Die Abhängigkeit vom Star-Fondsmanager ist riskant!

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Die Abhängigkeit vom Star-Fondsmanager ist riskant!

Beitragvon The Ghost of Elvis » 15.11.2010 16:34

Papstfan hat geschrieben:Schlechte Nachrichten von Gartmore: :(
" ......Der angeschlagene britische Vermögensverwalter Gartmore hat sich zum Verkauf angeboten. Wie das HB berichtet, wurde die Investmentbank Goldman Sachs als Berater für eine Fusion oder einen Verkauf der Firma beauftragt.
Die Probleme bei Gartmore haben bereits im April angefangen, als die Firma ihren Starmanager und Aktienspezialisten Guillaume Rambourg suspendieren musste, weil dieser gegen interne Vorschriften verstoßen haben soll. Rambourg und Roger Guy hatten gemeinsam den wichtigsten Hedgefonds des Unternehmens gemanagt. Nun müsse auch Guy seinen Job aufgeben, sagte Gartmore-Chef Jeffrey Meyer....."
quellen-vermerk: portfolio-int.


handelsblatt: Die Abhängigkeit vom Star-Fondsmanager ist riskant.............
Anfang des Jahres gewannen Roger Guy und Guillaume Rambourg, die Star-Manager der Gartmore Group, den Preis für den Europäischen Fonds des Jahres. Nur zehn Monate später sind beide beim Vermögensverwalter nicht mehr an Bord - und das Unternehmen erwägt, sich selbst zum Verkauf zu stellen. Der Absturz verdeutlicht die Problematik für den Anleger........zeigt der steile Absturz von Gartmore laut Analysten auch die Verletzlichkeit von Vermögensverwaltern, die zu sehr von ihren "Star-Händlern" abhängig sind. "Wenn wir uns in einen Fonds von Roger Guy einkaufen, dann tun wir das wegen seines Talents und nicht wegen der Firma, für die er arbeitet........"
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Beitragvon k9 » 16.11.2010 14:07

Die Vorgänge bei Gartmore können einem schon ein wenig Angst
einjagen.
Zum einen ist man mit weit über 20 Mrd. verwaltetem Vermögen
von den Kleinen nicht gerade der kleinste, zum anderen hat man
über viele Jahre konstant gute Ergebnisse liefern können (z.B.
Continental Europe, Latin America).
Wie sehr das alles an eine einzige Person gebunden zu sein scheint,
sieht man gerade.

An andere gute Boutiquen mag ich da gar nicht denken .......

....... ist das Starmanager-Risiko für die Fonds-Branche das
was den Zerti-Leuten ihr Emittenten-Risiko ist ?


Gruß k-9
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Beitragvon Fondsfan » 18.11.2010 21:38

....... ist das Starmanager-Risiko für die Fonds-Branche das
was den Zerti-Leuten ihr Emittenten-Risiko ist ?


Definitiv nein, denn dem Managerwechsel können
wir uns entziehen, indem wir bei einem Wechsel den
Fonds verkaufen.

Beim Emi-Risiko hast Du die Verschlechterung der
Bonität und damit des Kurses des Zertis oft so, daß
Du erst nach dem Kursverlust reagieren kannst.
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Beitragvon k9 » 19.11.2010 06:25

@Fondsfan

Die Frage war nicht wirklich ernst gemeint.

Allerdings wollte ich sehr wohl darauf aufmerksam machen, dass man
sich auf unsicherem Terrain bewegt wenn man sich bei seinen Investments
in kleine, gut gemanagte Fonds von ebenso kleinen und agilen Boutiquen
allzu sehr auf der sicheren Seite wähnt.

Und genau das machen wir hier doch alle.

Es ist doch eher dir Regel als die Ausnahme, dass solche Investments
sehr, um nicht zu sagen extrem personengebunden sind. Das bleiben sie
auch dann, wenn das schon viele Jahre gut geht und keiner mit einem
Weggang der zentralen Figur rechnet - siehe Gartmore.

