinslast relativ hoch ist. Viel wichtiger aber ist: In Deutschland darf sich der Staat über Rekordsteuereinnahmen freuen. In Italien haben Sie aber keine Rekordsteuereinnahmen, und in Spanien ist die Wirtschaft jetzt offiziell in der Rezession. Das können Sie auch an den Absatzzahlen der deutschen Autobauer dort ablesen. Griechenland entwickelt sich katastrophal. Die Prognosen von IWF und Troika für das Land waren eine Politposse. Der Gedankenfehler des IWF war es, ein Sparprogramm mit einer Anhebung der Mehrwertsteuer um vier Prozentpunkte zu machen und zu meinen, die Steuern würden sich entsprechend erhöhen. Tatsächlich ist praktisch nichts von der Erhöhung in der Staatskasse angekommen.

FOCUS Online: Die Sparpolitik macht also alles viel schlimmer?

Flossbach: Ja. Die Austeritätspolitik ist nicht unbedingt gut für Deutschland, würde aber hier nicht so katastrophale Folgen haben. Man kann sie nicht auf Länder übertragen, die nicht wettbewerbsfähig sind, weil sie dann keine Chance haben, ihre Einnahmen zu erhöhen.

FOCUS Online: Nachdem die Finanzierung Griechenlands bis 2015 gesichert war, hatte man schon den Eindruck, dass Ruhe an der Euro-Front eingekehrt ist und alle den Stabilitätspakt mittragen. Wenn nach den anstehenden Wahlen in Griechenland und Frankreich neue Regierungen das nicht mehr mittragen, brechen dann die Divergenzen neu auf?

Flossbach: Die Divergenzen waren die ganze Zeit da und sind nur kurz durch die „Dicke Berta“, die Frei-Milliarden der Europäischen Zentralbank für die Banken, und die Rettungsschirme EFSF und ESM kurz gekittet worden.

FOCUS Online: Die Methode scheint ja zu funktionieren.

Flossbach: Mich überrascht es auch, wie einige Marktteilnehmer immer wieder zu glauben scheinen, dass die eigentlichen Probleme gelöst sind und sich nun alles zum Guten wendet. Dabei sind wir nie aus der Krise herausgekommen.

FOCUS Online: Wenn Griechenland den Euro verlässt, wie groß ist dann die Gefahr, dass andere Länder angesteckt werden oder der Euro insgesamt kollabiert?

Flossbach: Wenn man aus einem Korb einen besonders faulen Apfel herausnimmt, dann wird der Rest dadurch ja noch nicht schlechter.

FOCUS Online: Aber im Korb sind ja auch Portugal und Spanien enthalten, das immer mehr zum Sorgenkind wird.

Flossbach: Ja, dort geht es mit Volldampf in die falsche Richtung. Allein die Arbeitslosigkeit ist ein Pulverfass. Ob das alles im Rahmen einer demokratischen Lösung endet, bezweifle ich. Was wir immer ausblenden: Durch die Sparpolitik säuft nicht nur die Wirtschaft ab und die Steuereinnahmen fallen drastisch. Durch ein sinkendes Sozialprodukt steigt aber auch die Schuldenquote zwangsläufig.

FOCUS Online: Hat der Euro überhaupt noch eine Zukunft?

Flossbach: Der Euro steht und fällt mit Deutschland. Wenn nicht 30 bis 40 Prozent D-Mark im Euro stecken würden, wäre er bereits kollabiert.

FOCUS Online: Viele in Deutschland wünschen sich ja 100 Prozent D-Mark mit null Prozent Euro . . .

Flossbach: Was sie dabei übersehen: Eine neue D-Mark würde heute – anders als früher – extrem aufwerten, weil sie eine Fluchtwährung für alle Besitzenden in den verbliebenen Euro-Ländern wäre. Das hat man im vergangenen Jahr am Schweizer Franken gesehen, der einen Tag lang sogar eins zu eins zum Euro notiert war. Das brächte uns zwar eine gigantische Kaufkraft im Ausland, aber für die deutsche Wirtschaft wäre es eine Katastrophe.

FOCUS Online: Wenn alles so bleibt, wie es ist, dann muss Deutschland also künftig für die Peripherie zahlen?

Flossbach: Allein kommen alle diese Länder einschließlich Spanien nicht mehr aus der Misere. Die EZB hat ja bereits massiv spanische Staatsanleihen gekauft und damit indirekt den Zins subventioniert. Das ist noch keine direkte Subventionierung, aber mit solchen Hilfspaketen durch die Rettungsschirme EFSF und ESM könnte es auf Dauer weiterlaufen. Wir haben also bereits eine Transferunion, und die wird sich weiter ausdehnen.

FOCUS Online: Wird das dann auch Deutschland infizieren, also zum Beispiel die Renditen der deutschen Staatsanleihen steigen lassen?

Flossbach: Wenn Deutschland die dauerhafte Subventionierung festschreibt – zum Beispiel in einem Gesetz -, dann werden sie steigen. Die Frage ist nur, wie weit.

FOCUS Online: Aber ist Deutschland denn dazu in der Lage, ganz Europa zu finanzieren?
Flossbach: Das ist die entscheidende Frage. Denn die starken Länder sind sicher nicht dazu in der Lage, alle anderen dauerhaft zu subventionieren. Allein schon psychologisch nicht. Das ist, wie wenn Sie allen Nachbarn in Ihrer Straße permanent aus der Patsche helfen, auch wenn die ständig zu spät kommen, Party machen und verschlafen. Das mag finanziell sogar noch gehen, aber irgendwann bekommen Sie Druck von Ihren eigenen Familienmitgliedern, die sagen werden: Du bist bescheuert. Alles, was wir haben und verdienen, geben wir aus, damit es den Nachbarn gut geht. Wir machen da nicht mehr mit, wir streiken. Und das werden die Wähler irgendwann an der Wahlurne tun. Denn die sehen die anderen auch eher als die eben beschriebenen Nachbarn und nicht uns alle als eine große Einheit.
FOCUS Online: Im kommenden Jahr sind in Deutschland Wahlen. Könnte es da nicht noch mal kritisch für den Euro werden, wenn eine genügend große Zahl der deutschen Wähler signalisiert: Wir wollen nicht mehr?

