die EZB und die Refi der Banken

Allgemeine Markteinschätzungen, Analysen der Währungen sowie Betrachtungen der Konjunkturnews.

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die EZB und die Refi der Banken

Beitragvon martinsgarten » 27.04.2009 16:21

dieses Thema verfolge ich schon etwas länger und habe es mir immer mal gespeichert.

Da kann sich jeder sein teil bei denken.

Mein Gedanke - immer mehr Geld wird gebraucht.
Die Damen und Herren Bänkster hatten sich kurzfristig finanziert und müssen sich neu refinanzieren.
UND - die Hurrensöhne der "Volkseigenen EZB" kommen ihnen mit immer günstigeren Zinssätzen entgegegen.

Und wer bezahlt die Zeche - heute - morgen - übermorgen ?

Dreimal darf man raten.

Damit kann man als Bank dann natürlich Gewinne machen.

Das nächste ausbluten von "Müller und Meier" erfolgt sicher nach der Wahl.

01.07.2008 - EZB teilt 154,5 Milliarden Euro in Hauptrefinanzierungsgeschäft zu
FRANKFURT (AWP International) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrem Hauptrefinanzierungsgeschäft (Refi) dem Bankensystem der Eurozone 154,5 Milliarden Euro zugeteilt.
Der Durchschnittszins sei von 4,25 Prozent
in der Vorwoche auf 4,15 Prozent gesunken, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit. Der Marginalsatz - der niedrigste Satz, zu dem noch Gebote angenommen werden - stieg indes von 4,07 Prozent auf 4,10 Prozent.
Die Benchmark-Zuteilung, die den Banken eine problemlose Erfüllung ihrer Mindestreservepflicht erlauben soll, lag bei 151,5 Milliarden Euro. Das Refi-Geschäft wurde zu einem Mindestbietungssatz von 4,00 Prozent ausgeschrieben. Es gab 433 Bieter.
Das Volumen der Gebote lag bei rund 254,66 Milliarden Euro. Der neue Tender läuft über sieben Tage./bf/jha/


08.07.2008 - EZB: Marginaler Zuteilungssatz Haupt-Refi-Tender 4,32%
Beim einwöchigen Hauptrefinanzierungsgeschäft der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einem Mindestbietungssatz von 4,25%
haben sich ein marginaler Zuteilungssatz von 4,32% und ein gewogener Durchschnittssatz von 4,37% ergeben.
Die Bietungsspanne lag zwischen 4,25% und 4,53%, wie die EZB am Dienstag mitteilte.
Die 400 Institute boten insgesamt 263,641 Mrd EUR, davon wurden 175,0 Mrd EUR bedient.
Die Repartierungsquote stellte sich auf 52,2419%.
Den weiteren Angaben zufolge belief sich die aktualisierte Schätzung der autonomen Faktoren für den Liquiditätsbedarf
auf 238,5 (239,3) Mrd EUR. Die daraus resultierende Benchmarkzuteilung beträgt 157,0 Mrd EUR.
Das neue Geschäft mit Fälligkeit 16. Juli wird am Mittwoch valutiert, an dem ein alter Tender über 154,5 Mrd EUR ausläuft.

15.07.2008 - EZB teilt 155 Milliarden Euro in Hauptrefinanzierungsgeschäft zu
FRANKFURT (AWP International) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrem Hauptrefinanzierungsgeschäft (Refi) dem Bankensystem der Eurozone 155,0 Milliarden Euro zugeteilt. Der Durchschnittszins sei von 4,37 Prozent in der Vorwoche auf 4,36 Prozent gesunken, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit.
Der Marginalsatz - der niedrigste Satz, zu dem noch Gebote angenommen werden - erhöhte sich von 4,32 Prozent auf 4,34 Prozent.
Die Benchmark-Zuteilung, die den Banken eine problemlose Erfüllung ihrer Mindestreservepflicht erlauben soll, lag bei 141 Milliarden Euro.
Das Refi-Geschäft wurde zu einem Mindestbietungssatz von 4,25 Prozent ausgeschrieben.
Es gab 440 Bieter. Das Volumen der Gebote lag bei rund 265,93 Milliarden Euro. Der neue Tender läuft über sieben Tage.

18.11.2008 - EZB teilt 338,02 Milliarden Euro in Hauptrefinanzierungsgeschäft zu
FRANKFURT (AWP International) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrem regulären Hauptrefinanzierungsgeschäft dem Bankensystem der Eurozone rund 338,02 Milliarden Euro zugeteilt.
Es hätten insgesamt 851 Banken Gebote abgegeben, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit. Das Hauptrefinanzierungsgeschäft war zu einem festen Zinssatz von 3,25 Prozent ausgeschrieben worden. Es wurden alle Gebote befriedigt.
Die Benchmark-Zuteilung, die den Banken eine problemlose Erfüllung ihrer Mindestreservepflicht erlauben soll, ist mit 41 Milliarden Euro angegeben.
Das Geschäft läuft wie gewöhnlich über sieben Tage.

27. Januar 2009 - EZB teilt 214,15 Milliarden Euro in Hauptrefinanzierungsgeschäft zu
FRANKFURT (AWP International) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrem regulären Hauptrefinanzierungsgeschäft
dem Bankensystem der Eurozone 214,15 Milliarden Euro zugeteilt.
Es hätten insgesamt 544 Banken Gebote abgegeben, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit.
Das Hauptrefinanzierungsgeschäft war zu einem festen Zinssatz von 2,00 Prozent ausgeschrieben worden.
Es wurden alle Gebote befriedigt.
Die Benchmark-Zuteilung, die den Banken eine problemlose Erfüllung ihrer Mindestreservepflicht erlauben soll, ist mit 30,5 Milliarden Euro angegeben. Das Geschäft läuft über sieben Tage./jha/stb

20.04.2009 - EZB: Bei Haupt-Refi-Tender Liquiditätsbedarf von 392,0 Mrd EUR
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Liquiditätsbedarf für den Zeitraum vom 20. bis 28. April
im Rahmen der Ausschreibung ihres Hauptrefinanzierungsgeschäftes mit einem Festzinssatz von 1,25% auf 392,0 Mrd EUR
geschätzt.
Wie die EZB am Montag mitteilte, ergibt sich daraus eine Benchmark-Zuteilung von 121,5 Mrd EUR.
Dies ist der Zuteilungsbetrag, der den Banken eine problemlose Erfüllung ihrer Mindestreservepflicht erlaubt.
Die Zuteilung erfolgt am 21. April, die Valutierung ist für den Folgetag vorgesehen, an dem ein alter Tender über 249,411 Mrd EUR ausläuft. Der neue Tender wird am 29. April fällig.

27.04.2009 - EZB: Bei Haupt-Refi-Tender Liquiditätsbedarf von 399,8 Mrd EUR
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Liquiditätsbedarf für den Zeitraum vom 27. April bis 5. Mai
im Rahmen der Ausschreibung ihres Hauptrefinanzierungsgeschäftes mit einem Festzinssatz von 1,25% auf 399,8 Mrd EUR
geschätzt.
Wie die EZB am Montag mitteilte, ergibt sich daraus eine Benchmark-Zuteilung von 132,5 Mrd EUR.
Dies ist der Zuteilungsbetrag, der den Banken eine problemlose Erfüllung ihrer Mindestreservepflicht erlaubt.
Die Zuteilung erfolgt am 28. April, die Valutierung ist für den Folgetag vorgesehen, an dem ein alter Tender über 244,125 Mrd EUR ausläuft. Der neue Tender wird am 6. Mai 2009 fällig.
Zuletzt geändert von martinsgarten am 10.05.2010 08:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon ist gegangen worden » 28.04.2009 06:20

Hi Martin


Ich glaube Du wirfst jetzt etwas durcheinander.
Das sind Offenmarktgeschäfte die schon seit Jahrzenten so laufen.Sie werden auch wieder rückabgewickelt.

Es verhält sich dabei wie folgt:


Das eindeutig wichtigste Offenmarktgeschäft der EZB ist das Hauptrefinanzierungsinstrument (Haupttender). Hierbei handelt es sich um ein Instrument der Offenmarktpolitik, bei dem die Geschäftsbanken in einem Auktionsverfahren Geld von der EZB gegen Zinszahlungen erhalten. Der Mindestbietungszinssatz für diese Auktionen (Hauptrefinanzierungssatz) wird aufgrund seiner Bedeutung oft auch als Leitzins der EZB bezeichnet. Die Transaktionen finden einmal pro Woche statt. Ihre Laufzeit beträgt ebenfalls eine Woche.

Das Hauptrefinanzierungsinstrument ist das wichtigste geldpolitische Instrument der Europäischen Zentralbank (EZB).

Im Rahmen der Hauptrefinanzierungsgeschäfte tauschen Geschäftsbanken zeitlich begrenzt notenbankfähige Sicherheiten (Wertpapiere) in Zentralbankgeld um. Über das Hauptrefinanzierungsinstrument stellt die EZB den Geschäftsbanken auf diesem Wege rund drei Viertel des Refinanzierungsvolumens zur Verfügung. Geschäfte, die mittels des Hauptrefinanzierungsinstruments durchgeführt werden, bezeichnet die EZB daher auch als Haupttender.

Der diesen Wertpapierpensionsgeschäften zugrundeliegende Zinssatz wird als Hauptrefinanzierungssatz bezeichnet und ist der wichtigste Leitzins der EZB.

Die Zentralbank kann mit Hilfe dieses Instruments indirekt die Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt beeinflussen. Da die Geschäftsbanken den Hauptrefinanzierungssatz durch Zinsen auf Wertpapiere und Kredite finanzieren, steigen im allgemeinen nach einer Erhöhung des Hauptrefinanzierungssatzs auch die Zinssätze der Geschäftsbanken.

Link dazu:


http://www.ecommerce.wiwi.uni-frankfurt.de/ecomWebsite/typo3/fileadmin/Lehre/Seminar_Auktionen_SS2006/Hauptrefinanzierungsgesch_fte_der_EZB_Mai_Trang_Le.pdf
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Beitragvon ist gegangen worden » 28.04.2009 07:01

Die Netto Kredit Aufnahme beläuft sich in der BRD "nur" auf 50 Milliarden Euro.

Wie kann das sein?

Wie ich meine hält der Staat alles andere soweit als Aktiva.
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Beitragvon martinsgarten » 22.12.2009 09:36

Ich habe erst einmal gesucht, mit der Frage, wo paßt der Beitrag hin - ich denke hier ist er "fast" richtig.

Pfandbriefe

Stützkäufe der Notenbanker

Die EZB hilft mit einem milliardenschweren Programm dem angeschlagenen Emissionsmarkt für besicherte Anleihen wieder auf die Beine.
Das Emissionsvolumen blüht nach einer Dürreperiode wieder auf.

von Sebastian Ertinger

Die Runde aus Europas gesetzten Notenbankern hat dem dahinsiechenden Markt für besicherte Bankanleihen neues Leben eingehaucht. Unter der Ägide von Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), nehmen die Institute des Euro-Raums 60 Mrd. Euro in die Hand und kaufen bis Mitte kommenden Jahres den Banken mit Hypotheken oder öffentlichen Krediten gedeckte Papiere ab.
wo kommt das Geld her ? :wink:
Das im Mai angekündigte Ankaufprogramm für Covered Bonds pumpt Geld ins Finanzsystem. Damit sollen sich die Institute wieder einfacher refinanzieren und Kredite zu günstigeren Konditionen anbieten können.
Im Zuge der Finanzkrise war der Covered-Bond-Markt in Bedrängnis geraten.
Der Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarkts ließ viele Investoren fürchten, dass sich auch die Deckungsmasse hinter den Covered Bonds als Luftnummer erweist. Selbst die als äußerst sicher geltende deutsche Variante, der Pfandbrief, wurde in den Strudel gerissen. Durch das Ankaufprogramm haben die Emissionen wieder zugelegt
Die Banken mussten bei der Auflage kreditbesicherter Papiere teilweise beträchtliche Risikoprämien im Vergleich zu Staatsanleihen bester Bonität bezahlen. So kletterten die Spreads genannten Aufschläge der Pfandbriefe gegenüber Bundesanleihen auf 1,5 Prozentpunkte, britische Emittenten mussten bis zu 300 Basispunkte, irische Banken sogar noch deutlich mehr drauflegen.
"Seit der Ankündigung des Aufkaufprogramms durch Trichet erholten sich die Renditeabstände deutlich", sagt Florian Eichert, Covered-Bond-Experte der LBBW. Bisher hat die EZB Covered Bonds für rund 21 Mrd. Euro erworben. "Die Stützung durch die EZB hat dem Markt wieder auf die Beine geholfen", stellt Eichert fest.
Die Zahl der Neuemissionen nahm mit Beginn des Ankaufprogramms der EZB deutlich zu. Das Volumen neu begebener, großer Covered Bonds kletterte seit Mai auf rund 85 Mrd. Euro und damit auf den zweithöchsten Stand überhaupt.

Der gesamte Umfang des Covered-Bond-Markts in der Euro-Zone beziffert sich nach Schätzungen auf rund 1500 Mrd. Euro; rund die Hälfte davon macht der deutsche Pfandbriefmarkt aus.

