Smart Beta oder Strategic Beta oder Dumb Beta?

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Smart Beta oder Strategic Beta oder Dumb Beta?

Beitragvon schneller euro » 24.09.2014 17:41

fondsexklusiv: "... Martin Weithofer, Managing Director & Head of Smart Beta bei DEAWM ... Smart Beta bezeichnet Indexstrategien, die sich von den üblicherweise eingesetzten „traditionellen“ marktkapitalisierungsgewichteten Strategien (Beispiel S&P 500, MSCI World, DAX) unterscheiden ... Idee bei den Smart Beta Funds ist jedoch, dass die Gewichtung nach dem Börsenwert vergangenheitsorientiert ist, da dabei gewissermaßen die „Gewinner der Vergangenheit“ hoch gewichtet werden, die ihre Aufstiegsphase schon hinter sich haben. Die jungen, aber noch kleinen Newcomer werden dagegen kaum nennenswert gewichtet ... lassen sich Smart-Beta-Strategien in zwei große Felder einteilen. Erstens in einen Bereich mit Aktienfokus, in dem mit einem systematischen Anlageprozess die weltweit bekannten globalen Benchmarks neu definiert werden sollen. So lassen sich etwa ein globales Portfolio, ein Anlageuniversum, sowie bestimmte Benchmarkkriterien festlegen, nach denen ein Smart-Beta-Portfolio gemanagt wird. Zum Beispiel wäre dies ein Ansatz ... der Value-Aktien übergewichtet, die rein passiv, nach quantitativen Kriterien ausgewählt werden... zweite große Feld besteht aus fundamentalen Investmentprozessen, die z.B. makro-ökonomische Faktoren investierbar machen. So haben wir festgestellt, dass etwa Faktoren wie BIP-Wachstum, Währungsreserven, Verschuldung oder die Zinsentwicklung, besonders bei den Emerging Markets einen signifikanten Einfluss auf die Performance ausüben. Eine weitere Idee ist das Prinzip der Gleichgewichtung. ... wie beim db x-trackers S&P 500 Equal Weight ETF...Eine andere Möglichkeit, einen Smart-Beta-Fonds zu konstruieren, ist zum Beispiel der DB Platinum Equity Risk Premia. Dabei handelt es sich um ein marktneutrales Konzept, das nach bestimmten Aktienfaktoren ein Portfolio bestückt, um die nach diesen Faktoren ermöglichte Überrendite zu isolieren. Dabei handelt es sich um Kriterien wie Value, Qualitäts-Aktien, Low Volatility, Small Caps und Aktien mit hohem Kursmomentum. Der DB Platinum IV Equity Risk Premia verhält sich weitgehend marktneutral. Das bedeutet, dass der Fonds beabsichtigt, für eine positive Wertentwicklung ausschließlich diese Risikoprämien zu extrahieren und nicht auf steigende Aktienmärkte angewiesen ist..."
Anmerkung: ein erstes Zwischenergebnis des von der Zeitschrift als Fondsinnovation des Jahres ausgezeichneten DB PLATINUM IV EQUITY RISK PREMIA R1C (A1T6BS/A1T6BY) fällt bislang nicht überzeugend aus -> Onvista-Chart
Weiter im o.g. Fondsexklusiv-Artikel: "... Besonders die Minimum Volatility Produkte haben in der Finanzkrise überzeugende Ergebnisse geliefert ... Minimum Volatility Produkte haben gezeigt, dass sie in Aufschwungphasen rund 90 Prozent der positiven Performance mitnehmen können, in Abschwungphasen aber nur gut 60 Prozent der negativen Performence. Gleichgewichtete Smart-Beta-Fonds können langfristig in Aufschwungphasen besser abschneiden als traditionelle ETFs, da sie die Kurschancen der noch günstigen kleineren Titel nutzen. Allerdings: Wichtig ist dabei zu verstehen, dass SmartBeta-Indizes keine Überrendite gegenüber klassischen Indizes versprechen, denn dies würde höhere Risiken bedeuten. Aber sie können eine Entwicklung mit geringerer Schwankungsbreite oder eine deutlich geringere Abhängigkeit von der Entwicklung traditioneller Anlageklassen (geringere Korrelation) bieten ..."