Carmignac, Erhardt, Lingohr, früher mal Klein (First Private), Tulloch
(First State) ...... die Reihe kann beliebig fortgesetzt werden.

Gruß k-9
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Beitragvon slt63 » 19.11.2010 09:58

Die Gefahr besteht m.E. am ehesten. solange gute Leute nicht "Ihre eigene Bude" haben.
Bei Leuten, die Ihre eigene Firma haben (Lingohr, Erhardt, Pesarini...) halte ich das Risiko für relativ gering. Aber auch die können verunfallen, erkranken, sich mit Compagnons zerstreiten...oder einfach zu alt werden (Erhardt z.B hat bzgl. letzterem ja schon "vorgesorgt") .
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Beitragvon Papstfan » 16.05.2011 16:11

Liste der
Fondsmanager des Jahres
bei das Investment
viele grosse Namen, aber nur wenige die jetzt auch noch zu den Besten gehoeren
ora et labora!
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Beitragvon Kato » 16.05.2011 16:17

dje und french sind die einizigen, die immer noch top sind.

kato
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Beitragvon k9 » 17.05.2011 06:24

Kato hat geschrieben:dje und french sind die einizigen, die immer noch top sind.

kato


..... wenn man ausschließlich obige Liste als Grundlage für eine solche Aussage
nimmt.
Ich denke mal, auf den zweiten Blick gibt es schon ein paar mehr, die dauer-
haft gute Leistungen bringen ..... ich denke da z.B. an Tulloch.

Gruß k-9
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Beitragvon BOERSEN-RAMBO » 17.06.2011 11:39

Die neuen STAR-FONDSMANAGER:

"........
Das Fondsmanager Rating im Juni 2011 in Deutschland habe sieben Aufsteiger ins AAA-Rating ergeben. An erster Stelle finde sich Joergen Hartmann mit dem DWS Europe Convergence Bonds. Der Fonds sei seit dem 14.02.2000 auf dem Markt und aktuell in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Er habe eine 3-Jahres Performance von +7,03 Prozent p.a. und eine 5-Jahres Performance von +6,74 Prozent p.a. erreicht.
Der Fonds investiere vor allem in Renten mitteleuropäischer Beitrittsländer und nutze hauptsächlich die Lokalwährungs-Märkte. ......
An zweiter Stelle der Aufsteiger finde sich Sreejith Banerji (MR 1,11) mit dem Vontobel Fund Gl Trend Future Resources I EUR. Der Fonds sei seit dem 17.11.2008 auf dem Markt ....... Vermögen des Teilfonds werde weltweit zu mindestens zwei Drittel in Aktien, aktienähnlichen übertragbaren Wertpapieren, Genussscheinen und Partizipationsscheinen usw. sowie in einem untergeordneten Masse in Aktienoptionsscheinen von Unternehmen investiert, die im Bereich von Future Resources tätig seien. Der Sektor Future Resources befasse sich dabei mit den beiden Hauptthemen Alternative Energien (z.B. Wind, Solar oder Bio-Brennstoff) und Ressourcenverknappung (z.B. bei Rohstoffen, Produktinnovationen, Wassersäuberung, Forstwirtschaft, Agrikultur etc.).
Bis höchstens ein Drittel des Vermögens des Teilfonds könne weltweit in Aktien, aktienähnlichen übertragbaren Wertpapieren, Genussscheinen und Partizipationsscheinen usw. sowie in Wandel- und Optionsanleihen von Unternehmen investiert werden, die nicht dem erwähnten Anlageuniversum entsprechen würden. Bis 10 Prozent des Vermögens des Teilfonds könnten außerhalb der oben beschriebenen Anlageuniversen angelegt werden.