Anleihenaufkäufe hatten ein psychologische Wirkung auf den Markt
Angesichts dieser Dimension mag das EZB-Stützungsprogramm mit 60 Mrd. Euro bescheiden erscheinen. "Doch die Psychologie spielt eine bedeutende Rolle", sagt Eichert. Der Schritt holte das Vertrauen in den Markt zurück. "Und das Programm der EZB hat durchaus ein gewisses Gewicht."
Ablesen lässt sich der Erfolg der EZB-Käufe am Segment der Jumbo-Pfandbriefe, das sind Papiere mit einem Wert von mindestens 1 Mrd. Euro. In der Krise war hier der Nachschub mit neuen Bonds vollkommen versiegt. "Auch das Segment der Jumbo-Emissionen blüht nach einer Dürreperiode wieder auf", sagt Ulf Krauss, Rentenmarktexperte der Helaba. Bis September dieses Jahres kamen allein in Deutschland Jumbo-Pfandbriefe im Wert von mehr als 12 Mrd. Euro an den Markt.
Die EZB hatte zum Mittel der Anleihenaufkäufe gegriffen, da mit der Senkung der Leitzinsen auf das historisch niedrige Niveau von einem Prozent die herkömmlichen geldpolitischen Instrumente ausgereizt waren. Um die Turbulenzen an den Finanzmärkten in den Griff zu bekommen und die Konjunktur zu stabilisieren, entschieden sich die Zentralbanker um Trichet auf unkonventionelle Methoden wie den Kauf von Anleihen zu setzen.EU-Länder mit Immobilienkrisen profitierten am stärksten
Anders als die amerikanische Notenbank Fed oder die Bank of England darf der Währungshort des Euro-Raums aber nicht direkt neu ausgegebene Staatsanleihen der Mitgliedsländer kaufen. Während Amerikaner und Briten mit dem Erwerb von Bonds des eigenen Landes frisches Geld drucken, spült die EZB über den Covered-Bond-Kauf indirekt Liquidität in den Markt.
Die Pläne der EZB zum Kauf besicherter Bankbonds waren teilweise auf Kritik gestoßen. So hatte der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) im Sommer die Aufkäufe zwar grundsätzlich begrüßt, aber für den deutschen Markt als unnötig abgetan.
Tatsächlich profitieren besonders die verbrieften Wertpapiere aus den Ländern mit verbrannten Immobilienmärkten wie Spanien oder Irland von der EZB-Einkaufstour.
"Dort vollzogen sich auch die deutlichsten Spreadeinengungen, nachdem die Risikoaufschläge im Zuge der Krise in die Höhe geschnellt waren", erklärt Experte Krauss.
Deutsche Banken hingegen konnten auch in den Hochphasen der Finanzkrise Pfandbriefe an den Markt bringen, wenn auch in deutlich reduziertem Umfang und zu schlechteren Konditionen.
Was passiert mit den Anleihen der EZB?
Nach der spürbaren Erholung, die im Spitzenmonat September gipfelte, hat der Markt nun etwas an Schwung verloren. Die Zahl der Neuemissionen ging zurück und der Rückgang der Risikoaufschläge verlangsamte sich. "Doch die EZB-Käufe bewahren den Markt vor einem Durchhänger und wirken nach wie vor stützend", sagt LBBW-Analyst Eichert.
Offen ist aber noch, wie die Zentralbank mit den gekauften Covered Bonds weiter verfährt. Jüngsten Aussagen von EZB-Ratsmitglied José Manuel González-Páramo zufolge sieht die Bank keine Not, die Papiere bald wieder abzustoßen. Demnach könnte sie die Bonds bis zu ihrer endgültigen Fälligkeit halten.
Sollte das Institut sein mittlerweile angeschwollenes Anleiheportfolio doch früher verkaufen, so werde das schonend erfolgen, um "Verwerfungen am Markt zu vermeiden", verspricht González-Páramo. Damit dürfte die Europäische Zentralbank weiter Ruhe ins Segment der Covered Bonds bringen.
Für wie lange ? :lol: :lol:
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Beitragvon alexandra » 27.12.2009 18:30

die etwas andere "Refi" :shock:

Der Euro ist bald Geschichte
von Magistrator www.opinio.de
Kommt die Hyperinflation? Die Bestellung vieler neuer Gelddruckmaschinen deutet darauf hin – und nicht nur die.
Glaubt man den Aussagen der Politiker, erleben wir bald einen wirtschaftlichen Aufschwung und alles wird besser – mit anderen Worten: Man sieht Licht am Ende des Tunnels. Dann kann man aber auch glauben, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Man kann aber auch realistisch sein und merkt schnell, dass ein Zitronenfalter keine Zitronen faltet und auch keine Rede davon sein kann, dass bald alles besser werden wird.

Alle Anzeichen sprechen eher dagegen, mittlerweile ist es meiner Meinung nach auch nicht mehr ausgeschlossen, dass Deutschland in eine Superinflation hineinschlittert. Denn es gibt eine Firma, die trotz Wirtschafts- und Finanzkrise den größten Auftrag ihrer Firmengeschichte erhalten hat. Diese Firma produziert Gelddruckmaschinen und hat den Auftrag bekommen, so schnell wie möglich vierzehn dieser Maschinen herzustellen, die innerhalb von zwei Jahren ausgeliefert werden sollen.

Der Auftraggeber wurde nicht bekanntgegeben, es ist lediglich sicher, dass es sich um einen deutschen Auftraggeber handelt, der die Druckmaschinen auch in und für Deutschland braucht. Und wer braucht Gelddruckmaschinen? Die Bundesdruckerei, die unter anderem alle Geldscheine druckt, die in Deutschland in den Verkehr gebracht werden.

Doch warum braucht die Bundesrepublik Deutschland auf einmal so viele neue Maschinen, um Geld drucken zu können? Die sich bisher im Umlauf befindlichen Euroscheine können schon aufgrund ihres Alters (die ältesten sind maximal acht Jahre alt) in der Mehrzahl noch nicht so abgegriffen und zerschlissen sein, dass sie in großem Umfang ersetzt werden müssen.

Da ich mir auch nicht vorstellen kann, dass die bisherigen Druckmaschinen schlagartig den Geist aufgegeben haben oder kurz davor stehen, kann dies nur eins bedeuten: Es wird erwartet, dass man die neuen Maschinen für neues Geld braucht, für sehr viel neues Geld. Und dies kann nur bedeuten, dass damit gerechnet wird, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis eine Hyperinflation über das Land und über Europa hereinbricht und es notwendig erscheint, entweder eine neue Währung einzuführen oder so viel Geld der aktuellen Währung in Umlauf zu bringen, wie es in den Zeiten der 1920er-Jahre während der damaligen Wirtschaftskrise mit dem Notgeld üblich war.

Denn es kann meines Erachtens auf Dauer nicht gutgehen, dass sich immer mehr Staaten in der Eurozone bis über die Halskrause verschulden. Irgendwann kommt es zu einem großen Finanz-Knall, gegen den die aktuelle Finanzkrise ein kleiner Windhauch ist. Besonders Staaten wie Griechenland, die eine Horror-Staatsverschuldung bewältigen müssen und einige osteuropäische Länder, die durch falsche Angaben über ihre finanzielle Lage in die EU aufgenommen wurden, sorgen dafür, dass es immer mehr kriselt.

Aber auch andere Staaten, so auch Deutschland mit einer Rekordverschuldung in noch nie dagewesener Höhe, straucheln und überschreiten die eigentlich zulässige Grenze der Staatsverschuldung teilweise sehr deutlich. Island hat schon im vorigen Jahr den Staatsbankrott erklärt; alle baltischen Staaten, Rumänien, Portugal und Italien sind in ärgster Bedrängnis. Und ich rede bzw. schreibe hier nur von den europäischen Staaten, weltweit gesehen spielt sich ähnliches ab.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank warnt bereits vor einer sich abzeichnenden Inflation um die fünf Prozent und die aktuelle Wirtschaftskrise wird gegen die nächstes, spätestens übernächstes Jahr eintretende Wirtschaftskrise ein Honigschlecken gewesen sein. Bis zum Jahre 2013 müssen bereits fast die Hälfte der Staatseinnahmen für die Schuldentilgung eingesetzt werden.

Über das wahre Ausmaß der kommenden Krise werden die Bürger natürlich nicht informiert, die können wohl nach Ansicht der Politiker ohne Vorwarnung ins Verderben laufen. Die Sozialsysteme werden immer mehr unter Druck geraten, die Volksarmut wird zunehmen, kleinere Betriebe werden durch zwangsläufig zunehmende Schwarzarbeit in die Pleite rutschen, irgendwann ist es dann soweit: der soziale Frieden ist in Gefahr.

Die Anzeichen, dass sich etwas Entscheidendes anbahnt, sind da, und aufmerksame Bürger sollten nachdenklich werden und sich überlegen, wie sie der kommenden Hyperinflation zumindest halbwegs Paroli bieten können.

Ich wage mal die Prognose, dass die meisten betroffenen Länder es wegen der freizügigen Geldverschwendung durch Bankenrettungsschirme und Konjunkturprogramme nicht schaffen werden, die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen – es wird zum Staatsbankrott und allen unerwünschten Nebenwirkungen wie Hyperinflation und darauf folgend eine Währungsreform kommen. Durch diese unseriöse Haushaltspolitik wird ein unermesslicher Scherbenhaufen entstehen, den die Bürger - wie immer - ausbaden müssen, die derzeitigen und noch kommenden Probleme werden lediglich schöngeredet.

Was können nun die Bürger tun? In der Regel nicht sehr viel. Der sogenannte „Otto Normalverbraucher“ kann jetzt schon mal sein Warenlager aufstocken, insbesondere denke ich hier an Getränke- und Essensvorräte; sich mit warmer Kleidung eindecken und – wenn es möglich ist – in Sachwerte wie Immobilien, Gold und Silber investieren. Aber bei dem derzeitigen Goldpreis ist das für Normalverbraucher schlichtweg illusorisch und Anlagen in Edelmetalle werden wohl bald unerschwinglich werden. Vielleicht werden bald auch wieder Waren und Dienstleistungen getauscht, nichts ist unmöglich.

Wenn ich das nächste Mal wieder jemanden aus der Politik oder der Wirtschaft vom Licht am Ende des Tunnels faseln höre, glaube ich nichts mehr – so viel steht fest.
alexandra
 

Wer schürt denn die Angst vor den Schulden?

Beitragvon thallo » 27.12.2009 19:38

Solange die Zinsen für Schulden bezahlt und die Schulden weitergerollt werden können, sehe ich keine Probleme für die nähere Zukunft. Die nominale Kaufkraft der EURO-Bürger wird nicht größer, im Gegenteil. Die Güter des täglichen Lebens sind nicht knapp (evt. das Öl demnächst), daher sehe ich keine hausgemachte Inflation heraufziehen.

Ein riesiges Vermoegen (die Kehrseite der Schulden) sammelt sich in der Hand weniger, die die Güter des täglichen Lebens nicht horten werden. Stattdessen wird dieses Geld in den unsinnigsten Projekten versenkt (Dubai, Abu Dabhi, Olympiade-Bauten) und an den wirklichen Bedürfnissen der Weltbevölkerung vorbei investiert.
Diese Gelder, weil völlig sequestriert, sterilisieren sich selber.

König Ludwig II. von Bayern ist ein gutes historisches Lehrbeispiel. Die Ersparnisse (Zwangsabgaben sprich Steuern) der Landbevölkerung wurden in unsinnige Traumschlösser investiert, die Eintrittsgelder von heute reichen nicht, um diese Immobilien auch nur zu unterhalten.

Wo liegt die wirkliche Explosionsgefahr für das System? Wenn die Steuerquellen wegen Pleiten, Schwarzarbeit, Firmenverlagerungen, passivem Widerstand der Bürger versiegen, wird der Aussenwert des EUR an Vertrauen verlieren und die benötigten Importgüter teurer werden. Dies passiert aber nicht von heute auf morgen.

Wer jetzt die Angst vor Schulden schürt, arbeitet für genau die Lobbyisten, die der Bevölkerung weitere Sparopfer aufzwingen möchten und dabei wunderbar profitieren: Klimaabgabe, Ethiksteuer, Zwangsversicherungen (Obama zwingt alle - auch joblose - Amerikaner sich gegen Krankheit zu versichern, bei uns seit 1.1.09 Gesetz), Gebäudesanierungen, Energiepass etc.
Mfg thallo
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Beitragvon martinsgarten » 04.03.2010 10:51

Damit müßte ja nun bald Schluß sein - THEORETISCH :lol:
Über das Volumen findet man leider nichts ??
Auch heute am 08.03.2010- Info gleich NUll
siehe hier: Bundesbank


23.02.2010 15:49

EZB schreibt Langfrist-Refi über 91 Tage aus
FRANKFURT (awp international) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein neues langfristiges Refinanzierungsgeschäft (Refi) mit einer Laufzeit von 91 Tagen ausgeschrieben. Das Geschäft werde zu einem festen Zinssatz von 1,0 Prozent durchgeführt, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit.
Ein Volumen gab die EZB nicht vor.
Gebote können bis Mittwoch, 9.30 Uhr abgegeben werden.
Das Geschäft läuft vom 25. Februar bis zum 27. Mai./bf/js
Zuletzt geändert von martinsgarten am 08.03.2010 19:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon martinsgarten » 04.03.2010 19:22

Straffung der Geldpolitik :lol: :lol:
Da müssen Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen.
Jetzt wird erst einmal GR refinanziert.


Ultralockere Geldpolitik: EZB lässt sich Zeit mit Ausstieg
04.03.2010 | 14:00 | (DiePresse.com)

Die Europäische Zentralbank belässt ihren Leitzins bei 1,0 Prozent unverändert.
Bis Oktober erhält die Finanzbranche unbegrenzt Geld - länger als von Experten erwartet.
Welche Experten den - die üblichen Pappnasen ?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wie erwartet erneut unverändert belassen.
Der Leitzins für den Euroraum liege weiterhin bei 1,0 Prozent, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit.
Ökonomen hatten dies einhellig erwartet.
Damit liegt der Leitzins nach wie vor auf dem tiefsten Niveau seit Gründung der europäischen Währungsunion im Jahr 1999.

Seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 hat die EZB das Zinsniveau um insgesamt 3,25 Punkte reduziert.
Zuletzt hatte sie den Leitzins im Mai 2009 um 0,25 Punkte gesenkt.
Der historisch niedrige Leitzins ist Resultat der geringen Inflation und der Wirtschaftskrise.
(nur der Wirtschaftkrise - das Thema Inflation interessiert doch keine Sau. Das umgeht man geschickt, indem man Preise außerhalb des Warenkorbs erhöht - siehe Grunderwerbssteuer bisher in 3 Bundesländern von 3,5% auf 4,5%)
EZB versorgt Finanzbranche noch länger mit Geldspritzen

Entgegen den Erwartungen wird die EZB allerdings der Finanzbranche noch länger mit Geldspritzen über die Krise hinweghelfen.
Bis ins vierte Quartal hinein werde die EZB den Banken bei den Wochentendern so viel Geld zur Refinanzierung zur Verfügung stellen wie nötig, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt.