Morningstar: "... veröffentlicht Strategic Beta-Studie ... Bis Dato gibt es keine unabhängige bzw. einheitliche Bezeichnung und Kategorisierung dieser neuen Produkte ... „Smart-Beta“ heißt bei uns - deutlich weniger bombastisch - „Strategic Beta“. Diesen Produkten liegen verschiedene Ansätze und Strategien zugrunde, eins haben die Benchmarks bzw. Indexprodukte jedoch gemeinsam. Sie versuchen, entweder das Renditeprofil eines Marktes für Anleger zu verbessern, oder das Risikoprofil zu modifizieren, und zwar immer relativ zu den klassischen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Indizes ...
Nach unserem Verständnis müssen Strategic Beta Produkte folgende Gemeinsamkeiten aufweisen ...
Renditeorientierte Strategien ... risikoorientierte Strategien ... “Sonstige” ..."
Anmerkung: am interessantesten erscheint mir die Gruppe der risikoorientierten Strategien, wo Minimum Vola/Variance, Low/High-Beta, Risk-Weighted genannt werden
Morningstar Strategic-Beta-Studie: "...Der europäische Markt... Dividendenstrategien sind dennoch heute mit Abstand die beliebtesten Kategorien in Europa ... was 61,3% des Gesamtmarkts für Strategic-Beta-Produkte entspricht ... Mit großem Abstand folgen Low/Minimun Volatility/Variance Produkte ... was einem Marktanteil von 8,6% entspricht.D... Es folgen unkonventionelle Rohstoff ETPs auf dem dritten Platz... sollte jedoch erwähnt werden, dass fast die Hälfte des Vermögens im db x-trackers DLBCI - OY Balanced investiert ist..."

Ein kritischer Artikel bei institutional-money: "... James Montier, Mitglied des Asset Allocation Teams von GMO: ... So ließen sich viele Investoren von der Investment-Industrie mit Konzepten blenden, die geglättete Erträge oder hohe Sharpe Ratios versprächen. Konkret handle es sich bei allen so genannten Innovationen, die unter dem Namen Smart Beta angeboten würden, um nichts anders als Dumb Beta plus Smart Marketing.
Dass die Smart Beta Strategien, die unter den Namen fundamental oder gleich gewichtet, risikoeffizient, Minimum Varianz oder Maximum Diversifikation angeboten werden, gegenüber der kapitalisierungsgewichteten Portfolios besser abschneiden, hat laut Montier nichts mit smart, sondern einzig mit deren Übergewichtung von Small Cap und Value zu tun. Dass diese beiden Faktoren langfristig besser als der Gesamtmarkt abschneiden, ist hinlänglich bekannt. Die Frage ist allerdings, ob es sich im jetzigen Zeitpunkt lohnt, auf diese Faktoren zu setzen. Montier meint "nein", denn im Fall der USA seien gegenwärtig sowohl Small Cap sals auch Value-Titel überbewertet.
Ähnliches gelte im Multi-Asset-Bereich, wo die Bewirtschaftung von Risikofaktoren wie Carry, Value oder Momentum als überlegene Strategien angepriesen würden. Laut Montier sind dies alles nur Long-Short-Kombinationen, die keinen Mehrwert bringen und zusätzlich noch die Gefahr des Leverage durch Fremdkapital beinhalten. Im Vergleich zu einem einfachen 60/40-Aktien/Bond-Portfolio liefere ein Risk Parity Portfolio ähnliche Renditen..."

...

T.I.-Threads:
Low Vola

Minimum Varianz
Risk Weighted
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Re: Smart Beta oder Strategic Beta oder Dumb Beta?

Beitragvon Fondsfan » 01.11.2014 21:52

@ schneller euro

Ich bin erst heute dazu gekommen, Deine Zusammenstellung zu lesen.