Platz drei und vier würden vom Fondsmanagerteam Didier Bouvignies und Philippe Chaumel (MR 1,11) mit dem Elan Selection Europe C belegt. Der Fonds sei am 28.08.2009 aufgelegt worden und aktuell in Deutschland und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Er habe eine 3-Jahres Performance von +3,84 Prozent p.a. und eine 5-Jahres Performance von +3,16 Prozent p.a. erreicht.

Ihnen folge auf Platz fünf der Fondsmanager Wahid Chammas (MR 1,02), der sich für den Janus Europe I EUR Acc verantwortlich zeichne. Der Fonds sei seit dem 28.11.2008 auf dem Markt und aktuell in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Regionaler Schwerpunkt der Anlagepolitik sei Europa.

An der nächsten Stelle finde sich Robert Smith (MR 1,02) mit dem Baring German Growth Trust EUR Acc (ISIN GB0008192063/ WKN 940132). Der Fonds sei seit dem 29.08.2000 auf dem Markt und aktuell in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Er habe eine 3-Jahres Performance von +5,27 Prozent p.a. und eine 5-Jahres Performance von 6,84 Prozent p.a. erreicht.
Das Anlageziel des Fonds sei die Erzielung eines langfristigen Kapitalzuwachses durch die Anlage in Aktien deutscher Unternehmen.

Den siebten und damit letzten Platz der Aufsteiger ins AAA-Rating im Juni 2011 belege Ewald Dür (MR 0,96) mit dem LGT Bond Fund Global (EUR) I1 (ISIN LI0021089029/ WKN A0EAB4). Der Fonds sei am 29.04.2005 aufgelegt worden und aktuell in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Er habe eine 3-Jahres Performance von +11,93 Prozent p.a. und eine 5-Jahresperformance von +6,57 Prozent p.a. erreicht.
Die Benchmark des Portfolios sei der J.P. Morgan Global Government Bonds Index in Euro. Durch die Vermeidung von Unternehmens- und Schwellenmarktanleihen seien Währungen, Duration, Kurve und inflationsgeschützte Papiere die Hauptquelle für die Ertragsgewinnung.
......"

gelesen bei Fondscheck
Und Gott fragte die Steine : "Wollt Ihr PANZERGRENADIERE werden ?"
Aber die Steine antworteten : "Nein Herr, wir sind nicht hart genug !"
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Beitragvon Papstfan » 13.05.2013 16:22

Threadneedlezu den neuen Aufgaben von Dave Dudley

fondsweb:
"....Seit 1. April 2013 ist David Dudding nach Angaben der Fondsgesellschaft neuer Fondsmanager des Threadneedle Lux Global Focus Fund (A0DPBA, 974979).
Dudding ist seit dem Jahr 1999 bei Threadneedle. Der als Starmanager gehandelte Investmentstratege verwaltete lange Zeit bis zu seiner Staffelübergabe an Mark Heslop den überaus erfolgreichen Threadneedle European Smaller Companies. Dudding hat einen Abschluss in Zeitgeschichte und Europäischer Politik aus Oxford. ....."

vielleicht kann mir irgend wann jemand erklaeren, warum diese Star-Fondsmanager alle moeglichen und unmoeglichen Abschluesse haben, nur nicht in VWL, BWL oder anderem, was etwas mit Wirtschaft und Finanzen zu tun hat?
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Starfondsmanager in England?

Beitragvon thallo » 13.05.2013 20:10

Ein Abschluss von Oxford oder Cambridge, egal was es ist, das zählt.
Ansonsten training on the job.
Mfg thallo
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Beitragvon drhc » 19.07.2016 11:56