Mindestens bis zum 12. Oktober werde die Zentralbank im Zuge ihrer Liquiditätsversorgung der Banken bei den Tendergeschäften an der sogenannten Vollzuteilung festhalten.
Damit können sich die Institute darauf verlassen, bei den Hauptrefinanzierungsgeschäften so viel Geld bekommen wie sie benötigen.

Von April an will die Bank bei den Drei-Monats-Krediten aber zu Normalität zurückkehren.
Der Sechs-Monats-Tender solle zu einem variablen Zinssatz vergeben werden, der an den Leitzins gekoppelt ist. :lol: :lol: :lol:
Das wird aber für die Banken hart werden.
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Beitragvon martinsgarten » 08.03.2010 19:11

PRESSEMITTEILUNG
EZB GIBT DETAILS ZU DEN BIS ZUM 12. OKTOBER 2010 ABZUWICKELNDEN REFINANZIERUNGSGESCHÄFTEN BEKANNT
Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und der Entwicklung an den Finanzmärkten hat der EZB-Rat heute die Fortsetzung der allmählichen Rücknahme seiner Sondermaßnahmen beschlossen.
Im Einzelnen entschied er, seine Hauptrefinanzierungsgeschäfte (HRGs) so lange wie erforderlich, jedoch mindestens bis zum Ende der neunten Mindestreserve-Erfüllungsperiode dieses Jahres am 12. Oktober 2010, weiterhin als Mengentender mit Vollzuteilung durchzuführen. Dieses Tenderverfahren wird auch bei den Refinanzierungsgeschäften mit Sonderlaufzeit von einer Erfüllungsperiode weiter verwendet, welche ebenfalls so lange wie nötig und mindestens bis zum Ende der neunten Erfüllungsperiode im Jahr 2010 durchgeführt werden. Bei den Refinanzierungsgeschäften mit Sonderlaufzeit entspricht der Festzins dem für das jeweilige HRG geltenden Zinssatz (Hauptrefinanzierungssatz).
Ferner hat der EZB-Rat beschlossen, die regelmäßigen längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte mit dreimonatiger Laufzeit (LRGs) beginnend mit dem am 28. April 2010 zuzuteilenden Geschäft wieder als Zinstender durchzuführen. Die Zuteilungsbeträge bei diesen Geschäften werden so festgelegt, dass ausgewogene Bedingungen an den Geldmärkten sichergestellt werden und eine deutliche Differenz zwischen den Tendersätzen und dem geltenden Hauptrefinanzierungssatz vermieden wird. Für jedes LRG mit dreimonatiger Laufzeit wird zu Beginn der Mindestreserveperiode, in der das Geschäft durchgeführt wird, im Voraus ein angestrebter Zuteilungsbetrag angekündigt.
Der Hauptrefinanzierungssatz wird bei den dreimonatigen LRGs als Mindestbietungssatz dienen. Hierbei handelt es sich um eine technische Maßnahme, die übergangsweise genutzt wird, um zu verhindern, dass die
Zuteilungssätze angesichts reichlich vorhandener Liquidität unter dem geltenden Hauptrefinanzierungssatz liegen.
Um den Liquiditätseffekt des am 1. Juli 2010 fälligen längerfristigen Refinanzierungsgeschäfts mit zwölfmonatiger Laufzeit auszugleichen, hat der EZB-Rat beschlossen, eine zusätzliche Feinsteuerungsoperation mit sechstägiger Laufzeit durchzuführen. Die Operation wird am 1. Juli angekündigt, zugeteilt und abgewickelt; Fälligkeitstag ist der 7. Juli, an dem auch das nächste HRG abgewickelt wird. Die Operation wird ebenfalls als Mengentender mit Vollzuteilung durchgeführt, wobei der Festzins dem geltenden Hauptrefinanzierungssatz entsprechen wird.
Außerdem hat der EZB-Rat beschlossen, dass der Zinssatz für das am 31. März 2010 zuzuteilende LRG mit sechsmonatiger Laufzeit - im Einklang mit dem Beschluss zu dem am 16. Dezember 2009 durchgeführten LRG mit zwölfmonatiger Laufzeit - dem durchschnittlichen Mindestbietungssatz der während der Laufzeit dieses Geschäfts durchgeführten HRGs entsprechen wird.1

1 siehe Orginal
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Beitragvon martinsgarten » 27.03.2010 17:48

Es kommt, was kommen mußte - es wird alles aufgeweicht.
Oder - wer A sagt, muß auch B sagen.


EZB verlängert Notkreditprogramm bis 2011
By Roman | März 26, 2010

Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, sagte, dass die Notenbank die Regeln für die Akzeptanz von Not leidenden Sicherheiten bis ins Jahr 2011 hinein beibehalten werde, was vor allem Griechenland eine große Erleichterung in Bezug auf seine Refinanzierung verschaffen würde.
Es sei die Intention des Offenmarktausschusses der EZB, die minimale Kreditschwelle für akzeptierte Sicherheiten, die mindestens ein Kreditrating von BBB- aufweisen müssen, über das Jahr 2010 hinaus zu verlängern.

EZB-Chef Trichet beantwortete heute weitere Fragen bezüglich
der Rettung Griechenlands durch die EU und den IWF

Trichet führte zudem aus, dass die EZB im Januar ein Modell für stufenweise steigende Zinskosten eingeführt habe, das es erlaube, denjenigen Banken höhere Zinsen abzuverlangen, die durch die Ratingagenturen niedrig eingestufte Sicherheiten bei der EZB einreichen, um im Austausch dafür Kredite zu empfangen.
Diese Unterstützung durch die EZB solle zu einer Lösung der griechischen Krise beitragen.
Insbesondere griechische Staatsanleihen unterlagen zuletzt dem Risiko, für Refinanzierungsoperationen der Banken durch die EZB nicht weiter akzeptiert zu werden, da die großen Ratingagenturen die Krediteinstufung des Landes abstuften.
Trichets Kommentare weisen hin auf eine Kursänderung seiner Position, die er noch zu Beginn dieses Jahres einnahm, als er gegenüber den Marktteilnehmern mitteilte, dass die EZB ihre Politik in Bezug auf die Akzeptanz bestimmter Sicherheiten für kein Land der Europäischen Union ändern würde.
Eigentlich basierten die Planungen der EZB vor Kurzem noch darauf, die vor dem Ausbruch der Krise geltenden Regeln bis Ende des Jahres 2010 wieder einzuführen.
Die Athener Regierung blickt jedoch weiterhin Kreditkosten entgegen, die fast doppelt so hoch liegen wie diejenigen von Deutschland.
Griechenland muss es schaffen, zwischen dem 20. April und dem 23. Mai über €16 Milliarden zu refinanzieren, da in diesem Zeitraum alte Anleihen auslaufen.
Wäre die EZB demnächst zu ihren Regeln zurückgekehrt, die vor Ausbruch dieser Krise Bestand hatten, hätte eine weitere Herabstufung durch die Ratingagentur Moody’s, die die ausstehenden Schulden Griechenlands mit A2 bewertet, bedeutet, dass die Banken zukünftig keine griechischen Regierungsanleihen mehr hätten nutzen können, um sie der EZB im Austausch gegen Kredite anzubieten.
Moody’s warnte zuletzt, dass dieser Umstand die europäische Schuldenkrise beschleunigen und zu einer ernsthaften Bedrohung in Bezug auf eine wirtschaftliche Erholung der Euro-Region avancieren könne.
„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“
(Albert Einstein, 1879–1955)
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Beitragvon martinsgarten » 06.04.2010 11:25

Was mag der Schrott wohl wert sein ?
In Abwandlung von: "Gold gab ich für Eisen" :lol:


06.04.2010 09:48

EZB: Käufe von Covered Bonds steigen auf 44,427 Mrd EUR

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbanken der Eurozone haben per 5. April ihre Käufe von Pfandbriefen und anderen mit Forderungen besicherten Bankenanleihen fortgesetzt.
Wie die EZB am Dienstag mitteilte, stieg das Niveau der Käufe von gedeckten Schuldverschreibungen (Covered Bonds) auf 44,427 (zuvor: 44,327) Mrd EUR.

Die EZB und die Zentralbanken der Eurozone können im Rahmen ihres im Mai angekündigten Programms bis zum 30. Juni 2010 gedeckte Schuldverschreibungen für insgesamt 60 Mrd EUR kaufen.
Mit der Maßnahme will die EZB die Märkte für Covered Bonds stabilisieren und die Risikoprämien verringern, um so die Vergabe neuer Kredite an die Wirtschaft zu stimulieren.
Die Ankaufsvolumina der einzelnen Eurosystem-Zentralbanken richten sich in etwa nach ihrem Anteil am EZB-Kapital. Danach kann die Deutsche Bundesbank Covered Bonds für knapp 15 Mrd EUR kaufen.
Für die EZB selbst sind 5 Mrd EUR vorgesehen.
Zuletzt geändert von martinsgarten am 06.05.2010 09:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon martinsgarten » 06.05.2010 09:11

Das sind + 6 Mrd im Monat.
Das Limit von 60 Mrd. bis 30.06 sehe ich in Gefahr.
Ich rechne mit einer Erhöhung des Limit und einer Verlängerung über den 30.06 hinaus.
Ich denke, dass wird die EZB vielleicht schon heute beschließen.


06.05.2010 09:57

EZB: Käufe von Covered Bonds steigen auf 50,913 Mrd EUR

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbanken der Eurozone haben per 5. Mai ihre Käufe von Pfandbriefen und anderen mit Forderungen besicherten Bankenanleihen fortgesetzt. Wie die EZB am Donnerstag mitteilte, stieg das Niveau der Käufe von gedeckten Schuldverschreibungen (Covered Bonds) auf 50,913 (zuvor: 50,772) Mrd EUR.

Die EZB und die Zentralbanken der Eurozone können im Rahmen ihres im Mai angekündigten Programms bis zum 30. Juni 2010 gedeckte Schuldverschreibungen für insgesamt 60 Mrd EUR kaufen. Mit der Maßnahme will die EZB die Märkte für Covered Bonds stabilisieren und die Risikoprämien verringern, um so die Vergabe neuer Kredite an die Wirtschaft zu stimulieren.
Die Ankaufsvolumina der einzelnen Eurosystem-Zentralbanken richten sich in etwa nach ihrem Anteil am EZB-Kapital. Danach kann die Deutsche Bundesbank Covered Bonds für knapp 15 Mrd EUR kaufen. Für die EZB selbst sind 5 Mrd EUR vorgesehen.

Das Eurosystem veröffentlicht keine täglichen Angaben zur Aufteilung der Käufe auf Sekundär- und Primärmärkte. Aus monatlichen Daten geht hervor, dass der bisher größere Anteil der Käufe auf dem Sekundärmarkt erfolgt ist. Der EZB-Rat hat den Zentralbanken des Eurosystems erlaubt, die von ihnen gekauften Covered Bonds per Leihe in den Markt zurückzugeben. Damit könnte die Liquidität im Sekundärmarkt erhöht werden.
Webseite: www.ecb.int
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Beitragvon martinsgarten » 17.05.2010 09:28

Ich denke, dass ist im Moment nur noch eine Nebenkriegsschauplatz:

EZB: Käufe von Covered Bonds steigen auf 52,401 Mrd EUR

Die folgende Geschichte ist schon wesentlich interessanter
225-138=87 Mrd.
Wie hoch war noch einmal der Rettungschirm (750 Mrd ? :lol:
Wer 1+1 zusammen zählen kann, kommt wohl auch zu dem Schluß, dass die Banken alle möglichen Staatsanleihen auf den Markt gefeuert haben.

Anmerkung nach Harmonic seinem Hinweis (siehe unten)
Da hat man ja noch genug Luft :wink:

Nutzung der EZB-Einlagenfazilität steigt deutlich.

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Nutzung der Einlagenfazilität der Europäischen Zentralbank (EZB) ist per 16. Mai deutlich gestiegen.
Wie die EZB am Montag mitteilte, deponierten Banken in der mit 0,25% verzinsten Fazilität 225,607 (zuvor: 138,058) Mrd EUR. Die Ausleihungen aus der mit 1,75% verzinsten Spitzenrefinanzierungsfazilität legten auf 167 (53) Mio EUR zu
Zuletzt geändert von martinsgarten am 17.05.2010 10:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon ist gegangen worden » 17.05.2010 10:31

Welchen Rettungsschirm meinst Du überhaupt?Der bezgl. der PIIGS Staaten seitens der EZB beträgt 750 Milliarden.Die der Bundesregierung bzw. KFW und Bundesbank beträgt 500 Milliarden Euro und nicht 75 Milliarden Euro.Weiterhin,rechne Dir doch mal 1% niedrigere Zinsen auf 1,6 Billionen Euro Schulden aus,hehe....in diesem Jahr laufen übrigens Bundesanleihen aus,derren Wert so hoch liegt wie Griechenlands komplette Schulden.
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Beitragvon martinsgarten » 17.05.2010 10:53

:lol: :lol:

Sorry Du hast Recht !
Ich verändere das gleich.

Aber - was macht es denn noch aus 75 mrd oder 750 Mrd.

Gedeckt ist beides nicht
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Beitragvon ist gegangen worden » 17.05.2010 18:02

martinsgarten hat geschrieben::lol: :lol:

Sorry Du hast Recht !
Ich verändere das gleich.

Aber - was macht es denn noch aus 75 mrd oder 750 Mrd.

Gedeckt ist beides nicht



Kein Problem Martin,dafür ist das Board ja da!
Ob die gedeckt sind wissen wir beide nicht denn die sind a. noch gar nicht abgerufen (okay 52 Milliarden wie Du schreibst) und b. wenn die abgerufen werden wissen wir beide nicht ob die zurückgezaht werden können und das geht nur wenn diese Staaten die abrufen auch Sparmaßnahmen einleiten werden!Gedeckt sind sie aber alle Mal.Vom IWF,der FED,der SNB und der EZB.Wie wir wissen,notfalls vom Steuerzahler.Die Grösste Gefahr dürfte aber aktuell ein starkes einbrechen der Aktienmärkte darstellen-deflationsspirale.Dann werden,wie wir von Schikedanz ect. her wissen,Kredite eingefordert und die Kreditklemme würde von vorne beginnen!-> siehe mein Inflationsthread-steht da ziemlich am Anfang bezgl. Alan Greenspan Einlassungen.