Wieder mal sehr interessant, vor allem der Hinweis auf Dump Beta mit
Smart Marketing.
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Beitragvon drhc » 21.12.2014 22:08

Prof. Dr. Rolf Tilmes bringt es auf den Punkt bei xetra.com im Etf-Magazin, Seite 21: "... Im Grunde ist Smart Beta nur ein neues Label, mit dem eine alte Idee verkauft wird: Denn systematische Alternativen zu den nach Marktkapitalisierung gewichteten Portfolios gibt es bereits seit mehr als 30 Jahren. Die CROCI-Indizes ... der Deutschen Bank werden seit 1996 berechnet, die RAFIIndizes von Research Affiliates seit 2002, um nur zwei Beispiele zu nennen....
In gewissen Marktphasen sind Smart-Beta-Produkte sicherlich den klassischen marktkapitalisierungsgewichteten Indizes überlegen. Doch eine generelle Outperformance zu versprechen wäre falsch. Smart-Beta-ETFs können zwar häufig eine niedrigere Schwankungsbreite der Wertentwicklung erreichen und damit den Anleger stress in bestimmten Marktphasen reduzieren. Dennoch durchläuft der Markt regelmäßig Phasen, in denen diese Faktoren auch underperformen. Weil jeder der eingesetzten Faktoren in verschiedenen Marktphasen unterschiedlich läuft und seinem eigenen Zyklus folgt, sind SmartBeta-ETFs über einen langen Zeitraum hinweg eben nicht die erhoffte Wunderwaffe. Aus diesen Gründen sollten Smart-Beta-Produkte – wenn überhaupt – aus meiner Sicht nur ein kleiner Bestandteil des Portfolios sein. ..."

Interessante Ausführungen finden sich auf den Seiten 16 - 20 der gleichen Quelle (s. o.): "... Die neuen Risikoprämien-ETFs orientieren sich an einem Zusammenhang, den Ökonomie-Nobelpreisträger Eugene Fama bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten aufzeigte. Nach seiner Auffassung gibt es kein uniformes Markt-Beta. Vielmehr lässt sich die Marktrendite in verschiedene Risikofaktoren zerlegen. Variablen wie Region oder Sektor erklären dabei nur zum Teil die Marktrendite. Erst zusätzliche Faktoren wie Value oder die Unternehmensgröße ermöglichten ein vollständiges Bild, argumentierte Fama mit CoAutor Kenneth French in einer wegweisenden Studie 1992. Andere Wissenschaftler wie Richard Sloan, Narasimhan Jegadeesh oder Mark Carhart erkannten später dann auch „Quality“ und „Momentum“ als weitere Faktoren. Malcolm Baker berichtete 2011 über die „Low Volatility Anomaly“. Alle Untersuchungen bestätigen, dass sich Aktienrenditen in Risikofaktoren aufschlüsseln lassen. ...
Die Produktmanager der Deutsche AWM halten die Faktoren Quality, Value, Momentum und Low Beta bzw. Low Volatility für investierbar. Blackrock nimmt zusätzlich nach Small Caps auf die Liste. Lyxor beschränkt sich auf Value und Quality. ETFs für den Faktor Dividenden haben alle Gesellschaften schon seit Längerem im Angebot. Anlageuniversum für die Risikoprämien-ETFs ist in der Regel der MSCI-WorldIndex. Aus dessen rund 1600 Aktien werden nach festen Algorithmen einige hundert Aktien für den Risikoprämien-ETF selektiert. ...
Die Grafik auf Seite 18 oben verdeutlicht, dass jeder Faktorindex mindestens zwei bis drei Jahre hintereinander eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung aufwies. Für manche Faktoren galt dies sogar über noch längere Zeiträume, beispielsweise für Small Caps. Die meisten Faktoren reagieren zudem unterschiedlich auf makroökonomische Trends. ...
Faktoren wie Value, Momentum und Small Caps verhielten sich in der Vergangenheit prozyklisch. Sie lieferten Risikoprämien, wenn Wachstum, Inflation und Zinsen stiegen. Quality und Low Volatility waren dagegen defensiv und zeigten eine gute Entwicklung bei schwachen Rahmenbedingungen (s. Tabelle S. 19 oben). „Faktorübergreifende Diversifizierung hatte deshalb Folgen wie geringere Volatilität und höhere Sharpe Ratios sowie bessere Information Ratios und niedrigere Tracking Errors“ ...
einzelne Renditefaktoren
db x-trackers Equity Quality Factor IE00BL25JL35 0,25 physisch thesaurierend 16,74
db x-trackers Equity Value Factor IE00BL25JM42 0,25 physisch thesaurierend 15,88
db x-trackers Equity Low Beta Factor IE00BL25JN58 0,25 physisch thesaurierend 16,01
db x-trackers Equity Momentum Factor IE00BL25JP72 0,25 physisch thesaurierend 15,99
iShares MSCI World Quality Factor DE000A12BHE5 0,30 physisch thesaurierend 8,20
iShares MSCI World Momentum Factor DE000A12BHF2 0,30 physisch thesaurierend 8,21
iShares MSCI World Value Factor DE000A12BHG0 0,30 physisch thesaurierend 11,99
iShares MSCI World Size Factor DE000A12BHH8 0,30 physisch thesaurierend 12,08
Lyxor SG Global Quality Income LU0832436512 0,45 synthetisch ausschüttend 150,02
Lyxor SG Global Value Beta LU1081771369 0,40 synthetisch thesaurierend 68,84
Mischung verschiedener Renditefaktoren
Amundi Global Equity Multi Smart Alloc. Scien. Beta FR0011829084 0,40 synthetisch thesaurierend 79,77
Source Goldman Sachs Equity Factor World DE000A1XES75 0,65 synthetisch thesaurierend 255,39 ... "

