Ripple Währung Zahlungs ... mittel

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Ripple Währung Zahlungs ... mittel

Beitragvon oegeat » 06.06.2017 01:09

Vielleicht könnte man Ripple am besten verstehen, indem man begreift, dass Ripple es vermeidet, disruptiv zu sein. Die meisten Kryptowährungen sind revolutionär, weil sie die Mittelsmänner im Geldwesen – die Banken – umgehen. Ripple hingegen geht auf die Banken zu und macht ihnen ein Angebot:

“Die Lösungen von Ripple,” erklärt die Webseite, “verringert die absoluten Kosten des Settlements, indem sie es Banken erlauben, direkt, augenblicklich und sicher zu überweisen.”

Es ist schwer, bei Ripple scharf zwischen Firma, Netzwerk und Währung zu unterscheiden. Die Firma Ripple Labs entwickelt das Ripple Protokoll, betreibt die Ripple-Server und bringt Banken an Board. Das eigene System bewirbt Ripple als “das einzige Blockchain-Banken-Netzwerk mit definierten Regeln, Standards und Führungsstrukturen für grenzüberschreitende Zahlungen.”

Rippe ist eine Art Blockchain für IOU, also Schuldverschreibungen. Sogenannte “Gateways” – vermutlich Banken – geben auf der Ripple-Blockchain Gutscheine heraus, für Euro, Dollar, Bitcoin, Aktien oder Briefmarken, und bürgen für deren Einlösung. Ripple nennt diesen Vorgang “ripplen”, was vermutlich meint, dass die Euro, Dollar oder Bitcoin “plätschern”, also flüssig, werden, sobald sie im Ripple-System sind.

Auf der Ripple-Blockchain kann man in Echtzeit nicht nur Transaktionen gleich welcher Währung versenden, sondern diese auch gegeneinander handeln. Ripple vereint Transaktion und Trading auf einem “dezentralen” Kontobuch, das ohne Miner auskommt, und schafft eine schnelle und günstige Lösung für globale Giralgeld-Transaktionen.

Kein End-User-Geschäft mehr
Zunächst, im Jahr 2013 etwa, richtete sich Ripple an die User. Die Vision war ein wenig der globale Basar, auf dem jeder mit jedem in Echtzeit alles handeln kann, was digital darstellbar ist. Aber so richtig gezogen hat Ripple nicht bei den Usern. Nachdem Ripple Labs dann noch Ärger mit der Börsenaufsicht der USA bekam (die Firma sitzt im Silicon Valley) und Geldwäsche-Gesetze umsetzen musste, schränkte die Firma das End-User-Geschäft mehr und mehr ein.

Heute hat sie es, glaube ich, ganz abgestellt. Zumindest bewirbt sich Ripple nun als “Blockchain der Banken”, was ganz gut zum Ripple-Netzwerk passt. Die Knoten finden nicht durch “Proof of Work” sondern durch “Vertrauen” einen Konsens über den Kontostand, und die Gateway-Knoten können sich zwischen User und Ledger stellen. Dadurch ist recht gut geeignet, das derzeitige System der Banken trotz Blockchain zu erhalten. Ripple hat die Technologie, verzichtet aber auf darauf, disruptiv zu sein.

Dies macht Ripple übrigens auch zum in der Kryptowährungsszene am meisten gehassten Coin.

Die Banken mögen’s
Die Banken mögen das Produkt offenbar. Erst Ende April sind zehn weitere Banken dem Ripple-Netzwerk beigetreten. Darunter die folgenden Schwergewichte: Die Mitsubishi UFJ (größte Bank Japans), die BBVA (zweitgrößte Bank Spaniens), die SEB (die führenden “nordische” Bank) und die Akbank (eine der größten Banken der Türkei).

Bereits Kunden von Ripple sind unter anderem Santander, Bank of America Merrill Lynch, UniCredit, UBS, die ReiseBank und andere. Auch arbeitet Ripple mit der Zentralbank von England zusammen, um grenzübergreifende Transaktionen zu verbessern, und zahlreiche Finanzinstitute haben in Ripple Labs investiert und die Firma zu einem der am besten kapitalisierten Blockchain-Unternehmen gemacht.

Mehrere Kunden von Ripple haben das Netzwerk bereits benutzt, um Geld günstig und schnell international zu versenden. Es gibt mehrere Berichte von erfolgreichen Tests, aber ich weiß nicht, ob das System auch schon im Tagesgeschäft eingesetzt wird.

Der Graph von Ripple zeigt jedoch, dass es täglich fast 1 Mio. Transaktionen gibt. Transaktionen umfassen hier soweit ich weiß auch jedes Order auf dem Ripple-Marktplatz. “Payments” gibt es derzeit wohl 20.000 bis 30.000 am Tag. Es ist aber auf den ersten Blick schwer zu sagen, ob das echte Zahlungen oder nur Tests sind.

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