Flossbach: Sollte die Bundestagswahl damit zu gewinnen sein, dass man ein Ende der Transferpolitik in Aussicht stellt, dann könnte das einiges aufbrechen, was jetzt noch gekittet wird. Ich könnte mir vorstellen, dass die Gläubiger-Regierungen dann Wahlversprechen abgeben werden, dass die Hilfen an die Euro-Krisenländer nach und nach wieder zurückgefahren werden. Dann wäre sogar ein Hinausdrängen der Euro-Peripherieländer ein Thema. Aber ich denke, dass das noch nicht bei dieser Bundestagswahl passieren wird.

FOCUS Online: Und wenn die Märkte kriseln?

Flossbach: Wird die EZB eben alle Probleme mit Geld wegspülen. Das machen die amerikanische Notenbank, Fed, die Bank of Japan und die Bank of England so – und die EZB wird es auch weiter machen.

FOCUS Online: Dazu gibt es keine Alternative?

Flossbach: Bei dem Verschuldungsgrad, den diese Länder mit jeweils eigenen Währungen, allen voran Japan mit einer Verschuldungsquote von 230 Prozent, erreicht haben, ist klar: Die Zinsen dürfen nicht mehr steigen, weil sie sie sonst schlicht nicht mehr zahlen könnten. Alle drei betreiben das, was wir finanzielle Repression nennen.

FOCUS Online: Was meinen Sie damit?

Flossbach: Dass diese hochverschuldeten Staaten ihre Entschuldung über eine zinslose Inflation steuern. Die Notenbanken kreieren dafür einen negativen Realzins, indem sie den Leitzins massiv unter die Inflationsrate drücken. So wird der Sparer enteignet und muss reagieren.

FOCUS Online: Wir bekommen also Inflation?

Flossbach: Nein, wir haben sie schon: Bei uns beträgt sie geschönte zwei bis 2,5 Prozent. Im Übrigen: Wenn Sie mit diesen 2,5 Prozent Inflation jemandem kommen, der in einer deutschen Großstadt Miete bezahlt und zum Tanken fährt, lacht der Sie aus.

FOCUS Online: Was macht Sie so sicher, dass das funktionieren wird?

Flossbach: Es hat schon früher funktioniert. Das Vorbild liefern wieder mal die USA, die es nach dem Zweiten Weltkrieg bei einer Verschuldungsquote von 100 Prozent geschafft haben, sich zu entschulden. Die haben angefangen, den Zinssatz juristisch zu deckeln, auf 2,5 Prozent für langlaufende Staatsanleihen und 0,38 Prozent für kurze. Dann wurden die Banken gezwungen, in Staatsanleihen zu investieren. Ähnliches gab es damals auch in England

FOCUS Online: Wie weit wird die Inflation denn laufen?

Flossbach: Schwer zu sagen, aber wir sehen ja schon teilweise skurrile Immo-Bewertungen auf Grund von Fluchtgeldern aus Spanien oder Griechenland. Da sagen die Leute: Bloß weg mit dem Geld vom Konto und kaufen wie verrückt Immobilien in Berlin. Und wenn man bei einem Mietshaus eine Mietrendite von vier oder fünf Prozent hat, dann rechnet es sich mit dem Billigzins sogar, einen Kredit dafür aufzunehmen.

FOCUS Online: Wie sieht die Euro-Zone in zehn Jahren aus?

Flossbach: Anders als heute. Es wird sechs oder sieben Kernländer geben, deren Ungleichgewichte man austarieren kann. Aber die Peripherieländer dürften dann nicht mehr dabei sein.

FOCUS Online: Wie kann ein Anleger da noch investieren?

Flossbach: Der Sparer muss schauen, wie er sein Geld aus dem Nullzins-Inflations-Risiko bringt. Und es ist ja fast alles im Risiko: die Spareinlage, das Kontoguthaben, Staatsanleihen. Daher muss er die sichere Gewissheit der Vermögensentwertung durch Inflation eintauschen gegen eine gewisse Unsicherheit, wie viel er gewinnt, wenn er in bestimmte Sachwerte investiert. Teure Immobilien scheiden für den Kleinanleger dabei aus.

FOCUS Online: Wozu raten Sie also?

Flossbach: Aktien erstklassiger Unternehmen und zehn bis 15 Prozent Gold als Schutz gegen Katastrophen. Fertig.

FOCUS Online: Sie sind sehr optimistisch für gute Aktien. Wie sehen Sie denn die Entwicklung für den Dax?


Flossbach: Ich kann mir gut vorstellen, dass der Dax in fünf Jahren bei 13 000 Punkten steht, allein die Dividenden bringen bis dahin schon 1500 Punkte.
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Beitragvon tibesti » 15.05.2012 09:45

Offenbar handelt Bernd Flossbach in den von ihm persönlich gemanagten FvS Multiple Opportunities und FvS Global Opportunities doch sehr individuell.
Obwohl beide Fonds sich im wesentlichen ja nur durch das Fehlen der Edelmetallkomponente im kleineren Globall Opportunities unterscheiden, in den Top-Aktienpositionen bisher aber große Übereinstimmung aufwiesen, fällt mir da jetzt eine doch nicht unerhebliche Abweichung auf. Bisher war in beiden Fonds der Mobilfunkanbieter Freenet mit über 3%-Gewichtung immer unter den Top 3 der Aktienpositionen des Fonds. Dem ist jetzt auf einmal nicht mehr so:

Während im Multiple Opportunities Freenet mit 3,4% immer noch die zweitgrößte Position ist, hat Flossbach die Freenet-Aktie im kleinen Global Opportunities komplett geschmissen und nach dem Kursverlauf der Aktie zu urteilen offenbar kurz vor der 10%-igen Dividendenausschüttung (denn kurz vor der Dividendenausschütuung kam die Aktie deutlich von den Höchstständen zurück).