Charts + Statistiken - > Seite 18 und 19 des o. g. Magazins
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Re: Smart Beta oder Strategic Beta oder Dumb Beta?

Beitragvon drhc » 26.03.2015 19:20

Es existieren immer noch keine Etfs auf Sharpe-ratio-strategien. Siehe ua Strategieindizes der Deutschen Börse. Unverständlich warum diese Lücke nicht von den Gesellschaften geschlossen wird.
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Beitragvon schneller euro » 02.05.2015 13:06

drhc hat geschrieben: am 21.12.14:
...
verdeutlicht, dass jeder Faktorindex mindestens zwei bis drei Jahre hintereinander eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung aufwies. Für manche Faktoren galt dies sogar über noch längere Zeiträume, beispielsweise für Small Caps. Die meisten Faktoren reagieren zudem unterschiedlich auf makroökonomische Trends. ...
Faktoren wie Value, Momentum und Small Caps verhielten sich in der Vergangenheit prozyklisch. Sie lieferten Risikoprämien, wenn Wachstum, Inflation und Zinsen stiegen. Quality und Low Volatility waren dagegen defensiv und zeigten eine gute Entwicklung bei schwachen Rahmenbedingungen (s. Tabelle S. 19 oben). „Faktorübergreifende Diversifizierung hatte deshalb Folgen wie geringere Volatilität und höhere Sharpe Ratios sowie bessere Information Ratios und niedrigere Tracking Errors“ ...
einzelne Renditefaktoren
db x-trackers Equity Quality Factor IE00BL25JL35 0,25 physisch thesaurierend 16,74
db x-trackers Equity Value Factor IE00BL25JM42 0,25 physisch thesaurierend 15,88
db x-trackers Equity Low Beta Factor IE00BL25JN58 0,25 physisch thesaurierend 16,01
db x-trackers Equity Momentum Factor IE00BL25JP72 0,25 physisch thesaurierend 15,99
iShares MSCI World Quality Factor DE000A12BHE5 0,30 physisch thesaurierend 8,20
iShares MSCI World Momentum Factor DE000A12BHF2 0,30 physisch thesaurierend 8,21
iShares MSCI World Value Factor DE000A12BHG0 0,30 physisch thesaurierend 11,99
iShares MSCI World Size Factor DE000A12BHH8 0,30 physisch thesaurierend 12,08
Lyxor SG Global Quality Income LU0832436512 0,45 synthetisch ausschüttend 150,02
Lyxor SG Global Value Beta LU1081771369 0,40 synthetisch thesaurierend 68,84
Mischung verschiedener Renditefaktoren
Amundi Global Equity Multi Smart Alloc. Scien. Beta FR0011829084 0,40 synthetisch thesaurierend 79,77
Source Goldman Sachs Equity Factor World DE000A1XES75 0,65 synthetisch thesaurierend 255,39 ... "