Eine Studie von Prof. Zhou von der Universität Alaska. Zitate von fondsprof.:
" ... Wissenschaftler haben nun untersucht, ob solche Teams ein Portfolio tatsächlich besser durch die Wirren der Märkte steuern als Einzelkämpfer. Die Untersuchung zeigt, dass Solisten deutlich besser abschneiden... Je mehr Köpfe eine Steuerungsgruppe umfasst, desto mehr hinken diese Fonds hinterher.
Am schlechtesten schneiden Fonds ab, bei denen mehrere Manager unabhängig voneinander ihren Teil eines Gesamtportfolios steuern. Einzelmanager schlagen diese Gruppe um 1,3 Prozentpunkte pro Jahr. Zweier-Teams hinken hinter Einzelmanagern um 0,41 Prozentpunkte pro Jahr hinterher.
...
"Unsere Untersuchung unterstützt die Idee, dass es Starfondsmanager gibt", sagte Thomas Zhou, Wirtschaftsprofessor an der Universität von Alaska und Co-Autor der Studie, der "Financial Times". Die Forscher untersuchten die Wertentwicklung von 3.895 Publikumsfonds von 1990 bis 2012. Der Auswertung zufolge stellen Einzelkämpfer ein sehr viel konzentrierteres Portfolio zusammen. Solisten gehen größere Wetten ein. Teams hingegen neigen dazu, in der Gruppendiskussion ihre Überzeugungen zu verwischen.
Die Forscher kommen zwar auch zu dem Ergebnis, dass Solo-Fondmanager oft höhere Kosten produzieren als Teams. Dieser Vorteil wird jedoch von der besseren Performance mehr als aufgewogen. Professor Zhou gibt daher den Rat: "Wenn ein Manager einen Co an die Seite gestellt bekommt, sollte man den Fonds verkaufen."
..."
:!:
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Beitragvon lloyd bankfein » 20.01.2017 16:08

wichtigste fondsmanagerwechsel 2016, beitrag bei morningstar
erwähnt werden: "....
1. Tanguy Le Saout (Pioneer Investments)
2. Henning Gebhardt (Deutsche Asset Management)
3. Rajiv Jain (Vontobel)
4. Allan Conway (Schroders)
5. Phil Milburn (Kames)
...."
meine Meinung: Rajiv Vain, die wichtigste Personalie. Vontobel hat ein Problem und viele Anleger werden den V. EM verkaufen. Jain gründet eigene Firma im heißen Fort Lauderdale, Florida
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Beitragvon drhc » 16.04.2018 16:23

Resultat einer Studie der Universität Hohenheim in Kooperation mit der Universität Köln und der Mason School of Business
zitat: " ... Fondsmanager mit einem Bruch im Lebenslauf erzielen bessere Erträge als andere. Allerdings beschränkt sich die Überperformance auf Manager, die in den Bereichen investieren, in denen sie zuvor beruflich tätig waren. ....
Einzelmanager erzielten dort eine signifikante Überperformance, wo sie zuvor berufliche Erfahrung gesammelt hatten. „Ein ehemaliger Arzt wählt zum Beispiel Pharma-Aktien mit einer deutlich höheren risikoadjustierten Performance aus“, erläutert Prof. Dr. Gehde-Trapp, Leiterin der Studie. Für die Studie untersuchten die Forscher gezielt das Alpha von Einzelmanagern und recherchierten die Lebensläufe. ..
Die Professorin empfiehlt Fondsgesellschaften dieses Wissen weiter zu nutzen: „Vor allem bei Sektorfonds kann man sicherlich mit einer Steigerung der Rendite rechnen, wenn ein solcher Spezialist im Team ist“.
Prof. Gehde-Trapp warnt allerdings davor, dass Branchenkenntnis nur dann von Nutzen ist, wenn Anleger die Branche verlassen haben. Wenn sie in Branchen investierten, in denen sie noch tätig sind, seien sie zu wenig selbstkritisch, die Ergebnisse daher meist sehr schlecht..." :!:

quellenvermerk: fundresearch

( Prof. Gehde-Trapp: Lehrstuhl für Risikomanagement an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Schwerpunkte der Forschung: Marktmikrostruktur, Asset Management )
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