Zitat aus dem Monatskommentar des Global Opportunities:
" Die Beteiligungen an Freenet und Pfeiffer Vacuum wurden vollständig veräußert, nachdem die Aktien jeweils neue Jahreshöchststände erreicht hatten."

Daraus schliesse ich, dass der Multiple Opportunities offenbar eine konsequentere Dividendenstrategie fährt (Freenet ist noch im Depot) als der kleine Global Opportunities. Allerdings war die komplette 3%-ige Liquidation von des recht marktengen Wertes volumenmässig aufgrund der geringen Grösse des Fonds wesentlich einfacher als dies im inzwischen milliardenschweren Multiple Opportunities sein dürfte.

Und was sagt mir das jetzt? Bin verwirrt.....
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Beitragvon tibesti » 15.05.2012 10:01

Flossbach von Storch
Pressemitteilung
Köln, 8. Mai 2012

Die Enteignung der Anleger hat begonnen

„In Zeiten unverzinster Inflation führt für private und institutionelle Anleger kein Weg an Aktieninvestments vorbei“, so Dr. Bert Flossbach, Vorstand und Mitgründer von Flossbach von Storch, einem der führenden, unabhängigen Investmentmanager in Europa. Das Zinsniveau bleibe durch die beschönigte „monetäre Lockerung“ der Europäischen Zentralbank trotz steigender Inflation noch lange Zeit tief und der Realzins negativ. Je länger dieser Zustand anhalte, umso mehr würden Anleger nach rentableren Anlagealternativen suchen müssen, um ihr Vermögen zu sichern und somit der Enteignung durch Inflation zu entgehen. „Nach Abzug der Inflation macht jeder, der sein Geld auf dem Konto, dem Sparbuch oder in
Bundesanleihen anlegt, ein Verlustgeschäft“, ist Dr. Bert Flossbach überzeugt. „Die Enteignung der Anleger hat begonnen, und Ihnen sollte bewusst werden, dass Aktien erstklassiger Unternehmen quasi ein Schlaraffenland sind: attraktive Rendite, verlässliche Gewinne und Schutz vor Inflation.“ Gerade bei einer Inflation würden insbesondere Aktien globaler Unternehmen − die sich durch eine starke Marktstellung, hohe Preissetzungsmacht, stabile Margen und solide Bilanzstrukturen auszeichnen − gleich doppelt profitieren. Gewinnen würden sie zum einen
von höheren Bewertungen und zum anderen durch steigende Unternehmensumsätze und - erträge. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) von Aktien sollten steigen − wie die Mietmultiplikatoren bei Top-Immobilien in den letzten Jahren. Unternehmensumsätze würden einen Inflationsschub erhalten, die Gewinne unter der Annahme konstant hoher Margen auch. So sollte es erstklassigen Unternehmen möglich sein, ihre Margen in dem
derzeitigen inflationären Marktumfeld zu verteidigen. Gerade den Produzenten von Konsumgütern des täglichen Bedarfs komme zugute, dass Verbraucher im Vergleich zur Großanschaffung weniger preissensitiv seien, so Flossbach. Auch die Dividendenrendite spreche für Aktien als Bestandteil eines diversifizierten Portfolios. Seit 20 Jahren sei diese nicht mehr so hoch gewesen. Sie übersteige signifikant die Rendite sicherer Staatsanleihen und belohne so Anleger für das nominale Risiko mit einer angemessenen Prämie. „Selbst ohne Aussicht auf Kursgewinne lohnt es sich in
Qualitätsaktien zu investieren“, sagt der Investment-Experte.
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Beitragvon Fondsfan » 15.05.2012 10:25

Die Pressemitteilung ist nicht falsch, aber man sollte sich
im klaren sein, dass dies Verkaufsbemühungen sind.

Es gibt einen Ansteig der Preissteigerungen, aber zumindest
in vielen Köpfen noch keine Angst vor Inflation, denn sonst
hätten es die Immofonds viel einfacher, ihre Immobilien zu
verkaufen.

Hier wird offensichtlich von interessierten Seiten gezielt viel
über Inflation geredet, um gute Geschäfte zu machen.
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Beitragvon k9 » 15.05.2012 10:37

Fondsfan hat geschrieben:......

Hier wird offensichtlich von interessierten Seiten gezielt viel
über Inflation geredet, um gute Geschäfte zu machen.


Und das geht schon seit Jahren so - ein gezielt aufgebauter Popanz.

Natürlich bekommen wir Inflation, natürlich werden dadurch staatliche
Schulden abgebaut, natürlich wird der Bürger dadurch "enteignet".

Man muß es ihm aber immer wieder deutlich sagen, sonst wird er
es nicht bemerken.