Grüsse,


Jörg
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Beitragvon martinsgarten » 20.05.2010 07:40

Liquiditätsspritzen: Die Geldmacher der EZB

Die Europäische Zentralbank hat in der Finanzkrise Billionen Euro erschaffen, um den Kollaps der Wirtschaft zu verhindern.
Eigentlich wollte sie das Geld wieder einziehen, nun pumpt sie wegen Griechenland noch mehr ins System.
Zu Besuch bei den Geldschöpfern.
von Marc Neller und Marietta Kurm-Engels

FRANKFURT. Der Kosmos der Christine Glockmann ist durch eine Sicherheitsschleuse von der übrigen Welt getrennt.
Eine Frau, freundlich und hoch gewachsen, die dunklen Haare praktisch kurz. Ihr kleines Büro im fünften Stock eines Bürokolosses aus viel Beton und Glas ist der Ort, an dem auf Knopfdruck Geld entsteht. Millionen, Milliarden Euro, manche sagen: die Rettung der Welt.

Christine Glockmann, Bundesbank, Frankfurt, Hauptgruppenleiterin geldpolitische Geschäfte, steht auf ihrer Visitenkarte.
Sie ist die Herrin des Geldes, eine Notärztin, gerufen ans Krankenbett der Weltwirtschaft.
Mit Geldinfusionen verhindert sie seit Monaten den Infarkt des Kapitalismus.
Im Auftrag der Europäischen Zentralbank versorgt sie rund 2100 Geschäftsbanken mit Geld. So verhindert Glockmann, dass Banken untergehen, dass der Geldkreislauf der Wirtschaft und mit ihm vielleicht ganze Länder kollabieren. So schien es bisher.

Nun allerdings ist nicht mehr sicher, was sie ausrichten kann und was nicht. Spekulanten wetten auf eine Staatspleite Griechenlands und einiger anderer Länder. Regierungschefs ringen in dramatischen Sitzungen bis tief in die Nacht um Rezepte, die Hunderte Milliarden Euro kosten.
Und die Währungshüter der EZB brechen mit ehernen Grundsätzen.

Es geht dieses Mal nicht um Banken.
Es geht darum, ob der Euro überlebt.
Ob die europäische Staatengemeinschaft , diese große politische Idee, der dritten Welle der globalen Krise standhält - oder wieder in ihre Einzelstaaten zerfällt.


Christine Glockmann redet nicht über Politik. Es gehört zum Kodex der Notenbanker, sie aus ihrem Geschäft herauszuhalten.
Ihre Unabhängigkeit geht ihnen über alles.
Sie sei "zuständig für geldpolitische Operationen", sagt Glockmann.
Sie ist nur eine Händlerin in einer Notenbank, die ausführt, was die EZB der Bundesbank aufträgt, soll das heißen.

Sie tippt etwas in ihren Computer, das Klackern ihrer Tastatur mischt sich mit dem vielstimmigen Klackern, das aus dem Großraumbüro durch ihre offene Tür dringt.

Auf einem ihrer zwei Bildschirme erscheint eine Eingabemaske, Omtos, Offenmarkt-Tender-Operationssystem, so einfach zu bedienen wie ein Word-Programm.
Omtos ist die wichtigste Verbindung der Zentralbanken mit der Welt, mit Europa, seinen Banken und dem Kreditbedarf der Unternehmen, mit der Krise und ihren Folgen.

Christine Glockmann hat sie schwarz auf grau vor sich, die Namen der Banken, der Männer und Frauen, die sich mit ihrem Nutzernamen und Passwort angemeldet haben.
Für sie alle ist es kein Problem, Hunderte Millionen Euro zu bekommen. Nichts in dieser großen Krise war für sie so leicht zu beschaffen wie Geld.

Die EZB schreibt in ganz Europa Tender aus, zeitlich befristete Leihgeschäfte.
Es ist ihr wichtigstes Instrument, um die Geldpolitik zu steuern.
Seit dem Ausbruch der Krise hat sie auf diese Weise viel neues Geld erschaffen, viele Hundert Milliarden Euro.
Sie braucht dafür keine ratternden Notenpressen mehr
.
Sie braucht graue Eingabemasken und Menschen wie Christine Glockmann und ihre 15 Mitarbeiter, die in den nationalen Zentralbanken dafür sorgen, dass alles geregelt abläuft.

Als am 15. September 2008 in New York die Investmentbank Lehman Brothers pleiteging, war der Geldmarkt von einem auf den anderen Tag praktisch tot.
Banken hörten auf, einander Geld zu leihen. Keiner wusste, wie viele über Nacht wertlos gewordene Papiere die Konkurrenz in ihren Bilanzen lagerte.

Also legte die Europäische Zentralbank vergangenes Jahr ein Notprogramm auf:
Sie verlieh nun auch für sechs Monate oder sogar ein Jahr Geld, um die panischen Geldmärkte zu beruhigen.

Vor der Krise bekam diejenige Bank am meisten EZB-Geld, die den höchsten Zins bot.
Jetzt zahlen alle Banken den gleichen Zins: ein Prozent
.
Das wurde ein paar Kilometer Luftlinie von Christine Glockmanns Büro entfernt entschieden, im ersten Stock eines silbernen, 148 Meter hohen Turms: dem Sitz der EZB.

859 Milliarden Euro pumpen sich Banken in Rom, Madrid oder Frankfurt derzeit auf diese Weise, die Hälfte davon bei Christine Glockmann.

Sie brauchten dafür eine Zentrale in Europa, eine Niederlassung in Deutschland, ein Konto bei der Bundesbank.
Und sie mussten ein Pfand hinterlegen: Pfandbriefe, Bundeswertpapiere, speziell zugelassene Kreditforderungen oder Staatsanleihen anderer EU-Staaten, 43500 Sicherheiten und 23000 Kreditforderungen. Christine Glockmanns Leute kontrollieren täglich, wie sich deren Werte entwickeln.

Bis vor ein paar Wochen durfte die EZB glauben, sie könne das viele Geld, das sie geschaffen und verliehen hat, bald wieder einsammeln und so verhindern, dass sich der europäische Patient mit dem Virus der Inflation anstecken könnte.
Der Geldkreislauf schien stabil.
Ein paar Wochen noch, so dachte Christine Glockmann, dann würden sie und ihre Kollegen an ihren Computern registrieren, dass das Geld zurückkommt - so, wie es einst geboren ward, per Mausklick.
Am 1. Juli zum Beispiel endet ein einjähriges Leihprogramm, dann werden auf einen Schlag 442 Milliarden zurückgezahlt.
Geordneter Rückzug, das war der Plan
.

Die Zuspitzung der griechischen Krise hat alles verändert.
Die Chefs der EZB denken nicht mehr daran, die Dosis ihres künstlich hergestellten Geldes nach und nach zu verringern.
Sie erhöhen sie, sie riskieren, eine Überdosis zu injizieren
.

Sie glauben, sie haben keine andere Wahl.
Die Welt draußen endet nicht mehr vor ihren Sicherheitsschleusen.
Sie hat sich Zutritt zu den Büros der Notenbanken verschafft.

Anfang April noch war Christine Glockmann stolz darauf, dass sie nur solche Werte als Pfand akzeptierte, die auf dem Euro basierten.
Und dass sie ihre Kredite kündigen konnte, falls die Sicherheiten trotz aller Vorsicht doch nicht mehr ausreichten und die Banken keine weiteren boten. In ihrem Büro hing ein Poster, die D-Mark als Münze in schrillen Farben.
Es war fast wie früher, nur dass die unerschütterliche Währung inzwischen Euro hieß.

Jetzt aber sind Sicherheiten eine trügerische Sache.
Der Wert des Euros fällt und fällt.
Die EZB nimmt Staatsanleihen Griechenlands und anderer Wackelkandidaten als Pfand für ihre Kredite an, auch wenn die Kreditwächter in den Ratingagenturen diese nun zum Teil als wertlosen Ramsch ansehen.

Und das war nur der Anfang
.

Keiner weiß das besser als der freundliche Herr mit silbrigem Haar, der von seinem Büro im 35. Stock des Euro-Towers aus seit Jahren die Finanzwelt mitregiert. Jean-Claude Trichet, der Chef der EZB.

Auch Trichet muss eine Antwort darauf finden, ob die EU und mit ihr der Euro bleibt oder verschwindet.
Der blaue Polstersessel scheint seinen schmalen Körper zu verschlucken.

Tags zuvor, am Sonntag vergangener Woche, war er in Brüssel, wo sich die Regierungschefs der EU getroffen haben, um bis in die Nacht an einem Rettungspaket zu basteln, wie es die Welt noch nicht gesehen hatte:

750 Milliarden Euro als Garantien für Griechenland.
Es ist der zweite Rettungsversuch innerhalb weniger Tage. Der erste hat die Nervosität an den Märkten nicht gelindert. Trichets Blick schweift nach draußen, in den bleigrau verhangenen Himmel.
Viele Krisen hat Trichet erlebt, diese erschreckt selbst ihn.
"Die jüngsten Ereignisse sind nicht mehr nur ein europäisches Thema." Seine EZB tut nun Dinge, die eben noch undenkbar waren.

Unten, im ersten Stock, beginnen seine Leute an diesem Tag, Staatsanleihen klammer Staaten aufzukaufen:
Griechenland, Spanien, Irland.
16,5 Milliarden Euro werden sie eine Woche später dafür ausgegeben haben.
Jeden Tag dürften weitere Milliarden hinzukommen
.

Die Zentralbank, Hüterin des sicheren Geldes, ist unter die Spekulanten gegangen, um sie mit deren eigenen Mitteln zu schlagen.
Auch Trichet macht nun Politik.
Denn seine Zentralbank hat sich entschieden, noch mehr Geld zu erschaffen und die Schulden von EU-Staaten mit ihren virtuellen Gelddruckmaschinen auszugleichen.

Die Notenbanken in der Schweiz, Großbritannien, in den USA, in Kanada und Japan machen das schon lange so.

Es ist ein Versuch, Griechenland zu retten, die Banken zu retten: Alleine die in der Euro-Zone sollen Griechenland-Anleihen im Wert von 160 Milliarden Euro halten, allen voran schweizerische, französische, deutsche. Es ist auch der Versuch, die eigenen Kredite zu retten.
Denn was wären die Anleihen bankrotter Staaten wert?
Was, wenn Banken pleitegehen und, statt der EZB geliehenes Geld zurückzuzahlen, wertlose Anleihen hinterlassen?

Viele namhafte Ökonomen bezweifeln, dass Griechenland noch vor dem Bankrott zu retten ist.
Manche warnen vor einer Inflation, davor, dass die Renten und die Ersparnisse von Millionen Menschen dramatisch an Wert verlieren.
Und es gibt Banker, die diese Furcht teilen.

Donnerstag vergangener Woche. Ein Mann mit breitem Gesicht und dem unsicheren Lächeln eines Jungen sitzt in einem Fernsehstudio vor blauem Hintergrund.
Er ist der einzige Gast in Maybrit Illners Sendung.
Das kommt sonst nur vor, wenn die Bundeskanzlerin eingeladen ist.
Was Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, sagt, ist von ähnlichem Gewicht - in Geldangelegenheiten vielleicht gar wichtiger als das Wort von Angela Merkel.
Er bezweifle, sagt Ackermann, dass Griechenland jemals in der Lage sein werde, seine Schulden zurückzuzahlen. Er sagt nur, was er denkt.


Für EZB-Chef Trichet sind solche Worte fast so schlimm wie ein Angriff der Spekulanten auf den Euro.
Also zirkelt er seine Sätze sehr sorgsam ab, jedes falsche Wort kann verheerende Folgen haben.

Doch als die Rede auf die Glaubwürdigkeit der EZB kommt, springt er aus seinem Sessel auf. "Seit es den Euro gibt, haben wir trotz aller Schwierigkeiten die Preise insgesamt stabil gehalten", ruft er.
"Wir werden die Liquidität, die wir in den Markt geben, hauptsächlich durch die Ausschreibung verzinslicher Termineinlagen wieder abziehen." Seit dieser Woche ist klar, wie er sich das vorstellt.

Die Banken sollen Geld zu guten Zinsen bei der EZB anlegen.
Damit würde es dem Geldkreislauf wieder entzogen.

Doch angesichts der gewaltigen Dosen, die sie dem Geldkreislauf weiterhin zuführt, wirkt das eher wie Symbolpolitik.
.

Es löst das Problem nicht.
Noch immer ist viel zu viel Geld im Umlauf.

Menschen aus dem Umfeld der EZB geben das zu.

Einerseits, sagt einer, schaffe die EZB mit ihren Leihgeschäften beliebig viel Geld, das sie den Banken überlasse.
Andererseits versuche sie, ihr Geld wieder abzuziehen, indem sie Staatsanleihen kaufe.
Man müsse hoffen, dass die Konjunktur nicht plötzlich anziehe. Sonst drohe eine Inflation.

Vorerst beobachten Trichet und seine Fachleute die Entwicklungen.
Sie versuchen, den Moment vorherzusehen, ab dem zu viel Geld im Umlauf sein könnte, ab dem die große Gefahr droht.
Handeln sie zu früh, verhindern sie vielleicht den Aufschwung.
Ändern sie ihre Therapie zu spät, ist die Inflation vielleicht nicht mehr aufzuhalten.

Christine Glockmann schafft neues Geld, wenn sie soll.
Sie verleiht, so viel sie soll.
Sie zieht es ein, wenn man es von ihr verlangt.
Sie entscheidet das nicht.
Aber ihr Handeln entscheidet mit, was wird
.

Einen kurzen Moment steht sie am Fenster des Handelsraums.
Im Garten unten leuchten die Kirschbäume roséfarben, die Oberfläche eines kleinen Sees glitzert in der Sonne, etwas entfernt ragen all die Bankentürme himmelwärts, gleich dahinter endet der Horizont.