Charts + Statistiken - > Seite 18 und 19 des o. g. Magazins


Für ein sehr langfristig angelegtes Depot sind diese Produkte sicher eine Überlegung wert.
Insbesondere der Source Goldman Sachs Equity Factor World (A1XES7) bei Onvista, welcher Value, Momentum, Small Cap, Quality und Low Vola kombiniert

von Lyxor: "... drei Kategorien definiert, in die die verschiedenen Smart-Beta-Produkte eingeordnet werden können. Die erste Kategorie umfasst Strategien, die von der Volatilität oder anderen quantitativen Methoden abhängen. In die zweite Kategorie werden fundamentale Strategien eingeordnet, die auf makroökonomischen Kriterien oder Finanzkennzahlen beruhen. Die dritte Kategorie umfasst Faktor-Strategien, zu der sowohl Single- als auch Multi-Faktor-Produkte zur Faktor-Allokation gehören..."
Zuletzt geändert von schneller euro am 26.07.2015 11:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Amundi ETF Scientific Beta, Wkn A114GH

Beitragvon drhc » 23.07.2015 10:18

zitiert aus dem fondsexpress 29_15:
" ... Eric Shirbini von Scientific Beta erklärt, wieso er die Faktoren Low Volatility, Momentum, Size und Value beim Amundi ETF Scientific Beta kombiniert ... Eric Shirbini vom Indexanbieter Scientific Beta, der zur französischen EDHEC Business School gehört. ... „Um ihre Rendite langfristig zu erhöhen, sollten Anleger jedoch stärker in Small-Cap-Value-Aktien investieren sowie ihr Portfolio gut diversifizieren“, erklärt Shirbini. „Das zeigen wissenschaftliche Studien.“ .. diese vier Faktoren (Low Volatility, Momentum, Mid Caps/Size und Value) finden Anleger kombiniert im Amundi ETF Scientific Beta .... achtet Scientific Beta beim Faktor Low Volatility auf die wöchentlichen Kursschwankungen in den vergangenen zwei Jahren. Beim Faktor Momentum geht es um die Kursgewinne der vergangenen 52 Wochen. Beim Faktor Mid Cap/Size spielt der Free Float eine Rolle und beim Faktor Value kommt der Buchwert zum Tragen .... sind die Aktien im Amundi ETF Scientific Beta etwa günstiger bewertet als im MSCI World Index. Zudem gewichtet der Amundi-ETF Small und Mid Caps höher als der MSCI World Index, sodass er breiter gestreut beziehungsweise weniger stark konzentriert ist. Folge: Nicht die Mega-Caps Apple, ExxonMobil und Microsoft sind die drei größten Aktien im Amundi-Depot, sondern United Health Group, Cigna und Annaly Capital Management. .... spreche die Empirie für Faktorstrategien. Denn je länger man daran festhalte, desto stärker würden sie die klassischen Market-Cap-Indizes übertreffen, betont Shirbini. Bei aktiv gemanagten Fonds sei dies genau andersherum. Im Zeitablauf sinke dort die Wahrscheinlichkeit, den Market-Cap-Index zu schlagen. Jüngst hat Scientific Beta zwei weitere Faktoren entwickelt: High Profitability und Low Investment. Bislang wurden diese im Faktor Qualität zusammengefasst. Shirbini hält eine separate Betrachtung aber für sinnvoller, zumal sie negativ korreliert seien. Shirbini hält es ohnehin für klug, verschiedene Faktoren in einem Produkt zu kombinieren. „Wird Momentum oder Value im nächsten Jahr erfolgreicher sein?“, fragt er. „Ich weiß es nicht.“ Daher würde der Amundi ETF Scientific Beta zum Beispiel vier Faktoren kombinieren, die keine hohe Korrelation zueinander aufweisen würden. ....
Amundi ETF ISIN (thesaurierend) FR 001182 908 4 Abbildung Swap-basiert Auflegung 27. Mai 2014 Fondsvermögen 362,4 Mio. Euro Laufende Kosten (laut KIID) 0,40 % Anzahl der Indextitel 1898 Internet http://www.AmundiETF.com Internet http://www.scientificbeta.com ..."
Onvista und im chart
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S & P 500 Dynamic VEQTOR (A14S4N)