Gruß k-9
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Beitragvon tibesti » 06.06.2012 12:45

Monatsbericht Mai:


Die Zuspitzung der Eurokrise, insbesondere die Schieflage spanischer Banken hat im Mai die Kapitalmärkte beherrscht. Die einschlägigen Aktienindizes verloren 6 - 10% und auch der Goldpreis litt mit einem Rückgang von 6% unter der zunehmenden Abneigung der Investoren gegenüber allen „risikobehafteten“, sprich volatilen Anlagen. Die Staatsanleihen der Euro-Peripherieländer kamen ebenfalls unter Druck. Ihre Renditeaufschläge erreichten neue Rekordniveaus, was die Angst vor einer Verschärfung der Schulden- bzw. Eurokrise verdeutlicht. Als sichere Häfen galten dagegen der US-Dollar, der um 7% gegenüber dem Euro anstieg, US-Staatsanleihen und deutsche Bunds. Erstmals in der Geschichte fiel die Rendite zweijähriger Bundesanleihen unter null. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nur noch mit 1,2%. Dagegen weisen Aktien erstklassiger Unternehmen heute Dividendenrenditen von 3, 4 oder gar 5% auf. Aktien solcher Unternehmen sind also schon alleine ihrer laufenden Ausschüttung wegen ein sehr viel besseres langfristiges Investment als unverzinste Staatsanleihen. Dies hatte uns bereits zu Beginn des Jahres bewogen, den Aktienanteil durch gezielte Engagements sukzessive zu erhöhen. Auf eine Absicherung durch den Verkauf von Indexfutures haben wir seit Februar
verzichtet, wodurch der Fonds bis Ende des ersten Quartals voll von der positiven Entwicklung an den Märkten profitieren konnte. Im Mai konnte der Fonds mit einem Aktienanteil von 70,9% trotz Fokussierung auf attraktiv bewertete Aktien erstklassiger Unternehmen einen Rückgang des Fondspreises nicht vermeiden. Der Rückgang von 2,5% entspricht in etwa dem des MSCI Welt Index, der von seinem hohen US-Dollargewicht (gut 50%) profitieren konnte. Die Dollarquote des Fonds beträgt rund 38%, wovon knapp 12,6% auf Edelmetalle entfallen (davon 11% Gold). Von einer Absicherung des Dollaranteils sehen wir aus Gründen einer besseren Risikodiversifikation weiterhin ab. Die mit der Euro- und Staatsschuldenkrise verbundenen Unsicherheiten werden uns noch eine Weile erhalten bleiben. Wir rechnen allerdings mit Maßnahmen der Notenbanken und Regierungen, die ein Abdriften der Weltwirtschaft in eine erneute Rezession vermeiden sollten. Eine Fortsetzung des Ausverkaufs an den Aktienmärkten würden
wir daher eher zu einem selektiven Ausbau des Aktienanteils nutzen.

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Beitragvon tibesti » 19.07.2012 15:28

Der FvS Multiple Opportunities ist per Kurs von Heute (161,88 ) noch 4 Cent vom Alltime-High (161,92) entfernt; das wird wohl morgen geknackt werden.

Fazit: Bis jetzt sind keine negativen Auswirkungen des enormen Mittelzuflusses bemerkbar. Überzeugend!!
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Beitragvon schneller euro » 11.09.2012 15:47

FvS Multi Opp (A0M430):
Daten aus dem Factsheet 08/12:
- Fondsvolumen 2,1 Mrd € (790 Mio € in 01/12)
- Nestle ist jetzt die größte Pos., TAG Immo und Freenet prozentual deutlich geringer gewichtet als sie es schon mal waren
- Aktienquote zuletzt etwas reduziert zugunsten Cash und Edelmetallen

- Charts: Seite 1 des Threads, oberster Beitrag
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Beitragvon Fondsfan » 20.09.2012 14:53

Der FvS Multi Opps R ist jetzt die neue heiße
Vertriebsempfehlung der Targo-Bank.
Ich habe keine Vorstellung, wie sehr sich das
auf das Volumen auswirken wird, aber der
Schub könnte deutlich werden.
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Beitragvon k9 » 21.12.2012 09:34

Der FvS MultiOpp hält sich in den Letzten Tagen trotz Absturz des Gold-Preis
verdammt gut. Auf Sicht von drei Monaten sieht das schon erstaunlich aus:
Gold/USD schwarz, FvS blau.

Laut tagesaktuellem FactSheet (19.12.) hält er nach wie vor 14,2% physisches
Gold.

Perfekte Absicherung oder woran liegt's ?

Gruß k9
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Beitragvon Kato » 21.12.2012 09:54

best of the best, die habens einfach drauf,


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Beitragvon k9 » 21.12.2012 10:04

Das möchte ich auch gerne glauben - sieht wirklich perfekt aus.

Gruß k9
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Beitragvon tibesti » 22.01.2013 16:59

Neues von der FvS-Homepage

Mut zur Aktie

20.01.2013

Weltweit pumpen die Notenbanken Monat für Monat Milliarden frischer Euro, Dollar oder Yen in die Finanzmärkte, um die schwächelnde Konjunktur zu stützen und die Refinanzierungskosten für die hochverschuldeten Staaten künstlich niedrig zu halten. Mit der stetig wachsenden Geldmenge wächst auch die Gefahr, dass die Inflationsraten steigen. Das hat Folgen für die Depots der Anleger.

2012 war ein Jahr der Geldpolitik – und 2013 wird es zweifellos werden. Denn den Notenbanken bleibt keine Wahl, als auch in den kommenden Monaten die Märkte mit frischem Geld zu versorgen und das Zinsniveau künstlich niedrig zu halten. Falls sie es nicht täten, droht die Konjunktur einzubrechen. Manch hochverschuldetem Staat, allen voran den Ländern Südeuropas, stünde gar die Pleite bevor, würde Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), eine strengere Geldpolitik verfolgen.