Es ist ein unwirkliches, gestriges Bild. Der ganze geschlossene Kosmos einer unerschütterlichen deutschen Geldwirtschaft.
Eine Welt, die leicht beherrschbar aussieht.

Mitarbeit: Andreas Hoffbauer
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Europas Zentralbank

EZB

Seit ihrer Gründung 1998 wacht die Europäische Zentralbank über Europas Geld und seine Banken. Seit Einführung des Euros 2002 als Zahlungsmittel in Teilen der EU gilt sie neben der US-Notenbank als einflussreichste Zentralbank der Welt. Seit ihrem überraschenden Beschluss, Staatsanleihen zu kaufen, werfen ihr Kritiker vor, sie habe ihre Unabhängigkeit von der Politik aufgegeben.

Gremien

Entscheidendes Organ der EZB ist der 22-köpfige Rat. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet berät dort mit den 16 Chefs der nationalen Zentralbanken und den Mitgliedern des EZB-Direktoriums alle 14 Tage über die Geldpolitik der Euro-Zone. Stimmberechtigt sind nur die Zentralbankchefs, meist entscheiden sie mit einfacher Mehrheit, ob etwa die Leitzinsen gesenkt oder erhöht werden. Deutsche Mitglieder im EZB-Rat sind Bundesbankpräsident Axel Weber und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark

Ob er all das Geld, was die EZB nun in die Märkte pumpt, je wiedersieht? Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet. Quelle: dpa
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Beitragvon martinsgarten » 31.05.2010 12:40

D - die Trottel innerhalb des Euro

29.05.2010

EZB kauft griechische Anleihen in Höhe von 25 Milliarden Euro

Der Kauf von Staatsanleihen hochverschuldeter Euro-Länder durch die EZB sorgt für erhebliche Irritationen in der Bundesbank. Insgesamt hat die Hüterin des Euro bis Ende vergangener Woche fast 40 Milliarden Euro für die Schuldtitel ausgegeben, 25 Milliarden Euro allein für griechische Bonds. Für die Käufe von Papieren aus Athen sehen hochrangige Notenbanker, im Gegensatz zum Erwerb spanischer oder portugisischer Anleihen, keinerlei Anlass – schließlich haben die Euro-Länder ihr Griechenland- Rettungspaket längst verabschiedet, die ersten Gelder sind zudem bereits geflossen. Der allgemeine Rettungsfonds, an den sich die übrigen hochverschuldeten Euroländer wenden können, ist dagegen noch nicht gegründet.
Die EZB sorgt mit den Käufen dafür, dass die Preise für griechische Bonds künstlich hoch gehalten werden, kritisieren die Bundesbanker – und vor allem französische Banken nutzen nun die Gelegenheit, ihre Griechenland-Anleihen an die EZB zu verkaufen und so ihre Bilanzen von den Schrottpapieren zu säubern.
Einige hochrangige Notenbanker vermuten gar ein französisches Komplott, schließlich hat EZB-Chef Jean- Claude Trichet, ein Franzose, auf Druck des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy eine eherne Grundregel der Notenbank preisgegeben – nämlich niemals Staatsanleihen aus Mitgliedsstaaten zu kaufen.
Der Kauf griechischer Anleihen durch die Zentralbank geht gleich in doppelter Hinsicht gegen die Interessen der Deutschen.
Zum einen sind sie mit 27 Prozent an der EZB und somit an den Risiken aus den Schuldtiteln beteiligt.
Dazu aber kommt, dass deutsche Banken ihre griechischen Anleihen nicht an die EZB verkaufen dürfen – schließlich haben sie sich gegenüber Finanzminister Wolfgang Schäuble verpflichtet, die Papiere bis Mai 2013 zu halten.
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Beitragvon kaalexs » 02.06.2010 10:48

Die geölte Schuldenmaschine
Die Predigt gegen zu hohe Staatsschulden zählt zu den Alltagspflichten der Notenbanken. Umso erstaunlicher ist, wie bereitwillig die Notenbanker sich an der Wartung der Schuldenmaschinerie beteiligen.
Von Stefan Ruhkamp

Die Bevorzugung von Staatsschulden in den Bilanzen der Banken hat Auswirkungen auf das Bankensystem
02. Juni 2010 Es gibt es gute Gründe für Notenbanker, gegen zu hohe Staatsschulden zu predigen. Denn die rasch steigende Verschuldung der Staaten ist auf Dauer ein Risiko für die Preisstabilität, das oberste Ziel der Zentralbank. Angesichts der überragenden Bedeutung solider Fiskalpolitik erstaunt, wie bereitwillig die Notenbanker sich an der Wartung der gigantischen Schuldenmaschinerie beteiligen. Zuletzt ist sogar die Europäische Zentralbank zum Kauf von Staatsanleihen übergegangen, um die Märkte zu stabilisieren. Damit droht der Einstieg in die direkte Finanzierung der Staatsschulden durch die Notenbanken. Wenigstens sind die Gründe für diesen Tabubruch wenn auch nicht überzeugend, so doch nachvollziehbar. Die Zentralbanken fürchten den Kollaps des Finanzsystems.

Unverzeihlich ist dagegen, dass die auf Stabilität verpflichteten Notenbanker ihren Einfluss auf die Regulierung der Banken seit Jahren nicht ausreichend nutzen. Sie sitzen in den internationalen Gremien, die das Aufsichtsrecht reformieren. Dort werden mehrere Stellschrauben gerade wieder so eingestellt, dass die Verschuldung der Staaten leichter finanziert werden kann - unter Missachtung der Risken.

So werden zum Beispiel Banken weiterhin Staatsanleihen in unbegrenzter Höhe halten können, ohne dafür einen einzigen Euro an Eigenkapital vorhalten zu müssen. Voraussetzung ist nur, dass die Anleihen mindestens die Kreditnote "AA-" tragen. Eine Bank kann also zum Beispiel im großen Stil in italienische Staatsanleihen investieren und könnte in der Bilanz so tun, als ob damit überhaupt kein Ausfallrisiko verbunden wäre. Damit wird das Prinzip der Bankenregeln durchbrochen: Wer Risiken eingehen will, muss für die Folgen haften und in der Lage sein, Verluste auszuhalten. Dadurch sollen die Gläubiger und letzten Endes der Steuerzahler davor geschützt werden, dass die Banken auf der Jagd nach Gewinnen unverhältnismäßige Risiken eingehen. Jeder Kredit und jede Investition sollen deshalb - so das Prinzip - mit eigenem Geld abgesichert werden: riskantere Anlagen mit mehr, solidere mit weniger Eigenkapital. Keine Investition darf als gänzlich risikolos bewertet werden.

Auch vermeintlich sichere Anlagen können zum Stolperstein werden
Eine Lehre aus der Finanzkrise ist ja gerade, dass besonders die vermeintlich sicheren Anlagen zu einem Stolperstein werden, wenn in sie leichtfertig und ohne Beschränkung investiert wird. Das Bankensystem ist nicht wegen hochriskanter Ramschanleihen an den Rand des Zusammenbruchs geraten, sondern wegen des massenhaften Kaufs von als erstklassig deklarierten Kreditverbriefungen. Die derzeitigen Regeln für den Umgang mit Staatsanleihen in den Bankbilanzen sind jedoch ein Anreiz, übermäßig große Summen zu investieren, da die Aufseher dafür nicht den Nachweis von Eigenkapital fordern.

Auch bei den geplanten Regeln für die Liquiditätspuffer werden die Erfahrungen der jüngsten Krise in Bezug auf Staatsschulden einfach ignoriert. Banken sollen künftig nachweisen, dass sie auch in einer 30 Tage dauernden "Stressphase" flüssig bleiben. Angesichts des Desasters der Hypo Real Estate, die an ihrer waghalsigen Finanzierung und den viel zu knappen Kassen scheiterte, ist das ein sehr sinnvolles Vorhaben. Verschiedene Vermögenswerte, die als liquide gelten, werden künftig mit unterschiedlichen Gewichten als Liquiditätsreserve angerechnet. Pfandbriefe zählen nach dem derzeitigen Stand je nach Qualität zu 60 bis 80 Prozent. Auch hier gibt es jedoch einen unberechtigten Freibrief für die Investition in Staatsanleihen: Sie gelten zu 100 Prozent als liquide, so als wären sie Bargeld.

Wer ein stabiles Bankensystem will, darf es nicht zum Diener der Staatsschulden machen
In der Finanzkrise war es aber keineswegs so, dass alle Staatsanleihen jederzeit auf liquiden Märkten gehandelt wurden. Das galt in Europa nur für deutsche und allenfalls noch französische Staatsanleihen so, weil sie als sichere Häfen galten. Dagegen brach unmittelbar nach der Pleite der amerikanischen Lehman-Bank zeitweilig der Markt für Titel aus Irland, Spanien oder Griechenland gänzlich zusammen. Die Händler veröffentlichten auf dem Höhepunkt der Finanzkrise abstrus ungünstige Kurse für An- und Verkauf der Anleihen und waren für jene, die aus Not dennoch handeln mussten, nicht erreichbar. Vor einigen Wochen zeichnete sich Ähnliches ab, womit die Europäische Zentralbank ihren Eingriff in die Anleihemärkte nun rechtfertigt.

Die Bevorzugung von Staatsschulden in den Bilanzen der Banken hat schon Auswirkungen auf das europäische Bankensystem. Nachdem in den Jahren vor der Krise der Anteil der Staatsanleihen der Banken des Euro-Raums von 8 auf 4 Prozent gefallen ist, ist er seit Herbst 2008 auf 5 Prozent gestiegen. Das entspricht einem Volumen von gut 1500 Milliarden Euro. Wie sich dies weiterentwickeln kann, ist in Japan zu besichtigen. Dort ist der Anteil der Staatsanleihen an den Vermögenswerten der privaten Banken innerhalb von zehn Jahren von 6 auf 16 Prozent gestiegen. Wer ein wirklich stabiles Bankensystem schaffen will, darf es nicht in dieser Weise zum Diener der Staatsverschuldung machen.

Text: F.A.Z.
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Beitragvon martinsgarten » 08.06.2010 08:07

Man zieht ein, was man vorher reingeblasen hat.
Rechte Tasche - linke Tasche.
Die Banken refinanzieren die PIGS nicht mehr, dafür springt die EZB ein.
Das Risiko schiebt sich von den Banken zur EZB.


EZB will Geldmarkt 40,5 Mrd EUR aus Bond-Käufen entziehen

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) will dem Geldmarkt des Euroraums 40,5 Mrd EUR entziehen. Wie sie am Montag mitteilte, soll über die Hereinnahme von Einlagen der Liquiditätseffekt der bis 4. Juni 2010 im Rahmen des Wertpapiermarktkaufprogramms (SMP) gekauften Papiere neutralisiert werden. Dazu wird die EZB am 8. Juni um 11.30 Uhr einen Feinsteuerungstender mit siebentägiger Laufzeit durchführen, dessen Höchstbietungssatz bei 1,00% liegen wird. Die Wertstellung erfolgt am 9. Juni
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Euro-Krise: EZB drosselt Ankauf von Schrottpapieren

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die angeschlossenen nationalen Notenbanken haben in der vergangenen Woche ihre Käufe von Staatsanleihen von Ländern mit Haushaltsproblemen weiter gedrosselt. Damit überlässt die EZB die Märkte wieder weitgehend sich selbst.
von Norbert Häring

FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vierten Woche ihres intern heftig umstrittenen Programms zum Kauf von Staatsanleihen nur noch geringe Mengen gekauft – und damit die heftig kriselnden Märkte weitgehend sich selbst überlassen.

Es darf gelacht werden - die EZB darf sicher bald wieder zulangen.
Bei jeder Refinazierung bei den PIGS werden sich die Banken raushalten und die EZB muß einspringen.
Glaubt wirklich jemand, das z.B die Deutsche den Spanischem Staat oder Portugal noch Geld gibt ?


Wie die EZB am Montag mitteilte, kaufte das Euro-System, dem die EZB und die 16 nationalen Notenbanken des Euro-Raums angehören, in der vergangenen Woche nur noch Anleihen im Volumen von 5,5 Mrd. Euro.
Von 16,5 Mrd. Euro in der ersten Woche hat sie das Volumen damit Woche für Woche gesenkt.
Insgesamt kaufte sie inzwischen für 40,5 Mrd. Euro Anleihen.

Das Euro-System kommt damit dem schärfsten Kritiker des Programms entgegen: Bundesbankpräsident Axel Weber. Er hatte gefordert, die Käufe dürften „eng gefasste Schwellenwerte nicht überschreiten“.

In der vergangenen Woche, auf die sich die Zahlen beziehen, waren die Turbulenzen an den Märkten für Staatsanleihen und darüber hinaus wieder heftig aufgeflammt. Insbesondere Portugal bekam das zu spüren. Das Land gilt wegen seines hohen Staatsdefizits als möglicher nächster Angriffspunkt für eine spekulative Attacke.
Von 4,66 Prozent am Montag letzter Woche schoss die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen des Landes bis Anfang dieser Woche auf 5,20 Prozent nach oben.
Nicht ganz so stark war der Renditeanstieg bei griechischen Anleihen. Diese rentierten am Montag mit 8,11 Prozent um 0,4 Prozentpunkte höher als ein Woche zuvor.
Da Griechenland aber wegen internationaler Kreditzusagen den Kapitalmarkt in nächster Zeit nicht mehr in Anspruch nehmen dürfte, hat das auf die griechische Zinslast keine Auswirkungen.

Spanien als neues Sorgenkind
Die Sorgen der Finanzmarktteilnehmer gelten aber vor allem Spanien, denn die Wirtschaft des Landes ist erheblich größer als die von Griechenland und Portugal. Eine Schuldenkrise Spaniens wäre damit nicht mehr ohne weiteres zu bewältigen. Im Wochenverlauf zogen hier die Renditen der zehnjährigen Anleihen von 4,25 auf 4,58 Prozent an. Spiegelbildlich fiel die Rendite von Bundesanleihen, in die sich die verschreckten Anleger flüchten, von 2,65 Prozent auf das neue Rekordtief von 2,56 Prozent.