Beitragvon schneller euro » 26.07.2015 11:29

aus dem fondsxpress_30_15: "... Nun geht PowerShares noch einen Schritt weiter und bietet einen ETF an, der von steigenden Kursen profitieren soll, aber gleichzeitig die Verluste bei fallenden Kursen begrenzt. Der neue ETF bildet den Index S & P 500 Dynamic VEQTOR nach. Dieser spezielle S & P 500 besteht aus drei Komponenten, dem S & P-500-Index, S & P VIX ShortTerm Futures Index und Cash. Dadurch erhalten Anleger über den S & P 500 marktbreiten Zugang zum US-Aktienmarkt, während der S & P 500 VIX Short-Term Futures generell eine negative Korrelation mit der Performance des S & P 500-Index aufweist... Derseit 1993 berechnete Volatilitätsindex VIX bildet die vom Markt erwarteten kurzfristigen Schwankungen (implizite Volatilität) ab. Er basiert auf den 30-Tages-Optionspreisen des S & P 500. Ein hoher Wert weist auf einen eher fallenden Markt hin, niedrige Prozentwerte kommen meist bei steigenden Kursen vor... Der Index S & P 500 Dynamic VEQTOR umfasst außerdem einen Stop-Loss-Mechanismus: Wenn der Index an den fünf vorhergehenden Börsentagen einen Verlust von zwei Prozent oder mehr verzeichnet, wird komplett in Cash oder geldmarktähnliche Anlagen umgeschichtet, bis die Verluste nicht mehr auf diesem Niveau liegen. Die komplette Allokation des VEQTOR-ETF erfolgt regelbasiert. Die Gewichtung der Bestandteile im Index wird anhand von Analysen der historischen und impliziten Marktvolatilität sowie der Performance des S & P 500 bestimmt. Gewöhnlich beträgt die VIX-Futures-Quote im ETF mindestens 2,5 Prozent. In Phasen zunehmender Marktunsicherheit kann der ETF bis zu 40 Prozent des Portfolios in VIX-Futures investieren. Diese Umschichtung in den Volatilitätsindex führt in Crashphasen wie 2008 dazu, dass der S & P 500 Dynamic VEQTOR die Verluste an den Aktienmärkten nicht mitmacht. 2008 etwa hätte der Index um etwa 20 Prozent zugelegt, während der S & P 500 37 Prozent verloren hat. Allerdings muss man dafür in Bullenmärkten mit einer deutlich geringeren Performance rechnen. Das Beta zum S & P 500 liegt in der Regel zwsichen 0,5 und 0,6. ... Der S & P-500-Dynamic-VEQTOR-ETF ist ein sehr interessantes Produkt. Er stellt jedoch nicht unbedingt ein Substitut für einen S & P-500-ETF dar. Vielmehr kann man ihn angesichts der Niedrigstzinsen eher als Rentenersatz im Portfoliokontext sehen..."
:arrow: Als "Rentenersatz" würde ich den Fonds nicht einordnen. Wenn man sich den, bei fondsxpress abgebildeteten Chart mit der Rückrechnung anschaut, dann lag der MDD im Zeitraum Sommer 2010 bis Herbst 2011 (ungefähr) bei ca. -18%. Im II.Quartal 2015 verlor der ETF auch ca. -10%, während der Index Verluste fast vermeiden konnte.
Der Ansatz mit der 5-Tage-Regel wirkt ebenfalls etwas statisch, aber dennoch scheint es mir ein Kandidat für die Watchlist zu sein.

Facts bei invescopowershares
Zitat von dieser Webseite: "...
Large-Cap Growth 44.94%
Large-Cap Value 32.78%
Unclassified style data 11.70%
Mid-Cap Growth 5.78%
Mid-Cap Value 4.77%
Small-Cap Growth 0.02%
...
Top holdings As at 24/07/2015
Company % of the Fund
CBOE Volatility Index Future 8.74%
Apple Inc 3.52%
Microsoft Corp 1.83%
Exxon Mobil Corp 1.64%
Johnson & Johnson 1.35%
Wells Fargo & Co 1.33%
CBOE Volatility Index Future 1.32%
General Electric Co 1.27%
Berkshire Hathaway Inc 1.27%
JPMorgan Chase & Co 1.26%
..."