Wir erwarten, dass die Notenbanken künftig sogar noch stärker in die Staatsfinanzierung eingebunden werden und dabei immer weiter an Unabhängigkeit verlieren. Für Anleger bedeutet dies, dass die Zeit der niedrigen Nominal- und negativen Realzinsen noch lange nicht vorbei ist, sondern viele Jahre andauern wird. Mit Bundesanleihen beispielsweise wird künftig kaum mehr als ein Prozent zu verdienen sein. Höhere Renditen bei verzinslichen Anlagen sind lediglich bei Staatsanleihen aus den Peripherieländern, allen voran den spanischen, und bei einzelnen Unternehmensbonds und Wandelanleihen zu bekommen.

Wann sich die massive Ausweitung der Geldmenge in deutlich höheren Inflationsraten niederschlägt, ist allerdings nur schwer zu berechnen und kann durchaus noch eine Weile dauern. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus reicht allerdings schon eine moderate Teuerung aus, um die Vermögen vieler Sparer langfristig zu entwerten.

In diesem Umfeld dürften Aktien profitieren. Im Gegensatz zu praktisch allen anderen Anlageformen sind diese im historischen Vergleich sehr moderat bewertet und bieten deshalb weiteres Kurspotenzial. Das Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) der Aktien liegt an den meisten Börsen zwischen dem 10,5- und 12,5-fachen der für 2013 erwarteten Gewinne (basierend auf den Gewinnen von 2012 ca. 11 bis 13) und damit deutlich unter den historischen Durchschnittswerten. So beträgt das KGV des US-Aktienmarktes, gemessen am S&P 500 nur 12,9 (Gewinne 2012) bzw. 12,2 (Gewinne 2013) und liegt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 15,7 (im Zeitraum von 1990 bis 2012). Von hohen Bewertungen, die Ende der neunziger Jahre bezahlt wurden, ganz zu schweigen. Damals waren Anleger bereit, fast das 25-fache der erwarteten Unternehmensgewinne zu investieren. Ein weiteres, nicht weniger wichtigeres Argument, in Aktien zu investieren, ist, dass es – anders als in der Vergangenheit – praktisch kaum noch lukrative Anlagealternativen gibt. Damit sind Aktien nicht nur historisch, sondern auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen, insbesondere erstklassigen Staats- und Unternehmensanleihen, äußerst attraktiv bewertet.
Interessant könnte ein Blick auf Japan sein. Der mit der neuen Regierung Abe gewachsene Einfluss auf die Notenbank dürfte dazu führen, dass der Yen weiter an Wert gegenüber den anderen großen Währungen verliert. Das wiederum verschafft denjenigen japanischen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, die ihre Güter überwiegend exportieren. Die Kursrally der vergangenen Wochen hat gezeigt, wie stark japanische Aktien von einem schwächeren Yen profitieren.

So hat der Rückgang des Yen gegenüber dem US-Dollar von 12 Prozent im vierten Quartal dazu geführt, dass der japanische Aktienindex Nikkei 225 um rund 20 Prozent gestiegen ist. Sollte der Yen in den nächsten Monaten um weitere 10 Prozent fallen, könnten die Gewinne der Exportwerte im Jahr 2013 um 20 bis 30 Prozent höher ausfallen, als derzeit geschätzt. Der Börse in Tokio würde das guttun.

Ein Blick auf die Entwicklung der Zentralbankbilanzen reicht eigentlich schon aus, um die Vorzüge von Gold gegenüber beliebig vermehrbaren und zinslosen Papierwährungen zu erkennen. Auch wenn derzeit der Zusammenhang zwischen dem Wachstum der Zentralbankgeldmenge und der Inflation aufgehoben scheint, sollte niemand glauben, dass dies so bleiben wird. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die massive Ausweitung der Geldmenge erst mit einiger Verzögerung dazu führt, dass die Güterpreise steigen. Schlussendlich wird Milton Friedman aber Recht behalten; der berühmte Ökonom hatte einmal gesagt, dass Inflation immer ein monetäres Phänomen sei. Sie beginnt, wenn die Menschen dem beliebig vermehrbaren Papiergeld nicht mehr vertrauen.

Wann es soweit sein wird, lässt sich nur schwerlich voraussagen. Anleger sollten ihre Vermögensstrategie jedoch rechtzeitig darauf ausrichten, statt den genauen Zeitpunkt abpassen zu wollen. Aus unserer Sicht spricht vieles dafür, dass der Goldpreis, nachdem er sich in den vergangenen 15 Monaten nicht allzu sehr bewegt hat, schon bald wieder zulegen wird.

Der Euro scheint zumindest vorerst gerettet. Auch wenn die Eurokrise noch nicht vorbei ist, dürften die alten Tiefstände bei 1,20 Dollar nicht wieder erreicht werden. Umgekehrt sollte der Euro allerdings auch nicht allzu stark zulegen; ein deutlicher Anstieg würde Wirtschaft und Staatsfinanzen in der Eurozone zu stark belasten.
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Beitragvon Fondsfan » 22.01.2013 17:30

Der Optimismus für Aktien ist weit verbreitet.

Im Kontrast dazu ist der Wellenreiter sehr zurückhaltend.
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Beitragvon Kato » 22.01.2013 19:23

http://www.bantleon.com/de/aktuelles/ko ... 2012-01-22

.......Alles in allem sind die Voraussetzungen für eine moderate Belebung der Weltwirtschaft im 1. Halbjahr 2013 gegeben. Dies gilt umso mehr als mit der Entspannung der Eurokrise ein psychologischer Störfaktor an Kraft verliert. Entsprechend bleibt das Umfeld für die Finanzmärkte freundlich. Die Rallye bei risikobehafteten Assets dürfte sich – trotz der bereits vollzogenen Kursavancen der vergangenen Wochen – weiter fortsetzen. Gleichzeitig geraten die sicheren Häfen immer stärker unter Druck.
.........