Staatsanleihen welcher Länder sie gekauft hat, teilt die EZB nicht mit.
Die Käufe sollen erklärtermaßen dazu dienen, diejenigen Märkte für Staatsanleihen, auf denen der Handel zusammengebrochen ist, liquide zu halten. Um zu signalisieren, dass sie damit keine Ausweitung der Zentralbankgeldmenge anstrebt, neutralisiert die EZB das durch die Käufe in Umlauf kommende Geld wieder:
durch Wertpapierpensionsgeschäfte mit den Banken. Dies betrachten Marktteilnehmer als symbolischen Akt, weil die Banken ohnehin jede gewünschte Menge Zentralbankliquidität bekommen.
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Beitragvon martinsgarten » 15.06.2010 06:52

Fünfte Woche: EZB lässt ihre Anleihekäufe doch noch nicht auslaufen
Nach vier Wochen und über 40 Mrd. Euro für Anleihen von „Problem-Staaten“ schien es, als würde die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte wieder sich selbst überlassen.
Doch siehe da: In der fünften Woche ihres Programms legt die Notenbank sogar noch nach.
von Norbert Häring

FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken des Euroraums haben in der am Freitag zu Ende gegangenen fünften Woche ihres Anleihenaufkaufprogramms Papiere im Wert von 6,5 Mrd. Euro gekauft – eine Mrd. Euro mehr als in der Vorwoche. Damit haben die Notenbanken inzwischen für 47 Mrd. Euro Anleihen von unter Druck geratenen Staaten gekauft.
kleine Zwischenrechnung - 47 geteilt durch 5 mal 50 =470 Mrd p.a. Oder NUR 6,5 mal 50 = 325 Mrd.
Und es wird auch so weitergehen.
Es ist wie im Schlaraffenland. Das Geld wird nie alle. Und es ist genug für ALLE da. :lol: :lol:
325 mal 5% = 16,5 Mrd - die kann man dann noch an die PIGS ABFÜHREN :wink: :


In der ersten Woche des Aufkaufsprogramms, das am 9. Mai beschlossenen wurde, hatten sie noch für 16,5 Mrd. Euro Anleihen gekauft. In den Folgewochen senkten sie das wöchentliche Neuengagement beständig bis auf 5,5 Mrd. Euro.
Das war mit einer deutlichen Erhöhung der Renditen der Anleihen von Ländern wie Spanien, Portugal und Italien einhergegangen, die in der europäischen Schuldenkrise als besonders ansteckungsgefährdet gelten. Die EZB gibt keine Details ihres Programms bekannt, auch nicht, Anleihen welcher Länder sie gekauft hat.

In der letzten Woche sind die Anleihekurse der bedrängten Staaten gestiegen, die Renditen entsprechend gefallen. Von Montag bis Freitag sank die Rendite spanischer Regierungsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit von 4,60 auf 4,46 Prozent, die der portugiesischen Anleihen von 5,18 auf 5,08 Prozent. Dagegen ließ das Eurosystem die Rendite griechischer Zehnjahresanleihen, für die es als einziger Käufer weitgehend den Kurs bestimmt, leicht auf 8,17 Prozent steigen. Am gestrigen Montag gaben allerdings die portugiesischen Anleihen ihre Kursgewinne der Vorwoche ganz, die spanischen Bonds ihre Gewinne zu einem Drittel wieder ab.

Die Anleihekäufe durch die Notenbank sind intern heftig umstritten. Bundesbankpräsident Axel Weber hat sich vehement öffentlich dagegen ausgesprochen und eine enge zeitliche und volumenmäßige Begrenzung gefordert.
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Beitragvon martinsgarten » 15.06.2010 17:30

Als ich das gelesen habe, mußte ich erst einmal kurz innehalten.
Was ist das ?
363 Mrd sind ja nicht gerade wenig.
Die Antwort dürfte wohl lauten, dass eine nicht geringe Summe aus dem Verkauf von Anleihen stammen muß.
ODER anders - die Banken stoßen ab - die EZB kauft an.

Man beachte den Goldpreis nach dieser Meldung !



EZB entzieht Geldmarkt mit Schnelltender 363,475 Mrd EUR

15.06.2010 17:03

FRANKFURT (Dow Jones)--Bei dem Schnelltender der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Ausgleich eines Liquiditätsungleichgewichts hat die Notenbank am Dienstag dem Geldmarkt 363,475 Mrd EUR entzogen.
Wie die EZB weiter mitteilte, boten die 174 Institute insgesamt 363,775 Mrd EUR.
Der marginale Zuteilungssatz in den einwöchigen Geschäfte betrug 0,80%, der gewogene Durchschnittssatz stellte sich auf 0,77%.
Die Repartierungsquote belief sich auf 100%.
Das neue Geschäft wird zum 16. Juni fällig.
Die EZB hatte diese Feinsteuerungsoperation am Morgen angekündigt.
Webseite: www.ecb.int
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Beitragvon martinsgarten » 18.06.2010 17:02

Der Monatsbericht der EZBhat Elemente eines Krimis.

ab S.39 heißt es:
....Die Störungen der Funktionsfähigkeit des Markts für Tagesgeld am 6. und 7. Mai waren deshalb besonders besorgniserregend.
Zugleich verschlechterte sich auch der Zugang der Banken im Euroraum zur Refi nanzierung in US-Dollar.
Die Kosten von Ausleihungen in US-Dollar stiegen gemessen an der Notierung von Devisenswapgeschäften auf ein Niveau deutlich über dem US-Dollar-LIBOR für vergleichbare Laufzeiten.
Der iTraxx-Senior-Financials-Index legte Anfang Mai erheblich zu und verzeichnete höhere Werte als im Oktober 2008 (siehe Abbildung D).
Bei diesem Index handelt es sich um ein standardisiertes
Kreditderivat zur Absicherung gegen Kreditrisiken.
Er umfasst 25 Unternehmen des europäischen Finanzsektors, die über ein Investment-Grade-Rating verfügen.
Der drastische Anstieg vom 7. Mai könnte also wachsende Sorgen im Zusammenhang mit einem möglichen Zahlungsausfall einiger
europäischer Finanzinstitute widerspiegeln
.
So stieg die Wahrscheinlichkeit eines gleichzeitigen Zahlungsausfalls
von zwei oder mehr großen und komplexen Bankengruppen des Eurogebiets gemessen an dem in Abbildung E dargestellten Indikator systemischer Risiken am 7. Mai sprunghaft an und überschritt die nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers beobachteten Werte
[size=9]1.
In diesem Umfeld erhöhten sich alle gängigen Risikomaße, wie beispielsweise die Differenz zwischen an den EURIBOR gekoppelten Derivaten und EONIA-Swaps oder auch die implizite Zinsvolatilität, beträchtlich (siehe Abbildung F).
Im gesamten Eurogebiet war der Zugang der Banken zur Marktfinanzierung
erheblich beeinträchtigt.

Eine Zusammenfassung auch im Spiegel:

18.06.2010 Euro-Krise Anatomie eines Beinahe-Crashs
Von Stefan Schultz

Europa hat in den Abgrund geschaut:
Anfang Mai wäre das Finanzsystem fast zusammengebrochen.
Eine alarmierende Analyse der Europäischen Zentralbank macht klar, wie dramatisch die Lage war. Zeitweise herrschten Zustände wie nach dem Lehman-Crash - und auch jetzt sind nicht alle Gefahren gebannt.

Hamburg - Stand der große Knall im Weltfinanzsystem Anfang Mai unmittelbar bevor?
Die Europäische Zentralbank (EZB) skizziert in ihrem aktuellen Monatsbericht ein Horrorszenario.
Die europäische Finanzwelt ist nur knapp an einem Zusammenbruch vorbeigeschrammt, steht in der Analyse (siehe PDF links).
Den Anleihen-, Interbanken-, Aktien- und Devisenmärkten habe der Kollaps gedroht.

An manchen dieser Märkte sei die Situation im Mai 2010 gar schlimmer gewesen als nach dem Crash der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008, dem Auftakt zur weltweiten Finanzkrise.
Nur das beherzte Eingreifen der EZB habe Anfang Mai das Schlimmste verhindert - schreibt die EZB.

Das bedeutet zunächst einmal: Europas mächtigste Zentralbank liefert nachträglich eine umfassende Begründung für ihr unkonventionelles Vorgehen in den vergangenen Wochen.
Um Griechenland zu helfen, hatte sie eine eherne Regel gebrochen, der zufolge sie nur Staatsanleihen mit einem befriedigenden Rating kauft.
Nun plötzlich nahm die EZB auch griechische Anleihen mit Ramschstatus (siehe Kasten links) in Milliardenhöhe - und EZB-Chef Jean-Claude Trichet stand schlagartig im Kreuzfeuer der Kritik.

Die Maßnahme schade der Glaubwürdigkeit der Notenbank, sagte EZB-Experte Michael Schubert von der Commerzbank. Bundesbank-Präsident Axel Weber, selbst EZB-Ratsmitglied, kritisierte den riskanten geldpolitischen Schwenk. Manche sahen in dem Schritt eine Warnung, dass Schlimmeres dräut: "Die EZB hat eines ihrer hehren Prinzipien über Bord geworfen", sagte seinerzeit Thorsten Polleit, Chefvolkswirt von Barclays Capital. "Das zeigt, dass die Lage sehr, sehr ernst ist."

"Schwere Störung der Märkte"

Der EZB-Monatsbericht untermauert nun genau dies. Von einer "schweren Störung der Märkte" ist die Rede. "Wenngleich sich diese Verwerfungen aus einer anderen Konstellation von Schocks ergaben als die verstärkten Spannungen nach der Insolvenz von Lehman Brothers, lassen sich in mancherlei Hinsicht Parallelen ziehen", schreibt die EBZ. "Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Geschwindigkeit, mit der die Stimmung umschlug, sowie mit Blick auf die jähe Flucht der Finanzinvestoren in sichere Anlagen."

Am Bankenmarkt drohte der EZB zufolge eine dramatische Kettenreaktion. "So stieg die Wahrscheinlichkeit eines gleichzeitigen Zahlungsausfalls von zwei oder mehr großen Banken des Eurogebiets sprunghaft an und überschritt die nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers beobachteten Werte", steht in dem Papier. Welche Banken akut pleitegefährdet waren, teilte die Bank nicht mit - bekannt ist, dass vor allem die deutsche Hypo Real Estate und einige französische Banken Anfang Mai viele Griechen-Anleihen in ihren Portfolios hatten.

Der Bericht liest sich untypisch dramatisch.
Das oberste Gebot einer Zentralbank ist, Ruhe in die Märkte zu bringen. Angesichts der scharfen Kritik am geldpolitischen Kurs der EZB drängt sich also die Frage auf, ob sie die Ereignisse Anfang Mai in einem besonders dramatischen Licht erscheinen lässt, um die eigenen Aktionen nachträglich zu rechtfertigen. Die Bank weist das zurück, und auch unabhängige Experten halten den Monatsbericht nicht für übertrieben.
"Die Nervosität an den Märkten ist seit September 2008 erhöht", sagt Hans-Peter Burghof, Bankenprofessor an der Universität Hohenheim. "Störungen wie das griechische Drama lassen die Angst der Anleger schnell auf ein Niveau emporschnellen, das für die Märkte bedrohlich werden kann. Am 7. und 8. Mai war dieses Niveau erreicht."

Mehrere Parallelen zum Lehman-Crash

Für die EZB-Einschätzung spricht außerdem, dass auch die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) Anfang Mai reagierten - sie legten am Wochenende des 8. und 9. Mai in einer Hauruckaktion den Grundstein für einen 750-Milliarden-Euro-Rettungsfonds, der in Not geratene EU-Staaten künftig kurzfristig auffangen kann. Angetrieben wurden sie von der Angst, dass Montagnacht bei Öffnung der asiatischen Aktienmärkte ein beispielloses Börsenbeben passiert. Die Politik wollte ein starkes Signal an die Märkte schicken, damit der Kollaps verhindert wird.

Die EZB liefert dafür in ihrem Bericht viele Belege dafür, das die Befürchtungen begründet waren. Sie stützt sich auf Indikatoren, die nicht sie selbst erhebt, sondern unabhängige Finanzexperten:


•Staatsanleihen: Deutschlands Staatsanleihen haben von allen Euro-Staaten die niedrigsten Zinsen, weil die Bundesrepublik als ungefährdeter Schuldner gilt - alle anderen Länder müssen höhere Zinsen an ihre Gläubiger zahlen. Diese Aufschläge gegenüber den deutschen Staatsanleihen (Spreads) wurden am 6. Mai rapide größer. Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen erreichten einen Rekordstand, bei dem es dem Land nach Meinung vieler Experten nicht mehr möglich gewesen wäre, Anleihen am Markt zu platzieren. Auch portugiesische, spanische und irische Anleihen kamen unter Druck. Panik drohte sich breitzumachen - an den Märkten ging die Furcht um, dass auch andere Länder mit Schuldenproblemen in eine tiefe Krise rutschen könnten, weshalb plötzlich enorme Zinsen verlangt wurden.
•Interbankenmarkt: An diesem Markt leihen sich die Banken gegenseitig Geld - eine Sache des gegenseiten Vertrauens der Geldhäuser, und hier verknappten sich in jenen Tagen in Rekordzeit die verfügbaren Mittel. Viele Banken halten griechische Staatskredite in Milliardenhöhe. Sie bekamen durch das Drama an den Anleihemärkten plötzlich selbst immer schwerer Kredit, denn ihr eigener Ruf war durch die Probleme mit den Staatsanleihen ins Zwielicht geraten. Selbst der Handel mit Kurzzeitkrediten (eine Woche oder weniger) war plötzlich gestört. Die EZB erachtete das als "besonders besorgniserregend": "Im gesamten Eurogebiet war der Zugang der Banken zur Marktfinanzierung erheblich beeinträchtigt."
•Kreditversicherungen: Mit Kreditversicherungen sichern sich Banken gegen Ausfälle ab - und der Handel mit diesen Papieren verschlechterte sich in jenen Tagen ebenfalls rapide. Der iTraxx-Senior-Financials-Index verzeichnete Anfang Mai höhere Werte als nach dem Lehman-Crash. Bei diesem Index handelt es sich um ein standardisiertes Kreditderivat zur Absicherung gegen Kreditrisiken, das 25 solvente Finanzkonzerne umfasst.
•Börsen: Die steigende Nervosität an den Anleihen- und Interbankenmärkten löste am 6. und 7. Mai eine Verkaufswelle an den Aktienmärkten der Euro-Staaten aus. Finanzaktien waren besonders stark betroffen, doch die Angst der Anleger schwappte auf andere Bereiche über. Die Märkte wurden sprunghaft unsicher, noch verstärkt durch den plötzlichen Einbruch des Dow Jones um rund 9 Prozent am 6. Mai - der vermutlich auf einen Technikfehler zurückzuführen war.
•Devisen: Die Anleger begannen, hektisch mit Währungen zu handeln. Über das CLS, das weltweit größte Abwicklungssystem für Devisen, wurden am 7. Mai mehr als 1,5 Millionen Transaktionen abgewickelt - tagelang war das Handelsvolumen mehr als doppelt so hoch wie normal. Das System war dem Ansturm nicht gewachsen, die Abwicklung verzögerte sich. Es wurden Bedenken laut, ein größeres systemisches Problem könne die Verzögerungen bedingt haben - "die Situation wies gewisse Ähnlichkeiten mit der Situation am 17. September 2008 (Lehman-Crash, d.Red.) auf, als die Zahl der Transaktionen in die Höhe schnellte", schreibt die EZB.