Onvista
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Comdirect-Chartvergleich seit 20.6.15 mit S&P 500
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Beitragvon Papstfan » 20.06.2016 15:59

Unigestion mit neuen Multifaktor-Etfss fondscheck
Seit Mai 2016: Uni-Global - Equities Compass World (ISIN LU1273481546 / WKN A14XW9) + Uni-Global - Alternative Equities Copass World (ISIN LU1355124196 / WKN A2AD1X)
zitat: " .....Aktives Factor Investing bietet höhere Renditen und bessere Sharpe Ratios ....Unigestion habe darum, je nach Branche oder Marktbesonderheiten, eine eigene Definition der Faktoren Value, Momentum, Quality und Size entwickelt. Entscheidend für den Anlageerfolg seien aber nicht nur die Faktoren selbst, sondern auch die PortfolioKonstruktion: "Factor Investing bedeutet, ein "echtes" Aktienportfolio zu kaufen, das neben dem wünschenswerten Faktor-Engagement auch ungewollte Risiken oder Verzerrungspotenziale enthält. Um diese unerwünschten Risiken zu minimieren, ist die entsprechende Kontrolle des Portfolios unerlässlich"... Unigestion könne durch aktives Risikomanagement die Ergebnisse deutlich stabilisieren: Durch die optimierte Definition der Faktoren würden die Strategien des Asset Managers auf erstklassige, weniger volatile Papiere, diversifizierte Qualitätspapiere und stabile Small Caps ausgerichtet. Und das zahle sich aus: "Unsere aktiv verwalteten Portfolios bieten höhere Renditen und bessere Sharpe Ratios als die auf einfachen Faktor-Definitionen basierenden Indices."..."

klingt viel versprechend. Aber erst mal abwarten, wie sich diese Produkte von Unigestion entwickeln werden
ora et labora!
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Beitragvon schneller euro » 04.05.2018 12:54

Eine sehr kritische Studie (erwartungsgemäß!) des FVS Research Instituts zu Smart-Beta-ETF´s
Untersucht wurde der Zeitraum 2003-2017. Vielfach erwähnt wird der Vergleich mit dem "breiten Markt", "Benchmarktindex" etc., bei welchem die Smart-Beta-Strat. nicht gut abschneiden. Falls ich nichts überlesen habe, wird aber nirgendwo erwähnt, welche die jeweilige Benchmark war. Hätte mich insbesondere bei der Tabelle auf Seite 6 interessiert.
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Re: Smart Beta oder Strategic Beta oder Dumb Beta?

Beitragvon Fondsfan » 05.05.2018 17:05

@ schneller euro

Generell fällt bei dieser Ausarbeitung auf, dass überhaupt keine Namen oder
Produkte genannt werden und der Grund scheint mir nach der Lektüre auch
klar.

Auf Seite eins wird ganz allgemein gesagt, dass immer ein Smart ETF mit dem
jeweils zugrunde liegenden Index verglichen wurde- weder die ETFs noch die
Indices werden benannt.

Wirklich interessant wird das ganze auf Seite 6, wo es heißt, dass von den
179 Smart ETFs "nur" 67 den jeweiligen Benchmark-Index schlugen. Das sind
also 37 %, die besser sind als der breite Index.

Ich habe die Zahl nicht greifbar, aber nach meiner Erinnerung ist bei den
aktiv gemanagten Fonds der Anteil derer, die ihren Index schlagen
konnten, deutlich geringer.

Leider nennt der Bericht -wohl aus gutem Grund- keine Namen, so dass man
daraus nicht entnehmen kann, wer die outperformer sind.
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Beitragvon schneller euro » 27.09.2018 15:57

Ossiam Shiller Barclays Cape US (A116QW, seit 06/15, US-$, non quanto) -> Thread zum ETF Portfolio Global (A0MKQK), in welchem der Ossiam in 08/18 mit mehr als 15% die größte Pos. war
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