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Beitragvon k9 » 23.01.2013 08:57

Für mich sind die Märkte z.Zt. schon etwas zu optimistisch.
Jedenfalls, wenn man dies vor dem Hintergrund der fundamentalen
Daten sieht.

Gruß k9
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Beitragvon trutz » 23.01.2013 14:59

Flossbach zählt für mich zu den Aktienbullen. Ähnlich wie auch Dr. Leber von Acatis. Wirklich skeptisch gegenüber dieser Anlageklasse habe ich die in den letzten 10 Jahren noch nicht erlebt. Da ist der bullisch werdende Herr Pesarini von Ethna schon eher ein Indikator an dem man sich orientieren kann.
Für mich sind die Profis im Moment auch auffallend optimistisch für Aktien. Im Vergleich zu den Profis scheinen die Privatanleger nach wie vor unterinvestiert bzw. skeptisch gegenüber Aktien zu sein. Bleibt zu hoffen, dass diese Anleger bei evtl. neuen Allzeithochs an den Markt zurückkommen.
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Beitragvon k9 » 23.01.2013 15:48

trutz hat geschrieben:Flossbach zählt für mich zu den Aktienbullen. Ähnlich wie auch Dr. Leber von Acatis. Wirklich skeptisch gegenüber dieser Anlageklasse habe ich die in den letzten 10 Jahren noch nicht erlebt. Da ist der bullisch werdende Herr Pesarini von Ethna schon eher ein Indikator an dem man sich orientieren kann. ...

Da bin ich exakt deiner Meinung - wobei das Gesagte für Leber mehr, für
Flossbach etwas weniger gelten mag.

Wenn man noch Bruns von Loys dazu nimmt, dann könnte man sich glatt
in alte Buy-And-Hold-Zeiten zurückversetzt fühlen.

Ohne die Verdienste der Genannten schmälern zu wollen, fühle ich mich beim
vorsichtigen Skeptiker Pesarini ebenfalls deutlich besser aufgehoben.

Gruß k9
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Beitragvon schneller euro » 21.02.2013 10:16

schneller euro hat geschrieben:FvS Multi Opp (A0M430):
Daten aus dem Factsheet 08/12:
- Fondsvolumen 2,1 Mrd € (790 Mio € in 01/12)
- Nestle ist jetzt die größte Pos., TAG Immo und Freenet prozentual deutlich geringer gewichtet als sie es schon mal waren
- Aktienquote zuletzt etwas reduziert zugunsten Cash und Edelmetallen

- Charts: Seite 1 des Threads, oberster Beitrag


In 01/13 betrug das Fondsvolumen fast 3 Mrd. €
Aus dem Kommentar im Factsheet: "...Der EZB scheint es zwar vorerst gelungen zu sein, die Sorgen um einen Zerfall der Währungsunion zu zerstreuen („Draghi-Put“); ihre Geldpolitik ist aber bei weitem nicht so expansiv wie diejenige der Fed oder der Bank von Japan. Erwartungsgemäß präsentierte sich der Euro im Januar als stärkste Währung und konnte gegenüber dem US-Dollar und dem Yen um 3% bzw. 9% zulegen. Deshalb haben wir zusätzlich zu den schon länger bestehenden Absicherungen unserer Anlagen im Britischen Pfund und Japanischen Yen einen Teil der Dollarquote abgesichert. Das Dollar Exposure beträgt per Ende Januar 29% (brutto 39%). Davon entfallen 12% auf Edelmetalle, die wir grundsätzlich nicht absichern. Mit den Währungsabsicherungen konnten wir die negativen Währungseffekte in den ersten Wochen des Jahres deutlich begrenzen..."
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Beitragvon schneller euro » 21.02.2013 10:21

Der FvS Global Opp (A0RCKJ -> s. o. Beitrag vom 27.4.12 und vorhergehende) hat auf Basis 1 Jahr etwas besser abgeschnitten als der FvS Multi Opp (A0M430), liegt seit Auflage aber immer noch ein ganzes Stück zurück (u. a. bedingt durch den wesentlich deutlicheren Kurseinbruch im August 2011)
Chartbeider Fonds seit Auflage des Global Opp (zweimaliger Strategiewechsel in dieser Zeit -> s.o.)
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Beitragvon trutz » 05.03.2013 14:18

Interessantes Podiumsgesprächs der vier Fondsmanager Dr. Jens Ehrhardt, Dr. Bert Flossbach, Peter E. Huber und Klaus Kaldemorgen bei dem SAUREN FONDSMANAGER-GIPFEL 2013.

Zum Video:
http://www.sauren.de/fondsmanager-gipfel.html

Einig waren sich die vier Fondsmanager-Legenden darin, dass durch das konsequente Handeln der Europäischen Zentralbank das systemische Risiko reduziert und die Finanzmärkte stabilisiert wurden. Klaus Kaldemorgen stellte heraus, dass es der Europäischen Zentralbank gelungen sei die Risiken aus dem Markt zu nehmen, was sich an der Zinsentwicklung ablesen lasse. Jedoch glaubt er nicht, „dass die europäische Schuldenkrise vorbei ist“. So sehen die Investmentexperten die europäischen Staaten und deren politische Vertreter weiterhin vor großen Herausforderungen. „Die Achillesferse ist die Konjunkturentwicklung in Südeuropa“ glaubt Dr. Jens Ehrhardt und stellte heraus, dass „die Europäische Zentralbank keine Arbeitsplätze schaffen kann“.
Unterschiedlich fiel dagegen die Meinung der Experten zu dem Thema Inflation aus. Das Risiko einer ansteigenden Inflationsrate stellte insbesondere Dr. Bert Flossbach in den Vordergrund, der überzeugt ist, dass „wer heute sein Geld aufs Sparbuch trägt, wird über die nächsten Jahre sukzessive real verlieren.“ Dagegen sieht Peter E. Huber im aktuellen Marktumfeld keine kurzfristigen Inflationsrisiken. Er hob heraus, dass „man Inflation nicht wie gewünscht erzeugen kann“. Auch das Risiko eines Zinsanstiegs und damit einhergehender Kursverluste wurde von den vier Investmentexperten unterschiedlich eingeschätzt. Während Klaus Kaldemorgen bezweifelt, „dass die Zentralbanken einen starken Zinsanstieg zulassen werden“, glaubt Peter E. Huber, dass „das Risiko von Anleihen unterschätzt wird, da nach wie vor mehr Geld in Anleihen als in Aktien fließt.“ Gleichzeitig ist er jedoch überzeugt: „Die Phase der großen Mittelzuflüsse in Anleihen ist vorbei.