Die Folgen der Finanzturbulenzen von Anfang Mai sind bis heute spürbar. Und auch sie ähneln den Folgen des Lehman-Crashs: Die Aktien- und Devisenmärkte haben sich zwar schon wieder erholt, aber der Interbankenmarkt hat noch enorme Probleme. Viele Institute legen ihre überschüssigen Euros mittlerweile wieder bei der EZB an. "Wir haben erneut die Situation, dass sich die Banken untereinander nicht vertrauen", sagte EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark kürzlich der "Zeit".

Mit deutlichen Worten hat an diesem Freitag auch Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia vor neuen Risiken für die Banken gewarnt: Vor allem in Griechenland und Spanien könnten einige Institute in Schwierigkeiten geraten. Um Klarheit über die Situation der Geldhäuser und am Ende wieder Vertrauen herzustellen, hat die EU in einem einmaligen Schritt beschlossen, Stresstests der Institute zu veröffentlichen - in diesen Analysen werden die Unternehmen auf Belastbarkeit untersucht.

Vieles spricht dafür, dass Europa Anfang Mai gerade noch einen Kollaps der Märkte verhindert hat - aber die Gefahr ist nicht gebannt.
Die Frage bleibt, ob die beschlossenen Hilfspakete tatsächlich eine neue Bankenkrise verhindern können.
Wenn nein, müssen die ohnehin verschuldeten Regierungen vielleicht schon bald wieder eingreifen - und die Geldinstitute retten
.
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Beitragvon martinsgarten » 21.06.2010 19:08

Die Marktwirtschaft in Aktion :lol: :lol:
Aber ein Gutes hat das.
Die hohen Zinsen, wie z.B für Spanien und G kassiert die EZB und nicht die Zockerbanken
.

EZB will Geldmarkt wegen Bond-Käufen 51 Mrd EUR entziehen

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) will dem Geldmarkt des Euroraums 51 Mrd EUR entziehen, die diesem im Rahmen von Wertpapierkäufen der EZB bis zum 18. Juni 2010 zugeflossen sind. Wie die EZB am Montag mitteilte, wird sie hierzu am Dienstag um 11.30 Uhr ein Absorptionsgeschäft durchführen, dass am gleichen Tag zugeteilt und am 23. Juni wertgestellt werden soll. Der Höchstbietungssatz des Geschäfts beträgt 1,00%.

Die EZB hat ihr Wertpapierkaufprogramm (SMP) unter der Maßgabe einer unveränderten geldpolitischen Ausrichtung begonnen.
Aus diesem Grund sollen Liquiditätseffekte neutralisiert werden.
Schöner Begriff - neutralisiert
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Beitragvon martinsgarten » 24.06.2010 21:18

Donnerstag, 24. Juni 2010 - 16:54 Uhr

Die Geheimnisse der Europäischen Zentralbank

Ist die Krise nun vorbei?
Berichte über das deutsche "Aufschwungwunder" machen die Runde.
Aber während die Erfolge der deutschen Exportfirmen gefeiert werden, kommen weiter alarmierende Zahlen aus dem Bankensektor.
Das zeigen die EZB-Daten zur aktuellen Offenmarkt-Aktivität.

Die Zentralbanken unternehmen weiterhin alles, um die klammen Geschäftsbanken und mittellosen Staaten mit Geld zu versorgen. Goldreporter berichtet heute einmal etwas ausführlicher über die oft schwer verständliche Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die daraus resultierenden Konsequenzen für unser Geldvermögen.

Interventionen am offenen Markt
Da die Leitzinsen weltweit auf Rekordtief verharren, also das Hauptinstrument der Geldpolitik ausgeschöpft ist, bedienen sich die Notenbanken nun verstärkt der so genannten Offenmarktpolitik, um Geld ins System zu pumpen.

Offenmarktgeschäfte, das sind Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbanken, die im Wesentlichen über den An- an Verkauf von Wertpapieren getätigt werden.

Es wird Geld geschöpft, wenn die Notenbank den Geschäftsbanken bestimmte festverzinsliche Wertpapiere abkauft. Dagegen entzieht die Notenbank dem Finanzsystem Liquidität, wenn Sie selbst Offenmarktpapiere verkauft.

Anhaltende Finanznot
Man sollte meinen, dass sich nach den Billionen-Stützen für Banken und Staaten im Anschluss an die Lehman-Pleite und das Griechenland-Desaster etwas zum Besseren geändert hätte. Weit gefehlt.

Derzeit betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) weiter Offenmarktgeschäfte in Rekordhöhe.
Ein Blick in die EZB-Statistik von 22. Juni 2010 ergibt folgendes Bild:

Über Offenmarkt-Transaktionen wurden am 22.06. insgesamt 857,154 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt.
Die bisherige Rekordliquidität aus diesen Maßnahmen stellte die EZB am 18. Mai mit 859,228 Mrd. Euro zu Verfügung.
Seit Ende 2007 hat sich das Volumen nahezu verdoppelt.

Überblick
Gesamtliquidität durch Offenmarktgeschäfte: 859,228 Mrd. Euro

davon:
- Netto-Liquiditäts-Effekt über Wertpapier-An- bzw. Verkauf: 344,205 Mrd. Euro
- Kontokorrentkredite: 299,398 Mrd. Euro
- Übernachteinlagen bei der EZB: 213,562 Mrd. Euro
- Übernachtliquidität: 11 Mrd. Euro

Nicht eingeschlossen in diesen Zahlen ist das aktuelle Ankaufprogramm von so genannten „Covered Bonds“.
Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Pfandbriefe, also mit Immobilien besicherte Kredite.
Das Ankaufvolumen betrug per 22.06.2010 insgesamt 59,283 Milliarden Euro.

Von den weiter oben genannten 857,154 Milliarden Euro parken die Geschäftsbanken alleine 24,9 Prozent oder 213,562 Milliarden Euro als Übernachteinlagen zu einem Prozentsatz von 0,25 Prozent bei der EZB.

Dies ist Ausdruck einer andauernden Unsicherheit im Bankensektor.
Man vergibt mit einem Großteil des zur Verfügung gestellten Geldes keine Kredite, sondern legt es lieber gegen Mini-Zinsen auf die „hohe Kante“.

Wie ist die aktuelle Lage zu bewerten?
Von Entspannung kann keine Rede sein.
Wie auch aus den Mainstream-Medien zu erfahren ist, herrscht vor allem bei spanischen und portugiesischen Finanzinstituten enormer Liquiditätsbedarf.

Die Maßnahmen der Liquiditätsversorgung durch die EZB haben in ihrem Umfang das Niveau kurz nach der Lehman-Pleite erreicht.

Hinzu kommen die Maßnahmen der "Quantitativen Lockerung", also der Ankauf von Staatsanleihen.
Dieser ist in den genannten Zahlen noch gar nicht erfasst.
Bislang beträgt das Volumen laut EZB 47 Mrd. Euro. Alleine 25 Mrd. Euro flossen in griechische Schuldpapiere.

Es klemmt
Von dem geschöpften Geld aus den Offenmarktgeschäften kommt immer noch relativ wenig in der Realwirtschaft an.
Die Banken müssen eigene Finanzlöcher stopfen und parken zudem (wie gesehen) viel Geld bei der EZB
.

Zudem sind die Institute bei der für das System wichtigen Kreditvergabe untereinander wieder deutlich restriktiver.
Dies geht auch aus dem Interbankenzins (Euribor) hervor, der sich mit 0,74 Prozent knapp unterhalb eines neuen 12-Monatshoch bewegt.

Fazit/Ausblick
Im zweiten Halbjahr ist im Bankensektor erneut mit erheblichen Verwerfungen zu rechnen.
Die Krise ist nicht vorbei, sie könnte schon bald in einem neuen Höhepunkt mit einer drohenden Bankenpleitewelle (PIGS) und der Verschärfung von Staatskrisen münden.
Die Risiken eines System-Crashs (Währungsschnitt) sind nach wie vor hoch.

Es bleiben einige ungeklärte Frage.
Zum Beispiel:
Wer kauft der EZB den Wertpapierschrott eigentlich ab, wenn es darum geht, die Liquidität wieder aus dem Markt abzusaugen?
Wann soll das geschehen?
Welche ungeheuren Renditen muss die EZB Investoren dann bieten?

Sollten wir die aktuelle deflationäre Phase (M3-Geldmengen-Schrumpfung) also einmal hinter uns gebracht haben, dann sind Inflationsraten zu erwarten, die wir lange Zeit nicht erlebt haben.

Mit dem Erwerb von Sachwerten wie Gold und Silber sichert man sich langfristig gegen die drohende Geldentwertung ab.

Goldreporter

Bild/Grafik: (c) Goldreporter.de
Dateianhänge
EZBOffenmarktGeschaefteJuni2010.jpg
EZBOffenmarktGeschaefteJuni2010.jpg (25.69 KiB) 10726-mal betrachtet
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Beitragvon ist gegangen worden » 25.06.2010 06:23

Guten Morgen Martin


Was sind das den vor komische Artikel die Du liest?


Da steht folgendes geschrieben was ich fragwüdig finde:

Interventionen am offenen Markt
Da die Leitzinsen weltweit auf Rekordtief verharren, also das Hauptinstrument der Geldpolitik ausgeschöpft ist, bedienen sich die Notenbanken nun verstärkt der so genannten Offenmarktpolitik, um Geld ins System zu pumpen.

Ja,das geschieht ja durch die Vergabe von Krediten zu bestimmten,derzeitig niedrigem Zinssatz.

Offenmarktgeschäfte, das sind Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbanken, die im wesentlichen über den An- an Verkauf von Wertpapieren getätigt werden.

Ist ein Teil davon,ja,haben wir alle aber erst in dieser Finanzkriese gelernt.Z,B das Notenbanken eigene Anleihen aufkaufen können und somit die Zinsaen am langen Ende beeinflussen können.Das war zuvor den wenigsten bekannt.Welche Wertpapiere sind denn sonst gemeint?

Es wird Geld geschöpft, wenn die Notenbank den Geschäftsbanken bestimmte festverzinsliche Wertpapiere abkauft. Dagegen entzieht die Notenbank dem Finanzsystem Liquidität, wenn Sie selbst Offenmarktpapiere verkauft.



Das ist nur eine Halbwahrheit.Welche Wertpapiere sind denn da gemeint?Es sind CDO,s und MBS oder im Überbegriff Anleihen damit gemeint.Sogenannte Schrottanleihen.Da gibt es für meine Begriffe gleich viele Halbwahrheiten darin.Wenn eine Bank Schrott an die Notenbank verkauft hat sie zuvor schon einen Riesenverlust gemacht.Also nicht mehr Geld dadurch,das z.B die EZB diese Papiere gekauft hat,sondern auch im Buch.Da trennt man sich lediglich durch Altlasten,Geldschöpfung ist das nicht aber man macht Banken damit wieder Liquide.Wie daraus Geldschöpfung entstehen soll verstehe ich nicht so ganz.Handelt es sich um Staatsanleihen: kauft eine Zentralbank diese zurück ist das keine Geldschöpfung sondern Schuldenabbau.Der Artikel aus dem Goldreporter Blog behauptet aber das Gegenteil.Da gibt es eine direkte Art der Geldschöpfung bzw. ein Gesetz: Geld wird durch Kreditvergabe geschaffen.Un da steuert die EZB über den Zinssatz


Da steht im Artikel der Goldreporter folgende Frage:

Wer kauft der EZB den Wertpapierschrott eigentlich ab, wenn es darum geht, die Liquidität wieder aus dem Markt abzusaugen?
Wann soll das geschehen?

]Dieses Vefahren macht es deutlich,stammt von Sylvester 2007.

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat an Silvester erneut einen Schnelltender zum Entzug überschüssiger Liquidität angekündigt. Bis zu 150 Milliarden Euro sollen durch den Tender entzogen werden, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. Die Ausschreibung des Tenders erfolge um 10.00 Uhr. Der Zinssatz liege bei 4,00 Prozent. Der Tender läuft am Mittwoch aus.