Trotz teils unterschiedlicher Zukunftsszenarien waren sich Dr. Jens Ehrhardt, Dr. Bert Flossbach, Peter E. Huber als auch Klaus Kaldemorgen einig, dass vor dem Hintergrund des historisch niedrigen Zinsniveaus und der Staatsschulden-problematik langfristig keine Alternative zu Aktien besteht. „Aktien sind das Gebot der Stunde“ urteilte Dr. Jens Ehrhardt und auch Dr. Bert Flossbach zeigte sich überzeugt: „Der Wechsel in die Anlageklasse Aktien wird kommen“. Dabei sieht er die „Bewertungen von Top Unternehmen im Aktienbereich über eine KGV Expansion ansteigen“. „Trotz guter Argumente für den Aktienmarkt, sollte man potenzielle Risiken nicht außer Acht lassen“ warnte Klaus Kaldemorgen.
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Beitragvon schneller euro » 15.04.2013 17:58

k9 hat geschrieben:Auch der Flossbach wird leiden. Laut Factsheet vom 12.4.2013 hat der Multiple Opportunities den Goldanteil wieder auf 13,5% erhöht.
Mal sehen, wie man dort jetzt reagiert - und vor allem: wie schnell.


Der Kommentar aus dem Factsheet: "... Goldpreis ...Entwicklung bleibt jedoch enttäuschend, wenn man die massive geldpolitische Lockerung bedenkt. Viele spekulative Anleger haben in den letzten Monaten jedoch ihre Positionen verkauft und in Aktien umgeschichtet. Die Schwächephase könnte durchaus noch eine Weile anhalten, bis die „zittrigen Hände“ aus dem Markt sind. Langfristig sind die Voraussetzungen füreinen steigenden Goldpreis intakt. Im Falle einer deutlichen Korrektur planen wir eine Erhöhung der Goldquote von 13% auf maximal 15%.

Lt. Jahresbericht vom 30.9.12 setzt sich diese Goldquote vermutlich weiterhin aus vielen kleinen Positionen in der Art:
...Gold 392,078 Unzen (Barren mit variablem Unzengewicht) 537.506,62 €
Gold 392,110 Unzen (Barren mit variablem Unzengewicht) 537.550,49 €
Gold 392,147 Unzen (Barren mit variablem Unzengewicht) 537.601,21 € ..."
zusammen. Dazu wurde seinerzeit im JB noch eine kleine Pos. Barrick Gold und etwas mehr als 1% Anteil am ZKB Silber ETF aufgelistet.
Da der Goldpreis am Freitag ca. 4% verlor und heute fast 8% könnte ich mir in Zusammenhang mit den niedrigeren Aktienkursen vorstellen, dass der Multi Opp. morgen ca. 1,5 - 2% verliert (KAG-Kurs)
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Beitragvon Kato » 15.04.2013 18:16

Da der Goldpreis am Freitag ca. 4% verlor und heute fast 8% könnte ich mir in Zusammenhang mit den niedrigeren Aktienkursen vorstellen, dass der Multi Opp. morgen ca. 1,5 - 2% verliert (KAG-Kurs)

bin ich nicht sicher, vielleicht ist er ja ueber den future short, macht dort gewinn, und kauft billig physisch nach ?

wir werden es morgen sehen,


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Beitragvon k9 » 15.04.2013 18:35

schneller euro hat geschrieben:..... planen wir eine Erhöhung der Goldquote von 13% auf maximal 15%.[/b]


Man darf vermuten, dass es bis auf weiteres bei der
"Planung" bleibt.

Gruß k9
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Beitragvon k9 » 15.04.2013 18:41

Kato hat geschrieben:......

bin ich nicht sicher, vielleicht ist er ja ueber den future short, macht dort gewinn, und kauft billig physisch nach ?

.....

kato


Ich denke auch, dass da Derivate mit im Spiel sind - anders kann ich
mir das bisherige Abschneiden nicht vorstellen.

Möglich auch, dass der Zeitpunkt (Uhrzeit) der Preisberechnung in
diesem Fall zufälligerweise günstig für den Fonds liegt. Glaube ich aber
nicht wirklich, da ich mich erinnere, dass der Fonds in ähnlichen Situationen
ebenso bemerkenswert unbeschadet aus der Situation herausgekommen ist.

Gruß k9
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Beitragvon Kato » 16.04.2013 15:04

[quote="Kato"]Da der Goldpreis am Freitag ca. 4% verlor und heute fast 8% könnte ich mir in Zusammenhang mit den niedrigeren Aktienkursen vorstellen, dass der Multi Opp. morgen ca. 1,5 - 2% verliert (KAG-Kurs)

bin ich nicht sicher, vielleicht ist er ja ueber den future short, macht dort gewinn, und kauft billig physisch nach ?

wir werden es morgen sehen,


175,23
16.04.
minus 1,9%

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Beitragvon k9 » 16.04.2013 15:13

Punktlandung für Schneller Euro - gut gesehen.

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Beitragvon Somuch » 26.04.2013 16:58

Nach meheren telefonaten mit den Kölnern glaube ich nicht das man dort grossen wert drauf legt die GS-JP spielchen mitzuspielen und über die eigenen fundamentalen Einschätzungen zu setzen.
Short ja, aber nicht zum spielen.
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Beitragvon Antagon » 26.05.2013 08:44

WELT: Zwei Herren über zwölf Milliarden Euro

Artikel hier

Kommentar:Derlei Jubelmeldungen in der Presse sollten einem zu denken geben.
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Beitragvon Kato » 26.05.2013 09:55

sehe ich anders,

es gibt einfach die séhr guten, wie pesarini, Carmignac, Flossbach, Bantleon und die weniger guten.

Die oben genannten sind z.T seit 20 Jahren extrem erfolgreich, warum sollte das schlecht sein,

Eine regelmaessige Überprüfung ist bei allen dingen sinnvoll.

gr kato
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Beitragvon slt63 » 26.05.2013 10:38

Antagon hat geschrieben:WELT: Zwei Herren über zwölf Milliarden Euro

Artikel hier

Kommentar:Derlei Jubelmeldungen in der Presse sollten einem zu denken geben.



Ich sehe das auch durchaus kritisch, insbesondere das schnelle Wachstum. Die Summe als solche finde ich jetzt nicht unbedingt "bedrohlich".
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Beitragvon schneller euro » 26.06.2013 07:24

Factsheetdes FVS Multi. Opp. (A0M430) bei IpConcept

Zitat:
"...Sowohl der hochverschuldete Staat als auch der US-Immobilienmarkt werden noch lange Zeit auf niedrige Zinsen angewiesen sein, so dass es allenfalls zu
einer moderaten Erhöhung des Renditeniveaus kommen dürfte. Diese wäre für den Aktienmarkt unproblematisch, vor allem wenn ein Renditeanstieg aus einer
Erholung der Wirtschaft resultieren sollte. Sollten die US-Konjunktur und der Arbeitsmarkt dagegen weiter schwächeln, wird die US-Notenbank an ihrem
Anleihenkaufprogramm festhalten müssen, so wie Ben Bernanke es zuletzt immer wieder in Aussicht gestellt hat. Aktien befinden sich in einem liquiditätsgetriebenen Boom, der
momentan eine Verschnaufpause einlegt. Die Herausforderung bei Anlagen in Aktien besteht darin, die KGV-Expansion einer Liquiditätsrallye, soweit es fundamental
vertretbar erscheint, auszunutzen. Schwerpunkte unserer Aktienstrategie sind defensive Titel aus den Bereichen Konsum und Pharma sowie die vergleichsweise niedrig
bewerteten Technologieaktien. Die Durchschnittsbewertung der Aktien im Fonds liegt beim 13,5-fachen der für die nächsten 12 Monate erwarteten
Unternehmensgewinne; die durchschnittliche Dividendenrendite beträgt 3,1%. Die Aktienquote haben wir in den letzten Tagen durch selektive Zukäufe leicht auf knapp 79% erhöht. Die
Goldquote liegt aktuell bei 12% und dient einerseits als Absicherung gegen mögliche externe Schocks. Andererseits dürfte der Goldpreis von der zu erwartenden
Fortsetzung der Expansionspolitik der Notenbanken profitieren. ...

Volumen 3,98 Mrd €

...
TOP 10 AKTIEN POSITIONEN
Unternehmen Branche %
NESTLE Konsum nicht zykl. 5,62
TAG IMMOBILIEN Immobilien 2,94
QUALCOMM Technologie 2,83
IMPERIAL TOBACCO Konsum nicht zykl. 2,54
3M Konsum zyklisch 2,27
BECHTLE Technologie 1,85
APPLE Technologie 1,83
BASF Grundstoffe 1,82
EMERSON ELECTRIC Investitionsgüter 1,82
FREENET Telekom/Medien 1,78
...
STRATEGIEAUFTEILUNG (in %)
Aktien 78,7
Gold 11,9
Kasse, Liquidität und Derivate 8,7
Wandelanleihen 0,7
Renten 0
..."

....

Aus dem MAR-Ratio-Thread:
...aussichtsreichsten Fonds habe ich mal in 3 Kategorien (vergleichbare Vola) eingeteilt und dann über 3 verschiedene Chartzeiträume betrachtet:
5 Jahre: incl. Finanzkrise 2008
4 Jahre: weil relativ viele Fonds erst 2009 neu aufgelegt wurden
3 Monate: incl. Drawdown 05-06/13
Kategorie I (sehr volatile):
Chart 5 Jahre(ohne Gane)
Chart 4 Jahre
Chart 3 Monate

...

Chartvergleich 5 Jahre des A0M430 mit dem FVS Aktien Global (989975)
-> im Gegensatz zum "Global" (Bert Kirchler) ist Bert Flossbach selber als Fondsmanager angegeben.

Chartvergleichdes FvS Multi Opp (A0M430) mit dem FvS Wachstum R (A0M43Y, Fondsmanager ebenfalls B.Flossbach, Details -> Seite 1 des Threads)

Chartseit Auflage in 12/07 aller 4 in diesem Beitrag genannten FvS-Fonds

Chartseit Auflage in 12/07 des FVS Multi. Opp (A0M430) mit GD200+GD160

ATH 05/13: 183,98
-7,1% MDD4J = 170,98 (Kurs 25.6.13); MDD (aus 2008) = -27,0%
GD200 (seit 2010 nur in 08/11 ganz kurz unterschr): 172,0 (25.6.)
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