So wird Liquidität entzogen.Die Kredite haben eine Laufzeit und die EZB bietet halt einen Zinssatz über den regulären wenn die Banken den Kredit vorher zurück zahlen


Tenderverfahren
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Beitragvon martinsgarten » 25.06.2010 06:43

So wird Liquidität entzogen.Die Kredite haben eine Laufzeit und die EZB bietet halt einen Zinssatz über den regulären wenn die Banken den Kredit vorher zurück zahlen

Das ist doch kein Abzug von Geld, sondern das Geld fließt von den Banken zur EZB (wenn ich das richtig verstanden habe)

Das hat aber eine Vorgeschichte.
Den Banken fließt im Vorfeld eine Unmenge von Geld zu, durch die Rückzahlung auslaufender Anleihen der Schuldnerländer.
Da sich die Banken nicht trauen, z.B. neue Schuldtitel von Griechenland zu zeichnen muß das jetzt die EZB tun.
Die kassieren jetzt die Zinsen der Schuldnerländer - nicht mehr die Banken.
Und den banken für die eingezogene Summe 4% zu zahlen ist für mich ein Witz. 4% für was ?
Doch nur, damit denen nicht die Luft ausgeht.
Wo war noch einmal der Leitzins ? :lol:

Im Klartext - wir haben ein völlig andere Situation.
Die Schuldenaufnahme der PIGS läuft wohl schon komplett über die EZB.
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Beitragvon ist gegangen worden » 25.06.2010 07:20

martinsgarten hat geschrieben:Das ist doch kein Abzug von Geld, sondern das Geld fließt von den Banken zur EZB (wenn ich das richtig verstanden habe)



Ich bringe die Geldmenge und Geldschöpfung in direkte Verbindung zur Kreditvergabe.Fordre ich einen Kredit ein,werden Schulden bediehnt.Ich sehe das nicht als Geldschöpfung an,eher als das komplette Gegenteil.Hab es ja beschrieben.
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Beitragvon ist gegangen worden » 25.06.2010 07:25

Hi Martin

Das ist doch kein Abzug von Geld, sondern das Geld fließt von den Banken zur EZB (wenn ich das richtig verstanden habe)

Vergabe von Krediten ist Geldschöpfung,Einforderung oder Zurückzahlung/Auslösung verringert die Geldmenge.
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Beitragvon martinsgarten » 25.06.2010 07:28

Fordre ich einen Kredit ein,werden Schulden bediehnt.Ich sehe das nicht als Geldschöpfung an,eher als das komplette Gegenteil. Hab es ja beschrieben.

Was wir im Moment haben ist doch nur rechte Tasche - linke Tasche.
Die Banken geben zurück - dafür finanziert die EZB die Staatsschulden.
Das Geld, dass die Banken an die EZB geben geht gleich wieder an die Staaten raus.
Viel schlimmer - es geht noch mehr Geld an die Staaten raus.

Neue Schulden + Zinsen.

Es tilgt doch kein Staat seine Schulden.
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Beitragvon ist gegangen worden » 25.06.2010 07:39

Wir reden über Kredite.
Deutschland ist da ziemlich geschickt drin.Deutschland ist der TEuro.Vor allem für südländer in der EU.Da existieren Staatsverträge.
Zuletzt geändert von ist gegangen worden am 25.06.2010 07:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon martinsgarten » 25.06.2010 07:42

Harmonicdrive hat geschrieben:Wir reden über Kredite.
Deutschland ist da ziemlich geschickt drin.Deutschland ist der TEuro.


Man kann nicht nur die Kredite sehen.
Dann hast Du Recht.
Was machst Du denn mit den Staatsschulden und deren Finanzierung ?

Ohne die Aufschuldung der Staatschulden stehen doch alle Räder still.
Da haben wir Land unter.
Gerade Griechenland ?
Da arbeitet doch jeder 4. für den Staat.
Das sind doch gerade die mit der kaufkraft.
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Beitragvon ist gegangen worden » 25.06.2010 07:45

In germany haben alle Bundesbürger zusammen ein Sparaufkommen/Vermögen von ca.5,4 Billionen Euro.
Da kann man germany schon als Schatzmeister der EU bezeichnen.
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Beitragvon martinsgarten » 25.06.2010 07:58

Harmonicdrive hat geschrieben:In germany haben alle Bundesbürger zusammen ein Sparaufkommen/Vermögen von ca.5,4 Billionen Euro.
Da kann man germany schon als Schatzmeister der EU bezeichnen.



Ja kann man.

Ich finde es ziemlich clever, die Steuersätze der Millionäre nicht anzutasten (das hat mich mal stark geärgert).
Die Damen und Herren hat man doch fest im Griff.
Die finanzieren die Staatsverschuldung in einer Art und Weise, die sie wohl in der Masse gar nicht mitbekommen.

Die sehen ihr Geld nie wieder !
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Beitragvon ist gegangen worden » 25.06.2010 08:05

Ob Du von 10.000 Euro 2.000 Verlust machst oder 3 Milliarden plötzlich nicht mehr gedeckt sind,so what,s?
Ein Kreditgeschäft hat immer ein Gegengeschäft zur Folge.
Das geht immer solange gut wie der Kreditnehmer seine Zinsen bezahlen kann,und nach Ablauf den kompletten Kredit.Z.b eine Anleihe.Egal wer es ist,da gibt es halt eine Grenze ab die Banken hingehen und Sicherheiten fordern auf die zuvor noch Kredite vergeben wurden.Z.B auf einen Depotwert.
Sinkt die Bonität,das ist ja immer der Wert,fragt die Bank sich,was hat der denn als Gegenwert?
Dann folgt bei sinkenden Märkten bei vielen der Katzenjammer.
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Beitragvon martinsgarten » 29.06.2010 21:03

Ich verstehe die Aufregung in Bezug auf den 1. Juli nicht.
Oder hat man langsam begriffen, wie wertlos dieser gesamte Anleihenramsch ist ?


Tag der Abrechnung

Unruhe an Märkten - EZB zieht von Banken 442 Milliarden ein
von Lukas Sustala | 29. June 2010, 18:31

Jean-Claude Trichet wird ab Donnerstag viel Geld zählen, das er von den Banken einzieht.
Institute in Südeuropa fürchten Engpässe, Euro und Börsen sacken ab
Am Donnerstag ist Zahltag: Die Europäische Zentralbank (EZB) will am 1. Juli 442 Milliarden Euro einziehen, die sie vor einem Jahr im Zuge der Krisenbekämpfung den Banken geliehen hat.
Das sorgt für Nervosität, obwohl die Notenbank zugesagt hat, den Banken unlimitiert Gelder zuzuteilen.
Allerdings beschränken sich die neuen Ausleihungen auf drei Monate, was manchen südeuropäischen Instituten Schwierigkeiten bereitet.


Vor allem griechische und spanische Banken werden am Geldmarkt aus Angst vor hohen Risiken in den Bilanzen geschnitten.
Daher sind sie von der EZB abhängig.
Spanische Politiker haben in den letzten Tagen die Notenbank aufgefordert, Engpässe zu vermeiden.
Die Anspannungen wurden am Dienstag an den Märkten sichtbar. Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder wie Griechenland und Spanien wurden verkauft.
Der Euro kam wieder stark unter Druck und erreichte ein Rekordtief zum Franken.
Die Aktienmärkte gaben am Dienstag ebenfalls deutlich nach.

Wien - Der Tag der Abrechnung im europäischen Geldsystem naht.
442 Milliarden Euro hat die Europäische Zentralbank (EZB) vor fast genau einem Jahr den Banken zum Zinssatz von einem Prozent geliehen, um die Liquiditätskrise des europäischen Bankensystem zu überwinden.
Das Besondere war, dass sie die Gelder mit zwölf Monaten länger zur Verfügung stellte als üblich.

An diesem Donnerstag soll dieses Geld wieder an die EZB rücküberwiesen werden und damit aus den Bankbilanzen verschwinden.
Doch gerade angesichts der jüngsten Probleme rund um Griechenland, Spanien und Portugal stehen die Geldmärkte, auf denen sich etwa Banken untereinander Geld leihen, wieder unter Strom.
So ist der Euribor, jener Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig Kredit gewähren, für Drei-Monats-Geld seit April um elf Basispunkte, also 0,11 Prozentpunkte, gestiegen.

Gerade spanische Banker sollen, wie die Financial Times berichtet, bei der EZB massiv lobbyiert haben, wieder einen Ein-Jahres-Tender anzubieten, um die Rückzahlung der Liquiditätsspritze in den Juli 2011 hinauszuzögern. Die spanischen Banken haben wegen der jüngsten Befürchtungen um die Cajas, die regionalen Sparkassen, schwierigeren Zugang zum internationalen Kapitalmarkt bekommen.
Der Vorstandsvorsitzende von Spaniens zweitgrößter Bank BBVA hat zusammen mit Zentralbankern und dem stellvertretendem Finanzminister vielfach vor einer Liquiditätsklemme für spanische Banken gewarnt.
Doch die Währungshüter in Frankfurt sind hart geblieben, für spanische Banker ein "absurdes Verhalten".
So gibt es zwar die Möglichkeit für Banken, Geld für drei Monate zu leihen, doch einen langfristigen Ein-Jahres-Tender wird es nicht mehr geben.
Na und ?
4*3=12. :lol:


Der Zahltag wird daher zeigen, wie angespannt die Lage im europäischen Bankensystem wirklich ist.
Bankanalysten von Goldman Sachs und Barclays schätzen, dass sich Banken rund 200 Milliarden Euro in einem Drei-Monats-Tender von der EZB holen werden.
Wenn über 442 eingezogen werden, dann brauchen die auch wieder 442

Beanspruchen die Banken mehr, wären das "bad news", betont etwa Bankenanalyst Simon Samuels von Barclays.
Das würde nämlich zeigen, dass der Liquiditätsbedarf im Bankensektor weiterhin außergewöhnlich hoch ist.

Kapitalmarkt günstiger

UniCredit-Analyst Luca Cazzulani geht davon aus, dass nur jene Banken erneut zur Europäischen Zentralbank gehen werden, die wirklichen Liquiditätsbedarf haben, da es mittlerweile günstiger sei, das Geld am Kapitalmarkt zu refinanzieren.
Und - wer gibt denen noch Geld ?

Es werde daher besonders auf den Geldmärkten, auf denen sich Banken US-Dollar holen können, mitunter weiter einen Engpass geben.

Die Anspannungen an den Märkten sind unübersehbar.
Wie stark die Anleger Risiko scheuen und daher in als sicher geltende US- oder deutsche Staatsanleihen flüchten, zeigt sich an den fallenden Renditen.
Berlin kann derzeit Geld für 10 Jahre um 2,53 % aufnehmen.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sackte unter die Schwelle von 3%, Papiere mit zweijähriger Laufzeit fielen vorübergehend auf 0,53% und damit auf ein historisches Tief.

Verkauft werden hingegen die Anleihen stark verschuldeter Staaten. Griechenlands Anleihenkurse etwa sind in den vergangenen Tagen wieder stark gefallen, die Rendite also gestiegen.
Die hellenischen Geldinstitute haben sich im vergangenen Jahr überproportional viel Geld von der EZB geholt, knapp 18 % ihrer Bilanzsumme.
Auch die Prämien für Kreditversicherungen angeschlagener Staaten haben sich wieder deutlich verteuert.

Die Europäische Zentralbank stützt die Banken, indem sie ihnen Staatsanleihen - bisher im Volumen von 55 Mrd. Euro - abkauft.
Das Versprechen der EZB, diese zusätzliche Liquidität wieder einzuziehen, hat sie bisher nicht ganz erfüllt.
Nur knapp 32 Mrd. Euro nahm sie durch Einlagen aus dem System.

Die Unruhe rund um die EZB-Transaktion färbte auch auf die Devisen- und Aktienmärkte ab.
Der Euro sackte stark ab und erreichte zum Franken ein Rekordtief. (Lukas Sustala, DER STANDARD, Printausgabe, 30.6.2010
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Beitragvon ist gegangen worden » 29.06.2010 21:08

Vom Markt wird es gerade deflationierend beantwortet.Das ist sehr interessant.
Bezgl. Euro,wenn die 1,2150 brechen aktiviert das die 1,1950 als min.
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Beitragvon martinsgarten » 01.07.2010 12:27

EZB leiht Banken 111,24 Milliarden Euro für sechs Tage

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Banken des Euroraums am Donnerstag 111,24 Milliarden Euro für sechs Tage geliehen.
Insgesamt hätten sich 78 Banken an dem Refinanzierungsgeschäft beteiligt, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit.
Grund für das Geschäft war der am heutigen Donnerstag auslaufende Jahrestender vom vergangenen Sommer.
Über diesen hatten sich die Banken die gigantische Summe von 442 Milliarden Euro bei der Notenbank für ein Jahr gelie
hen.
Der Wochentender soll nun die Liquiditätsposition der Geschäftsbanken sichern.
Das Geschäft wurde zum Leitzins von 1,0 Prozent durchgeführt.
Alle Gebote wurden bedient.
Das Geschäft läuft vom 1. bis zum 7. Juli.
Bereits am Mittwoch hatte die EZB ein Refinanzierungsgeschäft über drei Monate durchgeführt.
Hier hatten sich die Banken mit knapp 132 Milliarden Euro eingedeckt
.

Angesichts des auslaufenden Jahrestenders rief die geringe Nachfrage bei Beobachtern Überraschung hervor, wurde jedoch überwiegend als positives Zeichen gewertet./bgf/jsl

Bei mir nicht.
Schließlich läuft die Neuverschuldung von z.B. Spanien, Portugal und Griechenland mit hoher Wahrscheinlichkeit über die EZB.
Den Banken fließt das Geld der auslaufenden Papiere zu
.
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Beitragvon martinsgarten » 06.07.2010 16:20

EZB teilt bei Haupt-Refi-Tender 229,07 Mrd EUR zu :lol:

FRANKFURT (Dow Jones)--Beim einwöchigen Hauptrefinanzierungsgeschäft hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag 229,07 Mrd EUR zum Festzinssatz von 1,00% zugeteilt.
Dies war das höchste Zuteilungsvolumen seit Juni 2009.
Die Gebote von 151 Instituten wurden damit voll bedient. Wie die EZB weiter mitteilte, belief sich die aktualisierte Schätzung der autonomen Faktoren für den Liquiditätsbedarf auf 362,1 (372,1) Mrd EUR.
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Beitragvon ist gegangen worden » 06.07.2010 23:56

Wie Du siehst funktioniert das auch.Die werden zurück gezahlt. 8)
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